Abor & Tynna - Bittersüß

Jive / Sony
VÖ: 14.02.2025
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

L'Allemagne douze points

Ballallallallallaller

Einmal gehört, sofort im Ohr. Ist es nicht das, was einen Hit ausmacht? Und so etwas schickt Deutschland in diesem Jahr zum Eurovision Song Contest nach Basel? Ja will dieses Land etwa nicht mehr Letzter werden? Hat Stefan Raab mit seiner dreist als "Chefsache" betitelten Rückkehr zum ESC alles richtig gemacht, ganz egal, wie empört die Feuerschwanz-Fans da draußen sein mögen?

Ballallallallallaller

Doch von Anfang an. Tünde und Attila Bornemisza werden in Wien in einem musikalischen Haushalt groß. Kein Wunder, wenn der Vater bei den Philharmonikern das Violoncello spielt. Das Cello ist dann auch das Instrument der Wahl für Attila bzw. Abor, das er heute noch spielt, wenn er nicht an elektronischen Sounds bastelt. Währenddessen hat Tünde bzw. Tynna die Querflöte hinter sich gelassen und steht längst am Mikrofon. Auf ihrer ersten Single sind Abor & Tynna 2020 noch auf Englisch unterwegs, und "Anti Ally" klingt unverkennbar nach Billie Eilish. Zwei Songs und knapp drei Jahre später erinnert "Coco Taxi" dann stilistisch und inhaltlich eher an Nina Chuba (mit der die beiden mittlerweile auch tourten) und deren Megahit "Wildberry Lillet". Diese Generation X aber auch. Will alles vom Buffet. Kippt Champagner in den Pool und tanzt auf dem Maserati.

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Na, sitzt der Ohrwurm langsam? An der Oberfläche wird dem Hedonismus gefrönt, es "Baller"t schließlich so schön. Die störenden Gedanken behält man erst einmal im Hinterkopf, wenn die Fantasie im Moment glücklich macht, also bitte "Psst". Ob das Gegenüber Unsinn la-la-labert? Später bitte. Tanzen, bis "Babylon" fällt. Und dann das Liebesduell stilecht mit dem "Katana" beenden. WTF? Ja, so einfach ist es eben auch wieder nicht. Nicht nur in "Küsschen" wird deutlich, dass die Welt des "Dolce Vita auf Endlosschleife" zwar vielleicht faszinierend ist, aber doch nicht glücklich macht. Das Leben ist halt eher "Bittersüß".

Ballallallallallaller

Das Album beginnt subtiler, mit den schönen Zeilen "Du Donnie Darko, ich bin Billie Jean" und dem auch sonst ganz starken "Parallele Linien". Die komplette Platte beeindruckt mit knackigen und topmodern auf den Zeitgeist produzierten Sounds. Wiener Lässigkeit trifft Berliner Coolness. Hitpotenzial reichlich. Das elektrisierend mit Funk spielende "Guess what I like" beispielsweise. Oder das rasante und mit ungarischen Textzeilen an die familiären Wurzeln der Geschwister erinnernde "Winnetou". Ein sehr gutes Album, selbst wenn 16 Songs vielleicht ein bisschen zu viel sind, gerade weil Sound und Aufbau sich oft ähneln. Außer beim abschließenden "Songs gehasst", das mit seiner Akustikgitarre eine andere Facette dieses talentierten Duos zeigt. So wie die feinen Coverversionen von Adeles "Skyfall" und Nancy Sinatras "Bang Bang" im ESC-Rahmen. Im YouTube-Video geht "Songs gehasst" übrigens direkt in "Baller" über. Schöne Idee. Und das vom wunderbaren Dr. Pop aufgedeckte Problem mit den ESC-Regeln und dem Live-Gesang im eigentlich maschinellen Baller-Refrain lässt sich bestimmt bis zum 17. Mai auch lösen. Dann heißt es hoffentlich ... siehe Überschrift.

(Thomas Bästlein)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Parallele Linien
  • Psst
  • Guess what I like
  • Songs gehasst

Tracklist

  1. Parallele Linien
  2. Psst
  3. Engel in Jeans
  4. Coco Taxi
  5. Seifenblasen
  6. Mama
  7. Babylon
  8. Guess What I Like
  9. Katana
  10. Mona Lisa
  11. Winnetou
  12. Baller
  13. Tan Lines
  14. Küsschen
  15. Karussell
  16. Songs gehasst
Gesamtspielzeit: 43:26 min

Im Forum kommentieren

Armin

2025-06-11 18:40:25

Seit heute reicht es für einen Artikel:
https://www.merkur.de/boulevard/eklat-um-deutschlands-esc-vertreter-abor-er-bestaetigt-echtheit-aufgetauchter-beitraege-und-zeigt-reue-zr-93780064.html

SiebenEuroVier

2025-06-08 16:49:35

Glaub dafür müsste schon Armin persönlich einen Artikel schreiben, sonst scheint es niemanden zu interessieren, keine einzige Zeitungsmeldung dazu.

Armin hat nun quasi Abors Karriere in der Hand, auch irgendwie unheimlich. :D

nörtz

2025-06-08 16:47:06

Er hat auch gesagt, er spielt Videospiele

Now im sure its him when i searched up the username that is showed on this post there is some austria subreddit. And I found way more video game posts that was made by a account that got deleted.

Na ja, mal sehen, ob er nun gecancelt wird.

nörtz

2025-06-08 16:41:28

Den TikTok-Account hat er ja zugegeben und der Reddit-Account, er hat vor dem ESC gesagt, er sei auf Reddit unterwegs, hat vor über drei Jahren, als Abor & Tynna unbekannt waren, geschrieben, er würde mit seiner Schwester Musik machen und den Namen gepostet. Als dies nun öffentlich wurde, ist der Reddit-Account auf einmal verschwunden.

Zumindest sprechen alle Indizien dafür, dass dies sein Account war.

maxlivno

2025-06-08 16:37:37

schade, hab heute erst das Album gehört und war positiv überrascht

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