The Hives - The death of Randy Fitzsimmons

Disques Hives / Fuga
VÖ: 11.08.2023
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Puberty 6

"Es gibt keine Reife oder so einen Scheiß, denn wer zum Teufel will reifen Rock'n'Roll?" Pelle Almqvist bringt es auf den Punkt, worum es auf "The death of Randy Fitzsimmons", dem sechsten The-Hives-Album geht: Substanz ist nichts, Style ist alles. Bloß nicht zu viel nachdenken. "He a bomb, me a bomb, she a bomb, we a bomb / We're going off tonight!" – so lässt sich der intellektuelle Gehalt der Texte in etwa subsumieren. Das titelgebende Ableben bezieht sich auf den imaginären Strippenzieher der Band, dessen Name Randy Fitzsimmoms bislang die Credits geschmückt hat. Etwas geändert hat sich dadurch selbstverständlich nicht. Das Quintett bringt seine Dutzend Songs innerhalb von weniger als 32 Minuten ins Ziel, die geradezu epischen Spielzeiten von "The black and white album" bleiben also weiterhin in der Mottenkiste. Stattdessen steht hinter fast jeder Songzeile ein Ausrufezeichen und es wird zwischen Highspeed und Shuffle-Groove gerockt like it's etwas später als 1999.

Das einminütige, einfach seinen Titel durch die Gegend schreiende "Trapdoor solution" oder das eingangs zitierte Gehoppel von "The bomb" sind daher angenehm aus der Zeit gefallene Relikte einer einfacheren Welt, in der die Zeichen immer auf Pubertät stehen – der ekstatischen Liveshow der Band so gut es geht auf Platte angenähert. Die Singles "Bogus operandi" und besonders das dynamische "Countdown to shutdown" mit seiner großartigen Bassline würden auf einer Best-of-Compilation der Truppe locker mithalten können. "They're coming for the crown / They're gonna tear it down / I fully guarantee / Repeating history", propagiert Almqvist höchstselbst das vorherrschende Manifest. "I'm gonna crash into the weekend like a sinking ship", heißt es wenig später, während die Band die Worte in krachende Taten umsetzt. Nein, neu ist hieran nichts. Nach zwei etwas wackeligen Alben (und einer elf Jahre langen Pause vor diesem) haben The Hives aber allein schon ihren Standardkram so gut beisammen, dass "The death of Randy Fitzsimmons" ihr bestes Werk seit "Tyrannosaurus Hives" ist.

Zur Abrundung gibt es wie immer ganz dezente Abweichungen vom Plan. Das meckerige "Rigor Mortis Radio" macht besonders viel Laune und hat mit "I got your email saying that you wanna meet / I got you email, yeah / Delete, delete" zudem den lustigsten Moment auf seiner Seite. Große Dramatik packen The Hives dagegen kurz vor Schluss aus. "What did I ever do to you?" gibt sich zunächst sensibel, ja beinahe verletztlich, über einem Elektrobeat, bevor ab der Mitte der Pomp durch die Wand kracht, samt einer launigen Bläsersektion. Ehrensache, dass der leise Anflug von Prätention vom kurzen, bündigen Closer "Step out of the way" samt Restzweifeln gnadenlos weggerifft wird. "The death of Randy Fitzsimmons" zeigt, dass Rock auch im Jahr 2023 noch äußerst simpel und effektiv funktionieren kann, wenn man die Ansprüche an Innovation, Message und Feingefühl für eine gute halbe Stunde runterschraubt. Dann liefern The Hives nämlich Hits, Hits, Hits wie am Fließband. Geistige Reife ist ja sowieso überbewertet.

(Felix Heinecker)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Countdown to shutdown
  • Rigor Mortis Radio
  • Smoke & mirrors
  • Crash into the weekend

Tracklist

  1. Bogus operandi
  2. Trapdoor solution
  3. Countdown to shutdown
  4. Rigor Mortis Radio
  5. Stick up
  6. Smoke & mirrors
  7. Crash into the weekend
  8. Two kinds of trouble
  9. The way the story goes
  10. The bomb
  11. What did I ever do to you?
  12. Step out of the way
Gesamtspielzeit: 31:31 min

Im Forum kommentieren

Nummer Neun

2023-09-30 16:38:29

Ich fand es auch super, das war ein Knall-Start in das Konzert. Aber ne Viertelstunde mehr hätte auch nicht geschadet.

fuzzmyass

2023-09-30 12:30:40

Find auch 2-3 Songs hätten es noch sein können, das ist eig. Der einzige Kritikpunkt.... der Start mit dem Trio Bogus - Main Offender - Walk Idiot ist natürlich grandios.... aber es wurden nur je 2 Songs aus VVV und Tyrannosaurus gespielt, keiner von Barely Legal - da wäre schon Luft für mehr gewesen, so ein Supply And Demand o.ä. wär schon cool...
War aber trotzdem super, ich mag auch das neue Album

Jaggy Snake

2023-09-30 12:22:52

Kurze Sets haben sie ja schon immer gespielt, aber 2-3 Songs mehr sollten es schon sein. Zumal sie in diesem Jahr fast überall die gleiche Setlist spielen, was ich ziemlich schade finde.

Socko

2023-09-30 11:33:20

Kann bestätigen:War ein super Konzert gestern.

fuzzmyass

2023-09-30 11:16:08

51,50 Euro

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