James Bay - Leap

Republic / Universal
VÖ: 08.07.2022
Unsere Bewertung: 5/10
5/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
6/10

Alle drei zusammen

Bei Solokünstlern oder auch Bands, die etwa den gleichen Sound bespielen, schwebt die Verwechslungsgefahr immer latent über dem ganzen Geschehen. Im Fall von James Bay, George Ezra und Vance Joy wird das auch noch dadurch bestärkt, dass die drei Songwriter ihre Alben in der Vergangenheit fast immer im selben Jahr veröffentlicht haben. 2022 ist es schon wieder so weit, und James Bay macht die Dreifach-Veröffentlichung komplett.

Was hier bisher geschah: Mit Hut und langen Haaren haute Bay mit "Hold back the river" 2014 einen waschechten Hit mit authentischem Songwriter-Charme raus. Der dramatische Lovesong kann auch acht Jahre später noch Ohrwürmer auslösen, zum Mitgrölen animieren oder einfach die Anerkennung einheimsen, ein guter Track zu sein. Das zweite Album "Electric light" setzte musikalisch dann das um, was sein Titel schon andeutete: sanfte elektronische Vibes zu der gleichen Melancholie, die Bays Debüt "Chaos and the calm" stellenweise sehr emotional gestaltet hatte. Und sein drittes Werk "Leap"? Bewegt sich wieder zurück zu den Wurzeln des Songwriters.

Denn die grundlegende Hit-Trefferquote liegt auch auf "Leap" sehr hoch. Das nur durch Akustik-Gitarre und hellen Background-Gesang begleitete "Save your love" wird vielleicht nicht der nächste Radio-Dauerbrenner, seine Melodie bleibt aber trotzdem im Gedächtnis. Die Vorabsingle "Everyone needs someone" könnte sich sogar ähnlich lange wie "Hold back the river" durchsetzen. Bis zum ersten Refrain verschärft sich im Song selbst eine Spannungskurve, die erst mit dem Aufklingen mehrerer Instrumente gebrochen wird. Auch hier singt James Bay nicht völlig allein, sondern wird von Stimmen im Hintergrund begleitet. "One life" funktioniert mit dem gleichen, beinahe schon schemenhaften Aufbau. Richtig Fahrt nimmt "Leap" erst ab der zweiten Hälfte auf. "Love don’t hate me" klingt nicht nur anders als das meiste aus James Bays Diskografie, sondern erscheint im Refrain auch völlig aufgelockert vom vermeintlichen Hit-Zwang.

Aber was unterscheidet James Bay am Ende wirklich von Vance Joy und George Ezra? Die drei an der Stimme auseinanderzuhalten, ist sicherlich die einfachste Variante. Allerdings legt Bay eben auch noch mehr Gewicht in seine Stimme als die anderen beiden Singer-Songwriter. Raue Ausreißer wie in den ersten Sekunden des Openers "Give me the reason" oder tieferer Gesang, der beinahe schon nach Murmeln klingt, transportiert er souverän, ohne dabei Emotionen einzubüßen oder zu viel Dramatik zu zeigen. Die Songs selbst sind, ähnlich wie bei den genannten Kollegen, dann eher wechselhaft. Vieles auf "Leap" ist mit dem dritten und teilweise schon mit dem zweiten Hören schon wieder völlig unbeeindruckend. Und einen Song wie "Hold back the river" schreibt man eben nicht alle Tage.

(Lena Zschirpe)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Everybody needs someone

Tracklist

  1. Give me the reason
  2. Nowhere left to go
  3. Save your love
  4. Everybody needs someone
  5. One life
  6. Silent love
  7. Love don't hate me
  8. Brilliant still
  9. Right now
  10. We used to shine
  11. Endless summer nights
  12. Better
Gesamtspielzeit: 40:28 min

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Armin

2022-07-12 21:34:59- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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