Locrian - Infinite dissolution
Herder
26.07.2015 - 20:27
Gerade erschienen. Die Mischung aus Drone, (Black?-) Metal, Noise und Post-Rock finde ich sperrig aber durchaus gelungen.
Tracklist:
1) Arc of Extinction
2) Dark Shales
3) KXL I
4) The Future of Death
5) An Index of Air
6) KXL II
7) The Great Dying
8) Heavy Water
9) KXL III
https://locrian.bandcamp.com/
Demon Cleaner
26.07.2015 - 21:18
Den Vorgänger fand ich schon interessant. Will hier auch mal reinhören.
Eliminator Jr.
26.07.2015 - 21:21
Wahrscheinlich Album des Jahres. Kratzt an der Höchstwertung.
whitenoise
04.08.2015 - 01:00
AdW? 9/10 - Überrascht mich sehr. Hab das Album erst ein Mal gehört, fands okay aber nicht besonders überwältigend. Müsste da noch mal reinhören, aber diese Art von Sound ist ja heutzutage eigentlich nichts neues mehr.
Demon Cleaner
04.08.2015 - 07:54
Danke fürs Erinnern! :-)
MartinS
04.08.2015 - 12:33
Ich unterschreibe sowohl die Wertung als auch Eliminator Jr.
Das ist ein Meisterwerk.
Christopher
04.08.2015 - 13:16
Höre es gerade. Bin beeindruckt.
The MACHINA of God
04.08.2015 - 13:31
Gibt's das schon im Stream irgendwo? Bin recht interessiert.
Christopher
04.08.2015 - 13:51
Auf Bandcamp kann man das komplette Album hören. Link s.o.
Eliminator Jr.
04.08.2015 - 13:51
Im Eingangspost ist ein Link zu deren Bandcamp.
Christopher
04.08.2015 - 13:57
Erstes Fazit nach einem Durchgang: Gefällt mir sehr, könnte aber manchmal etwas druckvoller klingen. (v.a. die Synthies sind teilweise ein bisschen käsig.)
Auf jeden Fall ein Album, das ich noch öfter hören werde.
quasinebenbei
04.08.2015 - 14:06
VÖ schon letzte Woche (Danke an Redaktion).
Höre es mit Begeisterung im 2. Durchlauf bei Play Music.
Cosmig Egg
04.08.2015 - 18:07
@The Maschina of god. Du hast doch ein spotify-Abo...ist on
metalmaniac
04.08.2015 - 18:10
viel zu lahm und schlicht.
höre gerade inter arma - the cavern
Eliminator Jr.
04.08.2015 - 18:24
Wenn du mit lahm und schlicht eben jenes Inter Arma Album meinst, stimme ich dir absolut zu. Tödlich langweilig. Hat nur nichts mit diesem Thread zu tun.
Herder
04.08.2015 - 19:17
Wie schon in der Threaderöffnung erwähnt, fand ich das Album zu Beginn ziemlich sperrig, war aber gleichzeitig fasziniert von der Wucht und Komplexität. Beide Eindrücke sind auch nach vielmaligem Hören geblieben, was ich für ein sehr gutes Zeichen halte.
Ich empfehle übrigens dringend (...wie natürlich eigentlich immer...) das Hören über gute Boxen/Kopfhörer, da sonst doch viel verloren geht.
The MACHINA of God
05.08.2015 - 17:39
Ach stimmt, ist ja längst bei Spotify. Mal reinhören.
Clown_im_OP
05.08.2015 - 17:57
Nie von denen gehört, haben ja auch schon drei Alben. Ich hör da spontan viel neuere Cult of Luna raus, die's irgendwie gar nicht in die Referenzen geschafft haben. Dafür sunn... naja. Gefällt mir jedenfalls ziemlich gut, wenngleich mir die ballerigen Parts vielleicht ein bißchen zu drucklos sind.
Aber ja, danke für's drauf aufmerksam machen.
Clown_im_OP
05.08.2015 - 17:59
Öh, oder ein, zwei Alben mehr als drei %)
The MACHINA of God
05.08.2015 - 18:09
Hmm, auf's erste Ohr muss ich sagen, dass ich es mir nach der Rezi besonders in Sachen Produktion mächtiger und heftiger erwartet hätte.
So reicht's halt nur für PT
10.08.2015 - 19:07
Klingt wie eine Aneinandereihung von Intros. Wer drauf steht...
The MACHINA of God
10.08.2015 - 19:37
So richtig bekommt es mich auch nicht. Die Zutaten sind eigentlich genau meins, aber irgendwie fehlt mir da die Kraft. Wie oben geschrieben in Sachen Produktion wie auch im Aufbau. Aber trotzdem interessant. Waren acuh nur zwei Durchgänge bis jetzt.
Demon Cleaner
14.08.2015 - 10:08
Ich mag es sehr gerne, wobei ich nicht sicher bin, ob ich den Vorgänger nicht doch noch besser finde.
Die Produktion ist schon speziell, aber passt für mich. Halt mehr verwaschen, dadurch erzeugt sie eine Art Sog. Erinnert mich an Liturgy, bevor sie mit dem aktuellen Album baden gingen.
zurueck_zum_beton
14.08.2015 - 13:11
Wundert mich, wie man den Vorgänger für besser halten kann. "Infinite dissolution" wirkt bündiger, pointierter und in der Gesamtheit deutlich stimmiger als "Return to annihilation", welches ich recht zerfahren finde.
Infinite Dissolution 10/10
Return to annihilation 6/10
Aber weil die Band einfach seines gleichen sucht, fürchte ich fast, dass ich den Vorgänger einfach nicht geschnallt habe.
Herder
15.08.2015 - 17:56
Ich höre das Album nicht so oft, aber wenn, dann mit zunehmend großer Begeisterung. Ich finde ja den Sound gerade gut.
Niklas
17.08.2015 - 10:11
http://jungle-world.com/artikel/2015/33/52508.html
zurueck_zum_beton
14.09.2015 - 17:53
"A track by track breakdown of Locrian's 'Infinite Dissolution' -
Von Terrence Hannum
http://www.citypaper.com/music/music-features/bcp-090915-music-locrian-20150908-story.html
Nochmal recht erhellend bei dem vielschichtigem Album. Dass Dana Schechter Lap-Steel gespielt hat, ist wunderbar. Ihr Insect Ark-Projekt ist fantastischer Industrial-Drone.
Jo, Jo
11.10.2015 - 18:41
"Das Ende der Welt naht mal wieder. Ihre Einflüsse holen sich LOCRIAN weiterhin aus denselben Töpfen. Für ihr Buch „Das sechste Sterben“, bei dem es um das vom Menschen ausgelöste Artenmassensterben geht, wurde die auf Umweltthemen spezialisierte Journalistin Elizabeth Kolbert unlängst mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Fast eine Dekade zuvor veröffentlichten Richard Leakey und Robert Lewin zwar ein thematisch praktisch deckungsgleiches Buch mit dem fast identischen Titel „Die sechste Auslöschung“, doch das nimmt Kolberts Werk nicht seine Relevanz.
Heute dient „Das sechste Sterben“ dem Album „Infinite Dissolution“ als Inspirationsquelle. Auch hier könnte man zu dem Schluss kommen, Ähnliches habe das Trio bereits auf „Return To Annihilation“ formuliert, oder eben auf „The Clearing“, das einem Sterben oder einer Auslöschung semantisch recht nahe kommt. Doch wieder meiden LOCRIAN die Gefahr, aufgrund ihrer Weltuntergangsthemen als redundant wahrgenommen zu werden. Zum wiederholten Male überzeugen sie mit einer neuen Perspektive.
Die Konsequenz von Kolberts Werk, das auf die Möglichkeit zweier Ausgänge hinausläuft (entweder löscht sich der Mensch selbst aus oder er rettet sich durch seinen Erfindungsreichtum), findet sich in den postapokalyptischen Black- und Drone-Landschaften schnell wieder. Alleine die Vocals, die bei LOCRIAN traditionell als weißes Rauschen in den Hintergrund gemischt werden, muten mit ihrer freien Gedichtsform, deren Zeilen oft nur einzelne Wörter sind, puristisch und radikal an.
Als typisch hat sich inzwischen auch Andre Foisys Angewohnheit herausgestellt, mit seiner Gitarre hin und wieder konkrete Riffmuster zu formen, die sich aus dem Dunst erheben und eine konturenstarke Gestalt annehmen, ohne dabei jedoch auf Dauer eine tragende Rhythmik einrichten zu wollen. Das Vorgehen erweist sich im Vergleich zu rein experimentellen Noise- und Drone-Bands als prägnanter, man belässt es nicht bei abstrakten Figuren, sondern traut sich wenigstens übergangsweise, fotorealistische Objekte abzubilden, die als Relikt einer heileren Gegenwart erkenntlich sind. Gerade hier gelingt dem Trio immer wieder das höchste Maß an Immersion. So auch diesmal: Wenn „The Future Of Death“ seine majestätische Gitarrenlinie über das Feld jagt oder „Heavy Water“ melancholische Moog-Wellen nachschickt, wird man ebenso gepackt wie in den Schlüsselmomenten der letzten Alben, nur eben auf eine neue Art und Weise, wie man sie bislang noch nicht erfahren hat.
Dass Atmosphärebildung trotzdem nach wie vor die auserwählte Königsdisziplin des Projektes ist, stellen die drei als „KXL“ getauften Zwischenspiele unter Beweis. Den direktesten Bezug zum Inhalt bewahrt „KXL II“, das Vogelzwitschern mit dem Knacken atomarer Strahlung zusammenbringt und dazu eine Grammophon-Fanfare im Hintergrund leuchten lässt, während eine Trommel den Marsch vorgibt – hier gelingt nichts Geringeres als die Sichtbarwerdung einer Faszination des Grauens.
Im Ganzen wirkt „Infinite Dissolution“ etwas emotionaler und damit auch zugänglicher als das betont neutrale Vorgängerwerk, das jede Art von Existenz in einem „Fade To White“ verschwinden ließ. Stücke wie insbesondere „The Great Dying“ bekennen sich zur Melancholie und werden damit sicher auch der Anklage gerecht, die sie mit diesem Album anbringen wollen. Auf eine einzelne Entität wie „Trauer“, „Schrecken“ oder „Frieden“ möchte man sich aber auch diesmal nicht festlegen, dafür ist die aufbereitete Grauzone zu breitflächig.
FAZIT: Man kann schon sagen, dass LOCRIAN nicht viel Interesse daran haben, thematisch allzu weit in die Ferne zu driften. Konzeptionell betrachtet bewegt sich stets etwas Großes auf sein Ende zu. Aber es ist faszinierend, auf welch unterschiedliche Art die Ergebnisse zu packen wissen. Ja, ohne Frage, „Infinite Dissolution“ verfügt über keinerlei neue Methoden des Ausdrucks, Phasing und Delay machen relativ einfache Figuren zu einer komplexen Soundlandschaft, undefinierbares Geschrei erklingt im Hintergrund, manchmal schälen sich Riffs aus der unwirtlichen Formmasse. Doch die Skulpturen, die aus dieser Methodik entstehen, sind jedes Mal Unikate."
Sehr treffende Kritik!
zurueck_zum_beton
05.12.2015 - 11:35
Europa-Tour im Januar, sheesh!
12.-20.01.2016 in Dortmund, Karlsuhe, Dresden & Berlin.
Demon Cleaner
08.12.2015 - 10:03
Muss ich noch mal wieder rauskramen, wo der Poll auch bald ansteht.
Den Spannungsaufbau im Opener find ich riesig.
zombye
11.08.2022 - 20:02
Morgen neues Album ("New Catastrophism")!
Hierkannmanparken
12.08.2022 - 10:50
Nice! Höre es mir gerade an. Klingt nach einem Fall für Klaus! :)
zombye
23.08.2022 - 09:56
Schon sehr, sehr sehr gediegen. Brauch definitiv viele Durchgänge.
zombye
23.08.2022 - 09:56
Also das Neue.
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