Fred Again - Actual life 3 (January 1 - September 9 2022)

Atlantic / Warner
VÖ: 28.10.2022
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Du und wieviel von Deinen Freunden

"Durch die Welt mit Fred Again" heißt es nun schon zum dritten Mal binnen kurzer Zeit. "Actual life 3" setzt dabei fort, was bereits die beiden großartigen Vorgänger ausmachte: Soundschnipsel aus dem Alltag, Samples und Beats, die sich zu einer Reise durch das Jahr zusammensetzen. Ein so simples wie cleveres Vorgehen. Los geht's direkt am 1. Januar, der jedoch nur mit einem Elf-Sekunden-Snippet gewürdigt wird. Unmittelbar danach startet jedoch – recht ungewöhnlich – der Weg durch die Freundesliste von Fred Gibson. Kündigt sich "Eyelar (Shutter)" zunächst mit sanftem Einstieg und schwelgerischen weiblichen Vocals an, zerstört nach wenigen Sekunden ein Stumpfbeat samt Fanfare diesen Eindruck. War insbesondere "Actual life 1" noch durchzogen von der Sehnsucht nach den seinerzeit pandemiebedingt geschlossenen Elektro-Clubs und somit deutlich zurückgenommener, entwickelte Fred Again in den letzten Monaten einen immer offeneren, drängenderen Clubsound. Aufs sprichwörtliche Gaspedal tritt aber auch "Eyelar (Shutter)" nicht, vielmehr schiebt sich der Track gemächlich, aber nachdrücklich voran.

Ausgelassenere Partystimmung kommt hingegen mit dem nachfolgenden Doppel aus "Delilah (pull me out of this)" und insbesondere "Kammy (Like I do)" auf. Hier verwebt Gibson Elemente aus Rave, House und düster funkelndem Future Garage zu einem packenden, fesselnden Clubmix. Vor allem letzterer Track ist eine so aufregende wie formschöne Einladung, sich zur Musik gehen zu lassen – dem der Briteaber bald ein abruptes Ende setzt. "Berwyn (all that I got is you)" nimmt zu Klaviertakten und ruhigen Spoken-Word-Sequenzen nämlich komplett das Momentum heraus. Eher moderat setzt sich die Reise durch das Archiv an gesammelten Takes und Takten fort, ehe es beim auf einem Sample der US-Rapperin 070 Shake basierenden "Danielle (Smile on my face)" wieder temporeicher zugeht.

Erreicht der Mittelteil von "Actual life 3" nicht ganz die mitreißende Qualität des Einstiegs, setzt Fred Again mit "Kelly (End of a nightmare)" und dem Soul-durchzogenen, fast im EDM von Kollegen wie Odesza wildernden "Clara (The night is dark)" wieder Ausrufezeichen, die ins Ohr gehen und im Kopf bleiben. Dort wohnt auch nach Erstkontakt recht zügig das atmosphärische "Winnie (End of me)", dessen titelgebende Refrainzeile "Actual life 3" ausklingen lässt, denn der kalendarische Endpunkt am 9. September 2022 enthält ebenso wie der Beginn nur eine bruchstückhafte Sprachnachricht. Die wirkliche Stärke von Fred Again bleibt es auch hier, Alben aufzunehmen, denen man ihre zwischenmenschliche Dimension komplett abnimmt. Man wähnt sich in einem Biopic, immer nahe an der Gedanken- und musikalischen Gefühlwelt eines Künstlers, der zu einem Chronisten seiner Generation geworden ist – und hoffentlich noch viele Einträge in seinem Telefonbuch hat, die ihn für folgende "Actual life"-Ausgaben mit Input versorgen.

(Klaus Porst)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Delilah (pull me out of this)
  • Kammy (Like I do)

Tracklist

  1. January 1st 2022
  2. Eyelar (Shutters)
  3. Delilah (pull me out of this)
  4. Kammy (Like I do)
  5. Berwyn (all that I got is you)
  6. Bleu (Better with time)
  7. Nathan (Still breathing)
  8. Danielle (Smile on my face)
  9. Kelly (End of a nightmare)
  10. Mustafa (Time to move you)
  11. Clara (The night is dark)
  12. Winnie (End of me)
  13. September 9th 2022
Gesamtspielzeit: 40:41 min

Im Forum kommentieren

ichreitepferd

2022-11-15 10:44:24

FIRE

Klaus

2022-11-15 00:02:02

https://www.youtube.com/watch?time_continue=6&v=3aFF09jjZwk&feature=emb_logo

Nachschlag. Läuft evtl. unter Romy als Hauptartist.

Armin

2022-11-02 21:21:11- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

ichreitepferd

2022-10-28 12:55:39

p4k mit ner 5.9 hahahahaha

musie

2022-10-28 11:10:04

soo auf den Punkt und im Leben. wieder ein herrliches Album.

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