The Rasmus - Weirdo

Better Noise / Membran
VÖ: 12.09.2025
Unsere Bewertung: 3/10
3/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
5/10

What the hell am I doing here?!

Am Ende des Tages hilft eben nur noch die Flucht nach vorne. Anno 2022 versuchten die einstigen finnischen Mainstream-Rock-Helden The Rasmus noch mal den großen Wurf im Herbst der Karriere und traten beim ESC an. Pauken und Trompeten, große Gesten – und ein mauer Song namens "Jezebel", der zu Recht unter den Schlusslichtern des damaligen Wettbewerbs landete. Was also tun, wenn das Karriereloch immer näher rückt? Einfach mit Volldampf nach vorne, offenbar. Wo die Landsleute von HIM schon 2017 ob ihrer kreativen Flaute die Reißleine zogen, hält sich die Band um Sänger Lauri Ylönen wacker und versucht krampfhaft, die Vergangenheit heraufzubeschwören. Dieses Mal unter dem Titel "Weirdo", der natürlich emotionale Anknüpfpunkte en masse hergibt: Scheiß auf das, was die anderen sagen – The Rasmus sind bei Dir! Gemeinsam rocken wir das! Oder so.

"Weirdo" zeigt auf Albumlänge zwei Seiten: eine nicht so schöne und eine ganz und gar grausame. Aber der Reihe nach: Erst mal darf man den Schock des Openers "Creatures of chaos" verdauen, der offenbar die schwedischen Kollegen von In Flames zitieren möchte und den Böse-Buben-Metal zelebriert. Doof nur, dass die bratzigen Riffs maximale Stangenware sind und auch Ylönens Versuch, hier harte Strophen rauszugrowlen, so gar nicht funktioniert. Gleichzeitig wird auch schon offensichtlich, was "Weirdo" an so ziemlich allen Ecken und Enden runterzieht: bräsige Midtempo-Refrains, die selbst okayen Songs wie dem flotten "Dead ringer" jegliche Dynamik nehmen und so gar nicht mitreißen wollen. Schon faszinierend, dass dieselbe Band einst durchaus fähig war, catchy Rock-Hits zu fabrizieren. Hier ist jedenfalls nicht mehr viel davon übrig. Selbst das pop-punkige "Banksy", das jeden Tony-Hawk-Soundtrack der frühen 2000er-Jahre zitiert, wird dadurch ausgebremst und fällt beim ersten Ollie auf die Schnauze.

So weit, so ernüchternd. Wenn auch nicht völlig katastrophal. Das kommt dann bei einigen lyrischen Auswüchsen Ylönens. "Rest in pieces / 'Cause I don't give a fuck that I lost you", heißt es ganz edgy im passend betitelten "Rest in pieces". "I'm just a weirdo / I'll never be a hero" ist dann der Poesiespruch für den Titeltrack. Wirklich unangenehm wird es auf "Love is a bitch": "Love is a bitch / Like you / You made me love my enemy." Wohlgemerkt: Hier kotzt sich ein 46-jähriger erwachsener Mann auf Vorschulniveau aus. Das ist einerseits peinlich und kindisch, andererseits im Jahr 2025 völlig unangebracht und eklig. Man wünscht sich schon beinahe sehnsüchtig Ville Valos romantische Lyrikergüsse von HIM zurück. Was genau The Rasmus noch zu sagen haben und wen genau das interessieren soll, weiß vermutlich nicht mal die Band selbst. Spaß macht es auf jeden Fall nicht.

(Hendrik Müller)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Dead ringer

Tracklist

  1. Creatures of chaos
  2. Break these chains (feat. Niko Vilhelm)
  3. Rest in pieces
  4. Dead ringer
  5. Weirdo (feat. Lee Jennings)
  6. Banksy
  7. Love is a bitch
  8. You want it all
  9. Bad things
  10. I'm coming for you
Gesamtspielzeit: 32:36 min

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Armin

2025-09-08 21:16:09- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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