Creeper - Sanguivore
Spinefarm / PIAS / Rough TradeVÖ: 13.10.2023
Wahnsinn ohne Dosen
Die Welt von Creeper ist traditionell eine sehr eigene. Im Falle des neuesten Streiches der Briten gilt es, zwei zentrale Fragen zu stellen: Wie weit wollt Ihr gehen? Und wie konsequent könnt Ihr dabei sein? Der Fünfer beantwortet beides ohne zu zögern mit "Aber ja doch!" Frontmann William van Ghould und seinen Mitstreiter*innen spukten schon länger lebhafte Szenen einer besonderen Vampirgeschichte in den Köpfen herum. Als diese mehr und mehr Futter bekam, wurde schnell klar: Wie anders als mit einem Konzeptalbum sollte man jene Ideen tragen können?
Erst mal reinkommen? Sich langsam eingewöhnen? Is nicht. Mit "Further than forever" steht eine neunminütige Goth-Oper mit gleich mehreren Parts und superhymnischem Refrain als Türsteher bereit. Herrlich dramatisch wird es spätestens nach 5 Minuten, wenn die im Zentrum der Platte stehende Geschichte von der jungen Vampirin "Mercy" und ihrer nervenaufreibenden Beziehung zu einem älteren Mann namens "Spook" Fahrt aufnimmt. Warum auch kleiner beginnen, wenn ein gewisser Jim Steinman herzlich grüßen würde, könnte er das Stück noch hören.
Wer die Insulaner da für den Aufbruch in die eigens definierte "Neue Ära von Creeper" sonst noch alles inspiriert hat, daraus machen sie bereits angesichts der Single "Cry to Heaven" absolut keinen Hehl. Für ihre Vampir-Rock-Oper verschmelzen Creeper schamlos die Theatralik Meat Loafs, die Breitbeinigkeit von Alice Cooper, der Goth-Spirit von Sisters Of Mercy, Seventies-Punk der Marke Misfits mit jeder Menge Luftgitarren-Riffs und Soli, die den Achtzigern mehr als huldigen. Im hintenraus wuchtigen "Lovers and astray" darf dann auch noch ein kleines Synth-Gewitter zur Dramatik des Ganzen beitragen.
Die feine Hardrock-Hymne "Teenage sacrifice" steht damit stellvertretend für ein Album, das völlig drüber, aber in all der Konsequenz des Vortrags so stimmig geraten ist, dass es trotzdem eine helle Freude ist. Liebhaber der nach vorn gehenden Töne werden ihre helle Freude an "Sacred blasphemy" und am kleinen, mächtig Druck machenden Dark-Punkrocker "Chapel gates" haben, während Gruft-Rock-Freunde vom stampfenden "Black Heaven" nicht genug bekommen dürften. "Sanguivore" ist herrlich irre und dazu ziemlich dicke Hose produziert von Royal-Blood-Mann Tom Dalgety. Ein Album, das hintenraus dann doch ein wenig die Wucht und Rafinesse aus den Augen verliert, aber unterm Strich nicht nur Blutsauger*innen-Fans nachhaltig Freude bereiten dürfte.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Further than forever
- Sacred blasphemy
- Teenage sacrifice
- Chapel gates
Tracklist
- Further than forever
- Cry to Heaven
- Sacred blasphemy
- The ballad of Spook & Mercy
- Teenage sacrifice
- Chapel gates
- The abyss
- Black Heaven
- More than death
Im Forum kommentieren
MickHead
2025-10-31 09:47:57
Komplette Playlist bei YouTube:
https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lxvPdaWJn7WDLh447z6vqUAWRXjpmoyu4&si=SQ57qfd689ZxyqZw
Frontstage Magazine 8.8/10
https://frontstage-magazine.de/2025/10/30/review-creeper-sanguivore-ii-mistress-of-death/
MickHead
2025-09-26 11:42:05
3 Songs bisher geteilt:
"Prey For The Night"
https://youtu.be/D5C00WNPyaA?si=5vZh7Gxzur5xuvit
"Blood Magick (It's A Ritual)"
https://youtu.be/Vco3qkjqRe8?si=9ZCvJ-z2ojhaqFyB
"Headstones"
https://youtu.be/stE5YD2fZaU?si=FDnM3MOk8L3Rvuzg
Tracklist:
1. A Shadow Stirs
2. Mistress Of Death
3. Blood Magick (It’s A Ritual)
4. Headstones
5. Prey For The Night
6. Daydreaming In The Dark
7. Parasite
8. Razor Wire
9. From The Depths Below
10. The Black House
11. The Crimson Bride
12. Pavor Nocturnu
joseon
2025-05-31 17:35:34
Nach dem Gig im Londoner Koko gestern hat die Band ein neues Album angekündigt, "Sanguivore II: Mistress of Death". Wird am 31. Oktober erscheinen. Nächsten Freitag solls wohl die erste Single daraus geben.
joseon
2025-04-07 10:03:01
Vampires in Europe
12.06. Leipzig, Naumanns Tanzlokal
16.06. Hamburg, Headcrash
17.06. Berlin, Cassiopeia
18.06. München, Kranhalle Feierwerk
21.06. Zürich, Exil
25.06. Köln, MTC
Sehr schön. An den Gig 2027, damals ebenfalls im Cassiopeia, erinnere ich mich bis heute gerne zurück. Erste Reihe rechts, direkt vor Hannah, um mich herum gefühlt nur Creeper Ultras in voller Montur. Alle komplett am Ausrasten, ich kannte zu dem Zeitpunkt zirka 2-3 Songs, ließ mich aber gerne mitreißen und ging als Fan nach Hause.
Armin
2023-10-25 21:57:15- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
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