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Bob Dylan - Another Side of Bob Dylan

User Beitrag

Affengitarre

User und News-Scout

Postings: 9196

Registriert seit 23.07.2014

14.04.2021 - 12:19 Uhr
Joa, immer noch gut, aber die Qualität lässt nach den zwei starken Vorgängern schon spürbar nach. Die politischen Themen lässt er bis auf "Chimes of Freedom" eigentlich im Schrank, es wirkt oft etwas wie Dylan auf Autopilot, was allerdings immer noch gut genug funktioniert. "I Shall Be Free No. 10" ist wieder einer dieser herrlich witzigen Songs, wobei mir das ähnlich gelagerte "Talkin' World War III Blues" deutlich mehr gefällt. Es wurde Zeit für einen Richtungswechsel, den "Bringing It All Back Home" dann auch ganz fantastisch einläutete.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26426

Registriert seit 07.06.2013

14.04.2021 - 17:42 Uhr
Meiner Meinung nach war das sein erstes Protestalbum. Hier hatte er schon keinen Bock mehr auf Topic-Songs und "Spokesman of a generation"-Müll. Allein schon der Jodel-Opener soll ein Schlag ins Gesicht aller sein, die von ihm die Zusammenfassung der Welt in 4 Minuten und 8 Strophen erwarteten. Musikalisch für mich eines seiner uninteressantesten, gleichzeitig aber wohl wichtig für seine Entwicklung.

Peacetrail

Postings: 2706

Registriert seit 21.07.2019

14.04.2021 - 21:08 Uhr
My back Pages kennt man eher in der sehr gefälligen Byrds-Version, aber das Original ist nochmal eine Klasse besser: einfach Mikro auf und los - ergreifend, so was gibt es nur bei Dylan.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 7387

Registriert seit 26.02.2016

05.05.2021 - 22:43 Uhr
#4 Another Side Of Bob Dylan (1964)

Nicht ohne Grund lacht Bob Dylan, wenn er singt "I ain't lookin' for you to feel like me / See like or be like me". Er weiß ja selbst bereits, dass er einzigartig ist.
Auf kleiner Ebene ist "Another Side" sein erstes Verweigerungsalbum. Hier kündigt es der Titel zumindest an: Abwendung von offensichtlich klassischen Folk-Themen, politischen und gesellschaftlichen Missständen, Fokus auf private Belange, gern auch durch eine abstraktere, weirde Linse. Im Highlight "My Back Pages" gibt es sogar eine ganz klare Absage an jeglichen Idealismus. Immerhin hört man auch auf "Another Side" Dylan allein – zum vorerst letzten Mal.
Sowas wie "I Shall Be Free No. 10" passt da natürlich noch viel weniger rein als auf "Freewheelin'", ist hier aber lustiger und unterhaltsamer geraten. Ebenso der "Motorpsycho Nightmare", welcher sich wie ein Fiebertraum entwickelt.
Stücke wie das Rimbaud-inspirierte "Chimes Of Freedom" oder das hübsche, tröstende "To Ramona" sind eher typisch. Zum gemeinen "Ballad In Plain D" meinte Dylan später, das hätte er sich sparen können. Wenn er die Schwester seiner Ex Suzi Rotolo als "parasite" bezeichnet, stimme ich seiner späteren Einschätzung zu – auch weil der Song seine Länge nicht rechtfertigt. Klingt für euch auch "I Don't Believe You" stark nach den Beatles?
Ein wenig Meckern auf hohem Niveau: Mich packt hier vor allem in der ersten Hälfte nicht so viel wie auf den beiden Vorgängern, es wirkt wie ein Luftholen vor dem, was da unmittelbar folgen wird. Auch beim Einatmen kriegt der Dylan der 60er aber noch sehr gute Platten hin.

7,5/10
Highlights: To Ramona | My Back Pages | It Ain't Me Babe

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 26426

Registriert seit 07.06.2013

05.05.2021 - 23:14 Uhr
Schön geschrieben. Krieg direkt Lust auf das Album.

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