After The Fall - Dedication

Bridge 9 / Soulfood
VÖ: 15.05.2015
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
7/10

Goodbye and so long

After The Fall sind offensichtlich keine Band, die sich gerne mehr Zeit lässt als unbedingt nötig. Viel lieber fällt man nachdrücklich mit der Tür ins Haus. Was man wohl auch muss, teilt man sich seinen Namen inzwischen mit einem mittelmäßigen Film und einer vermutlich ebenso mittelmäßigen australischen Alternative-Rock-Band. Die After The Fall, um die es hier gehen soll, tragen ihren Namen allerdings schon länger durch die Welt, haben bereits vier Alben auf dem Buckel und zu allem Überfluss ihren Bassisten Brian J. Peters 2013 an den Tod verloren. Dem ist folgerichtig auch der fünfte Longplayer "Dedication" gewidment.

Ein letzter musikalischer Gruß an einen verstorbenen Freund ist dieses Album also. Und gleichzeitig ein wuchtiges, kraftvolles und nachdrückliches Manifest. Von den ersten Sekunden an, in denen der fulminante Opener "Reflection" wenigstens ganz kurz anklopft, bevor er seinen melodischen Hardcore von allen Leinen lässt, stehen hier alle Regler auf Anschlag. Kompromisse sollen die anderen machen, After The Fall hingegen verausgaben sich zehn Mal am Stück völlig und werfen alles, aber auch wirklich alles, was sie irgendwie aufbieten können, in dieses Album. Als Hörer bleibt einem da die Spucke nicht nur weg, sie wird einem regelrecht aus der staunenden Kauleiste gezogen. Wenn "Condolences" in unter einer halben Minute alles sagt. Oder wenn "Somehow" tatsächlich mal etwas relaxter des Weges kommt und dennoch vollgepackt ist, mit hochinfektiösen Melodien im immer noch hohen Geschwindigkeitsbereich. Oder eben wenn "Twenty nine" dann doch für mehr als einen flüchtigen Moment des Tempo komplett raus nimmt, allen Beteiligten eine Verschnaufpause gönnt, nur um schließlich umso eindrücklicher in die Vollen zu gehen.

Die weggebliebene Spucke wird übrigens ersetzt durch Worte, die schwer in der Magengegend zum Liegen kommen. Man weiß bisweilen schon gar nicht mehr, ob es überhaupt okay ist, diebischen Spaß mit dieser Platte zu haben. Überall lauert "I will always remember", "We miss you so fucking much" oder "You are the reason / This band exists / You were the glue / To our friendship". Bei so viel musikalischer und textlicher Intensität gibt zuletzt auch die kurze Spielzeit – "Dedication" bringt keine zwanzig Minuten auf die Waage – durchaus Sinn. Viel länger hält man dieses Album auch nicht durch. Wenn der letzte Ton des Closers "Indian ladder" schließlich verhallt ist und die letzten Türen eingetreten sind, liegen alle erschöpft auf dem Boden. Eine Grenzerfahrung in 18 Minuten. Intensiver kann man sich kaum verabschieden. Puh!

(Martin Smeets)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Reflection
  • Somehow
  • Twenty nine
  • Lived fast

Tracklist

  1. Reflection
  2. Dedication
  3. Elisa
  4. Condolences
  5. Somehow
  6. Twenty nine
  7. Ill fate
  8. Lived fast
  9. Time will end
  10. Indian ladder
Gesamtspielzeit: 18:34 min

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Armin

2015-05-20 21:56:10

Frisch rezensiert! Meinungen?

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