Dave Smalley & The Bandoleros - Join the outsiders

Little Rocket / Plastic Head / Flight 13
VÖ: 14.12.2018
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
9/10

Kommt rum

Erinnerungen und Erwartungen reichen sich die Hand, wenn man den Namen Dave Smalley hört. Wer in den Achtzigern und Neunzigern Punker war, oder zumindest so tat und bloß der US-Spielart selbiger Musik verfallen, wird an jenem Smalley kaum vorbeigekommen sein. Zuerst die Straight-Edge-Truppe DYS, dann der Emo-Rock von Dag Nasty, schließlich Punkrock-Hits mit All und Down By Law – bei all jenen Formationen war der Frontmann mit der angenehmen wie markanten Stimme Strippenzieher und musikalischer Impulsgeber zugleich. Ähnlich wie bei etlichen Altpunks zuvor ist es grundsätzlich fein, ein Lebenszeichen zu vernehmen, selbst wenn der Anspruch an neue Releases mit der Zeit immer niedriger wurde. Ungeachtet dessen muss man jedoch festhalten: Nach so langer Zeit kommt Smalley nicht bloß zur Stippvisite rum – auf "Join the outsiders" hat er hörbar Bock auf Musik.

Nicht nur, dass er derzeit häufig in Andalusien unterwegs ist, für sein neues Projekt hat Smalley mit den Spaniern Marcelo Pesoa, Pablo Magallanes und Javi Péréz an Gitarren und Bass und dem argentinischen Drummer Rafa Camison gleich eine ganze Bande südländischer Instrumentalpower rekrutiert – und schlägt mit The Bandoleros nun ein ganz frisches Band-Kapitel in seiner Laufbahn auf. Einer langen Musiker- und Punk-Karriere, in der sich vieles um das Touren durch aller Herren Länder fernab der Heimat drehte. So steht das launig-hymnische Titelstück gleich zum Auftakt als Hommage an jene Jahre in Flugzeug und Tourbus, und als ein großes Dankeschön an all die Begegnungen, an die Erlebnisse, an langjährige Freunde und an die Punkrock-Familie rund um den Globus. Irgendwie bewegend. Von Alterswehmut indes vernimmt der Hörer auf "Join the outsiders" tatsächlich nichts, solange solch drückende Powerpakete wie "Bandoleros" im The-Hellacopters-Galopp vorangehen und "Eye of fire" die Punkrock-Nörgler im Vorbeirauschen backpfeift.

Auch "Red alert" drückt alsbald den Schweiß aus allen funktionstüchtigen Poren, ist aus splitterndem Achtzigerjahre-Hardcore-Holz geschnitzt. Egal ob Smalley die Töne trifft, oder absichtlich ein Stückchen daneben liegt, sein Gesang passt zu einem Punkrock-Feuerwerk wie "My funeral pyre" mit allerhand Breaks und Gitarrensoli sicher nicht schlechter als einst, zumal die Platte im Genrekontext passgenau abgemischt wurde. Am verblüffendsten jedoch erscheint, dass Smalley & The Badoleros nicht nur die Hymnen "Stand or kneel" und "Journey" mit Leichtigkeit und der Selbstverständlichkeit vortragen, als hätte der Vierer die Instrumente über die vergangenen 30 Jahre immer gemeinsam auf die Buckel geschnallt. Auch wenn die B-Seite dieses Albums gegenüber der verdammt starken ersten Hälfte leicht abfällt, gilt es, diesem Smalley nicht bloß anerkennend zuzuwinken. Sondern den Hut zu ziehen.

(Eric Meyer)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Join the outsiders
  • My funeral pyre
  • Journey
  • Stand or kneel

Tracklist

  1. Join the outsiders
  2. My funeral pyre
  3. Read alert
  4. Tear it down
  5. Journey
  6. The calling
  7. Bandoleros
  8. Sick
  9. Stand or kneel
  10. Eye of fire
  11. Better make it count
Gesamtspielzeit: 32:25 min

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Armin

2019-01-10 20:43:05- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

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