Stray Cats - 40

Surfdog / Mascot / Rough Trade
VÖ: 24.05.2019
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
6/10

Weißt Du noch, wie's früher war?

Phrasenschwein bereithalten! Stray Cats sind zurück und klingen, als wäre seit ihrem letzten Album kein Tag vergangen. Klimper klimper. Brian Setzer, Slim Jim Phantom und Lee Rocker haben trotz fortgeschrittenen Alters nichts von ihrer Spielfreude eingebüßt. Pling. Im Ernst: Seit "Original cool" sind 27 Jahre vergangen. Das ist selbst in einem Genre, in dem die Uhren normalerweise stillstehen, eine lange Zeit. Dass sich Stray Cats zum 40-jährigen Bandjubiläum wiedervereinigt haben, wirkt daher zunächst wie ein rein wirtschaftlich begründeter Move. Auf Tour waren sie seit der offiziellen Auflösung ohnehin immer wieder, ein Album war aus dieser Perspektive mehr oder minder überfällig. Glücklicherweise klingt "40" nur ganz selten wie Dienst nach Vorschrift. Die drei Herren hatten hörbar Spaß bei der Arbeit.

Schon der Eröffnungstrack "Cat fight (over a dog like me)" gibt die Richtung vor: Es geht nach vorne und direkt ins Tanzbein. Setzer haut eines seiner unnachahmlichen Soli raus, während seine Kollegen sich ganz dem ewig jungen Groove des Rock and Roll hingeben. Obgleich das nächste Rockabilly-Revival noch auf sich warten lässt, gibt es immer genug Menschen, die zu dieser Musik den Petticoat fliegen lassen. Songs wie "Three time's a charm" eignen sich hierzu hervorragend. Irgendwo im Himmel nickt Bill Haley anerkennend. Manchmal muss man die Sorgen des Alltags einfach herausschwitzen, und sommerlich schwüle Tracks wie "That's messed up" oder "Rock it out" sind wie gemacht für derlei Anlässe. Freilich verlässt das Trio seine Komfortzone nur selten. Das Tempo variiert, die Songstrukturen bleiben jedoch im Großen und Ganzen gleich. Aber ganz ehrlich: Es wäre hanebüchen, einer Band, deren Stärke im Heraufbeschwören längst vergangener Zeiten liegt, mangelnde Weiterentwicklung vorzuwerfen.

Und an einigen Stellen gibt es sie doch, die kleinen Überraschungen. So wartet "Desperado" mit einem herrlichen Surf-Solo auf, das sich hervorragend in einem Tarantino-Streifen machen würde. Wer Dick sagt, muss eben auch Dale sagen. "Mean pickin' mama" wildert hingegen in Country-Gefilden. Hier kommt besonders Lee Rockers fließendes Kontrabassspiel zur Geltung. Und "Devil train" geht schließlich in die Vollen: Zu einem galoppierenden Schlagzeugrhythmus lässt Setzer vollumfänglich die Sau raus. So hatten Fans die Band in Erinnerung und so wird das Trio auch im Gedächtnis bleiben. Stray Cats sind wie ein liebevoll restaurierter Oldtimer. Auch nach Jahren in der Garage fährt so ein Wagen – die richtige Behandlung vorausgesetzt – genau so, wie es sich für eine echte Rockerfrise gehört: wie geschmiert.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Cat fight (over a dog like me)
  • Desperado
  • Devil train

Tracklist

  1. Cat fight (over a dog like me)
  2. Rock it off
  3. I've got love if you want it
  4. Cry danger
  5. I attract trouble
  6. Three time's a charm
  7. That's messed up
  8. When nothing's going right
  9. Desperado
  10. Mean pickin' mama
  11. I'll be looking out for you
  12. Devil train
Gesamtspielzeit: 35:38 min

Im Forum kommentieren

MM13

2019-06-07 19:39:29

danke,super! ;-)

Jennifer

2019-06-07 19:38:50

Erledigt. Vielen Dank für den Hinweis!

MM13

2019-06-07 19:23:22

den thread gibts schon unter the stray cats,könntet ihr die mal zusammenführen?
ansonsten rockabilly pur,vom feinsten.

Armin

2019-06-06 11:43:43- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

MM13

2019-05-24 19:18:15

scheinen nichts verlernt zu haben,hört sich an wie eh und jeh,da freu ich mich noch mehr auf den 9.7. live in stgt.

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