Everyone Says Hi - Everyone Says Hi
Chrysalis / CargoVÖ: 31.01.2025
Vertraute Gesichter
Na, wer klopft denn da an der Pforte? "Alle" sind es zum Glück mitnichten, aber in jedem Fall ein paar bekannte Gesichter, denen wir hier unsere Aufmerksamkeit schenken. Everyone Says Hi sind so etwas wie eine Supergroup. Denn an Instrumenten und Reglern hantieren zum Beispiel Nick Hodgson, ehemaliger Drummer und Songwriter der Kaiser Chiefs, Ben Gordon, einst Piano und Percussions bei The Dead 60s, und Pete Denton, Ex-Bassist der Kooks, ergänzt unter anderem durch Glenn Moule, der mal Drummer von Howling Bells war. Ihr selbstbetiteltes Debüt ist eine Ansammlung anschmiegsamer, teils beschwingter und manchmal auch verträumter Stücke zwischen Indie, Singer-Songwriter und Dreampop.
Und – wenig überraschend – punktet die Millennial-Britrock-Kollabo dabei vor allem durch ihre geballte Erfahrung und mit zielsicheren Songwriter-Skills. Wunderbar sanft schmiegt sich "On the same side" in die Gehörgänge, während "Only one" mit angenehmer Mixtur aus R.E.M. und Best Coast aufwartet. Ein bisschen verträumt, ein bisschen verschmitzt, und doch auch auf The-Shins-Wegen, kommt "Brain freeze" daher. Schönklang an sich birgt nicht selten die Gefahr, dass es auch mal ein wenig seicht und langatmig wird. Aber glücklicherweise ist das bei Everyone Says Hi, die sich nach einem Bowie-Song benannt haben, nicht wirklich der Fall. Oder besser: nur in kleineren Phasen ihres Debuts passiert das – also etwas (zu) wenig.
Da die Dringlichkeit so mancher ehemaliger Hauptbands bei Everyone Says Hi eine subtilere Rolle spielt, schaffen es die Musiker trotzdem, die Lockerheit und vor allem die Eingängigkeit vergangener Tage in das Songwriting des neuen Projektes zu packen. Exemplarisch sind hier die mit feinen Piano-Sprenkeln verzierte Liebes-Hymne "Lucky stars", deren Melodie beharrlich die Schleife dreht, aber dabei umso mehr einnimmt. Und natürlich "Somebody somewhere", der leicht melancholisch schunkelnde Opener, vielleicht wohl stärkster Track dieses ersten Album. Schöne Klänge zu konsumieren ist sicherlich auch ein nicht zu unterschätzendes Rezept, den aktuell nervenzehrenden Nachrichten aus dem In- und Ausland für ein paar Stunden zu entfliehen. Wir müssen sie nur reinlassen in unser Leben, diese vertrauten Gesichter.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Somebody somewhere
- Lucky stars
- Brain freeze
Tracklist
- Somebody somewhere
- Lucky stars
- Only one
- Brain freeze
- I wish I was in New York City
- On the same side
- I wasn't dreaming
- Holding on to let go
- Tried and failed
- Did I just fall in love
Im Forum kommentieren
MickHead
2025-10-23 11:45:55
Erster neuer Song seit dem Album!
"Communication"
https://www.youtube.com/watch?v=oA1LVoh6sB8
HerrH.
2025-02-05 14:55:49
Och, passt auch im Winter!
Verliert sich aber leider auf Albumlänge: Erste Hälfte wirklich gut, exakt danach aber nahezu belanglos...
tjsifi
2025-02-03 15:11:09
Der Release passt irgendwie nicht zur aktuellen Jahreszeit. Das wäre ein schönens ALbum für einen Roadtrip im Sommer. Gefällt mir richtig gut.
Armin
2025-01-31 20:25:54- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
Meinungen?
Kalle
2025-01-06 20:09:26
Neuer Song " Lucky Stars". Schöne Indie-Pop-Ballade.
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Referenzen
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- Everyone Says Hi - Everyone Says Hi (6 Beiträge / Letzter am 23.10.2025 - 11:45 Uhr)
