Amy Macdonald - The human demands
BMG / WarnerVÖ: 30.10.2020
Die Kurve
Amy Macdonald hat ganz schön viel Unfug veröffentlicht in ihrer Karriere. Nie war ein Album von ihr wirklich misslungen, aber oft fehlte jener besondere Charme, der damals ihr Debüt auszeichnete. Mit "The human demands" versucht sie ein weiteres Mal, die Kurve zu kriegen. Und endlich gelingt es ihr. Endlich besinnt sie sich wieder auf ihre Stärken: Fokussiertes Songwriting, das mit mehr als einem Bein im Folk steht. Ihre immer noch wunderschöne Alt-Stimme. Und Melodien, zu denen sich die Welt umarmen lässt. Dabei fällt die Vorabsingle "The Hudson" noch erstaunlich bieder aus. Eine viel zu oft gehörte Akkordfolge kann auch von Macdonalds engagiertem Vortrag nicht aus dem Mittelmaß gehoben werden. Der Rest des angenehm kompakten Albums überzeugt jedoch. Freilich gibt es hier keine tiefsinnige Avantgardekunst, aber das soll und muss auch gar nicht sein. Lächeln ist ja auch nicht kompliziert und trotzdem äußerst beliebt.
Der Einstieg ins Album gerät fulminant: "Fire" macht seinem Titel alle Ehre und lädt zum Mitwippen ein. Das Arrangement lässt der Stimme der Schottin trotz eines opulenten Refrains viel Freiraum, wodurch sie ihren eigentümlichen Charme ausspielen kann. Denn auch im Jahr 2020 kann Macdonald ganz hervorragend nölen, was aber niemanden mehr stört. Besonders gut stehen ihr die zahlreichen Powerpop-Hymnen, die auf dem Album verteilt sind. "Bridges" ragt hier heraus. Nach zurückhaltendem Beginn steigert sich der Song in einen wahren Rausch hinein. Das macht Spaß. Ähnlich funktioniert "Statues", das mit jubilierenden Gitarren und Stampf-Groove an Mumford & Sons erinnert. Musik für die weltlichen Dinge ist das. Liebenswürdig und gefällig. Diese Adjektive passen auch zu "Young fire, old flame", einem Akustiksong ohne jeden Firlefanz.
Etwas zu seicht fällt hingegen "Strong again" mit seinem käsigen Klaviermotiv aus. Da kann auch die pulsierende Basslinie in der Strophe wenig retten. Überhaupt schrammt Macdonald nicht nur einmal haarscharf am Fernsehgarten vorbei. Übelnehmen kann man ihr das aber irgendwie nicht. Woran das liegt, lässt sich am ehesten am Titelsong zeigen: Auch hier erklingt eine Melodie, die vielleicht nicht neu, aber trotzdem schön ist. Im Prinzip gelingt der Britin das, woran eine Melanie C seit über einem Jahrzehnt scheitert: Sie komponiert glaubwürdige Musik, die zu ihrer Stimme passt. Ohne großen Schnickschnack, ohne übertrieben zeitgeistige Anleihen. Stattdessen mit Refrains, die sich wirklich mitsingen lassen. "We could be so much more" besitzt so einen. "Can we start again?", fragt Amy da. Die Antwort liefert sie zum Glück selbst.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Fire
- Statues
- We could be so much more
Tracklist
- Fire
- Statues
- Crazy shade of blue
- The Hudson
- The human demands
- We could be so much more
- Young fire, old flame
- Bridges
- Strong again
- Something in nothing
Im Forum kommentieren
Armin
2021-02-25 11:54:46- Newsbeitrag
Amy Macdonald verlegt Deutschlandtour in den März 2022
Aufgrund der andauernden Einschränkungen und Bestimmungen für Veranstaltungen muss Amy Macdonald ihre fünf Deutschlandkonzerte in Frankfurt, Hamburg, München, Berlin und Oberhausen, die ursprünglich im April und Mai 2021 auf dem Tourplan standen, verlegen. Die fünf Shows hierzulande finden nun vom 1. bis 14. März 2022 statt. Alle für die ursprünglichen Konzertdaten erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit für die neuen Termine 2022. Generell gilt, dass Ticketkäufer*innen bei Neuigkeiten zur Veranstaltung umgehend von dem System informiert werden, bei dem die Tickets erworben wurden.
Präsentiert wird die Tour von RTL, kulturnews, piranha, START und event.
01.03.2022 Frankfurt - Jahrhunderthalle //verlegt vom 26.04.2021
02.03.2022 Hamburg - Barclaycard Arena //verlegt vom 04.05.2021
09.03.2022 München - Zenith //verlegt vom 29.04.2021
13.03.2022 Berlin - Max-Schmeling-Halle //verlegt vom 30.04.2021
14.03.2022 Oberhausen - König-Pilsener-Arena //verlegt vom 02.05.2021
Michael
2020-11-09 23:37:59
Wirklich ein richtig gutes Album - ich kann mich den Lobeshymnen hier nur anschließen.
Edrol
2020-11-08 21:06:48
Kann mich auch der gängigen Meinung anschließen. Auch "The Hudson" mag ich mittlerweile mehr als am Anfang. Highlights sind für mich "Fire", "We Could Be So Much More" und das schöne "Bridges".
El arco
2020-11-08 20:55:33
Ihr bestes seit dem debut. Auch schließe mich damit an, dass strong again hier der schlechteste Song ist.
Mit der Amy würde ich gerne mal ein paar bier trinken gehen.
musie
2020-11-05 07:49:04
Hier sind wir uns scheinbar durchwegs einig. Ein Album, welches gefällt. Vielleicht sogar ihr zweitbestes. Ausgerechnet den Song mit dem nicht wahnsinnig passenden Namen Strong Again hätte sie jedoch besser weglassen sollen.
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