Durry - This movie sucks

Big Pip / Thirty Tigers / Membran
VÖ: 27.06.2025
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Hau raus!

Indie-Rock mit kleinem Punk-Einschlag und staubig gestimmten Saiteninstrumenten? "Gähn, würden jetzt einige schreiben, wenn ihnen diese vier Buchstaben nicht schon zu viel der Mühe wären. Andererseits zucken jene, denen dieser Sound sofort in Hüfte, Schenkel und Füße fährt, mit Blick auf die nerdy Nörgler ebenfalls bloß mit den Schultern. Party like it's 2006? Wieso nicht?! Austin und Taryn Durry, die Geschwister, die ihre Band logischerweise Durry nennen, juckt die Musikpolizei ohnehin wenig. Die kraftvollen, mitsingfähigen Songs des Duos aus Minnesota über die Absurdität der Welt und die Sinnlosigkeit des Erwachsenseins im Internet gehen da lieber gleich viral. Ihr Track "Who's laughing now" wurde auf TikTok mehr als sechs Millionen Mal gestreamt.

Ähnlich verhackstückt wie Musik auf TikTok fühlte sich Durrys musikalisches Dasein während und nach der Pandemie an. Ein "Ja" zum Leben in dicken Lettern ist das, was aus der schwierigen Zeit nun heraussprudelt. Und genau so klingt "This movie sucks", das erste professionell aufgenommene Durry-Album. Nicht nur der kompakte Garage-Feger "Start a band", dem gleichsam die Originalität Art Bruts wie der Rotz früher The Hives innewohnt. Ähnlich zupackend versucht sich das drängende "Monopoly money" an lautstarkem Diss in Richtung kapitalistischen Ungemachs und korrupter Volksvertreter. Ja und wäre dieses Album durchgehend so stark wie seine Highlights, Durry benötigten keine Bestechung für den Indie-Rock-Olymp. Wenngleich ihr Sound hier und da ein wenig outdated tönt, natürlich. Aber, aber, liebe Leser*innen, diese Highlights!

Egal ob 2006 oder 2020, einer sonnig-rauchigen Punkrock-Hymne wie "Bully" an der Opener-Position, diesen 2:15 Minuten geballte Kraft, gebührt nichts weniger als ein Platz in den Song-Bestenlisten des Jahres. Britrock der Nullerjahre gibt's mit dem kleinen Hit "Porcupine" auf die Ohren. Ähnlich verschmitzt kommt "Idk I just work here" daher, natürlich nicht nur ein Erfahrungsbericht eines mies bezahlten Jobs, sondern zynischer Tritt in den schicken Po des Massenkonsums. Nicht wirklich balladesk, aber mit beinah britischer Eleganz beweisen Durry mit "Wannabe", dass es auch ruhiger zugehen darf.

Mit mindestens einem Arm in der guten alten Nuller-Emo-Rock-Kiste wühlt dann das intensive "More dumb". Zurück gen Ende der Neunziger, in die guten Tage des College-Rock, in "American Pie"-Nächte, zieht uns der wahnsinnig feine Titelsong. "My life is just a movie / I don't wanna watch." Nun ja, mit jenem Zwinker-Fazit sind Herr und Frau Durry gewiss nicht alleine. Mit all den feinen (Gesangs-)Melodien und krachenden Riffs von "This movie sucks" lässt sich Doofes und Kurioses aus der Vergangenheit aber vielleicht mit einem Lächeln einordnen. Und ganz gewiss gut gelaunt den Sommer 2025 feiern.

(Eric Meyer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Bully
  • This movie sucks
  • Start a band
  • Idk I just work here

Tracklist

  1. Bully
  2. Monopoly money
  3. This movie sucks
  4. Porcupine
  5. More dumb
  6. Start a band
  7. Wannabe
  8. Polaroid
  9. Idk I just work here
  10. Good grief
  11. Long goodbye
  12. Slug bug
Gesamtspielzeit: 41:33 min

Im Forum kommentieren

HerrH.

2025-07-08 08:44:44

Absolut richtig! In dem Genre ja auch nicht unüblich...

Yndi

2025-07-08 08:39:00

Macht richtig Laune, werde ich mich aber in ein paar Monaten nicht mehr dran erinnern. Aber das ist ja auch gar nichts Schlimmes.

HerrH.

2025-07-08 08:29:10

Jup: Ich dachte, PUP wäre die Punk- Platte des Jahres und HAIM die Sommer- Platte, aber nein: Durry schlägt beide!

Petr

2025-07-07 20:05:37

das ist mein Sommeralbum, danke dafür!

Armin

2025-06-27 20:10:36- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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