Damien Jurado - Maraqopa

saihttam

11.06.2026 - 22:45

Ich mach mal nen Thread auf zum meiner Meinung nach besten Album von Damien Jurado, auch wenn ich bei weitem nicht alles von ihm kenne. Also weder die frühen Alben noch was er gerade am Fließband veröffentlicht. Wer also wirklich jedes Album gehört hat, darf gerne eine Gegenthese aufstellen. Aber Maraqopa habe ich auf jeden Fall am häufigsten gehört und konnte eine Zeit lang gar nicht von ablassen. Ich liebe die psychedelischen Einflüsse auf der ersten Hälfte, die einen direkt reinziehen. Aber auch die etwas ruhigeren und zurückgenommeneren Songs in der zweiten Hälfte sind einfach nur schön. Das Album sollte ja der Beginn einer Art Trilogie werden, aber leider konnten die folgenden beiden Alben für mich hier nicht mithalten. Auf einem ähnlichen Niveau sehe ich den Vorgänger Saint Bartlett.

Bin gerade auf diese neue Version des Albums gestoßen, die er wohl vor kurzem rausgebracht hat. Weiß jemand, was das soll?

Shadow Talk

11.06.2026 - 23:03

Sehr schöne Scheibe, die wohl, zusammen mit den beiden Nachfolgern, von einem ziemlich abgespacten Traum von Jurado inspiriert wurden. Alle spitzenmässig produziert und musikalisch begleitet vom wundervollen Richard Swift (RIP).

Ich finde die „Brothers And Sisters…“ und die „Visions..“ sogar noch nen Ticken besser, da er auf beiden das Psychedelische noch ein Stück weitertreibt. Nicht umsonst schrieb damals Father John Misty, dass Damien „…out of his fucking mind“ sei. Bei Maraqopa wird’s mir nach dem mitreißenden Opener am Ende etwas zuuu ruhig (wenn auch qualitativ weiter gut).

Toll auch der Trailer zu „Brothers…“ über die Aufnahmesessions in Swifts Studio in den Wäldern Oregons.

https://www.youtube.com/watch?v=frnWPrDu9CU

saihttam

11.06.2026 - 23:10

Verstehe was du meinst. Mir wurde es auf den beiden Nachfolgern irgendwie ein bisschen zu abgedreht. Also Brothers and Sisters fand ich auch noch ganz gut, aber bei der Visions hat mir total der Fokus gefehlt. Das war alles so ein Brei aus Songs. Also jetzt nicht was die Produktion angeht, sondern vom Songmaterial her. Da fand ich Maraqopa einfach viel stärker. Everyone a Star oder Museum of Flight sind einfach so herzzereißend schön. Aber ist sicherlich wie so oft geschmackssache. Werde es vielleicht gleich noch mal mit den Nachfolgern versuchen.

Felix H

12.06.2026 - 07:27

Hab die lange nicht gehört und die "Brothers..." als stärker in Erinnerung. Bei "Visions..." gehe ich mit, die ist durch zu viele Songs verwässert worden.

Obrac

12.06.2026 - 08:25

Ich empfand die nach der grandiosen Saint Bartlett damals als Enttäuschung, habe aber tatsächlich mal wieder Bock, sie zu hören.

Shadow Talk

12.06.2026 - 08:42

Mein Plan heute Abend:
Kochen -> Maraqopa
Essen -> „Brothers…“
Flasche Wein wird entkorkt -> „Visions…“

saihttam

12.06.2026 - 11:39

Guter Plan! Bin jetzt an der Visions...

Wenn man das mit dem wilden Traum als Inspiration für die Trilogie einbezieht, dann passt es ja auch, dass das ganze immer verrückter und diffuser wird.

Shadow Talk

12.06.2026 - 21:26

Listening Session läuft parallel zu Kanada vs. Bosnien (Fußball natürlich auf mute :-)).

Kann mich nicht recht entscheiden, ich mag einfach alle 3 der Triologie. Ich verstehe warum saihttam Maraqopa bevorzugt, da es das kongruenteste Album ist, allerdings bleibt für mich der leichte Spannungsabfall in der 2. Hälfte. Working Titles und Museum of Flight auch leicht an der Grenze zum bisschen Kitschigen, aber irgendwie auch gut. Insgesamt mit einigen Jahren Abstand ist das Album aber für mich gewachsen.

Das stärkste der 3 bleibt aber „Brothers…“, da es Elemente der beiden anderen vereinbart und auch starke Einzelsongs hat. Silver Timothy als standout psychedelic Track, Metallic Cloud und auch die etwas ruhigere zweite Seite.

Gerade läuft „Visions…“. Hier merkt man einfach den Spaß der beiden bei den Recording Sessions. Man kann fast den Spliff von Richard riechen und sich vorstellen wie auch Damien passiv high vollkommen in dieser psychedelischen 70er-Welt aufgeht um seinen wirren Traum zu vertonen. :-) Klingt ein wenig wild zusammengewürfelt und vom Sound am schwächsten (schlechte Pressung?), aber macht mir sehr viel Spaß.

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