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Froth - Duress
Wichita / [PIAS] Cooperative / Rough TradeVÖ: 07.06.2019
Der Sonnenaufgang
Froth ist eine dieser Bands, die immer mal wieder am Rande des eigenen Musikhorizonts kurz auf- und sogleich wieder untergingen. Nie schlecht, nie ganz gut. Kein Wunder also, dass die ersten drei Alben der Gruppe aus Los Angeles bei Plattentests.de unberücksichtigt blieben. Nun sind die Kalifornier bei ihrem mittlerweile vierten Werk angekommen und da war es wieder, dieses flackernde Lichtlein an der Sichtgrenze. Doch diesmal blieb es. Mit "Duress" schaffen Froth ein kraftvolles Werk zwischen Psychedelia, Shoegaze und Post-Punk.
Aber Achtung: Kraftvoll bitte nicht mit laut gleichsetzen, denn "Duress" spuckt keine großen Töne, sondern nähert sich stets aus dem Nebel, wie man es zum Beispiel im tollen "A2" hören kann. Der Song lässt sich fast fünf Minuten Zeit zur Annäherung und macht trotz spürbarer Spannung keinerlei Anstalten zu explodieren. Stattdessen errichten Froth sorgsam die Songstruktur, die Instrumente steigen sukzessive ein, ein Synthie zwitschert in der Ferne. Kurz vor Schluss schlägt dann doch noch der Blitz ein: Verzerrte Gitarren kreischen auf und das Schlagzeug ballert in wenigen Sekunden ein ganzes Magazin leer. Die erste Single "Laurel" ist ähnlich gelungen. Es beginnt mit einem Intro, das so auch auf Arcade Fires "The suburbs" hätte stattfinden können. Dieser erste Eindruck wird jedoch nach knapp 30 Sekunden von einem schrägen Synthie zunichtegemacht, der dann Joo Joo Ashworths säuselndem Gesang Platz macht, um zwischendurch erneut einzufallen und am Ende das Stück ganz und gar in Besitz zu nehmen. In "Xvaños" übernimmt die Gitarre das Leitmotiv und erinnert dabei zumindest gegen Ende ein wenig an den John Frusciante von "To record only water for ten days", wobei Ashword wie ein John Lennon aus dem Jenseits klingt. Die verzerrte Hammond-Orgel zwischendurch trägt ebenso schön zur Grundstimmung des Songs bei.
Auch Titel wie "Slow chamber" mit seiner gespenstisch klingenden Elektrischen oder das großartige "Dialogue" mit seinen marschierenden Drums und seiner unaufgeregten, aber aufregenden Melodie gefallen. Genauso das zwischen Piano-Thema und wirren Field-Recordings pendelnde "John peel slowly" oder das sirenenheulende "Department head". Die beiden Tracks untermalen tiefe Atmosphäre des Albums, die zwischen schaurig und heimelig ihr Quartier für die Nacht findet. "Duress" ist experimentell und zugleich zugänglich, eingängig, aber alles andere als unverschlüsselt, heißt: wirklich spannend. Froth scheinen auf ihrem vierten Album ihren Sound gefunden zu haben. Das Licht am Horizont, es strahlt nunmehr ganz hell.
Highlights & Tracklist
Highlights
- Laurel
- Dialogue
- A2
- Xvaños
Tracklist
- Laurel
- Catalog
- Dialogue
- A2
- Department head
- 77
- John peel slowly
- Xvaños
- Slow chamber
- Syndrome
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Armin
2019-06-29 20:25:00- Newsbeitrag
Frisch rezensiert.
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- Froth - Duress (1 Beiträge / Letzter am 29.06.2019 - 20:25 Uhr)