Cadet Carter - Anthems for the weak

8 Ohm / Rough Trade
VÖ: 15.07.2022
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 4/10
4/10

Am Ende brennt ein Licht

Wenn schon untergehen, dann bitte mit Stil: Das Cover des dritten Studioalbums von Cadet Carter weckt allerlei Assoziationen. Eine Hand ragt aus dem Wasser, in den Fingern eine abbrennende Wunderkerze. Dazu der Titel: "Anthems for the weak". Wie kurz vor dem endgültigen Abtauchen klingen die zehn frischen Songs der deutsch-walisischen Band aus der Wahlheimat München beileibe nicht, sondern feiern das Leben mit all seinen Facetten. Dass dabei musikalisch große Vorbilder am Wegesrand grüßen, spricht nicht gegen das Quartett.

Schon der Opener "In the clear" macht unumwunden klar, dass die Band um Sänger Dominik Sauter bei Acts wie Jimmy Eat World genau hingehört hat. Das gerät dann aber erfreulicherweise nicht zur ideenlosen Kopie, sondern lädt höchst stimmig ein zu einer kleinen Zeitreise in die Hochphase des Emo-Rock bei gleichzeitiger Transformation des eher aus den späten 90er Jahren vertrauten Klangbilds in die Jetztzeit. Knackiger, keinesfalls überladener Sound, griffige Gitarrenläufe, mitreißender Gesang: Es rockt ordentlich im Hause Cadet Carter. Damit man es sich unter dem Kopfhörer nicht zu gemütlich macht auf dem eingeschlagenen Pfad, mischen die Musiker wohl dosiert auch ruhigere Töne hinzu. Das sind mal kürzere, lässig-zurückgelehnte Momente wie in "A million times" oder längere Passagen wie in "Strangeways".

Inhaltlich spannt die Band einen Bogen von Themen wie Freundschaft oder Loyalität über den Druck der Leistungsgesellschaft bis hin zu Überlegungen zur eigenen Identität. "While I'm free and in the clear / Will you be my friend when I go down?", fragt im Auftakttitel Sänger Sauter zögerlich. Während in "The best part" noch die Hoffnung auf eine vielversprechende Zukunft zur Sprache kommt ("I'm heading for the best part of my life"), dreht sich in "Blinding city lights" trotz aller Bemühungen das Hamsterrad: "Moving on but standing still." Kommen für Cadet Carter die besten Zeiten noch oder droht der Stillstand? Mit "Anthems for the weak" hat die Band diese Frage deutlich beantwortet, denn zu Beginn des sechsten Jahres seit Gründung liefert sie ein kerniges Album ab, das sich bescheiden vor den Vorbildern verneigt und den ureigenen Ausdrucksformen neue Töne hinzufügt. Und noch etwas wird klar: Diese Jungs gehören auf die Bühne!

(Torben Rosenbohm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • In the clear
  • The best part
  • Blinding city lights

Tracklist

  1. In the clear
  2. A million times
  3. The best part
  4. Stumbling
  5. Sailing without swaying
  6. Blinding city lights
  7. Defence all the way
  8. Strangeways
  9. Pieces
  10. Break away
Gesamtspielzeit: 38:03 min

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Armin

2022-07-04 19:31:37- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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