Lucy Rose - Work it out

Sony
VÖ: 03.07.2015
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

In der Näherei

Manch einer in der Branche dürfte Lucy Rose beneiden: Jack Steadman outete sich unlängst als Fan ihrer zarten Stimme und als Backroundsängerin bei Bombay Bicycle Club gelang Rose ein nicht ganz so schlechter Karrierestart. Mit den träumerischen Songs vom Debütalbum "Like I used to" verzauberte der Blondschopf im Anschluss dann ganz Youtube. Das zweite Werk "Work it out" zeigt jetzt, was Rose von ihren Entdeckern gelernt hat und erzählt ganz nebenbei 13 neue Geschichten über Liebe und komplizierte Beziehungen.

Spätestens beim Ohrwurm "Our eyes" ist der Einfluss der Indie-Band nicht zu überhören: Afropop und orientalische Rhythmen, welche auch von der letzten Veröffentlichung "So long, see you tomorrow" stammen könnten, schwirren durch den Raum und stehen Rose überraschend gut. Auch "Köln" geht so schnell nicht wieder aus dem Kopf. "On the count of now, on the count of here / Oh I see you there, won't you look at me?", dröhnt die Sängerin während die Drums immer dynamischer werden. Dass sie vor knapp drei Jahren noch zu der Gattung der schüchternen Gitarrenzupfer gehörte, mag man da fast gar nicht glauben. Zu ihren einstigen Folktönen gesellen sich mehr und mehr Pop-Elemente.

Ab "Fly high (Interlude)" wird die zweite Hälfte von "Work it out" eher elektronisch. Der Titelsong und "Cover up" zeigen sich bemüht, den skandinavischen Sound von Lykke Li oder einer Tove Lo zu imitieren. Um erfahrenen Popsternchen wirklich Konkurrenz zu machen, ist das alles aber noch zu unaufgeregt und der Gesang zu zaghaft. Das heißt aber nicht, dass Rose die Sache falsch angeht. Virtuos vernäht sie ihre musikalischen Wurzeln mit neuen Einflüssen und löst die Übergänge mit songinternen Steigerungen. Der gezügeltere Einstieg vom Opener "For you" sorgt zunächst für falsche Erwartungen an die Platte und auch "Like an arrow" ist die folkige Basis noch anzuhören. Immer mit dabei: die sanft gezupfte Gitarre – ganz ohne geht es dann eben doch nicht. Und um ehrlich zu sein, würde wohl etwas fehlen, falls sie in Zukunft beiseite gelegt würde, um sich völlig auf den Pop zu konzentrieren. Verzeihen würde man es der 25-Jährigen wohl trotzdem. Man muss sie einfach gern haben.

(Lena Zschirpe)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Our eyes
  • Like an arrow
  • Cover up

Tracklist

  1. For you
  2. Our eyes
  3. Like an arrow
  4. Nebraska
  5. Köln
  6. Shelter
  7. My life
  8. Fly high (Interlude)
  9. Till the end
  10. Cover up
  11. She'll move
  12. Work it out
  13. Into the wild
Gesamtspielzeit: 40:40 min

Im Forum kommentieren

Desare Nezitic

2015-07-17 00:08:53

Rundes Album. Locker & leicht, eingängig und sympathisch. Übrigens mit einem wirklich äußerst schönen Songtitel.

Humof

2015-07-16 20:51:23

Muss mal langsam die zweite Staffel von Mushishi zu Ende schauen.

Armin

2015-07-08 22:21:21

Frisch rezensiert. Meinungen?

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