Astrosaur - Portals

Pelagic
VÖ: 18.11.2022
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
6/10

Monströs

Harte Klänge aus Skandinavien: Das ist nun wirklich ein überaus vertrautes Bild. Mit bemerkenswerter Konstanz kommen aus den nordeuropäischen Ländern Unmengen an Veröffentlichungen, und doch überrascht es zuweilen noch immer, wie viel Qualität dort tatsächlich entsteht. Die Band Astrosaur ist so ein Beispiel. Seit 2017 beschreitet das Trio aus Norwegen seinen gemeinsamen Weg, hat auf diesem bereits zwei Studioalben eingespielt und sich unter Fans des Post-Metal durchaus einen Namen gemacht. "Portals" lautet nun der Titel des dritten Streichs, der nur fünf Stücke umfasst und Anhängern des Genres ein echtes Highlight im musikalischen Herbst beschert.

Gitarre, Bass, Schlagzeug – mehr braucht es bei Astrosaur nicht, um ein intensives Breitwandepos zu inszenieren, das einen streckenweise sprachlos zurücklässt. Das passt gut zur Musik, denn die kommt ohne Gesang aus und erzeugt einen furiosen Mahlstrom, der gekonnt komponiert, lebendig eingespielt und satt produziert wurde. "Opening" zum Auftakt schleicht sich zunächst unverdächtig heran, um dann eine fast bedrohliche Atmosphäre zu schaffen und den drei Musikern Eirik Kråkenes an der Gitarre, Steinar Glas am Bass und Jonatan Eikum am Schlagzeug einiges abzuverlangen. Und schon ist man mittendrin im vielschichtigen Soundgewitter, das erfreulicherweise nie angestrengt beziehungsweise anstrengend wirkt.

"Black hole earth" entwickelt sich in der Folge über seine stolze Länge von acht Minuten zu einem der besten Stücke aus der Post-Metal-Welt in diesem Jahr. Die drei Norweger bringen alles, was sie ausmacht, präzise auf den Punkt. Sie paaren rasende Momente mit zurückhaltenden Tönen, geben sich mal verspielt-chaotisch, mal melodisch und kreieren dabei Passagen, die sich für einen langen Zeitraum hartnäckig im Gehörgang festsetzen. Und die will man auch tatsächlich gar nicht mehr loswerden. "The deluge" leitet im Anschluss souverän zum wüsten Ausbruch "Reptile earth" über, in dem das Tempo deutlich angezogen wird und ein wilder Wirbel alles fortschwemmt.

Nach diesen vier Stücken ist derweil erst die Hälfte der Gesamtspielzeit vorüber – und es bleibt nur noch ein Song. "Eternal return" ist ein monströses Wesen, das Astrosaur auf der Höhe ihres Könnens zeigt. Kråkenes, der unter anderem schon bei Ihsahn und Leprous mitgewirkt hat, und seine Mitstreiter brillieren mit faszinierender Klasse an ihren Instrumenten und fügen ihre individuellen Qualitäten noch einmal zu einem leidenschaftlichen Mammut-Werk zusammen. Tonnenschwere Riffs, unzählige Ideen, zwingende Melodien und rasante Augenblicke ergeben mehr als 23 Minuten an purer Abwechslung zwischen Post-Metal, Prog und Psychedelic Rock. Ein wahrhaft ausufernder und stimmiger Schlusspunkt.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Black hole earth
  • Eternal return

Tracklist

  1. Opening
  2. Black hole earth
  3. The deluge
  4. Reptile empire
  5. Eternal return
Gesamtspielzeit: 47:33 min

Im Forum kommentieren

Herr Bohm

2022-11-24 09:53:26

Genau das war in meinen Ohren auch nötig, @VelvetCell, denn die ersten zwei Durchgänge sorgten noch nicht dafür, dass ich direkt zur 8/10 gegriffen hätte. Nach mehreren weiteren Durchläufen gab es dann - zumindest meiner Meinung nach - keinen Zweifel mehr an dieser Bewertung.

VelvetCell

2022-11-24 08:41:28

Das ist genau die Art von Post-Metal-Walze, die mag. Ich muss mich eingehender damit beschäftigen.

Herr

2022-11-18 17:54:18

Erster Durchgang: nicht geschafft. Der Drang nach Ruhe wurde immer bestimmender.

The MACHINA of God

2022-11-18 17:41:11

Erster Durchgang: Wow.

The MACHINA of God

2022-11-17 17:01:16

Vorgänger macht schon mal sehr viel Spaß. Bin gespannt.

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