Sting - My songs

A & M / Universal
VÖ: 24.05.2019
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
5/10

Ich hab Polizei

"My songs" – auf den Titel muss man auch erst mal kommen – ist eine halbwegs umfassende Werkschau des weltbekannten Bassisten und Sängers Sting. Enthalten sind sowohl Solo-Stücke als auch Songs von The Police und das ist prinzipiell erstmal eine okaye Sache, schließlich sind ebenjene bekanntermaßen gar nicht mal so übel. Dabei spielt es freilich keine Rolle, dass man im Grunde nur das Radio einzuschalten braucht und damit schon eine gewisse Sting-Grundversorgung erfährt. Im besten Sinne stehen Gordon Sumner, so sein bürgerlicher Name, und The Police also für Mainstream-Musik, die fast immer auf der guten Seite stand, weil sie sich nicht jedem dahergelaufenen Trend hingegeben hat, sondern immer wieder die eigenen Möglichkeiten erforschte. Für "My songs" hat Sting nun seine größten und erfolgreichsten Stücke neu eingespielt beziehungsweise arrangiert und natürlich stellt sich da die Sinnfrage, schließlich steht Weihnachten noch nicht unmittelbar vor der Tür und auch sonst weiß man nicht genau, welchen Zweck diese Sammlung zu erfüllen gedenkt. Bei aller unbestrittenen Qualität und Hitdichte bleibt also letztlich ein kleines Fragezeichen.

Klar ist: In letzter Zeit gab es immer wieder vergleichbare Compilations verdienter Großacts und sicherlich spielen auch monetäre Gesichtspunkte eine Rolle, die hier und heute aber nicht weiter ergründet werden sollen. Halbwegs neu indes ist die Idee, altbewährte Songs nochmal neu einzuklöppeln. Klangen Sting die alten Aufnahmen zu verstaubt? Und warum platziert man noch diverse Live-Stücke an das Ende einer derart gestalteten Sammlung? Einen roten Faden will man partout nicht finden. Gibt man die entsprechende Suche also auf und konzentriert sich auf die Musik, so wird man sicherlich das ein oder andere Mal mit Zufriedenheit erfüllt: Sting und The Police kippten in den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren auf einzigartige Weise Rock, Reggae, New Wave und Postpunk zu einem vitalen Pop-Gebräu zusammen, das reichlich Charthits abwarf und das Trio zum global gefeierten Superact reifen ließ.

Die neuen Versionen haben im Vergleich zu den Originalen meist einen etwas klareren, cleaneren Sound. Im Grunde ist dies die größte Veränderung, alles weitere sind minimalste Feinheiten, die kaum als Kaufanreiz genügen dürften. Ansonsten mutet "My songs" doch wie eine klassische Best-of-Platte an: Das Essentielle ist drauf, manche Lieblinge fehlen, ein paar Songs haben sich auf wundersame Weise darauf verlaufen. Business as usual also, auch wenn man durchaus eine Träne für "Every little thing she does is magic" oder "Don't stand so close to me" verdrücken darf, angesichts der Lücke, die diese Songs in der Tracklist hinterlassen. Verständlich indes, dass Sting nicht nur Material von The Police versammeln wollte, entsprechend haben sich auch einige spätere Solo-Singles auf "My songs" verirrt, die nun nicht ganz an die Gassenhauer der frühen Bandjahre heranreichen.

Zu "Fields of gold" kann man selbstverständlich wunderbar grübeln, "Englishman in New York" hellt jede dunkle Stimmung auf und "Desert rose" verdreht dem Hörer mit seinen orientalischen Einflüssen nach wie vor den Kopf. "Every breath you take" und "Message in a bottle" bleiben die unkaputtbaren Signature-Songs Stings, mit ebendiesen Tracks hinterließ Sumner riesige Fußstapfen in der westlichen Pop-Kultur. Problematisch ist letztlich also weniger die kompilierte Musik als die Frage einer fairen, angemessenen Bewertung: Freilich, fast alle Stücke hier sind Hits, aber müsste man nicht auch den Zweck, den Sinn der Sache in das Endurteil miteinfließen lassen? Mathematisch korrekt verbleiben wir letztlich mit dem arithmetischen Mittel aus musikalischer Qualität (circa 8/10) und Sinnhaftigkeit (maximal 6/10) und rechnen es an dieser Stelle gerne einmal vor: 14 geteilt durch zwei ist sieben.

(Kevin Holtmann)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Every breath you take
  • Fields of gold
  • So lonely
  • Message in a bottle
  • Englishman in New York

Tracklist

  1. Brand new day
  2. Desert rose
  3. If you love somebody set them free
  4. Every breath you take
  5. Demolition man
  6. Can't stand losing you
  7. Fields of gold
  8. So lonely
  9. Shape of my heart
  10. Message in a bottle
  11. Fragile
  12. Walking on the moon
  13. Englishman in New York
  14. If I ever lose my faith in you
  15. Roxanne (Live)
  16. Synchronicity II (Live)
  17. Next to you (Live)
  18. Spirits in the material world (Live)
  19. Fragile (Live)
Gesamtspielzeit: 78:08 min

Im Forum kommentieren

omir

2019-05-17 08:04:29

braucht keine Sau

Armin

2019-05-16 20:24:41- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

2019-03-28 19:05:27- Newsbeitrag

STING kündigt neues Werk „My Songs“ für den 24.05. an / auf Tour





Am 24. Mai veröffentlicht Sting ein neues Werk: Das Album „My Songs“ wird zeitgemäße Neuinterpretationen seiner größten Hits enthalten.

Heute wurden bereits neue Versionen von „Desert Rose“, „Demolition Man“ und „Brand New Day“ veröffentlicht, die Ihr Euch hier anhören könnt:



STING – „DESERT ROSE“ (MY SONGS VERSION)







STING – „DEMOLOTION MAN“ (MY SONGS VERSION)







STING – „BRAND NEW DAY“ (MY SONGS VERSION)

https://open.spotify.com/track/4ISITWhqi4HhikBVvGYjia



***



“‘My Songs’ is my life in songs. Some of them reconstructed, some of them refitted, some of them reframed, but all of them with a contemporary focus”, so Sting selbst über das neue Werk.



Die Neuinterpretationen alter Klassiker, die auf „My Songs“ vertreten sind, orientieren sich an den originalen Arrangements der Songs und unterstreichen einmal mehr Stings außergewöhnlichen Status als einer der einfluss- und abwechslungsreichsten Künstler unserer Zeit. Seit er 1977 gemeinsam mit Stewart Copeland und Andy Summers The Police gründete, wurde immer erfolgreicher und ist mittlerweile zu einer Ikone geworden. Weltweit hat er über 100 Millionen Alben verkauft, 18 Grammys gewonnen und mit Stücken wie „Englishman in New York“, „Roxanne“ und vielen, vielen mehr Musikgeschichte geschrieben.



„My Songs“ wird unter anderem auf CD und Vinyl erscheinen und persönliche Liner-Notes von Sting enthalten, die die Geschichte hinter dem jeweiligen Song freilegen.

„My Songs“ wurde von Martin Kierszenbaum (Sting, Lady Gaga, Robyn), Dave Audé (Bruno Mars, Selena Gomez) und Jerry Fuentes (The Last Bandoleros) produziert und A&R-seitig betreut. Produziert wurde das Album von Robert Orton (Lana Del Rey, Mumford & Sons) und Tony Lake (Sting, Shaggy).



***



Im vergangenen Jahr erst hatte Sting gemeinsam mit Shaggy das Album „44/876“ veröffentlicht, gemeinsam sind die beiden auf Welttournee gegangen. Vom 19. bis zum 25. Mai gastieren sie mit der Tour in Großbritannien.

Im Anschluss daran wird Sting seine „My Songs“-Solotour starten und unter auch anderem in Deutschland spielen:



STING – „MY SONGS“ | LIVE



06.06.2019 – EXPO Plaza (Hannover)

23.06.2019 – Jahn Gelände (Forchheim)

25.06.2019 – Sparkassen-Park (Mönchengladbach)

26.06.2019 – Open-Air-Platz Emsland-Arena (Lingen, Ems)

06.07.2019 – Freilichtbühne Peißnitz (Halle, Saale)

10.07.2019 – Tollwood Festival (München)

15.07.2019 – Kunstrasen Bonn Gronau (Bonn)

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