A.G. Cook - Apple

PC Music
VÖ: 18.09.2020
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

A.G. Hits

Entsteht ein gutes Album, indem man 50 Songs aufnimmt und davon die zehn besten auswählt? Oder wenn man nur zehn aufnimmt, aber dafür extra sorgfältig? A.G. Cook hat sich mehr für den ersten Weg entschieden, sein neues Album "Apple" kann man nämlich nur im Kontext des Vorgängers "7G" sehen. "7G" wurde erst vergangenen Monat veröffentlicht und hat wahrlich epische Ausmaße: unterteilt in sieben Minialben, gab es insgesamt 49 Songs in 159 Minuten. Die einzelnen Minialben auf "7G" deckten die vielseitigen Soundpaletten des Londoner PC-Music-Produzenten ab, zum Beispiel gab es ein Album mit Indie-Rock-Einfluss ("A.G. Guitar"), eines, das mehr nach IDM klang ("A.G. Drums"), ein Bubblegum-Bass-Album ("A.G. Extreme Vocals") usw. Auf "Apple" werden jetzt zehn weitere Songs der "7G"-Sessions hinterhergeschoben. Eine nochmalige Steigerung sind die Stücke jedoch nicht, was man sich aufgrund des eigenständigen Releases ja vielleicht hätte erhoffen können. Es handelt sich in Wahrheit eher um ein weiteres Minialbum. Statt "Apple" könnte man auch sagen: "A.G. Pop".

Der Name "Apple" weckt bereits Assoziationen zur größten britischen Popband, den Beatles, und diese Anspielung kommt nicht von ungefähr. Auf der Platte sind einige der massenkompatibelsten Popsongs, die A.G. Cook in seiner bisherigen Karriere aufgenommen hat. Der Opener "Oh yeah" ist direkt das beste Beispiel dafür. Im Text behandelt Cook die universalen Themen, die ein großer Popsong abdecken muss: Selbstverwirklichung, Eskapismus, Liebe. Das Besondere ist, dass Cook diese Themen völlig ernstgemeint und ohne die sonst so PC-Music-typische, ironisch-gebrochene Überspitzung vorträgt. So gelingt "Oh yeah" der seltene Spagat, einerseits ein echt richtig guter Song zu sein und andererseits einer, der auch das Potenzial hat, von richtig vielen Leuten gehört zu werden und im Supermarktradio zu laufen.

Damit ist "Oh yeah" aber auch der mit Abstand beste Track auf "Apple". Es gibt noch ein paar weitere Songs, die in eine ähnliche Richtung gehen, aber nicht ganz so gut wie der Opener sind. "Jumper" beginnt mit einem Tremolo-Gitarre-Intro und mündet in einen Refrain mit der typischen Zeile "Live your life before it’s over", aber dem Stück fehlt ein bisschen das Besondere oder ein Überraschungsmoment. Ähnlich, aber besser ist "Beautiful superstar", das mit der von den Pixies bekannten Laut-Leise-Dynamik spielt und sich nach so einem vom Feuerwerk untermalten Schlusssong eines großen Festivals anhört.

Es sind aber auch nicht alle zehn Beiträge klassische Popsongs. "Xxoplex" ist ein astreiner Dubstep-Track, der an sich ganz nett zu hören ist, aber im Album-Kontext wenig Sinn ergibt. Die gelungenste Abweichung vom Grundsound ist "Animals". In der "7G"-Rezension wurde ja noch bemerkt, dass A.G. Cook sich in seinen Referenzen besonders auf die helle, positive Seite der Popmusik bezieht. "Animals" fällt aus diesem Schema ziemlich radikal heraus. Der Track ist von einer düster-gefährlichen Instrumentierung und kryptischen Lyrics wie "Battery is dead" geprägt und erinnert am ehesten an einige Radiohead-Songs auf "Kid A", aufgrund der Orgeln vor allem "Motion picture soundtrack", ein Stück, das ja nicht gerade als positivstes der Musikgeschichte gilt. So ist "Apple" am Ende nicht immer das perfekte Pop-Album, aber dafür eines, nach dem man sich fragt, was A.G. Cook wohl als nächstes vorhat.

(Theo Flint)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Oh yeah
  • Beautiful superstar
  • Animals

Tracklist

  1. Oh yeah
  2. Xxoplex
  3. Beautiful superstar
  4. Animals
  5. Airhead
  6. Haunted
  7. The darkness
  8. Jumper
  9. Stargon
  10. Lifeline
Gesamtspielzeit: 39:39 min

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Armin

2020-09-15 21:04:41- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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