Film: Funny Games
John
18.12.2005 - 17:56
Hat jemand von euch schon mal den Film gesehen?
Ist der gut? (Soundtrack zwischen Klassik und Death Metal...)
Sidekick
18.12.2005 - 18:34
Blödsinniger Film. Dann doch lieber "Mann beisst Hund".
Dieter
18.12.2005 - 19:55
Find den Film klasse. Typischer Haneke-Film halt :)
Patte
18.12.2005 - 20:16
@Dieter: Seh ich auch so.
jui
18.12.2005 - 22:23
Sidekick, ich bezweifle, daß du den Film je gesehen hast. Funny Games ist klasse. Haneke hat's wirklich drauf.
Seiltänzer
18.12.2005 - 22:28
Jedem zu empfehlen, der auf lustige "Sadosplatterfilme" abfährt, weil hier dem Durchschnittsgewaltgenießer so richtig fies in den Magen getreten wird. Diese Ausweglosigkeit (z.B. die Szene mit der Fernbedienung) und dieser offen zur Schau getragene Sadismus sind schon einzigartig. Sieht man danach Gewalt im Film vielleicht sogar grundsätzlich mit anderen Augen?
hojac
18.12.2005 - 22:29
wo gibts den film? hab den vor jahren mal im fernsehn gesehn...
Sidekick
18.12.2005 - 22:38
Ich fahre auf Abziehbildchen wie dich ab!
http://members.tripod.com/~Kuroto/fk/funnygames.html
"Benny's Video" ist genauso grottig. Nicht nur, dass er ein Deppenapostroph im Titel hat (für Pseudo-Intellektualos wie Haneke aber nur halb so peinlich), nein, er ist auch noch schlecht gemacht und hat ein dämliches Plot. Jaja.
Seiltänzer
18.12.2005 - 22:51
Interessante Rezension (wenn auch meilenweit an meiner Wahrnehmung des Films vorbei)... ganz so plakativ sind die selbstreferenziellen Ansätze in "Funny Games" dann aber doch nicht. Gerade die Gewaltaktionen werden teilweise mit einer stoischen Gelassenheit zelebriert, die man so weder in Hollywood-Splattereien, noch bewußt provokanten Filmen rund um Gewalt findet. Klar, die Medienkritik ist teilweise schon ziemlich penetrant offensichtlich herausposaunt, letzten Endes wird diese aber dadurch entschärft, dass die Gewalt nie "medial" stattfindet, sondern zum größtenteil dumpf, alltäglich und in dieser Form auch tatsächlich "langweilig" (von den schmerzenden Gesichtsausdrücken der Opfer mal abgesehen). Und ich denke das Thema "Identifikation" mit Opfern oder Täter, spielt in dem Film sowieso nicht die geringste Rolle.
Patte
29.08.2006 - 22:33
http://www.imdb.com/title/tt0808279/
Och nööö, jetzt macht Haneke nochmal ne Version mit englischsprachigen (wenn auch spitzen) Darstellern...*nicht weiß was man davon halten soll* :/ Frank Giering und Arno Frisch kann man nicht mehr toppen.
udw
30.08.2006 - 09:57
Ja, wirklich klasse Schauspieler, aber irgendwie passt es so gar nicht zu Haneke...
Andererseits kommt sein Film dann vielleicht auch mal an die richtigen Leute...??
MaynardJK
30.08.2006 - 20:06
Es steht doch nirgendwo geschrieben, dass das ein 1:1 Remake ist. Ich würde mich nicht wundern, wenn da noch plötzlich unerwartete Änderungen drin sind, gerade weil selbst das Original gemacht hat.
Khanatist
03.09.2006 - 20:31
Sicherheitshalber auch hier: Um 0 Uhr läuft auf ARD "Wolfzeit". Der hat mich, wenn ich mich recht erinnere, nicht gerade begeistert, obwohl der Plot sich gut las.
acid
14.02.2007 - 01:03
grad gesehn und...najaaa. die idee is einerseits gut und die umsetzung teilweise auch. und die schauspieler sind natürlich auch klasse. aber dramaturgisch war der film fast nen totalaussetzer. is ja schön und gut, dass man durch diese langen szenen(10 min. oder so ohne schnitt) verdeutlichen wollte, wie fertig das ehepaar jetzt ist, aber es wahr einfach nur langweilig, mit anzusehen wie sie nur dasitzen und nix machen bzw nur am heulen sind, und das dann ZEHN minuten lang. das hätte man auch geschickter lösen können und in meinen gedanken kreiste sofort das wort "kunstkacke". auch so wollte eigentlich zumindest bei mir nur vereinzelt mal spannung aufkommen, denn es gibt viele szenen in denen einfach GAR NIX bzw. kaum etwas passiert. das soll wie gesagt wohl das hirn des zuschauers zum rattern bringen aber irgendwann is auch mal gut mit solchen nicht-szenen. im endeffekt hätte man den film locker um 15-25 minuten erleichtern können und es würde trotzdem nix elementares fehlen.
die gespräche zwischen den beiden kerlen und die interaktion mit dem zuschauer hat mir hingegen sogar sehr gut gefallen, auch wenn mir die gesellschaftskritik dadurch ein bischen zu dick aufgetragen war.
psychoterror war es jetzt auch nich unbedingt, da empfand ich "the blair witch project" damals beklemmender.
vielleicht bin ich auch einfach nicht für solche extremen indie-filme geschaffen, deswegen hoffe ich mal, dass das remake mir mehr zusagen wird.
Khanatist
14.02.2007 - 01:49
Dito wegen Kunstkacke! Ich halte nicht viel von sogenannter Filmkunst, die außerhalb der Leinwand zu solch eloquenten Superrezensionen wie in Sidekicks obigem Link anregt und innerhalb ihrer 100 Minuten eher zum Gähnen (10 min) oder Kopfschütteln (Fernbedienung. AAARGH!!!).
Ich halte den Film für keine Katastrophe (an sich sogar recht gelungen), nur geht mir dieses schmalspurintellektuelle Schwadronieren dermaßen auf den Sack, oh Mann. In einem anderen Forum, sinngemäß:
Ich: Diese 10-Minuten-Szene, muss das sein? Ich meine, schön und gut .. aber: 10 Minuten?
Cineast: Wie hätte man den Schmerz der Eltern besser zum Ausdruck bringen können? [/du hast den Film nicht verstanden-Code]
Nehmen wir doch gleich 100 Minuten. Oder 100 Stunden. Rezipienten analog in physische Exploitations-Tortur involviert, Sub-Metaphysik! 11/10!
Nein, nein. Der Film als solcher deutlich überbewertet. Aber danke, dass mir Haneke erklärt hat, dass ich Filme wie Saw 3 wegen expliziter Gewaltdarstellung gucke und Gewalt an sich gar nicht so cool ist. (..)
Rick
14.02.2007 - 12:34
ich finde den Film genial...aber da scheiden sich halt einfach die Geister daran...und nein Khanatist, es geht weniger darum, dass du Filme wegen Gewalt guckst oder dass gewalt gar nicht so cool ist, vielmehr liegt Haneke daran dem Konsumenten einen Spiegel vorzuhalten, dass man sich in einem Film auf die Seite Gewalt stellt...man denke an die Rückspuhlszene...fast alle finden es geil, dass die Mutter den einen Entführer abmurkst...durch die Szene wird dem Konsument gezeigt, dass er vom Film Gewalt verlangt (und sei es auch zum "Guten") und es ihn befriedigt, wenn er sie dann bekommt...die Gewaltdarstellungen im Film schließlich sind außergewöhnlich und erschreckend real...keine/kaum Musikuntermalung und kein Happy End, außerdem bricht der Film mit einem Tabu, nämlich mit dem, dass keine Kinder sterben...
Hum, aber ich mag ja sowieso Filme in denen es kein Happy End gibt..und Menschen, die nicht auf Filme stehen, die experementieren und lange Kameraeinstellungen haben sollten sich halt solche Filme nicht angucken. Manche wollen einfach nicht, dass ein Film eine Aussage enthält, sondern möchten einfach unterhalten werde, das ist ja auch in Ordnung...nur sollte man dann diejenigen, die sich leichte Kost von einem Film erwarten, diejenigen in Ruhe lassen, die sich experimentellen Filme gerne anschauen in Ruhe lassen und sich den nächsten Hollywood-Streifen ausleihen...ist doch jedem das Seine...
Rick
14.02.2007 - 12:37
Ich schreib nochmal den letzten Satz, der ist etwas verwirrend...lol...
nur sollten diejenigen, die sich leichte Kost von einem Film erwarten, diejenigen in Ruhe lassen, die sich experimentelle Filme gerne anschauen...der nächste Hollywood-Strreifen tut es ja auch...ist doch egal... jedem das Seine...
Flux
14.02.2007 - 17:40
Ich habe den Film nicht gesehen, aber hier:
dass er vom Film Gewalt verlangt (und sei es auch zum "Guten") und es ihn befriedigt, wenn er sie dann bekommt.
musste ich an 'Dogville' denken. Parallelen?
TobyBo
14.02.2007 - 17:45
Sehr verstörend, durch den Minimalismus des Films wirkt alles beklemmend realistisch.
MJK
14.02.2007 - 17:47
Ich sehe da jetzt eigentlich keine Parallelen.
Flux
14.02.2007 - 17:53
Aber bei 'Dogville' waren schlussendlich auch alle froh, als es gewalttätig wurde. Auch die härtesten Gegner der Todesstrafe forderten auf einmal den Tod aller Dogville-Bewohner.
Vielleicht habe ich da aber auch mehr herausgelesen, als eigentlich drin stand; wie gesagt, habe den Film nicht gesehen.
Patte
14.02.2007 - 17:55
@Rick:
Kann ich so nur unterschreiben.
Giering und dieser Arno irgendwas (sorry, Name vergessen) sind ja wohl kaum zu toppen. Giering ist ohnehin einer der besten deutschen Psychos. Aber okay, lassen wir uns vom Remake überraschen. Soll ja erst Ende 2007 Kinostart sein. :/
Khanatist
14.02.2007 - 18:00
Das wird dann doch wie bei "Vanilla Sky" und "Departed": Die Remakes sind automatisch schlechter, weil die böse Hollywood-Verschwörung ihre Finger im Spiel hat (selbst, wenn sie besser sind).
MJK
14.02.2007 - 18:02
Sind denn beide besser Khanatist?
Leatherface
16.02.2007 - 20:22
Bin mir nicht sicher ob das Remake schlechter wird. Haneke konnte durchsetzen unter seinen Bedingungen zu arbeiten, was in den USA wirklich selten ist. Allerdings frag ich mich wie er das Original noch toppen will?
reinvan
16.02.2007 - 20:27
naomi watts soll doch mitspielen, kann also keine enttäuschung werden.
Leatherface
16.02.2007 - 20:37
^^ Genau!!! Naomi ist die Beste!!!
Leatherface
17.09.2007 - 21:15
Sieht aus wie ne exakte Kopie des Originals. Das ist aber allemal besser, als ein stupider Hochglanz-Reißer, der aber ohnehin nicht zu erwarten war.
Sidekick
17.09.2007 - 21:17
Grieg, fein.
arnold apfelstrudel
17.09.2007 - 21:20
sieht nach ner 1:1-kopie aus.
Patte
17.09.2007 - 21:28
So, und jetzt vergleichen wir das doch nochmal mit dem Original-Trailer: http://youtube.com/watch?v=rzpzpe_8gHQ&mode=related&search=
Merkt ihr was? ;)
IVIJK (p.b.j.)
17.09.2007 - 21:28
Wirklich interessant. Auf der anderen Seit spukt einem dann die 1:1 Psycho Kopie in Farbe im Kopf rum. Das war ja nun auch völlig nutzlos.
Max und Moritz im Original waren super. Am Look könnte man noch was verbessern. Na mal sehen.
humbert humbert
17.09.2007 - 21:36
Schade ist nur, dass es den österreichischen Dialekt des einen Jungen nicht mehr gibt.
hansmann
18.09.2007 - 00:52
tole film, seh gut!
Linkslinker Gutmensch
18.09.2007 - 14:06
Furchtbar prätentiöse Hirnwichserei. Das Haneke uns, gewaltgeilen Deppen, mit einem Remake ein zweites mal zeigen will, wie Gewalt wirklich aussieht entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Hier gibts noch Kritik der ich 100% zustimme.
IVIJK (p.b.j.)
18.09.2007 - 14:18
Interessant, aber die Rezi ist selbst so platt, wie sie es dem Film vorwirft.
ZB nennen sich die Figuren auch mal Max und Moritz. Somit vermeintlich nicht aus dem Kino, sondern von unserem alten Spezi Wilhelm Busch und damit groß gefeierte Kinderliteratur. Aber das hätte der Rezi den vermeintlichen Komplettangriff Hanekes ausschließlich auf das Kino vermutlich verhagelt.
Und was dann an den 70er Jahre Horrorfilmen immer so groß gesellschaftskritisch war, das muss man dann bei Gelegenheit auch mal untersuchen. Bei The Texas Chainsaw Massacre zum Beispiel :-D
Linkslinker Gutmensch
19.09.2007 - 10:18
IVIJK (p.b.j.)
TCM hat imho sehr wohl so etwas wie Gesellschaftskritik, obwohl ich eher dazu tendiere hier von Gesellschaftsparodie zu sprechen.
Die kannibalistisch veranlagte Familie spiegelt eine, zugegeben, pervertierte Form von Traditionalismus und Konservatismus wieder, die ja immer wieder von den sogenannten Moralhütern (Politikern) gepriesen und verherrlicht wurde. Ich sehe in dem Film unter anderem, eine äußerst zynische Satire auf die familiären Wertvorstellungen. Am besten kommt das imho bei dem "Abendmahl" zur Geltung.
Das viele 70er Jahre Horrorfilme Gesellschaftskritisch wären ist mir neu. Ok, mehr als die heutigen auf jeden Fall. Aber auf die schnelle fallen mir nur, "Dawn of the Dead", "The Shining", ein. Aber da die 60er und 70er Jahre in Amerika progressiv und in vielerlei Hinsicht revolutionär waren, ist es nicht verwunderlich, daß gerade diese Jahre für die Kunst als besonders fruchtbar und beonders angesehen werden (imho auch zu recht).
Das ganze hat aber nichts mit Hanekes Zeigefingerschwingenden Machwerk zu tun.
The MACHINA of God
19.09.2007 - 11:00
"The Shining"
Wegen Alkohol, oder wie?
Patte
20.09.2007 - 10:51
@Machina:
"Wegen Alkohol, oder wie?"
Wegen Rassismus und amerikanischen Imperialismus.
Dan
17.12.2007 - 18:43
Trailer...
http://www.worstpreviews.com/trailer.php?id=611&item=2
afromme
17.12.2007 - 18:49
Funny Games - ganz ohne auf Haneke zu hören (einfach mal weniger auf die Regisseure hören) - guter Film.
Was das Remake betrifft, ist es nach allen Trailern und Kritiken, die ich bisher gesehen bzw. gelesen habe, ein fast Szene-für-Szene-Neudreh, nur in englischer Sprache. Kann man überflüssig finden, wenn aber ein US-Studio die Rechte schon kauft, dann lieber ein Original-Nachdreh vom selben Regisseur als ein von Michael Bay produziertes, verwässertes Remake mit viel CGI drin.
Wobei damit, dass das Remake de facto identisch mit dem Original ist, für mich der Anreiz fehlt, Funny Games (2007) gucken.
.....
17.12.2007 - 18:54
marilyn fuckin manson als hintergrundmusik ich fass es nicht
Khanatist
17.12.2007 - 21:03
Erst jetzt den Link vom Linkslinken Gutmenschen gelesen und viel genickt und geschmunzelt:
dank der aufgesetzten, billigen "Verfremdungseffekte" bekommt man notfalls auch noch unter Vollnarkose mit, daß hier Kunst gemacht wird
:D
Dan
17.12.2007 - 21:25
ja, Manson ist dabei... ;)
wre
17.05.2008 - 20:59
Ich kann diesen Haneke nicht ausstehen. So viel dazu!
asd
31.05.2008 - 23:23
00:05 Tele 5
mr.pink
01.06.2008 - 01:35
u.s.-version absolute 1 zu 1 kopie und nur in einem punkt schlechter: der ironisch-psychedelische österreichische akzent fehlt ;)
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Teile uns Deine E-Mail-Adresse mit, damit wir Dich über neue Posts in diesem Thread benachrichtigen können.
