Alex The Astronaut - How to grow a sunflower underwater

Nettwerk / H'art
VÖ: 22.07.2022
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
5/10

Bitte lächeln

In der britischen Dramödie "Happy-Go-Lucky" von Regielegende Mike Leigh dreht sich alles um die optimistische Grundschullehrerin Poppy. Obwohl ihr Leben alles andere als ein Zuckerschlecken ist, lächelt sie alle Rückschläge liebevoll weg und treibt mit ihrer übermäßigen Positivität andere Menschen wahlweise in den Wahnsinn oder überwältigt sie mit Warmherzigkeit. Selbst als ihr das Fahrrad geklaut wird, ist sie lediglich traurig, dass sie sich nicht verabschieden konnte und entschließt sich kurzerhand, die "Chance" zu nutzen und einen Führerschein zu machen. Das zweite Album der Australierin Alexandra Lynn als Alex The Astronaut erinnert ein wenig an Leighs Liebeserklärung ans Leben und ist manchmal realitätsnah, manchmal fantastisch, aber immer voller Energie.

Dabei verleugnet der Folkrock auf "How to grow a sunflower underwater" die düsteren Momente nicht, erkennt sie gar an, aber überwindet sie. Schon auf ihrem Debütalbum "The theory of absolutely nothing" überzeugte Alex mit ganz viel Herz und wurde von unzähligen Menschen in eben jenes geschlossen. Dieses Mal wachsen ihre Stücke auf Überlebensgröße an. Neben Gitarre und Drums wird aufgeregt gestrichen und geblasen, und die reichlich instrumentierten Stücke scheinen der Astronautin und ihrer Band fast über den Kopf hinauszuwachsen, aber zwischen den Einzelteilen hält so viel bunter Kaugummi alles gerade so zusammen, dass es nicht zerfällt. Ein bisschen klebrig ist das natürlich manchmal, aber es hält.

Ein Highlight ist das gigantische "Airport", in dem die Sängerin eben noch ein Lied von Phoebe Bridgers ausmacht, weil sie sich ärgert und neidisch ist, dass sie es nicht geschrieben hat, nur um im nächsten Moment ihr eigenes "I know the end" samt Hintergrundchor zum Klimax kommen zu lassen. "I've loved you all this time", gesteht sie immer und immer wieder. Epischer wird es im Folk nicht. Auch das flirrende "Ride my bike" gesellt sich in eine Größenordnung mit ausladenden Genre-Gesten wie beispielsweise den aufbrausendsten Passenger-Songs. Und in "Something good" wird Alex – während sich ihr Therapeut Notizen macht – gar so hektisch, dass sie sich im Purzelbaum zu überschlagen droht und die Gitarre ins Schlingern gerät.

Die junge Frau aus Sydney ist dabei sehr gut darin, konkrete Situationen zu beschreiben, tagträumt aber genauso gern über Oktopoden und deren Wandelbarkeit, und am Ende der zehn Stücke verändert dann auch noch ein Haarschnitt ihr ganzes Leben. Da ist sie mit ihrem himmelhochjauchzenden Ausklang voller Selbstbewusstsein nicht weit weg von den besten Hymnen von Mark Oliver Everett. "How to grow a sunflower underwater" navigiert sich mit unbeirrbarer Menschlichkeit durch die düsteren Abgründe, weil es sie sehen kann, sie ernst nimmt, sich aber nicht mit ihnen aufhält. Am Ende von "Happy-Go-Lucky" konfrontiert eine Freundin die nimmermüde Heiterkeitskanone Poppy mit der Behauptung, sie könne nicht jeden Menschen glücklich machen. Was Poppy erwidert, bringt ziemlich genau auf den Punkt, wie Alex The Astronauts Zweitling klingt: "There's no harm in trying that Zoe, is there?"

(Arne Lehrke)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Airport
  • Ride my bike
  • Haircut

Tracklist

  1. Growing up
  2. Haunted
  3. Octopus
  4. Airport
  5. Sick
  6. South London
  7. Ride my bike
  8. Something good
  9. Northern lights
  10. Haircut
Gesamtspielzeit: 40:03 min

Im Forum kommentieren

MM13

2022-07-27 14:28:24

ja, kommt ans erste album ran,und das hör ich verdammt oft,ausserdem hat sie einfach einen herrlichen akzent!

manukaefer

2022-07-21 17:00:12

Mag ich. Auf ähnlichem Level wie der Vorgänger. Split the Sky und I think your Great allerdings weiterhin meine beiden Lieblingslieder der Band.

Plattentests.de-Sammelaccount

2022-07-20 21:08:45- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

2022-05-19 20:13:57- Newsbeitrag


Alex the Astronaut teilt neue Single “Haircut”

Ihr zugehöriges neues Album “How to Grow A Sunflower Underwater”
erscheint am 22. Juli bei Nettwerk

Mit “Haircut” veröffentlicht Alex the Astronaut heute die neueste Single aus ihrem kommenden Album “How to Grow A Sunflower Underwater”, dem Nachfolger ihres gefeierten Debütalbums “The Theory of Absolutely Nothing” (2020), das am 22. Juli bei Nettwerk erscheint. Der Song wurde von einem drastischen Haarschnitt im Jahr 2020 inspiriert, als sich die Musikerin für wohltätige Zwecke alle Haare abschnitt. Fröhlich und beschwingt ist "Haircut" ein Song über persönliches Wachstum und die Reise der Selbstentdeckung zusammen mit guten Freund*innen. Der Track folgt auf die vorherigen Singles der Sängerin, Songwriterin und Geschichtenerzählerin - da wäre das herrlich hymnische "Octopus", inspiriert von Alex’ veränderter Selbstwahrnehmung, die durch ihre kürzliche Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung (ASD) hervorgerufen wurde; das feinsinnig melancholische und dennoch hoffnungsvolle "Airport" sowie das Stück “Growing Up”, für das Alex nachdenklich auf die Art von Unsicherheit im Leben blickt, die ein Weltbild verändern kann.



"Haircut" offenbart Alex the Astronauts einzigartige Fähigkeit, die kleinen, uns allen bekannten, Momente im Leben ("Hot chips, Uno cards, books I should have already read / They keep stacking up I should just stop buying them"), mit den tiefgreifenden und lebensverändernden Momenten zu vergleichen. In dem Song feiert Alex die Kraft, mit Freund*innen große Veränderungen im Leben durchzustehen und die zugehörige pure Euphorie, die auf große Lebensentscheidungen folgen kann - in diesem Fall das Gefühl, mehr denn je, sie selbst zu sein, nachdem sie sich für wohltätige Zwecke die Haare abgeschnitten hatte. ("Cause since I cut my hair I've been feeling so much better / It was more than that / Now the mirror looks back / And I feel like who I am supposed to / Do you know that feeling? / Like the lights are up and you're the best thing they've seen ever"). "Haircut" ist der perfekte Soundtrack für sonnige Tage, Roadtrips mitten in der Woche und Freund*innen, die bei einer Hausparty das Wohnzimmer einnehmen und im Kreis zu deinem Lieblingssong hüpfend mitschreien.

“Als Australien sich nach dem Lockdown letztes Jahr für ein, zwei Monate öffnete, besuchten meine Freund*innen und ich für ein paar Tage die Blue Mountains”, erinnert sich Alex an den Moment mit ihren Freund*innen, der letztendlich zur Entstehung von “Haircut” führte. "Wir waren in diesem sehr kalten Wasserfall schwimmen, von dem ich und mein Freund Taz Kopfschmerzen bekamen, weil es so kalt war. In diesem Song geht es darum, dass die Welt zwar ein beängstigender und manchmal gemeiner und gefährlicher Ort ist, wenn man anders ist - aber wenn man eine Gruppe von Menschen hat, die einen lieben, kann das helfen, dass es einem gut geht. (Und wenn man genau hinhört, kann man hören, wie Dan [von Ball Park Music] in der zweiten Strophe eine Möwe imitiert).”

"How to Grow A Sunflower Underwater" // Tracklist:

1. Growing Up

2. Haunted

3. Octopus

4. Airport

5. Sick

6. South London

7. Ride My Bike

8. Something Good

9. Northern Lights

10. Haircut

Alex the Astronauts neues Album "How to Grow A Sunflower Underwater" dokumentiert sowohl die scheinbar alltäglichen (einen Haarschnitt, eine Therapiesitzung, ein Ausflug an den Strand und in den Supermarkt) als auch die absolut lebensverändernden Momente (ihre Erfahrung als Hausmeisterin und die darauf folgende PTBS, ihre kürzliche ASD-Diagnose ) und verleiht ihren Songs zu gleichen Teilen Bewusstsein und Sensibilität, Fantasie und eigenwilligen Humor. So unterstreicht "How to Grow A Sunflower Underwater" Alex the Astronauts anmutige Fähigkeit, das Spielerische mit dem Tiefgründigen zu verbinden, und zeigt neue Verwundbarkeiten für die Musikerin auf, während sie die Komplexität des Lebens dokumentiert. Ihre Stärke als Songwriterin wird dabei durch ihren Sinn für Empathie und eine neue Ebene emotionaler Transparenz verstärkt.

Als eine unvergesslich originelle Texterin unterlegt Alex ihr neues Album "How to Grow A Sunflower Underwater" mit Anspielungen auf Peter Pan und Paul Simon, "Real Housewives" und Jack the Ripper, um dabei immer wieder eine feinfühlige Balance zwischen Direktheit und Bildsprache zu finden (aus dem Song "To Be Something Good"): "I try stay off my phone, I think it hurts me / A million drops of pain in light and sound"). Gemischt von Miro Mackie (St. Vincent, Dirty Projectors) und produziert von Alex the Astronaut zusammen mit Sam Cromack, Daniel Hanson und Dean Hanson von der Brisbaner Band Ball Park Music, bringt "How to Grow A Sunflower Underwater" ihre intensive persönliche Erzählung in eine kaleidoskopische Form des Folk-und Indie-Pops. Alex the Astronaut hofft, dass mit der Veröffentlichung von "How to Grow A Sunflower Underwater" ihre eigene Selbstreflexion die Hörer dazu inspiriert, sich zu öffnen und zu überdenken, wie auch sie mit anderen in Verbindung stehen.

Mit über 25 Millionen Streams und über zwei Millionen Views für ihre Musikvideos sowie bewundernden Kritiker*innen wie u.a. The New York Times, NPR Music, BBC Radio 1, triple j, The Guardian und The Line of Best Fit, berührt Alex the Astronaut die Herzen ihrer Hörer auf der ganzen Welt. Sie hat mit "To Whom It May Concern" (2017) und "See You Soon" (2017) zwei umjubelte EPs sowie ihr von den Kritiker*innen gefeiertes Debütalbum "The Theory of Absolutely Nothing" (2020), das vom NME als "a work of genius" bezeichnet wurde, veröffentlicht. Neben einer lobenden Erwähnung in den Top 200 besten australischen Alben aller Zeiten des Rolling Stones wurde sie zudem für ihre Arbeit zur Unterstützung von LGBTQ+-Themen in die renommierte Out 100-Liste im Jahr 2020 aufgenommen.


"How To Grow A Sunflower Underwater" erscheint am 22. Juli bei Nettwerk Music und kann hier vorbestellt werden:
https://alextheastronaut.ffm.to/howtogrowasunflowerunderwater

🎶 Die neue Single “Haircut” auf Spotify, Apple Music & Co. anhören:
https://alextheastronaut.ffm.to/haircut

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