The Black Keys - Ohio Players

Nonesuch / Warner
VÖ: 05.04.2024
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Viel Spaß

The Black Keys haben es uns in den vergangenen Jahren nicht ganz einfach gemacht. Nachdem die Band eine mehrjährige Auszeit eingeschoben hatte, kam sie umso produktiver zurück. Auf "Let's rock" 2019 folgte 2021 "Delta kream", nur ein Jahr später war die Zeit reif für "Dropout boogie". Als Fan der US-Amerikaner konnte man so kaum noch Schritt halten mit den Veröffentlichungen, denen abseits des untrüglichen Gespürs für gute Songs vor allem eines gemein war: die anhaltend hohe Qualität. Hinzu kommt eine Langzeitwirkung, denn die Alben des Duos verlieren nichts von ihrem Glanz. Mit ihrem prägnanten Stil im stets spannenden Feld von Blues, Rock und Soul widmeten sich The Black Keys zuletzt vermehrt musikalischen Kollaborationen. Im Grunde setzen sie auf "Ohio Players", dem vierten Studiowerk binnen fünf Jahren, diesen Weg ungebremst fort, biegen aber auch zeitgleich voller Erkundungsfreude auf Nebenpfade ab.

Es ist erfreulich, wem sie dort so alles begegnen. Beck beispielsweise, den Dan Auerbach und Patrick Carney beide seit jeher nach eigenem Bekunden schätzen; als kreativen Kopf, Inspirationsquelle und später auch als Weggefährten bei gemeinsamen Touren. Beck mischt gleich auf der Hälfte der Songs in unterschiedlicher Form mit. Das ist hörbar: Gleich am Auftaktsong war er beteiligt, "This is nowhere" heißt dieser und ist ein famoser Start in ein Album, aus dem viel Spaß herausklingt. Man kann sich diesen Song vortrefflich live vorstellen, was übrigens für viele Stücke gilt, die auf "Ohio Players" noch warten. Dass unmittelbare Dancevibes aufkommen, mag auch an dem Umstand liegen, dass The Black Keys während der Zeit der Aufnahmen regelmäßig zu Tanzpartys rund um den Globus luden: Abende voll ausgelassener Freude an der Musik.

Beck ist nicht der Einzige, der hier seine Finger im Spiel hatte. Ein anderer großer Name ist Noel Gallagher, der sich gewöhnlich nicht abseits der eigenen künstlerischen Blase aufhält. Für The Black Keys machte er eine Ausnahme, und so ist der Brite bei gleich drei Songs involviert. Auerbach und Carney berichten, wie die Aufnahmen liefen: Man saß im Studio einander gegenüber, probierte das eine oder andere aus und spielte einfach so lange, bis die Titel eine Form angenommen hatten, die für alle Beteiligten passte. "On the game" im ersten Drittel des Albums gehört dazu, und man kann sich glänzend ausmalen, wie die ungewöhnliche Besetzung um Stuhlkreis hockte und sich aufeinander abstimmte.

Dass die Gäste nicht nur schmückendes Beiwerk sind, dafür steht später auch ein Song wie "Candy and her friends". Da arbeiten sich Auerbach und Carney zunächst durch ein herrlich groovendes Stück Musik, bevor die ganze Angelegenheit in eine gänzlich andere Richtung abzweigt: Bühne frei für Lil Noid. Der Rapper war von der Band ins Studio eingeladen worden, und irgendwie hatten die Jungs aus Ohio noch Restzweifel im Hinterkopf. Noid aber, so berichten sie, schnappte sich das Mikrofon und steuerte seine Zeilen innerhalb einer Viertelstunde bei. So viel Begeisterung – und zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht einmal die Hälfte des Ganzen vorbei.

The Black Keys haben ihre Gäste mit offenen Armen empfangen, und es liegt zweifelsohne am exzellenten Ruf der Band, dass diese sofort zusagten und mitwirkten an einem gleichermaßen besonderen wie starken Album. Und eigentlich machen sie es uns dieses Mal ganz einfach: "Ohio Players", dessen Titel eine Referenz an die gleichnamige Formation aus Ohio ist, geht unmittelbar ins Ohr und in die Beine. Und die Langzeitwirkung wurde auch nicht vergessen: Es gibt so viel zu entdecken!

(Torben Rosenbohm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • This is nowhere
  • Don't let me go
  • Candy and her friends
  • You'll pay
  • Everytime you leave

Tracklist

  1. This is nowhere
  2. Don't let me go
  3. Beautiful people (stay high)
  4. On the game
  5. Only love
  6. Candy and her friends
  7. I forgot to be your lover
  8. Please me (till I'm satisfied
  9. You'll pay
  10. Paper crown
  11. Live till I die
  12. Read em and weep
  13. Fever tree
  14. Everytime you leave
Gesamtspielzeit: 44:04 min

Im Forum kommentieren

lars.fm

2024-05-21 08:44:02

Ich finde die neue Kings of Leon ja auch gelungen, mir ist aber aufgefallen, dass ich oft schwanke und dann doch lieber Ohio Players auflege 😃

Kojiro

2024-05-15 05:15:24

Bei mir definitiv auch unter den Top 10 der von mir am meisten gehörten Alben bisher. :-)

fuzzmyass

2024-05-14 23:49:56

Bisher eines der Alben des Jahres für mich...

fuzzmyass

2024-05-10 13:13:04

Gestern Brixton Academy, Dritter Abend - großartig, sowieso tolles Venue, Noel kam im Zugabenblock für On The Game und Only Love und hatte richtig Spaß, bevor dann Lonely Boy alles abgerissen hat!
Ein Genuss hier dabei gewesen zu sein, das bleibt in Erinnerung!
Ansonsten alles gewohnt toll, Weight Of Love und Grapevine grandios.

Kojiro

2024-05-08 05:19:25

Klasse! Ich drücke die Daumen!! :-)

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