Parannoul - To see the next part of the dream

Armin

07.04.2021 - 20:20- Newsbeitrag

Frisch rezensiert.

Meinungen?

Unangemeldeter

07.04.2021 - 20:52

Ha, schön dass das hier auch rezensiert wird. Hab mir das damals nach der ebenso euphorischen P4k-Rezi gekauft und finde es auch top. Die Produktion ist auf Albumlänge schon ne Herausforderung, vor allem wegen der arg zischenden Höhen. In Portionen stört mich das aber überhaupt nicht, das Raue gibt dem Album natürlich auch seinen Charme. Knallersongs!

Der Wanderjunge Fridolin

07.04.2021 - 23:14

Das klingt interessant.

doept

07.04.2021 - 23:26

Hab mal reingehört, musikalisch hat das schon wirklich Potenzial. Könnte mir vorstellen dass Alcest-Songs in der Roh-Version so klingen.

Aber bei der Produktion: Nein danke. Das kann ich mir leider nicht geben.

Eliminator Jr.

07.04.2021 - 23:28

Das Album hat mich gleich beim ersten Hören ziemlich umgehauen. Empfinde diese Mixtur aus LoFi-Geschrammel, Emo und Shoegaze als unglaublich intensiv und nahbar. Mich störts auch nicht, wenn das Schlagzeug wie MIDI Stock Plug-Ins klingt, hier verfolgt alles einen irgendwie ehrlichen und rohen Zweck. Dazu noch ein paar Querverweise zu Genreklassikern wie Neon Genesis Evangelion und Welcome To The NHK versteckt..
Bin schwer angetan und auch sehr froh, dass ich eins der wenigen Tapes über Bandcamp ergattern konnte.

Unangemeldeter

08.04.2021 - 07:58

Haha, und was machst du mit der Kassette? Ernst gemeinte Frage, hast du noch nen alten Walkman irgendwo rumliegen oder ist das dann einfach nur ein Sammelobjekt?
Das Vinyl-Comeback konnte ich noch irgendwie bisschen verstehen, bei Kassetten hört's bei mir aber völlig auf, die Dinger vermisse ich kein bisschen.

Eliminator Jr.

08.04.2021 - 11:29

Ich habe an demselben Verstärker, an dem auch mein Plattenspieler hängt, ein altes funktionstüchtiges Tapedeck, mit dem ich regelmäßig Kassetten anhöre. Habe von Mayhem über Sonic Youth und American Football bis zur letzten Taylor Swift eine kompakte, aber schöne Sammlung, die mir viel Freude macht.

Tapes waren, genau wie Schallplatten, nie weg und brauchen somit kein Revival. Vor allem in DIY-lastigen Musikrichtungen ist die Kassette bis heute Gang und Gäbe, da sie sich komplett selbst bespielen und gestalten lässt. So Bedroom-Projekte wie eben Parannoul sind meilenweit von einem Vinylrelease entfernt, da ist das Tape die optimale Lösung, um die Musik auf einem analogen Medium verfügbar zu machen. Finds schön!

Unangemeldeter

08.04.2021 - 16:37

Danke für die Antwort! Ich gönne dir natürlich vollkommen deine Freude daran.
Dass Tapes nie weg waren ist allerdings ne steile These, noch vor 2 Jahren hättest du doch kaum einen größeren Release auf Kassette bekommen, das hat jetzt eindeutig ein Hipster-Revival erfahren. Dabei meine ich natürlich nicht die DIY-Szene, da magst du völlig recht haben, auch wenn die für meinen Geschmack lieber CDs selber brennen und gestalten sollten als die furchtbar umständlichen Kassetten auszugraben... Weiß auch nicht, bin auch nur so angefressen glaube ich, weil jetzt der Tod der CD besungen wird, aber Vinyl und Tapes wieder der Shit sind - und die CD eindeutig mein Lieblingsmedium ist.

Eliminator Jr.

08.04.2021 - 17:00

Dass Tapes nie weg waren ist allerdings ne steile These, noch vor 2 Jahren hättest du doch kaum einen größeren Release auf Kassette bekommen, das hat jetzt eindeutig ein Hipster-Revival erfahren.

Dass so etwas wie eben zB Taylor Swift als Tape erscheint, klar, das hat schon einen (mir auch nicht gänzlich einleuchtenden) Hype im Rücken und wäre so noch vor wenigen Jahren nicht passiert, da gebe ich dir völlig recht. Wenn ich sage, dass das Tape nie weg war, ist das schon aus einer individuellen Blase heraus, da ich sie einfach über die Jahre zwar selten, aber immer gern gekauft und gehört habe. Der Hype-Charakter entspringt hier wohl nicht zuletzt einer gezielten nostalgischen Romantisierung (Stichwort 90s-Trend), da ich das Medium aber einfach sehr mag, ziehe ich halt die Früchte draus und freue mich über Wu Tang Clan Reissues oder eben Tapeveröffentlichungen von größeren Namen (wobei die trotz allem Hype sicherlich noch immer eher Nische sind).

Warum die CD als leicht zu produzierendes Medium auch im DIY-Bereich aktuell so unbeliebt ist, muss wohl letztlich mit der Nachfrage zu tun haben. Erinnere mich an ein Gespräch nach einem Konzert mit einem Mitglied einer Black Metal-Band aus San Francisco und der meinte, dass sie von den 500 CDs des neuen Albums, das auf Vinyl schon zwei Mal nachgepresst werden musste, gerade mal 80 verkauft hätten. Dass der Fokus dann klar vom Medium weg rückt, ist bedauerlich, aber nachvollziehbar.

Den Tod der CD möchte ich aber keinesfalls besingen, die wird dann ja spätestens in zehn Jahren zum großen 00er-Revival wieder der heißeste Shit sein :D

Ralph mit F

08.04.2021 - 20:01

Hab grade endlich mal Zeit für den ersten "richtigen" aufmerksamen Durchlauf. Wow. Weiß auch nicht, wann mich das letzte Mal etwas so schnell so vom Hocker gerissen hat. Da seh ich schon die 9 am Horizont leuchten. Auch wenn dieses Self-Bashing in der Bio schon hart an der Grenze ist - hoffe, er bekommt Hilfe (was in Südkorea afaik knifflig werden kann...)

rainy april day

12.04.2021 - 17:33

Nach den ersten zwei Durchgängen bin ich auch ziemlich begeistert. Auf der normalen Anlage hat der raue Sound auch absolut was. Mit Kopfhörern könnte das schon schwieriger sein, kann ich mir vorstellen :-D

MasterOfDisaster69

19.04.2021 - 23:14

Wahnsinn!

Danke.

Eliminator Jr.

21.04.2021 - 23:19

Nun auch bei Spotify!

Affengitarre

02.05.2021 - 19:39

Gibt ein interessantes Interview auf rym.

I thought I wouldn't have to play the guitar, because I could make the sounds I wanted even if I used it as a virtual instrument. And my guitar skills are very terrible. Also in order not to get caught by anyone that I'm making music with, I had to keep as quiet as possible. That's why I made music with only one computer in the bedroom. I wanted to make a sophisticated lie rather than the unfinished truth.

Hätte ich nicht gedacht. Auf jeden Fall sehr schön zu lesen.

Enrico Palazzo

03.05.2021 - 10:55

Ich höre es grad zum ersten Mal und war Anfangs begeistert, dass diese Platte nicht so tot produziert ist. Aber gerade eben dachte ich: Boah, Alter, tut das weh in den Ohren bei "Analog Sentimentalism" ... klingt mir dann doch etwas zu unfertig schepprig auf Dauer, leider.

Yndi

22.10.2021 - 08:48

Neue Scheibe mit dem ebenfalls zu empfehlenden Asian Glow und sonhos tomam conta, eine brasilianische Blackgaze-Künstlerin, die mir bis jetzt unbekannt war. Erster Durchgang sehr vielversprechend.

Immermusik

04.11.2021 - 12:41

Danke für den Hinweis. Fand den ersten Durchgang auch schön. Auf der Strecke vom Shoegaze Richtung Blackgaze treffen sie irgendwann irgendwann auf Deafheaven, die ihnen entgegenkommen. Bin gespannt wie es weitergeht…
Habt ihr noch mehr Empfehlungen asiatischer Bands aus dem Indie Bereich, glaub da gibt es einiges zu entdecken.
Say Sue Me und Seventeen Years And Berlin Wall z.B.

Beefy

04.11.2021 - 13:08

Euphoria (Post-Rock)

https://www.youtube.com/watch?v=hQjcMPZbmrE&ab_channel=postrock.instrumental

Gibt's so viel ich weiss leider nicht mehr.

Ralph mit F

04.11.2021 - 13:30

Weniger Postrock, aber im Screamo/Math-Sektor und dabei immer zwischen abgedreht-genial und einer gewissen Anime-Opening-Mainstream-Affinität unterwegs sind meine Lieblinge von Ling Tosite Sigure aus Japan.
Muss man aber auf jeden Fall ein dickes Fell für doch recht unübliche Vocals mitbringen.

Yndi

04.11.2021 - 14:08

Hiperson ist absolut fantastisch. Groß angelegter Art-Indie oder so. Wirklich, wirklich toll.

Das diesjährige Backspace-Album ist auch sehr cool, schön psychedelisch wird es hier.

Dann natürlich Haru Nemuri mit ihrem wilden Mix aus Noisepop, Rap und Posthardcore.



Hierkannmanparken

05.02.2023 - 10:22

Bin zwar erst bis white ceiling gekommen, finde aber gerade diesen Song und beautiful world richtig stark. Wenn white ceiling zum ersten Mal so richtig in Fahrt kommt, Gänsehaut.

Den direkten Vergleich zum neuen Album finde ich schwierig. Hier hat man den Lofi-Charme (für mich tatsächlich kein Störfaktor) und richtig gute Songs, dort wiederum eine bessere Produktion und die unermesslich großen Gesten etwa in der Arrival-Explosion oder im kpop-Refrain von Blossom.
Erinnerr mich an den Vergleich zwischen Lost in the Dream und A Deeper Understanding von TWOD

Old Nobody

05.02.2023 - 12:21

Dass es so jemand ganz allein schafft und zwar trotz des Midi Schlagzeugs macht mir ja für meine eigenen Projekte durchaus Mut. Zeigt, dass das mit den Drums zwar für einige Hörer ein Hindernis ist aber dass es trotzdem möglich ist ein gar nicht mal so kleines Publikum zu erreichen und hier sogar ne 8/10 zu bekommen.

Hierkannmanparken

05.02.2023 - 17:12

Das Schlagzeug klingt bei dir doch immer ganz gut, bleibt aber meistens unauffällig. Bei Parannoul ist es wiederum sehr präsent :D
Er nutzt die Übersteuerung, um den Eindruck der Künstlichkeit praktisch wegzusprengen. Den Tipp gab mir mal ein Kumpel: Schlagzeugspur verdoppeln, zweite Spur leiser aber dafür alles gnadenlos übersteuert, gibt dem ganzen mehr Punch.
Aber selbst ein künstlich klingendes Midi Schlagzeug hat im richtigen Kontext seinen Platz.

Old Nobody

05.02.2023 - 18:03

Schön zu lesen dass es gut klingt, danke !
Ich hab schon viel rumprobiert damit es nicht zu steril oder immer gleich klingt,bin auch eigentlich mit den Drums auch im Nachhinein recht zufrieden, im Rahmen der Möglichkeiten halt. Dass mit der Übersteuerung trägt hier bei Parannoul zum Charme bei. Mal schauen wie das neue Album klingt

etienoir

05.02.2023 - 18:06

@old nobody

wie heißt denn dein projekt? hast du was bei bandcamp?

Old Nobody

05.02.2023 - 18:18

Danke fürs Fragen :)
Projekt heißt tatsächlich Old Nobody
https://oldnobody1.bandcamp.com/
Mach auch noch Ambient:
https://thesorsh.bandcamp.com/

etienoir

05.02.2023 - 20:10

danke. magst du ne meinung dazu?

Old Nobody

05.02.2023 - 20:22

Klaro

etienoir

05.02.2023 - 20:25

zunächst auf jeden fall mal respekt. ich selbst bin auf der kreativseite bedauerlicherweise radikal talentfrei. daher kann ich kaum beurteilen, was du da machst, sondern nur das ergebnis auf mich wirken lassen. dementsprechend solltest du meine kritik auch nicht als die eines musikers nehmen, sondern lediglich als bescheidene geschmackliche bewertung und zudem auch nur als ersteindruck.

etienoir

05.02.2023 - 20:26

zu deinem hauptprojekt (album von letztem juli): du vermagst oftmals eine ziemliche dichte zu erzeugen. und va gelingt es dir sehr gut, diesen verhaltenen ton, der im postrock beim songaufbau meist vorherrscht, sehr gut zu treffen. die katharsis fehlt mir dagegen etwas bzw könnte druckvoller ausfallen. scheint mir auch so, dass du lieber auf langsame steigerungen setzt als auf plötzliche ausbrüche. ich halte beides für adäquate stilmittel. allerdings halte ich postrock für grundsätzlich einerseits ein leichtes genre - man kennt die stilmittel hinsichtlich sound, atmosphäre und arrangements, andererseits eben deshalb auch ein schwieriges genre, denn es ist (zumindest für mich) weitgehend auserzählt. da noch etwas wirklich bedeutendes hinzuzufügen, scheint mir nur schwer möglich. tja, und auch wenn du sehr kreativ mit dem werkzeugkasten umgehst und zb soundtechnisch einiges einfügst, das ich so noch nicht gehört habe, erfindest du das rad eben auch nicht neu. daher bleibt's wohl für mich erstmal bei dem einmaligen hören.

Old Nobody

05.02.2023 - 20:27

Danke, alles gut. Lass das aber besser in diesem Thread weiterführen,weil das hier ja eigentlich nicht reingehört^^
https://www.plattentests.de/forum.php?topic=97422&seite=1

etienoir

05.02.2023 - 20:28

zu deinem ambient-projekt (die beiden neuen singles): ambient ist schon eher das genre, das meinen hauptgeschmack trifft. wenn ich selbst etwas schaffen könnte, wäre es zunächst wohl in diesem bereich. weil ich sehr viel ambient höre, habe ich allerdings auch einen sehr differenzierten geschmack entwickelt, und den bedienst du leider auch nicht wirklich. zunächst mal halte ich es für eine besondere kunst, die elektronisch erzeugten klänge paradoxerweise doch irgendwie organisch klingen zu lassen (womit ich nicht diesen meist oberflächlichen neoclassical-kram meine). exoplanet zb klingt mir da viel zu synthetisch, viel zu sehr nach synthesizer, auch wenn ich die grundidee für spannend und interessant halte. auch mag ich es grundsätzlich lieber flächiger-droniger. einzelne töne sollten im anschlag nicht zu sehr herausstechen, sondern sanfter ineinanderübergehen, finde ich. aber wie gesagt - irgendwie reizvoll finde ich das stück schon. out of scope trifft meinen geschmack auch nicht wirklich (mal als beispiel: ich bin großer fan von vielem, was auf n5md veröffentlicht wird oder so'm zeuch wie warmth), aber mir gefallen stimmung und melodie. bei der etwas nach orgel klingenden zweiten spur bin ich allerdings ein wenig ratlos. es spricht mich auf jeden fall auf eine gewisse art an, aber irgendwie erinnert es mich doch auch an unzählige ähnliche projekte bei bandcamp, die sich meist mit dungeon synth taggen. auch bei denen weiß ich meist nicht so genau, ob mir das gefällt. wie auch immer - fazit auf jeden fall: als the sorsh werd ich dich auf jeden fall mal weiter verfolgen :)

etienoir

05.02.2023 - 20:30

sorry, jetzt war ich zu schnell. anderer thread also. hier bitte weiter mit parannoul.

Eliminator Jr.

05.02.2023 - 20:32

Das ist ja nicht trotz rudimentärer Produktion überwältigend gut, sondern gewinnt ja auch gerade dadurch seinen eigenständigen, rohen Charakter. Das neue Album macht mir das leider nochmals bewusst. Das ist im Vergleich zwar glasklar und gut produziert, im Endeffekt aber leidlich öder Crescendocore, der alle Besonderheiten und die meisten Qualitäten des Vorgängers rausgeworfen hat.

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