Bob Mould - Beauty & ruin

Merge / Cargo
VÖ: 06.06.2014
Unsere Bewertung: 7/10
7/10
Eure Ø-Bewertung: 8/10
8/10

Super-Plus-Rock

Nicht täuschen lassen. Auch wenn das Cover mit jungem und altem Bob Mould einen nostalgischen bis melancholischen Eindruck macht, und das Album mit "Beauty & ruin" einen sehr philosophisch-reflektierten Titel trägt. Die unumgängliche Tatsache des fleischlichen Verfalls und der möglichen Depression merkt man den neuen Songs eher weniger an. Und wenn, dann mit versöhnlichem Ausgang und erhobenem Haupt. Streicherschleicher, zu denen man sich in Rotwein ertränken mag, sind auch diesmal nicht existent. Während andere Menschen nämlich schon die Tage bis zur Rente und dem eigenen Imkergarten runterzählen, macht Mould halt hochoktanige Gitarrenmusik.

Wenngleich das vor zwei Jahren erschienene "The silver age" es noch eiliger hatte, wird das Gaspedal meistens auch hier am Anschlag gehalten. "Low season" schält sich zwar noch langsam aus der Trägheit heraus, aber dafür kommt es sehr wuchtig und breit daher. Jeder Motor muss schließlich warmgefahren werden. Irgendwann ist dann die Betriebstemperatur erreicht und es wird ohne Rücksicht auf Verluste geheizt. So wie in dem punkigen "Kid with crooked face", das ständig die Gefahr auf sich nimmt, sich selbst zu überholen, und dabei die Beherrschung zu verlieren. Auch "The war" lässt es laufen und besetzt die linke Spur mit dicken, unaufhörlich schrubbenden Gitarrenwänden. Das macht auf jeden Fall gehörig Spaß und andere Sachen, wie etwa die Stirnglatze, sind gerade nicht so wichtig. Rasen hat eben irgendwie eine kathartische, entschlackende Wirkung und ist eine legitime Form des Eskapismus. Dafür ist auch Bob Mould noch immer fit genug, wie es scheint.

Das dicke Aber bei all dem geschwinden Dahineilen ist natürlich die rasche Evaporation des Tankinhaltes. "Forgiveness" ist zur Mitte des Albums zu cleaner Stratocaster die Halbzeitpause, und jangelt dabei unerhört schön. Anschließend geht es aber schon wieder Schlag auf Schlag und es folgt ein energetischer, knackiger Rocksong auf den nächsten. Am Ende des Tages, nach etlichen abgespulten Kilometern und viel verbranntem Gummi, kommt dann die Einsicht mit "Let the beauty be": Akzeptiere, was Du nicht ändern kannst. Und dann mit "Fix it" Richtung Sonnenuntergang.

(Tobias Scheibe)

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Highlights & Tracklist

Highlights

  • Low season
  • Kid with crooked face
  • Forgiveness

Tracklist

  1. Low season
  2. Little glass pill
  3. I don't know you anymore
  4. Kid with crooked face
  5. Nemeses are laughing
  6. The war
  7. Forgiveness
  8. Hey Mr. Grey
  9. Fire in the city
  10. Tomorrow morning
  11. Let the beauty be
  12. Fix it
Gesamtspielzeit: 36:25 min

Im Forum kommentieren

Fanfan

2016-02-02 00:35:33

Neues Album Ende März!

wilson

2014-08-19 17:57:23

ja doch, es sind einige hits enthalten (z.b i dont know you anymore, the war, forgiveness, fix it). unterm strich die beste platte mit bob mould beteiligung seid sugar. haben!

quincy

2014-08-19 12:40:48

@Sepp. So ist das (leider). Das Album ist große Klasse. Freu mich auf das Konzert.

Sepp Blatter

2014-06-13 10:22:13

Spitzenalbum und nur 2 (jetzt 3) magere Postings. Pfuipfui !

Euroboy

2014-05-01 09:46:50

Zum Glück gibt es auf den neuen Platten nicht mehr diese doch etwas unpassenden Elektro und Autotune Sounds.

Seine neuen Solosachen sind OK, man merkt das es ihm persönlich gut geht und das spiegelt sich auch in seiner Musik wieder. Solche düsteren und rauen Platten wie Workbook und Black Sheets Of The Rain gibt es daher von ihm vorläufig nicht mehr.

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