Drain - Living proof

Epitaph / Indigo
VÖ: 05.05.2023
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Liebe geht durchs Nasenbein

Drei gut gelaunte Menschen, die ruppig klingende Musik machen, zwischendurch stagediven, während die Menge vor der Bühne einen Vollkontakt-Kindergeburtstag veranstaltet. So oder so ähnlich klingt die Eigenbeschreibung von Drain. Darüber hinaus sind die drei aus dem sonnigen Santa Cruz Optimisten. Grinsen gehört zur Grundausstattung von Sänger Sammy Ciaramitaro. Gibt das Leben Dir Zitronen, mach einen zweieinhalbminütigen Hardcore-Song draus, zu dem die Leute ihren Frust ablassen und eine gute Zeit haben können. Jeder und jede und alle dazwischen sind eingeladen.

Nach dem Debüt "California cursed" aus dem Jahr 2020 tritt nun "Living proof" die Nachfolge an, um zum Soundtrack eines Hardcore-Sommers zu werden. "Run your fucking luck" heißt es energisch nach den ersten Sekunden von "Living proof" und getreu diesem Motto schwingen sich Drain auf ihr metaphorisches Skateboard und rollen los. Stilistisch zwischen dem Thrash und Hardcore der Achtziger und Neunziger angesiedelt, strahlt diese Platte eine nostalgische Wärme aus. Die Songs nehmen keine unerwarteten Wendungen – vom HipHop- und Hardcore-Gemisch "Intermission" einmal abgesehen –, sondern nehmen den direkten Weg in Kopf und Gliedmaßen.

Taylor Young ist nicht nur Drummer und Gitarrist, sondern auch Produzent hochklassiger jüngerer Hardcore- und Metal-Platten von Regional Justice Center, God's Hate oder Suicide Silence sowie Mitglied der Bands Twitching Tongues und Nails – und setzt auch "Living proof" im positiven Sinne zweckmäßig in Szene. Stücke wie das oben zitierte "Run your luck" oder die vorab ausgekoppelte Single "Watch you burn" funktionieren so gut, weil sie auf das Wesentliche reduziert sind: Groove und gut gesetzte Tempowechsel hauen hin, und die Kuhglocke am Ende des Titeltracks nimmt jeder zusätzlich gerne mit.

Schlägt das Leben tief, halt den Kopf hoch: Positive mental attitude, kurz "PMA", ist tief in der DNA von Drain verankert. Krisen sind da, um gemeistert zu werden – genau davon singt das Trio. Mit der Sonne im Herzen, dem Mikro in der Hand und Wut im Bauch fühlt sich diese Musik wie der Soundtrack zu einem Tony-Hawk-Videospiel an – die Älteren werden sich erinnern. Aus dieser Perspektive betrachtet passt das sehr, sehr gute Descendents-Cover "Good good things" perfekt ins Bild: "Cool and warm" heißt es da, was die Stimmung treffend zusammenfasst. Lieder zum Singen, Lachen und Menschen Stapeln – das ist "Living proof".

(Thomas Verkamp)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Evil finds light
  • Watch you burn
  • Good good things

Tracklist

  1. Run your luck
  2. FTS (KYS)
  3. Devil's itch
  4. Evil finds light
  5. Imposter
  6. Intermission (feat. Shakewell)
  7. Weight of the world
  8. Watch you burn
  9. Good good things
  10. Living proof
Gesamtspielzeit: 25:12 min

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Armin

2023-04-26 21:04:52- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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