Paleskin - Euphoric end
Out Of LineVÖ: 13.06.2025
Die Schönheit im Schmerz
Schmerz, Liebe, Verlust und Sehnsucht: Durch dieses intensive Gefühlskonglomerat treibt einen das zweite Studioalbum der schwedischen Alternative-Post-Hardcore-Band Paleskin. Stilistisch fühlt man sich zunächst an die frühen Thirty-Seconds-To-Mars-Alben erinnert – vor allem an die eruptive Emotionalität von "A beautiful lie". Doch durch die tighten Drums von Trommler Adrian Belland, der darüber hinaus auch für die Produktion zuständig war, wirken Paleskin spürbar moderner. Belland kennt Sänger Casper Frisk nicht erst seit Gründung der Band – beide waren zuvor bereits zusammen in der schwedischen Hardcore-Formation Heartaches aktiv, was dem Zusammenspiel von Gesang und Schlagzeug eine gewisse eingespielte Selbstverständlichkeit verleiht.
Überhaupt bildet das Schlagwerk das Grundgerüst des Albums, um das sich in jedem Track Gesang und Gitarre schrauben. So wirkt das Gesamtwerk sehr kongruent. Jeder Song für sich ist eingängig und emotional. Erst wenn man das Album in einer einzigen Hörsession genießt, fällt auf, was "Euphoric end" davon abhält, sich zu voller Grandiosität emporzuschwingen. Die Drums, die zwar eine alles zusammenhaltende Ästhetik kreieren, lassen spätestens nach etwas über der Hälfte des Albums Gedanken an einen Hauch von Überproduktion aufkommen. Trotzdem wirkt das nicht beliebig. Denn die Post-Hardcore-Rhythmik verleiht den Emo-Parts ein knackig-modernes Auftreten. "Reflections" überrascht sogar mit einem artfremden Breakbeat-Part, der sich ausgesprochen harmonisch ins Screamo-Metalcore-Gemisch der Band einfügt.
Die ständige Reibung zwischen maschineller Präzision und emotionalem Kontrollverlust erzeugt eine reizvolle Spannung – eine Art Gefühlstechnokratie. Gitarrist Jimmy Fransén schafft es außerdem durch sein oft verhalltes Spiel, ein Gegengewicht zur omnipräsenten Schwere des sehr passend betitelten "Euphoric end" hinzuzufügen. So kommt – losgelöst von den Songtexten, die hauptsächlich von innerer Pein berichten – allein durch das Arrangement eine fast schon cineastische Tiefe auf. Wer will, darf sich hier an eine atmosphärische Space Opera erinnert fühlen, deren emotionale Klimax sich irgendwo zwischen Breakdown und Sternennebel abspielt.
Was bleibt, ist ein starkes zweites Album. Durchkomponiert und wuchtig, trifft "Euphoric end" right in the feels. Es hätte zwar noch etwas mehr Chaos vertragen, etwas mehr Mut zur Unberechenbarkeit, doch was da ist, klingt fett, fetzt gut und fühlt sich verdammt intensiv an. Als kleines Schmankerl offenbart das Outro des Albums dann noch eine überraschende Facette: In seinem ruhigen, fast andächtigen Tonfall erinnert es stimmlich und atmosphärisch an Dave Gahan. Ein gelungener Schlusspunkt, der die Platte mit einem bittersüßen Nachhall entlässt.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Euphoric end
- Abscence of you
- Reflections
Tracklist
- Euphoric end
- Valentina
- Abscence of you
- Reflections
- Our love (was something you forgot)
- Do you believe me?
- Love me, slow
- Near Heaven
- Take me there
- Rest, forever
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Armin
2025-08-07 21:03:46- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
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- Paleskin - Euphoric end (1 Beiträge / Letzter am 07.08.2025 - 21:03 Uhr)
