Black Pumas - Chronicles of a diamond

ATO / PIAS / Rough Trade
VÖ: 27.10.2023
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
5/10

Austin City limitless

Darf es mal wieder ein bisschen was fürs Herz sein? Black Pumas etwa? Nach Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debüt ging es für das Duo aus Austin ja erst richtig los. Mehrfach nominiert für diverse Grammy Awards (bei deren Verleihung sie 2021 auch auftraten), ein kleines Ständchen beim NFL Draft und ebenso bei der Amtseinführung eines gewissen Joe Biden – "Läuft bei denen!", sagt der Azubi vom Büro nebenan und hat natürlich recht. Mit "Chronicles of a diamond" legen Eric Burton und Adrian Quesada nun gepflegt nach und verschmelzen erneut zu einer unwiderstehlichen Mischung aus Soul, R'n'B und psychedelischem Funk. Burtons einzigartige Stimmung wird abermals perfekt unterstützt durch Quesadas Produktion, und sollte es noch irgendjemand angezweifelt haben, darf man sich hier glatt die Versicherung abholen, dass Black Pumas längst kein momentaner Geheimtipp mehr sind.

Felsenfest angekommen in ihrem kleinen Plätzchen auf der Musiklandkarte, toben sich die beiden Texaner berechtigter- und angemessenerweise aus, sei es im verführerischen und von Streichern getragenen Opener "More than a love song" oder im verstrahlt-säuseligen "Hello", das sich astrein mit den gleichbetitelten Klassikern von Lionel Richie oder auch Adele messen kann. Währenddessen rumpelt sich "Ice cream (Pay phone)" mit viel Verspieltheit und einer kleinen Kirsche auf der Sahne ganz fest in den Gehörgang und in die Beine, die bei so viel Charme gar nicht anders können als mitzutanzen. Noch etwas doller direkt in die Magengrube kickt hingegen der Titeltrack, der an den Soundtrack eines Siebzigerjahre-Blaxploitation-Dramas erinnert. "Profound when I'm in Cali dreamin' / Chiefin' on some holy ghost I found / Look at how the flame keeps on flamin' / I feel I'm in love for the first time." Wer bei dieser Art von Soul nichts empfindet, sollte mal die eigene Seele checken.

Black Pumas begrenzen ihre Emotionalität so wenig wie ihre Genre-Zugehörigkeit. Im anfangs etwas brummelnden "Tomorrow" paaren sich Gospel und Funk auf derart ästhetische Weise, dass Rhythm und sein alter Kumpel Blues fast neidisch werden dürften. Derweil holt "Gemini sun" noch den einst an Alabama Shakes ausgeliehenen Southern Rock der "Sound & color"-Ära zurück ins Schlafzimmer und hüftschwingt sich in ungeahnte Höhen. Und mit "Rock and roll" gibt es ein durchaus rock-and-rolliges Finale, aber natürlich doch wieder so viel mehr: "Oh my sweet chariot / All the sweet action, sweet action / Sweet action, supernova, sweet chariot / Swing low in good fashion", croont Burton hier und trifft wieder ins Schwarze. Black Pumas haben sich längst über die Grenzen Austins hinausgekämpft und sind dabei, die Welt zu erobern. Unsere Herzen haben sie ja schon.

(Jennifer Depner)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • More than a love song
  • Tomorrow
  • Gemini sun

Tracklist

  1. More than a love song
  2. Ice cream (Pay phone)
  3. Mrs. Postman
  4. Chronicles of a diamond
  5. Angel
  6. Hello
  7. Sauvignon
  8. Tomorrow
  9. Gemini sun
  10. Rock and roll
Gesamtspielzeit: 42:58 min

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Armin

2023-11-01 20:54:25- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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