The Afghan Whigs - How do you burn?

BMG / Warner
VÖ: 09.09.2022
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Herzbrennerei

neuntes HOWDOYOUBURN insGeHÖR RENNspiel KICKt MAAATSCH abgenAfghan AFGHAN-AFGHAN Whigs sooooloconcEALER ... EXPLODEaggggggressiv ToDToDToD dickichdickiCHDICKICHT JuWeL NERRRvenliegenBLANK BLAAAANK INFERNOINFERNOINFERNOINFERNO ebennicht.

Bitte, was? Jetzt mal ganz von vorne und sortiert. Also genau so, wie es auf The Afghan Whigs' neuntem Album "How do you burn?" eben nicht zugeht. Denn nur nach wenigen Sekunden krachen die Sounds des Openers "I'll make you see God" ins Gehör. Alles muss raus. "Come kiss the night away", fordert Dulli, als ob es dabei um sein Leben ginge. Das kickt durchaus, nicht umsonst fungiert der Song im Rennspiel "Gran tourismo 7" als Soundtrack. Und doch fragt man sich, wer diesen überladenen Soundmatsch am Ende abgenickt hat. Schon "In spades" war merklich lauter als seine Vorgänger gemastert, aber das hier? Wenn sich alle Tonspuren um einen Platz in der ersten Reihe balgen, klingt das eben so, wie sich der erste Absatz dieser Rezension liest. Das ist etwas schade, denn songtechnisch funktionieren The Afghan Whigs wie eh und je.

Da kann Dulli verdient ein Gitarrensolo selbstbewusst und lässig mit "And now a word from our sponsor" einleiten, so cool ist das Quintett aus Ohio immer noch unterwegs. Ob ein chaotischer Freestyle im wilden "Catch a colt" zu zackigen Streichern geritten wird oder am anderen Ende zunächst nur die akustische Gitarre "Concealer" begleitet, der Blues ist immer dabei. "I'm gonna take you on a mystery ride", verspricht Dulli und hält das. "How do you burn?" kennt keine Zurückhaltung in seinen zehn Stücken, die Gefühle und Nerven liegen blank. Die aggressive, grelle Produktion wird allerdings etwas abgemildert dadurch, dass die Platte traumwandlerisch zwischen Ruhepolen und Rave-ups switcht. Hat man das fokussiert leidende "Please, baby, please" durchlebt, knallt "A line of shots" schwer stampfend und mit fiebrigen Fantasien ins Ohr. "Let's watch the night explode in the street." Gut, dass der Rettungswagen am Ende des Songs gleich mitgeliefert wird.

Wenn es eine Schwachstelle gibt, ist es das etwas bierselige "Take me there", welchem die Eleganz der übrigen Stücke abgeht. Da hilft es auch nicht, dass Mark Lanegan hier eines seiner letzten Stelldicheins vor seinem Tod gegeben hat. Von ihm stammt übrigens auch die Frage, die Dulli für den Albumtitel verwendet hat. Dass der Frontmann die Platte teils allein, teils remote mit den Bandkollegen eingespielt hat, hört man diesem Sounddickicht übrigens zu keiner Sekunde an. Klar, ob im Proberaum vor Ort so ein kunstvolles, melodisches Juwel wie das klavierverzierte "Domino and Jimmy" herausgekommen wäre, in dem nach knapp 30 Jahren Marcy Mays wieder mit Dulli duettieren darf, bleibt unklar. Wie zur Markenpflege hat auch "How do you burn?" mit dem passend benamten "In flames" ein angemessen pathetisches Schlussstück, das sich Richtung Inferno walzert. Es ist also fast alles wie immer bei The Afghan Whigs und das ist gut so. Nur an die Regler sollte bitte nächstes Mal jemand anderes.

(Felix Heinecker)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • I'll make you see God
  • The getaway
  • Domino and Jimmy

Tracklist

  1. I'll make you see God
  2. The getaway
  3. Catch a colt
  4. Jyja
  5. Please, baby, please
  6. A line of shots
  7. Domino and Jimmy
  8. Take me there
  9. Concealer
  10. In flames
Gesamtspielzeit: 39:34 min

Im Forum kommentieren

The MACHINA of God

2022-11-02 21:43:41

Jepp. "Toy automatic" zum Beispiel: Riesensong, aber in Sachen Produktion ziemliche Pappe.

Talibunny

2022-11-02 19:45:14

Klasse Album.

Einzig, wie bereits schon von anderen hier erwähnt, die Produktion kann einem den Hörgenuss verleiden. Auch "In spades" hatte so einen muffigen Sound.

noise

2022-10-17 12:55:49

Ja, sicherlich ein gutes Album. Aber irgendwie habe ich kein großes Interesse an der Scheibe. Wenn ich mal Bock auf "Afghan Whigs" kann ich eine meiner 4 Scheiben auflegen. Die Menge reicht mir auch dann.
Das ich nichts mehr von einer Band brauche, von denen ich schon einiges besitze kommt in letzter Zeit immer öfter vor.

The MACHINA of God

2022-10-16 16:28:32

Abgesehen von der Produktion ein absolut tolles Album. Könnte mein Liebling der Band werden. Immer wieder neue Highlights entdeckt.

The MACHINA of God

2022-09-19 13:17:52

Einige Songs kommen mir (im positiven Sinne) schon ewig bekannt vor. Tolles Album. Highlights auch sowas wie "A line of shots" oder "Domino and Jummy". Einzig die Produktion ist wirklich ne Schwachstelle. Wirklich extrem anstrengend.

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