Katie Melua - Album no. 8

BMG / Warner
VÖ: 16.10.2020
Unsere Bewertung: 5/10
5/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Berechtigte Irrelevanz

Katie Melua ist den meisten Musikern etliche Schritte voraus. Immerhin hat die britische Songwriterin mit georgischen Wurzeln einen Hit gelandet, der ihr noch immer einen gewissen Bekanntheitsgrad garantiert. Zwar sind seit der Veröffentlichung von "Nine million bicycles" schon etliche Jahre vergangen, der Ohrwurm hält sich dennoch hartnäckig in den landesweiten Radios und Kuschelrock-Compilations und somit auch der Name seiner Interpretin. Und was ist sonst so bei ihr passiert? Nun, immerhin hat Melua mit 35 Jahren sieben Alben veröffentlicht, die zwar bei Plattentests.de eher schlecht als recht wegkamen, kommerziell aber immer ein Erfolg waren. "Album No. 8", wie die Sängerin ihre neueste Veröffentlichung naheliegend nennt, dürfte sich da in beiderlei Hinsicht einreihen.

Alle Voraussetzungen sind jedenfalls da. Die sanfte Stimme, die sich zwischen Sprechgesang und eher melodischen Passagen windet, die unterschiedlichen Einsätze von Saiten-Instrumenten und ein unaufgeregter Rhythmus, der sich durch die zehn Songs zieht. Bei Katie Melua ist eben alles beim Alten, ihre Hörerschaft kann sich auf die Songwriterin verlassen und ihre Alben geradezu blind erwerben oder streamen. Andererseits: Bei Katie Melua ist alles beim Alten. Das bedeutet verschlafene Melodien, die nur selten zu Spannungsmomenten wie etwa im Opener "Love like that" führen, bei dem immerhin noch die Intensität des Gesangs für einen kurzen Moment zunimmt. Oder wenn Melua in der Ballade "Heading home" die Töne ihrer Stimme besonders langzieht.

Sie selbst beschreibt "Album no. 8" als "Höhepunkt einer Periode musikalischer Wiederentdeckungen". Klassische Volkslieder, vielschichtige Streicher-Arrangements und ein insgesamt märchenhafter Sound sollen dabei die hauptsächlichen Inspirationsquellen gewesen sein. Und tatsächlich entfernt sich ihr achtes Album noch weiter von Pop-Einflüssen als ihre bisherigen Platten. Vielleicht macht allerdings genau dieser Schritt die Songs so belanglos. Denn im Grunde macht es kaum einen Unterschied, ob sich in "Your longing is gone" nun Gitarre und Klavier in den Vordergrund drängen oder im bereits genannten "Heading home" Violinen die Hauptrolle spielen. Die zunehmende Monotonie in Meluas Stimme und die immer gleichen Instrumente und Wendungen in den Melodien verwandeln das Ganze in Musik ohne Ausweg. Doch am Ende kann man ihr deswegen nicht einmal böse sein. Denn in einer gewissen Fan-Blase haben die beruhigenden und oftmals schwermütigen Songs sicher ihre Berechtigung und stoßen gar auf Begeisterung. Das tut niemandem weh, bleibt aber leider egal.

(Lena Zschirpe)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • A love like that

Tracklist

  1. A love like that
  2. English manner
  3. Leaving the mountain
  4. Joy
  5. Voices in the night
  6. Maybe I dream it
  7. Heading home
  8. Your longing is gone
  9. Airtime
  10. Remind me to forget
Gesamtspielzeit: 37:15 min

Im Forum kommentieren

Mr Oh so

2020-10-15 15:48:07

Wobei ich das System von Adele ja durchaus ganz gelungen finde.

kingbritt

2020-10-15 14:13:41


. . . stimmt, soll sich mal ein Beispiel an Adele nehmen.

Mr Oh so

2020-10-15 13:21:49

Also, der Albumtitel zeugt nicht gerade von besonderer Kreativität.

Peacetrail

2020-10-14 21:23:04

Blind bedeutet wohl „auf Verdacht“ und nicht, dass die Platte von ihr blind handsigniert wurde.

kingbritt

2020-10-14 21:14:42


Ihr macht mich fertig. 5/10. Habe die Platte handsigniert von ihr blind geordert. Ja, gut, wegen der schönen Augen und beruhigenden Stimme. Werde dann mal berichten.

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