Sarah Connor - Not so silent night

Polydor / Universal
VÖ: 18.11.2022
Unsere Bewertung: 6/10
6/10
Eure Ø-Bewertung: 2/10
2/10

From Santa with love

Für Weihnachtsmusik-Aficionados beginnt jedes Jahr spätestens im November das Wühlen nach dem Weihnachtstrüffel im Berg der oft billigen und meist entweder äußerst unoriginellen oder zu gewollt originellen festtäglichen Neuveröffentlichungen. Besonders gefragt sind grundsätzlich eher Neukompositionen, die den gewissen Geist der Weihnacht erfassen, denn die vierunddrölfigste Coverversion von "Winter wonderland" oder "Last Chrismas" weiß nur noch ganz Hartgesottene zu begeistern. Das musikalische Koordinatensystem des Rezensenten etwas erschütternd, gebührt das Siegerglöckchen fürs schönste Weihnachtsalbum des Jahres keiner Geringeren als Sarah Connor.

Die zwölf neuen Songs auf "Not so silent night" erzählen teils amüsante, teils berührende Geschichten und sind musikalisch abwechslungsreich, im Flow des Albums aber jederzeit stimmig. Der swingende Opener "Jolly time of year" erinnert an klassische Weihnachtsalben der Sechzigerjahre, die ebenso fröhliche, wie glöckchenselige Vorabsingle "Ring out the bells" hätte auch auf Mariah Careys Festtagsplatte anno 1994 eine gute Figur gemacht. Reines Epigonentum kann Connor hier allerdings keinesfalls vorgeworfen werden: Der originelle Titeltrack im fast schon rockenden Gewand beschreibt als augenzwinkernde Aufzählung mit hohem Wiedererkennungswert und in We-didn't-start-the fire-Manier den betriebsamen Trubel zu Heiligabend, jedoch ohne jeglichen Zynismus. In "Blame it on the mistletoe" glänzt Connor mit dem sexiest Soul-Timbre im Weihnachtskontext diesseits von "Santa baby", und mit "(1,2,3,4) Shots of Patron" weiß selbst eine R'n'B-Ode aufs angetrunkene Flirten für drei Minuten ordentlich zu unterhalten. Thematisch in eine ganz andere Richtung gehen "24th" und "Santa, if you're there". Beide Songs beschäftigen sich mit den zu Weihnachten oft besonders prominenten Gefühlen von Verlust und Trauer, letztere kein Auge trocken lassende Ballade ist Connors verstorbener Großmutter gewidmet: "Every Christmas morning / I knew that you'd be calling / Today my phone will not make a sound." Uff.

Da auch der swiftige Nashville-Pop, den "Come home" zum bunten Genre-Potpourri beiträgt, der Delmenhorsterin gut zu Gesicht steht, landet "Not so silent night" derart viele Treffer, dass kleinere Ausfälle wie "Quiet white", eine allzu greinende Ballade auf den ersten Schnee oder der Kitsch von "I think I'm in love with you" nicht weiter ins Gewicht fallen. Am Ende gibt es mit einer sehr jazzig arrangierten Version von "The Christmas song", oftmals besser bekannt als "Chestnuts roasting on an open fire", doch noch einen häufig gecoverten Klassiker, der hier für einen runden Abschluss sorgt. Während der Finger zur "Repeat"-Taste wandert, bleibt nur anerkennend die Weihnachtsmütze zu ziehen und zu konstatieren: Für dieses Jahr ist der Soundtrack zum Fest gefunden.

(Michael Albl)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Highlights & Tracklist

Highlights

  • Not so silent night
  • 24th
  • Santa, if you're there

Tracklist

  1. Jolly time of year
  2. Ring out the bells
  3. Not so silent night
  4. Blame it on the mistletoe
  5. 24th
  6. (1,2,3,4) Shots of Patron
  7. Christmas 2066
  8. Santa, if you're there
  9. Quiet white
  10. Come home
  11. I think I'm in love with you
  12. Don't you know it's Christmas
  13. The Christmas song
Gesamtspielzeit: 41:32 min

Im Forum kommentieren

kapomuk

2022-12-29 09:29:47

"@kapomuk, klar hat das mit persönlichem geschmack zu tun. immer, wenns um die künste geht.

jeder hat seinen eigenen geschmack.

selbst wenn man sich nur im land der geschmacklosigkeit auskennt."

Merkste selber, oder? :)

hos

2022-12-28 21:54:54

@kapomuk, klar hat das mit persönlichem geschmack zu tun. immer, wenns um die künste geht.

jeder hat seinen eigenen geschmack.

selbst wenn man sich nur im land der geschmacklosigkeit auskennt.

und in diesem land nimmt nunmal schlager/pop den grössten platz ein.

ist halt so, kannste nix machen. und wenn dir das gut gefällt, ist doch ok. dann leb halt selig im land des gespielten lächelns, hinter den sieben bergen bei den sieben zwergen. hab ich echt kein problem mit.

Herr

2022-12-28 12:13:30

Bob Dylan darf alles.

kapomuk

2022-12-28 07:49:38

"6/10 für diesen Rotz?"

Begründen Sie Ihre Beurteilung und sprechen Sie dabei in ganzen Sätzen :)

"Sarah braucht wieder Geld für die Villen."

Immobilienbesitz ist ein hervorragendes Kriterium für die Qualität von Musik … :) Wo wohnt eigentlich Bob Dylan?

Darno Übel

2022-12-27 23:49:41

6/10 für diesen Rotz? Sarah braucht wieder Geld für die Villen.

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Spotify

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Forum