Dopha - The game

The Blank Music / Believe
VÖ: 22.01.2021
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
6/10

Karaoke als Karrierestart

Die Annäherung an musikalische Debüts ist oft mit allerlei Fragezeichen verbunden. Lassen sich die Vorbilder direkt heraushören und erschweren sie das Vordringen zum Kern der eigenen Identität? Gab es vorab ein lautstarkes mediales Rauschen, das eine vorbehaltlose Beschäftigung faktisch unmöglich macht? Kurz: Was kommt hier auf den Hörer zu? Eine Kleinstadt-Dänin, die längst im großen Kopenhagen zu Hause ist, gibt in diesem Monat eine eindeutige Antwort: Nicht so viel grübeln, einfach zuhören.

Sofie Daugaard Andersen, musikalisch als Dopha unterwegs, präsentiert mit "The game" ihr Debütalbum, das gleich mal mit der Tür ins Haus fällt. Ohne lange Aufwärmphase schüttelt sie ihre selbstgenannten Einflüsse wie Lana Del Rey oder Taylor Swift ab und singt sich mit Verve durch das Titelstück, das einen frühen Höhepunkt der Scheibe markiert. Das lebhafte "Happy for me" hat in der Folge das Zeug zum Frühlingshit. Dopha kann aber auch ruhiger, wie "Naked" oder "Forget your name" beweisen. Und "I'm not crying, you are" hält einen Moment bereit, der an das Werk der renommierten Band Stars erinnert.

Überhaupt ist das Thema Abwechslungsreichtum auf ihrem gleichermaßen kurzen wie kurzweiligen Debüt hervorzuheben, das Popmusik im besten Sinne liefert. Nicht nur das Tempo der Songs variiert überzeugend, auch zeigt sich die Stimme Dophas wandlungsfähig. Darüber hinaus deutet sie an, ihr ganzes Potenzial noch gar nicht offenbart zu haben. Musik hat im Leben der jungen Dänin nämlich schon immer eine große Rolle gespielt. Als Kind arbeitete sie sich durch die technischen Möglichkeiten einer Karaoke-Apparatur; auf "The game" findet sich sogar als kurzer Einspieler ein Mitschnitt von einst. Rührig, zweifelslos, und ein flammender Appell an alle Eltern da draußen, musikalisches Interesse der Sprösslinge stets zu fördern.

Nahezu geadelt wurde das Schaffen Dophas übrigens auch schon: 2020 trat sie beim "Kronprinsparrets Priser" in Randers auf. Ihre fulminante Darbietung des Songs "The game" begeisterte dort auch das Kronprinzenpaar Frederik und Mary nachhaltig. So melancholisch in der aktuellen Situation das Betrachten von Live-Auftritten machen mag: Die Vorfreude, die Dänin demnächst auch auf einer Bühne zu sehen, wird dadurch nicht geringer. Dopha hilft den Menschen durch den grauen Winter, der aufgrund der Corona-Beschränkungen in diesem Jahr noch ein bisschen grauer ausfällt als sonst. Mit ihren mal beschwingt-fröhlichen, mal besinnlich-nachdenklichen Momenten sendet sie viel Licht ins Trübe – und für eine gerade einmal 23-Jährige ist das für ein Debütalbum doch eine ganze Menge.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • The game
  • Monsoon
  • I'm not crying, you are

Tracklist

  1. The game
  2. Happy for me
  3. Anti breakup song
  4. Voicemail 2007
  5. Monsoon
  6. Naked
  7. September till June
  8. Forget your name
  9. I'm not crying, you are
  10. Karaoke tape 2005
  11. New year
  12. 3 years
Gesamtspielzeit: 34:13 min

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nörtz

2021-01-28 20:41:25

Das ist ein sehr schöner, lanaesker Song:

Armin

2021-01-20 20:13:01- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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