Pinegrove - 11:11
Armin
11.11.2021 - 19:35- Newsbeitrag
PINEGROVE
ALASKA
VÖ: 11.11.2021
LABEL: ROUGH TRADE RECORDS
ISRC: GBCVZ2100197
Anfang der 2000er Jahre sorgte eine Welle von melancholisch geprägtem Indie-Rock für die musikalische Sozialisierung einer ganzen Generation. Acts wie Death Cab For Cutie, The Decemberists, Nada Surf, The Shins, Bright Eyes oder Broken Social Scene gaben den guten Ton an - jener Sound und Spirit lebt in den Songs der US-Amerikanern von Pinegrove wieder auf. Das neue Album „11:11“ unterstreicht einmal mehr den Anspruch der Band um Mastermind und Sänger Evan Stephens Hall, in eine Reihe mit diesen großen amerikanischen Bands zu treten.
Dazu passt auch, dass man sich für den Mix den ehemalige Death Cab-Musiker (und Produzenten) Chris Walla (Tegan and Sara, Braids, The Thermals) ins Boot geholt hat und sich entgegen dem Ansatz des Vorgängers „Marigold“, das noch von Hall und dem Band-Mitglied Sam Skinner Co-produziert wurde, einem nicht mehr so auf Hochglanz produziertem Sound verschrieben hat. Es ist das erste Album, das nicht mehr im Haus-Studio Amperland aufgenommen wurde, nachdem die Band dort ausziehen musste (siehe auch die 2021-Retrospektive „Amperland, NY“), sondern in zwei Studios im Hudson Valley (Levon Helm Studios in Woodstock und The Building in Marlboro), während der finale Schliff dem Album von Chris Walla in Seattle verpasst wurde.
“It spends equal time on optimism, community, reaffirming what we are and how it’s our duty to look out for one another”, sagt Evan Stephens Hall über das neue Pinegrove-Album. “There’s anger, love, hope and grief. The record has all of that.” Und das hat es wirklich - angefangen vom epischen Opener „Habitat“, das sich zeitweise in ausufernden, wie hymnischen Gitarren-Wänden ergeht, um sich im nächsten Moment ruhig und intim zu zeigen. Die erste Single „Alaska“ reißt hingegen vom ersten Takt an mit und zeigt wie gut diese Bands Hooks aus dem Ärmel schütteln kann. „Flora“ ist eine wunderschöne Entschuldigung an die Natur, die mit Country und Americana flirtet. „Iodine“ hat das Zeug für einen All-Time-Favourite mit seinen flirrenden Gesangs-Harmonien.
„11:11“ ist ein Album, das von seinen vielen großen und kleinen Momenten lebt, das stürmisch drängt und mit jedem Hören gen Himmel wächst. Pinegrove schlagen mit ihrem neuen Album ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte auf und führen die große Tradition des amerikanischer Indie-Rocks in eine neue Generation. Indie-Rock ist auch 2022 noch lange nicht tot und klingt, dank der Band aus New Jersey so quicklebendig wie lange nicht mehr.
Armin
06.01.2022 - 18:54- Newsbeitrag
PINEGROVE
RESPIRATE
VÖ: 06.01.22
LABEL: ROUGH TRADE RECORDS
ISRC: GBCVZ2100201
Mit “Respirate” erscheint heute die zweite Single aus dem neuen Pinegrove Album „11:11“, das am 28. Januar via Rough Trade Records erscheint. Der Nachfolger zur ersten Vorab-Single „Alaska“ (über die The FADER schrieb: “a rollicking, diaristic barn-burner in the vein of Bright Eyes and early Arcade Fire, with catharsis wrapped around every chord”, während die New York Times ergänzte: “The lyrics showcase the vivid poeticism of Hall’s writing while the song’s driving rhythm and fuzzy guitars create an atmosphere that’s at once emotionally restless and as warm as a hearth.”) ist eine mitreißende Ballade der in New Jersey ansässigen Indie-Band, die in Person von Frontmann und Gitarrist Evan Stephens Hall darüber sagt: “With ‘Respirate’ I was thinking about the opportunity we had in the chaos Covid brought to redesign society so that it works well for more people, but that instead what's unfolding is a doubling down on the same bent and venal structures that have resulted in so much inequity in the first place.” Weiter sagt er: “So, how can we compassionately respond to such cold and blatant greed? How can we make sure to look out for one another in the absence of meaningful leadership and materially significant policy? We've been stranded but we will look out for each other—what choice do we have? The song is a reminder that we're in this together.”
Anfang der 2000er Jahre sorgte eine Welle von melancholisch geprägtem Indie-Rock für die musikalische Sozialisierung einer ganzen Generation. Acts wie Death Cab For Cutie, The Decemberists, Nada Surf, The Shins, Bright Eyes oder Broken Social Scene gaben den guten Ton an - jener Sound und Spirit lebt in den Songs der US-Amerikanern von Pinegrove wieder auf. Das neue Album „11:11“ unterstreicht einmal mehr den Anspruch der Band, in eine Reihe mit diesen großen amerikanischen Bands zu treten.
„11:11“ ist ein Album, das von seinen vielen großen und kleinen Momenten lebt, das stürmisch drängt und mit jedem Hören gen Himmel wächst. Pinegrove schlagen mit ihrem neuen Album ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte auf und führen die große Tradition des amerikanischer Indie-Rocks in eine neue Generation. Indie-Rock ist auch 2022 noch lange nicht tot und klingt, dank der Band aus New Jersey so quicklebendig wie lange nicht mehr.
Tour:
20.05.22 Münster, Gleis 22
22.05.22 Hamburg, Hafenklang
24.05.22 Berlin, Hole 44
25.05.22 München, Hansa 39
MartinS
12.01.2022 - 07:16
"Orange", "Alaska" und "Respirate" sind allesamt große klasse! Ich hoffe auf ein tolles Album.
MartinS
05.02.2022 - 21:50
Die Story um Hall hätte man nicht noch ein zweites Mal aufwärmen müssen, wurde ja in der "Marigold"-Rezi schon gelungen thematisiert und im mehrfach im Forum gepostetren Pitchfork-Artikel ausführlich aufgearbeitet.
Dass sich die Rezi im wesentlichen mit der Plattitüde Heulsusen-Emo für Vans-Träger zufrieden gibt, naja..
Für mich das bislang beste, weil "rundeste" Album der Band, weil es komplett ohne Stücke auskommt, die noch so ein bisschen Skizzenhaft wirken und außerdem die bislang stärksten Songs versammelt. "Respirate" besetzt die Lücke, die die schmerzlich vermissten Weakerthans hinterlassen haben und scheitert daran nicht mal, "Alaska" ist ein astreiner Hit, "Iodine" einfach nur bezaubernd schön. "Swimming", dass sich mitnichten auf das Minimalste beschränkt, sondern für Pinegrove-Verhältnisse recht opulent ausstaffiert ist und das folgende, musikalisch überraschend sonnige "Cyclone" sind auch Highlights.
8/10
jo
05.02.2022 - 22:14
Sehe ich anders. Ich finde, die Geschichte kann man immer wieder aufwärmen... Verstehe auch nicht genau, warum es mit Therapie und "einem Jahr" Auszeit "auf Wunsch" (wer sagt, dass da nicht mehr dahintersteckte?) nun getan sein soll.
Für mich daher jedenfalls weiterhin nicht möglich, die Musik anzuhören.
MartinS
06.02.2022 - 09:12
Nicht falsch verstehen, ich habe volles Verständnis, wenn die Band für dich weiterhin nicht hörbar ist, aber die Aussage "Ich verstehe nicht, warum es mit Therapie [...] getan sein soll." finde ich schon ein Bisschen schwierig. Zumal ja das - sorry, ich habe gerade kein besseres Wort zur Hand - Opfer involviert war und das Vorgehen sowie den "Neustart" für in Ordnung befunden hat. Vorwürfe zugegeben, ernst genommen und gemeinsam mit der betroffenen Person aufgearbeitet/Versucht, akzeptable Konsequenzen zu ziehen. Mit was ist es denn dann getan? Oder ist es schlichtweg nie getan?
Kevin
06.02.2022 - 13:06
Eine Rezension zu schreiben, ohne sich auf die Vorfälle zu beziehen, wenn dieses Album doch ebendiese nochmals lyrisch mitverarbeitet, halte ich für nicht möglich, Martin. Es ist doch schlicht ein wesentlicher Teil der Entstehungsgeschichte des Albums. Das mag in Zukunft sicher auch mal anders sein, klar. Diese "Jetzt-ist's-doch-mal-gut"-Mentalität passt aber hier einfach überhaupt nicht.
Und wo du die Heulsuse hernimmst, weiß ich auch nicht. Dass die Platte jedenfalls recht prominent ein gewisses Ästhetik-Klischee bedient, ist ja kaum von der Hand zu weisen. Und muss auch nicht schlecht per se sein.
Für mich ist es eine knappe 7/10, "Cardinal" war schon besser, wenngleich auch kein Meisterwerk.
Gordon Fraser
06.02.2022 - 14:27
Bin bei MartinS: für mich wahrscheinlich das rundeste Album der Band bislang: lebendiger, verspielter, und trotzdem fokussierter als vieles auf den Alben vorher. "Alaska" auch für mich das Highlight. Mal schauen, wie die längerfristige Wirkung ist, aber ich freue mich sehr aufs Konzert Ende des Monats. :)
Kevin
06.02.2022 - 14:29
"Alaska" ist wirklich super, da bin ich auch ganz bei Euch, keine Frage.
MartinS
06.02.2022 - 17:14
Naja Kevin, die Heulsuse war natürlich überspitzt formuliert, aber wer will, kann sie auch aus den letzten Sätzen rauslesen. Ansonsten hast du Recht, mein "ist ja mal gut" war zu kurz gegriffen.
"Cardinal" finde ich mit Ausnahme von "Old friends" und natürlich "Size of the moon" langweilig, alle Alben danach sind locker besser.
Kevin
06.02.2022 - 17:19
Da sind wir dann einfach auseinander. Ich mochte das irgendwie Unfertige.
Und schätze "Alaska" trotzdem sehr. Wenn sie in die Richtung weitergehen, bleibe ich gerne dabei.
Martinus
06.02.2022 - 17:49
Was war da eigentlich früher mit dem Sänger?
jo
06.02.2022 - 20:56
Nicht falsch verstehen, ich habe volles Verständnis, wenn die Band für dich weiterhin nicht hörbar ist, aber die Aussage "Ich verstehe nicht, warum es mit Therapie [...] getan sein soll." finde ich schon ein Bisschen schwierig. Zumal ja das - sorry, ich habe gerade kein besseres Wort zur Hand - Opfer involviert war und das Vorgehen sowie den "Neustart" für in Ordnung befunden hat.
Na, ganz einfach: Man weiß nicht genau, inwiefern das Opfer nicht eventuell auch höhere Forderungen hatte, die aber nicht gehört wurden. Letztlich war es ja nicht mal ein Jahr, bis "Skylight" dann doch erschien. Das kommt mir schon wenig vor.
Vorwürfe zugegeben, ernst genommen und gemeinsam mit der betroffenen Person aufgearbeitet/Versucht, akzeptable Konsequenzen zu ziehen. Mit was ist es denn dann getan? Oder ist es schlichtweg nie getan?
Das kommt natürlich auf die Tat an sich auch an. Da nicht wirklich bekannt ist, was diese war, finde ich es auch wirklich schwierig, das einzuschätzen. Wenn es bei dem Opfer seelische Schäden hinterlassen hat, die nicht so einfach aufzuarbeiten sind, finde ich "ein Jahr und ,ein bisschen' Therapie" (Was beinhaltete diese? Für welche Tat generell?) schon wenig - oder zumindest sehr vage.
Mir reicht das so jedenfalls nicht.
MartinS
06.02.2022 - 21:19
Dass wir die "Tat an sich" nicht kennen, ist ja beabsichtigt und gewünscht gewesen, Hall hat ja in seinem Statement auch bewusst die Worte seines Opfers wiedergegeben. Du schreibst ja selber von "Wenn [...]" - Einigen wir uns vielleicht einfach darauf, dass wir es im Wesentlichen beide nicht wissen können und unterschiedliche Schlüsse aus dem Vorgehen gezogen haben, oder?
Und wie auch oben schon geschrieben: Die Behauptung, man müsse die Geschichte nicht wieder aufwärmen war unüberlegt und zu kurz gedacht.
Kai
06.02.2022 - 21:21
Und warum glaubst du, das recht zu haben zu erfahren um welche Tat es geht oder was die Therapie beinhaltet?
Geht's noch? Das ist auch gegenüber den Opfer absolut daneben.
jo
06.02.2022 - 21:32
Einigen wir uns vielleicht einfach darauf, dass wir es im Wesentlichen beide nicht wissen können und unterschiedliche Schlüsse aus dem Vorgehen gezogen haben, oder?
Klar. Habe ja nie was anderes behauptet.
@Kai:
Geht's noch? Das ist auch gegenüber den Opfer absolut daneben.
Wo schreibe ich denn das? Ich will es gar nicht wissen. Ich finde nur, dass es mich bei Fällen von "sexual coercion" eben wundert, dass nach nicht mal einem Jahr Pause das Leben bei dem Täter (fast) so weitergehen kann wie vorher.
Gordon Fraser
27.04.2023 - 21:35
Der Drummer verlässt die Band und der Rest macht erst mal Pause, scheint's.
so where does this leave the rest of us? to some extent we're still figuring it out. but i'll tell you what we know. the rest of us are gonna be doing our own thing for a bit. for now we're gonna chill a bit, take some time to finish up odds & ends, take it day by day.
https://mailchi.mp/9ae5e44f611c/an-update
MartinS
27.04.2023 - 21:53
Hm, wäre schade, wenn die Band verschwinden würde. Die haben sich mit ihren unauffälligen Songs einen Platz unter meinen Lieblingen erspielt.
Gordon Fraser
28.04.2023 - 14:07
Ja, geht mir genau so. Sind mir sehr ans Herz gewachsen.
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