Umbra Vitae - Light of death

Deathwish Inc. / Membran
VÖ: 07.06.2024
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
5/10

Riffmassaker

Zählt eigentlich noch jemand mit, bei wie vielen Projekten Jacob Bannon und Kurt Ballou ihre Hände im Spiel haben? Dutzende sind es mittlerweile, jeglicher Couleur, wobei hier vor allem diverse Abstufungen von grau-schwarz eine Rolle spielen – trotz gegebenenfalls anderslautender Cover-Artworks, wie hier bei "Light of death". Mit Umbra Vitae frönen Bannon als Sänger und Ballou als Produzent ihrer Death-Metal-Ader. Unterstützt werden sie dabei von Sean Martin, Mike McKenzie und Greg Weeks, welche jeweils Saiteninstrumente bedienen und an nicht zuzuordnenden Stellen unverständlich schreien dürfen, sowie von Jon Rice, der am Schlagzeug das Tempo hochhält. 2020 erschien bereits "Shadow of life", das kurze Debüt des Quintetts, bei dem es 25 Minuten lang kurz und schmerzhaft auf die Ohren gab. Vier Jahre später hat sich die Spielzeit deutlich verlängert, was jedoch vor allem an dem Fakt liegt, dass hier insgesamt 15 neue Songs aufwarten.

Es braucht nur kurz – genau genommen ein schnell vorbeigezogenes Violinenintro –, ehe der erwartbare Lärm losbricht. Im Gegensatz zur prominenten Hauptband Converge passiert jedoch alles in geordnetem Rahmen, leicht weniger chaotisch. Umbra Vitae spielen überwiegend einfach nur straight ihren ultraharten, zackigen Death-Metal herunter, welcher in den besten Momenten sogar einen ziemlichen Groove entfaltet. Wie etwa in "Anti-spirit machine", welcher in etwas handzahmerer Fassung einfach nur guter Hardrock wäre. Das folgende "Reality in retrograde" knüppelt sich in weniger als einer Minute herunter, "Past tense" danach schafft immerhin knapp über zwei.

Um nicht vollends ins immergleiche Muster zu verfallen, streuen Umbra Vitae ab und an Stücke ein, die einen gewissen Bruch darstellen. "Velvet black" etwa, melancholisch-doomig und eine Erinnerung daran, dass Umbra Vitae einst Nebenprojekt vom Nebenprojekt waren, beziehungsweise sind: Hier scheinen deutlich Wear Your Wounds durch. Das später platzierte "Cause & effect" beginnt hingegen sogar mit einem Akustikgitarren-Intro, ehe ein markerschütternder Schrei ein mächtiges Sludge-Inferno einleitet, zu dem die Gitarren unheimlich aufheulen, ehe dann wiederum ein Grindcore-Gemetzel alles einreißt. Ein guter Beitrag zum imaginären Wettbewerb, möglichst viele Stile binnen eines Tracks zu verheizen.

Ein weiteres Highlight gen Ende ist "Nature vs. nurture", in dem Bannon und ein Mitstreiter sich im Wechselspiel anbrüllen, während es unter ihnen bei hoher Riffs-per-minute-Zahl abgeht. Wenig später war es das mit einer Dreiviertelstunde durchgepowerter Schreitherapie, welche in dieser Konzentration definitiv anstrengend durchzustehen ist. Zwischendrin hämmern Umbra Vitae zwar sehr monoton auf den Kopf ein, aber: Das muss so, wie auch die letzten verständlichen Zeilen dieses Werkes verkünden: "There is no escape."

(Klaus Porst)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Leave of absence
  • Velvet black
  • Cause & effect
  • Nature vs. nurture

Tracklist

  1. Leave of absence
  2. Belief is obsolete
  3. Clear cutter
  4. Anti-spirit machine
  5. Reality in retrograde
  6. Past tense
  7. Velvet black
  8. Twenty-twenty vision
  9. Algorithm of fear
  10. Empty vessel
  11. Cause & effect
  12. Deep end
  13. Nature vs. nurture
  14. Fatal flaw
  15. Light of death
Gesamtspielzeit: 45:39 min

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Armin

2024-06-05 21:26:27- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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