Yeah Yeah Yeahs - Fever to tell

Polydor / Universal
VÖ: 28.04.2003
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Fieberwahn

Der Hype hatte sie schon, als sie selbst noch nichts hatten. Seit zwei Jahren übertreffen sich Musikjournalisten im Erfinden neuer Superlative, um über die Yeah Yeah Yeahs zu erzählen, dabei hat das Trio aus NYC gerade mal 21 Minuten Musik, ungerecht verteilt auf zwei EPs, und den besten Bandnamen der Welt vorzuweisen. Kein Wunder also, daß man besonders genau unter die Kritikerlupe genommen wird, wenn man sein längst überfälliges Debütalbum in Angriff nimmt. Die Yeah Yeah Yeahs müssen dem Hype etwas zurückgeben. Finden zumindest die, die ihn in Gang gebracht haben.

Der große öffentliche Druck, unter dem die Band ihr Debütalbum aufzunehmen hatte, hat deutliche Spuren auf "Fever to tell" hinterlassen. Nicht nur, daß der Release der Platte mehrmals verschoben wurde, auch vom Rotzlöffelcharme der beiden EPs ist nicht viel übrig geblieben. Stattdessen klingt die Musik der Yeah Yeah Yeahs jetzt schon mal ein kleines bißchen nach Arbeit. Dann zum Beispiel, wenn die Band jenseits jeglichen Gut und Böse durch ein Stück wie "Tick" röhrt. Avantgarde nennt das der kunstbeflissene Kritiker wohl. Und wünscht sich ein paar dieser praktischen Ohrenschützer. Die würden Karen O. ja bestimmt auch gut stehen.

Besagte Karen O. ist die Sängerin der Yeah Yeah Yeahs. Eine Frau fürs Grobe, die nicht dahin geht, wo's wehtut, sondern von dort herkommt. Eine, die Texte wie "Boy you're just a stupid bitch / And girl you're just a no good dick" zusammen mit einer gesunden Menge Blut ausspuckt. Eine, der man sofort abkaufen würde, daß ihre ersten Worte drei entschlossene "yeahs" in Kombination mit einem ausgestreckten Mittelfinger waren. Eine ganz große Stärke der Band.

Am besten sind die Yeah Yeah Yeahs nämlich, wenn sie einfach eine abgefuckte Punk-Band sind. Der Opener "Rich" galoppiert über einen monotonen Elektro-Loop, "Man" legt sich mit zickigen Gitarrenriffs an. In solchen Momenten kommt auf "Fever to tell" eins zum anderen. Karen hat eine Hand im Slip und die andere an der Gurgel des Hörers. Die Band rotzt für den Dilletanten-Haufen, nach dem sie aussieht, erstaunlich genau am Punkt vorbei. Um so besser, daß die Platte nicht ohne Brüche will. Am Ende steht mit "Modern romance" ein richtiges Liebeslied. Kein Schreien. Kein Ätzen. Kein Kotzen. Wenn das so ist, muß man die Yeah Yeah Yeahs nicht mal mögen, um sie zu mögen.

(Daniel Gerhardt)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Rich
  • Man
  • Maps
  • Modern romance

Tracklist

  1. Rich
  2. Date with the night
  3. Man
  4. Tick
  5. Black tongue
  6. Pin
  7. Cold light
  8. No no no
  9. Maps
  10. Y control
  11. Modern romance
Gesamtspielzeit: 37:28 min

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nils

2009-10-23 14:08:52

absolutes highlight: Modern Romance!

heidl

2009-10-22 11:52:45

habs heute einem freund empfohlen und hab wieder mal gemerkt wie zeitlos schön "Maps" ist! Gänsehaut pur!

pete

2007-01-19 12:36:39

Highlights:
Rich, Maps, Y Control

bratseth

2007-01-19 01:25:54

einen klasse geschmack hast du arnie. das sind auch genau meine höhepunkte der platte. ich habe mich schon gewundert, daß y control nie genannt wird.

Mein Name

2007-01-07 01:43:18

Ich sag mal:
Highlights: - .

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