The KVB - Unity

Invada / PIAS / Rough Trade
VÖ: 26.11.2021
Unsere Bewertung: 8/10
8/10
Eure Ø-Bewertung: 10/10
10/10

Quo vadis?

Die Zeit steht immer ein wenig still, wenn man den Klängen von The KVB lauscht. Da ist in erster Linie schon mal das vertraute Gefühl, das die Dark-Wave- und Post-Punk-Kompositionen des UK-Duos auslösen. Die kühlen Beats, Synths und Arrangements von Songwriter und Multi-Instrumentalist Nicholas Wood und Sängerin und Keyboarderin Kat Day, die ihre ganz spezielle Wärme und Behaglichkeit entfalten. Wenn man laut aufdreht, den Kopf mal abschaltet, große Widerstände einfach fallen und sich in den Sog ziehen lässt.

Ein Sog, der auf "Unity" behutsam eingeleitet wird. Der Opener fungiert als synthieträchtiges Intro, bevor der Quasi-Titelsong "Unité" mit wunderbarem Synth-Beat zupackt, die Beine sofort zu zucken beginnen und man sich kurz darauf auf der strobogefluteten Tanzfläche eines Clubs inmitten der Achtzigerjahre wieder findet. Mit dem shoegazigen "Unbound" und dem kleinen Hit "Future", der nicht sehr rosig auf kommende Jahre und Dekaden blickt, beschreiten The KVB stilsicher und schaurig-schön das Feld, auf dem sie wahre Meister sind.

Dennoch entwickelt sich der Sound von The KVB im Vergleich zu den Anfangstagen weiter. "Ideal living" schielt trotz bedrohlich wummernder Bässe bereits auf den schummrigen Dancefloor. Das intensive "Blind", mit über fünfeinhalb Minuten auch längster Track der Platte, legt zunächst den extra dunklen Kajal auf, mit zunehmender Steigerung indes richten sich die Scheinwerfer auf die funkelnde Discokugel und das Stück gibt sich widerstandslos seinem intensiven Finale hin: LCD Soundsystem applaudieren. Wunderbar auch die tief-einfühlsame und zugleich druckvolle Produktion von Andy Savours, zuletzt für Black Country, New Road und The Horrors an den Reglern.

Und überhaupt: Mehr Abwechslung als auf "Unity" hatten The KVB auf Albumlänge wohl noch nie zu bieten. "Lumens" gibt sich bewusst zart, schwebt auf einem Shoegaze-Teppich in melodieselige Spähren hin zu den Schäfchenwolken. Das feine "World on fire" tönt denn fast euphorisch, lässt alle Gitarren miteinander flirten, die Day und Wood in ihrer näheren Umgebung finden konnten, sodass der kleine Ohrwurm wunderbar geschmeidig in der Lücke zwischen Beach House und The Cure einparkt. Rückwärts-seitwärts? Braucht dieses Album nicht. Denn einen leicht epischen, vor allem aber hymnischen Closer haben die Briten dann mit "Omni" auch noch am Start. Gutes Stichwort, denn das geht raus an alle: Diese Platte passt mit ihrer subtilen Wärme perfekt in die kühle Jahreszeit.

(Eric Meyer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Unité
  • Blind
  • World on fire
  • Omni

Tracklist

  1. Sunrise over concrete
  2. Unité
  3. Unbound
  4. Future
  5. Blind
  6. Ideal living
  7. World on fire
  8. Structural index
  9. Lumens
  10. Omni
Gesamtspielzeit: 38:35 min

Im Forum kommentieren

MM13

2021-11-26 18:44:06

nicht mehr ganz so düster wie der vorgänger, auch der gesang besser hervorgehoben, klasse album!
klingt schon eher fast wie chvrches.

Armin

2021-11-24 20:40:57- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

hatih

2021-10-05 17:46:46

Kommt schon im November.
Schon vorbestellbar

https://www.invada.co.uk/products/pre-sale-the-kvb-unity-ltd-lp-w-exclusive-16-page-booklet

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