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Emirsian - Lezoon

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Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

26.03.2021 - 20:07 Uhr - Newsbeitrag
EMIRSIAN
Das neue Album „Lezoon“ erscheint am 21.05.2021
(Label/Vertrieb: Hayk Records/Cargo)

Ab heute die erste Single "End Of Time" (feat. Aydo Abay)

Neben Aydo Abay sind auch System Of A Down-Sänger Serj Tankian
sowie Emirzes Tochter Veron als Gäste auf dem Album vertreten



Das Folgende ist, wie man so schön sagt, ein „pretty big statement“, aber es ist einfach mal wahr: Ohne den Frankfurter Sänger und Gitarristen Aren Emirze wäre Deutschlands Musikkultur um viele Facetten ärmer. Über 22 Jahre und neun Alben stand er Deutschlands langlebigster Noiserock-Formation Harmful vor, war deren Hauptsongwriter, Frontmann und Triebfeder. Kaum verabschiedete sich die Band 2014 reüssierte er zusammen mit dem Sportfreude Stiller-Drummer Flo Weber als Taskete!, ein Duo, das selbst in dieser Phase, in der Duos immer mehr Popularität und Anklang fanden, zu einem reißenden Ausnahmeprojekt zwischen Noiserock, kratzigem Blues und Vocoder-Pop geriet. Und mit Musa Dagh steht in Kürze schon wieder eine neue laute Band an, die man guten Gewissens eine „Supergroup des deutschen Rock“ nennen kann und die neben Emirze aus dem ehemaligen Blackmail-Sänger Aydo Abay, dem Beatsteaks-Drummer Thomas Götz sowie dem Produzenten Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic, Fehlfarben) besteht (mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt).

Doch Emirze kann auch anders, nämlich leise, melancholisch und zerbrechlich. Was er neben dem Duo Aren & Chima, das er gemeinsam mit dem Brothers Keepers-Sänger Chima betreibt (und ihn erstmals in deutscher Sprache singend zeigte) seit rund eineinhalb Jahrzehnten mit dem Akustik-Projekt Emirsian beweist. Dieses Projekt ist eine sehr persönliche Angelegenheit für Aren, von Anbeginn: Denn schon das erste Emirsian-Album geht zurück auf die Tonbandaufnahme eines Songs seines verstorbenen Vaters und Arens Bedürfnis, sich infolgedessen auf die Suche nach seinen armenischen Wurzeln zu machen.

In Emirsian trifft großartiges Singer-/Songwritertum auf stilistische Elemente armenischer Folklore, es sind zurückhaltende, kontemplative Songs, die zwischen den Welten und Genres schweben. Vier Alben hat Aren Emirze bislang unter diesem Banner veröffentlicht, jedes davon erzählte eine eigene Geschichte und liegt einem anderen Urknall zugrunde, ähnlich wie es mit dem Tape des Vaters rund um das Debütalbum schon war.
Nun ist die Zeit reif für ein fünftes Kapitel in der vermutlich auf ewig fortzuschreibenden Emirsian-Geschichte – ein Kapitel, das diesem Projekt wieder völlig neue Nuancen und Facetten hinzu fügt. Es ist das stilistisch zweifellos breiteste aller Emirsian-Alben, was sicher auch an dem „Urknall“ liegt, der dieses Album durchzieht: Die Trennung von der Mutter seiner Tochter und die Wiederentdeckung einer persönlichen Freiheit, die man einst mit Vorsatz aufgab. Es ist das erste Album unter diesem Namen, das eine Reihe prominenter und/oder für Aren persönlich bedeutsamer Features bereit hält, neben dem bereits erwähnten Aydo Abay, ist auch Serj Tankian, sowie Arens Tochter Veron zu hören. Und es ist die erste Emirsian-Platte, die neben englischen und armenischen Lyrics auch auf Deutsch gesungene Stücke vorstellt.

Als erste Single erscheint am 26. März „End Of Time“ (feat. Aydo Abay). Zur Zusammenarbeit mit Abay erklärt Emirze: „Ich arbeite ja jetzt im Rahmen von Musa Dagh schon seit einer Weile mit Aydo zusammen, und es ist schön zu erleben, wie gut unsere Vermutung, dass unsere emotionalen und künstlerischen Welten miteinander harmonieren, tatsächlich aufgeht. Seine Melodiewelt und meine brachialen Gitarrenriffs funktionieren wirklich hervorragend miteinander. Während der Musa Dagh-Sessions hatten wir immer diesen einen Song, der irgendwie nicht zu anderen passen wollte, weshalb wir gesagt haben: Lass uns ihn mal aus dieser lauten Rock- und Riff-Welt rausholen und einen Emirsian-Song draus machen. Und auf einmal funktionierte der Song ganz hervorragend.“



Emirsian
"Lezoon"
VÖ: 21.05.2021
Label: Hayk Records
Vertrieb: Cargo


Peacetrail

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Registriert seit 21.07.2019

01.04.2021 - 22:19 Uhr
Sehr schön. Besonders, seitdem ich weiß, dass das Aren Emirze ist.

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

23.04.2021 - 20:35 Uhr - Newsbeitrag


EMIRSIAN
Das neue Album „Lezoon“ erscheint am 21.05.2021
(Label/Vertrieb: Hayk Records/Cargo)

Nach "End Of Time" (feat. Aydo Abay) gibt es ab heute
auch den Titeltrack "Lezoon" im Stream




Die Bedeutung des Titelsongs kommentiert Emirze wie folgt:
"Für mich der Kernsong der Platte. „Lezoon“ heißt übersetzt „Sprache“. Der Text stammt von Vahan Tekeyan, dem wichtigsten armenischen Dichter, der in dem Gedicht darüber sinniert, wie bedeutsam Sprache und ihr Erhalt ist, gerade und besonders auch die armenische – schon weil die Armenier durch den Genozid damals stark dezimiert wurden und auch viele Armenier heutzutage nah dran sind, ihre Wurzeln zu verlieren. In diesem Lied wird die Bedeutung von Sprache betrachtet, dass man sie pflegt und weiter trägt – und auch immer bemüht ist, all ihre Facetten und Details zu wertschätzen. Ein Umstand, der wiederum letztlich für alle Sprachen heutzutage gilt."

Peacetrail

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23.04.2021 - 22:00 Uhr
Toller Musiker.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

24.04.2021 - 21:35 Uhr
Trotz Aydo hat "End of time" weniger als 1.000 Plays bei Spotify. Wahrscheinlich wird nicht mal Serj einen großen Boost geben. Es ist ein Trauerspiel. Schön, dass er trtozdem immer weiter Musik macht.

tbc

Postings: 4

Registriert seit 21.06.2020

25.04.2021 - 19:50 Uhr
Generell bewundere ich Musiker und Lebenskünstler, die trotz überschaubarem Erfolg über Jahre aktiv bleiben. Interessant in diesem Zusammenhang fand ich die insgesamt mittelmäßig gemachte Doku Könige der Welt über den zeitweise heroinabhängigen Sänger von Union Youth oder die Dokuserie Wie ein Fremder über den Voltaire Sänger.

Harmfuls Wromatic beeindruckt mich immer noch regelmäßig, die restlichen Alben und auch die Solosachen fand ich nie schlecht, aber so oft gehört habe ich sie dann doch über die Jahre nicht. Lezoon höre ich mir nach der Veröffentlichung aber auf jeden Fall an.

Was meint ihr, warum es mit dem Erfolg nie geklappt hat? Am ehesten wäre meiner Meinung nach Ende der 90er im Fahrwasser von Bands wie Helmet mehr möglich gewesen. Zu diesem Zeitpunkt hatten Harmful wohl Pech mit den Plattenfirmen einen schweren Stand in der deutschen alternativen Musikszene aufgrund ihrer Verbindung zu den Onkelz.

Peacetrail

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Registriert seit 21.07.2019

25.04.2021 - 20:09 Uhr
„Was meint ihr, warum es mit dem Erfolg nie geklappt hat?“
Fehlender Vertrieb, nicht durch Videos gehypt (gab es Anfang der 2000er noch MTV?)
Aber auch Pech oder so. Wenn man auf Taskete guckt, da war doch ein Spochtsfreund bei, hat trotzdem keiner gehört.

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

07.05.2021 - 19:03 Uhr - Newsbeitrag


Mit "Lichtjahre" hören wir Aren Emirze in deutsch, wie es dazu kam, erklärt er selbst:
"Vor acht Jahren habe ich damit angefangen, mit Moses Schneider zusammen deutsche Songs zu schreiben. Bei einer dieser Sessions sah ich bei ihm diesen Text herumliegen von Tobias Friedrich, der mit Moses zusammen in der Band Husten spielt. Ein Text, der mich auf der Stelle sehr berührt hat, auch aufgrund der Trennungs-Thematik. „Wir sind Lichtjahre voneinander entfernt“ – genau so empfand ich damals. Deshalb fragte ich Tobias, ob ich ihn benutzen und mit einem Song unterlegen darf, und er willigte ein. Es gibt auch von Husten einen Song mit diesem Text, aber ich habe meinen Song dazu geschrieben, bevor ich ihren überhaupt hören konnte. Und es ist erstaunlich, wie extrem unterschiedlich die Songs geworden sind, und doch funktionieren beide auf ihre Weise ausgezeichnet, weil sie jeweils die Gefühle des Sängers, die in diesem Text transportiert werden, sehr intensiv widergeben."

8hor0

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10.05.2021 - 11:50 Uhr
klingt alles sehr schön. vorfreude! :)

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

12.05.2021 - 21:57 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?


The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

22.05.2021 - 15:32 Uhr
Schönes, ruhiges Album. Wäre schön wenn es Dank Serj etwas mehr Aufmerksamkeit bekommt.

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