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A Formal Horse - Meat Mallet

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Kamm

Postings: 305

Registriert seit 17.06.2013

21.11.2021 - 16:20 Uhr
Ich wundere mich manchmal wirklich. Seit Jahren höre ich nicht mehr oft aktiv Musik (weil ich meistens am zocken bin), aber bin mir ja sicher, es gibt da draußen viele, Tausende, Millionen von Leuten, die so wie ich früher hungrig sind nach neuer Musik, und nicht einfach nur Musik, sondern eben den paar Prozent, die aus der Masse herausstechen.
Dann kommt mir eine Band wie A Formal Horse unter, und ich sehe: 734 monatliche Hörer auf Spotify, und traue meinen Ohren nicht. Weil, die sind herausragend! Warum sind das nicht 734000?

Ich bin noch mitten im Erschließungsprozess und könnte hier noch keine aussagekräftige Rezension abliefern. Nur soviel: A Formal Horse sind ein Quartet und spielen ungewöhnliche Rockmusik. Sängerin, Gitarre, Schlagzeug, Bass, man kennt das, aber die Sängerin steht nicht zufällig vorne. Hayley McDonnell dominiert das musikalische Geschehen mit ihrer Stimme und überraschenden Gesangsmelodien.
Es fällt mir wirklich schwer, die Band in ein Genre einzuordnen. Das ist einerseits Prog, hat aber auch punkige Vibes, und kein Lied geht über fünf Minuten, während in den härtesten Momenten der Metal gestreift wird. Die 90er Pumpkins kommen einem immer wieder in den Sinn (Space8), der Bassist hat definitiv King Crimson schon mal gehört, und der tolle, punktuell eingesetzte Satzgesang hat was von Pure Reason Revolution, aber mit mehr Schmackes. Die Akkordprogressionen erinnern mich oft an Cardiacs, was einem Ritterschlag gleichkommt.

Meat Mallet ist außerdem ein heftiger Grower. Ich habe jetzt jedes Lied so zwei- bis fünfmal gehört, beim ersten Mal ist nur der relativ offensichtliche Hit "I'm a Lasagne" hängengeblieben.
A Formal Horse - I'm a Lasagne
Inzwischen wechseln sich die Favoriten und Ohrwürmer munter ab. Der Closer "Turkey 2000s" ist z. B. anfangs an mir vorbeigerauscht, jetzt frage ich mich, wie taub ich eigentlich bin. Die letzte Minute ist so wahnsinnig schön, dass sie mir die Tränen in die Augen treibt. Oder "Space 8", das, wie so oft auf dem Album, ganz anders endet, als es anfängt. Es gibt zwar Refrains und Strophen, aber andererseits ist es verblüffend, wie hier gleich mehrere vielseitige Artrock-Epen mit weniger als fünf Minuten Spielzeit komponiert wurden.

Eine ganz dringende Empfehlung für alle, die an spannender Musik interessiert sind!

A Formal Horse - Turkey 2000s

Kamm

Postings: 305

Registriert seit 17.06.2013

26.11.2021 - 14:31 Uhr
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Um der überwältigenden Resonanz noch ein bisschen mehr Treibstoff zu verpassen: Das hier könnte bei dem einen oder anderen progaffinen Mitforisten durchaus Material für die ADJ-Auswahl sein. Glaube ich. Ich bin jedenfalls immer noch sehr angetan. :)

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