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Buch: Sylvia Plath - Die Glasglocke (Buchclub-Wahl #3)

User Beitrag

Jennifer

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22.01.2021 - 07:37 Uhr
Und hier ist dann auch der Thread zu unserem Februar-Buch.

dieDorit

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22.01.2021 - 08:02 Uhr
Hier noch ein Hinweis an alle die das englische Original lesen wollen. Ich sehe gerade, auf der Webseite meiner lokalen Buchhandlung steht bei allen englischsprachigen Taschenbuchausgaben des Buchs: Lieferbar innerhalb von 6 Wochen

Also besser, so früh wie möglich bestellen.

Da ich eh eigentlich lieber eBooks lese, werd ich diesmal auf die eBook-Variante zurückgreifen, die ist sofort lieferbar.

myx

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22.01.2021 - 08:03 Uhr
Oh, danke Dorit, dann mal los.

Enrico Palazzo

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22.01.2021 - 08:12 Uhr
Für den kleinen Geldbeutel (auch wenn ich Amazon lieber meide): Die englische Kindle-Ausgabe gibt's grad für 1,49€.

dieDorit

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22.01.2021 - 08:21 Uhr
Ja, bei meiner Buchhandlung (nicht Amazon und nicht Thalia) auch. Und eine weitere eBook-Ausgabe für 1,59€. "This P.S. edition features an extra 16 pages of insights into the book, including author interviews, recommended reading, and more."

MopedTobias (Marvin)

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22.01.2021 - 11:00 Uhr
Auch wenn es gerade aktuell verständlich ist, es zu vermeiden, gebe es im Versandhaus mit dem "A" das englischsprachige Taschenbuch mit sofortiger Lieferung.

mrnovember

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23.01.2021 - 11:24 Uhr
Ich habe beim Buchhändler meines Vertrauens gestern auch eine Version gefunden, die innerhalb von 5-6 Tagen lieferbar sein sollte, allerdings wurde die Bestellung heute dann direkt wieder storniert.

Hat jemand noch einen Tipp? Würde ungerne auf die deutsche Version zurückgreifen müssen, eine Bestellung via Amazon ist aber für mich definitiv ausgeschlossen.

Affengitarre

User und News-Scout

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23.01.2021 - 11:30 Uhr
Manche Stadtbibliotheken bieten Liefer- oder Abholservices an, vielleicht hast du bei deiner ja Glück und sie haben das Buch auf englisch vorrätig und du kommst da ran. Wenn du ebook-Leser wärst, wäre das jetzt auch nicht so kompliziert, sonst wirds eher schwierig. Auf ebay Kleinanzeigen habe ich vorhin auch nichts vielversprechendes gefunden.

mrnovember

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23.01.2021 - 11:35 Uhr
Okay, danke. ebooks sind eigentlich eher nicht so das Richtige für mich, aber vielleicht mache ich in diesem Fall dann eine Ausnahme.

Autotomate

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23.01.2021 - 11:53 Uhr
In der Buchhandlung, in der ich immer bestelle (aber bei den meisten Buchhandlungen läuft das ja zentral über Libri) gibt es eine gebundene Version von "The Bell Jar" für 15.50, lieferbar innerhalb von 5 bis 7 Tagen. Und bei reBuy.de gibt's auch noch ein einziges Exemplar (mit erstaunlichem Cover allerdings) für nen Fünfer.

Affengitarre

User und News-Scout

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23.01.2021 - 11:59 Uhr
Bei Rebuy zahlt man halt noch 4€ Versand dazu, das lohnt sich da vor allem bei größeren Bestellungen oder Aktionen, wo es keine Versandkosten gibt. Aber so als letzter Ausweg, klar.

testplatte

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23.01.2021 - 11:59 Uhr
medimops hat derzeit noch eine ausgabe in englisch:

https://www.medimops.de/produkte-C0/?fcIsSearch=1&searchparam=plath+bell

es lohnt für gebrauchte ausgaben auch immer ein blick bei ebay, da hab ich aber jetzt keinen bock ;-)

testplatte

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23.01.2021 - 12:00 Uhr
bei medimops ab 10 € portofrei und da findet man immer was zum 'auffüllen'

testplatte

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23.01.2021 - 12:02 Uhr
sorry, falscher link:
https://www.medimops.de/sylvia-plath-the-bell-jar-p-s-taschenbuch-M00060837020.html

Autotomate

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23.01.2021 - 12:16 Uhr
@Affengitarre: Bei rebuy und auch bei medimops gibt's häufig Bücher für einen Cent, also sozusagen "Buch gegen Versandkosten", das passt dann auch...

mrnovember

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23.01.2021 - 12:17 Uhr
Wow, danke! Das sieht doch gar nicht so schlecht aus. Die Libri-Version ist allerdings die, die auch mir mit 5-7 Tagen Versand angezeigt und nachträglich storniert wurde.

Autotomate

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23.01.2021 - 12:22 Uhr
Wären hier bei rebuy dann knapp 9 Euro. Aber bei testplattes medimops-Link sieht das Cover deutlich erträglicher aus. Das Auge liest ja schließlich mit ;)

mrnovember

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29.01.2021 - 18:35 Uhr
Vorgestern die Medimops-Bestellung erhalten. Vielen Dank nochmal für die Tipps!

Jennifer

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31.01.2021 - 09:11 Uhr
Für alle, die noch nicht versorgt sind: Auf ebay gibt es gerade noch vier Exemplare der englischen Taschenbuchversion für 7,57 Euro inkl. Versand. Auf der Homepage des Händlers ist das Buch direkt ein wenig teurer und dort würde natürlich auch der Käuferschutz entfallen.

Enrico Palazzo

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31.01.2021 - 13:02 Uhr
Ein Tipp vom Experten: Wenn man sich die Kindle-Version kauft, bitte drauf achten dass man nicht The Bell Jar von Leo Tolstoj kauft :D Tolstoj ist nämlich nicht Plath, habe ich festgestellt.

Perfect Day

Postings: 275

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31.01.2021 - 13:22 Uhr
Enrico, da wäre ich auf Deine Diskussionsbeiträge gespannt gewesen ;-)

Affengitarre

User und News-Scout

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31.01.2021 - 13:22 Uhr
:D

Gomes21

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Registriert seit 20.06.2013

31.01.2021 - 14:15 Uhr
Hab heute in der Sonntagssonne begonnen und bin ziemlich angetan. Buch und Autorin sind völliges Neuland für mich.

Jennifer

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02.02.2021 - 09:33 Uhr
Haben sich mittlerweile eigentlich alle das Buch besorgen können?

myx

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02.02.2021 - 13:19 Uhr
Ja, wir haben es heute in der lokalen Buchhandlung abgeholt (50th Anniversary Edition von Faber & Faber). Es war sofort lieferbar und lag schon seit acht Tagen bereit. Wahrscheinlich hatte ich Glück und konnte gerade noch eines der letzten Exemplare ergattern (jetzt heisst es nämlich auf der Website "in Kürze wieder lieferbar"). Danke an dieser Stelle an Dorit für den morgendlichen Weckruf. :)

Jennifer

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02.02.2021 - 13:21 Uhr
Ist an der 50th Anniversary Edition was Besonderes? Bonus-Material oder so?

myx

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Registriert seit 16.10.2016

02.02.2021 - 13:25 Uhr
Nein, leider kein Bonus-Material, nur der Originaltext.

Jennifer

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02.02.2021 - 13:29 Uhr
Ah, ok. Hatte gedacht, dass da vielleicht irgendwas total special wäre. :)

Ich hab eine ganz hübsche Ausgabe. Hatte mal neugierig nach neueren Auflagen geschaut, aber meistens fand ich die Cover echt hässlich. Bin froh, dass ich meine schon so lange hab.

myx

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02.02.2021 - 13:33 Uhr
Hätte bei einer Geburtstagsausgabe ja auch gut sein können. Bin jetzt aber einfach froh, dass ich überhaupt ein Exemplar habe. ;)

Enrico Palazzo

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04.02.2021 - 08:30 Uhr
Ich fang dann mal an :)

Ist ja eine sehr tragische Geschichte mit Sylivia Plath. Der Name sagte mir zwar war, aber ich hatte mich mit Plath bisher null auseinandergesetzt.

Jennifer

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04.02.2021 - 08:51 Uhr
Ist ja eine sehr tragische Geschichte mit Sylivia Plath. Der Name sagte mir zwar war, aber ich hatte mich mit Plath bisher null auseinandergesetzt.

Ich hatte auch überlegt, ob ich das empfehlen sollte: Erst das Buch lesen und sich anschließend über Plaths Leben informieren. Ich glaube, das öffnet den Blick im Nachhinein noch mal ganz anders.

Autotomate

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04.02.2021 - 12:52 Uhr
Halte ich auch für ne gute Empfehlung. Das gibt einem die Chance, sich erst einmal - von den Hintergründen unbelästigt - ihrer eigenen Sicht und künstlerischen Interpretation auszusetzen.

Enrico Palazzo

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09.02.2021 - 09:50 Uhr
Puh. Ggf bin ich raus. Ich habe jetzt 25% gelesen und quäle mich unfassbar durch den holprigen Stil und finde es echt öde. Da fesselt mich so gar nichts bisher. Vllt nehm ichs später nochmal zur Hand, aktuell glaub ich aber nicht mehr dran.

Euch Anderen aber noch viel Spaß :)

Gomes21

Postings: 3364

Registriert seit 20.06.2013

09.02.2021 - 11:53 Uhr
Also ich bin jetzt fast durch und finde es kein bisschen holprig, ganz im Gegenteil, das fließt bei mir so weg.

Ich bin wirklich sehr gefesselt und hab noch gar nicht so richtig reflektiert warum. Desdhalb bedanke ich mich schon mal sehr für den Vorschlag und die Wahl, für die ich selbst nicht gestimmt hätte und freue mich auf den Diskurs! :-)

Jennifer

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 14.05.2013

22.02.2021 - 12:27 Uhr
Ich hab es jetzt am Wochenende auch noch mal gelesen, nachdem das letzte Mal doch schon ein paar Jahre zurückliegt. Da muss ich mich Gomes anschließen: Holprig finde ich das ganz und gar nicht.

Enrico Palazzo

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22.02.2021 - 12:42 Uhr
Umso besser für euch :)

dieDorit

Postings: 1574

Registriert seit 30.11.2015

22.02.2021 - 12:45 Uhr
@Enrico

Immerhin war mit "Der Schneesturm" in diesem Monat trotzdem was für dich dabei :)

Enrico Palazzo

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Registriert seit 22.08.2019

22.02.2021 - 12:57 Uhr
Stimmt :)

Ach, ich bin ja auch immer aufgeschlossen und neugierig. Und ich bin deswegen verwundert, dass Plath mich so furchtbar langweilt, dass ich nicht weiterlesen mag. Aber manchmal ist das so.

Dafür dann nächsten Monat "Das Phantom des Alexander Wolf" :)

Autotomate

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22.02.2021 - 16:06 Uhr
@Enrico:
Man liest ja erst mal den Bericht einer neunzehnjährigen Vorstadt-"Teenagerin", die mit elf anderen Mädchen durch New York zieht. Ein solcher Plot ist sicher etwas gewöhnungsbedürftig. Und die Art des Erzählens spiegelt immer auch Esthers jeweilige Verfassung wider, deshalb mag die Sprache vielleicht "holpriger" - ich würde eher sagen "wechselhafter" - anmuten, als sie es bei einem neutralen oder allwissenden Erzähler wäre. Man merkt z.B. zeitweise, wie Esther versucht, den Leser (und damit sich selbst) über das Ausmaß ihrer Entfremdung zu täuschen, aber sowas wird nirgendwo ausformuliert oder analysiert. Gerade solche scheinbaren "Lücken" machen für mich aber viel von der Faszination dieses Buches aus.

Aber gut, ich will dich nicht überreden ;)

Enrico Palazzo

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22.02.2021 - 16:39 Uhr
Brauchste auch nicht ;P

Ich guck mal, ob ich die kommenden Tage weiterlese. Ich sehe aber nach nem Viertel eigentlich keine Veranlassung dazu. Und da ich mittlerweile dazu tendiere, Bücher, die mir gar nichts geben, nicht zuende zu lesen, glaube ich nicht mehr dran, dat ick dat hier tun tu.

Deaf

Postings: 924

Registriert seit 14.06.2013

22.02.2021 - 16:53 Uhr
Im ersten Viertel passiert ja auch noch nicht viel, das tragisch-fesselnde der Geschichte beginnt erst später.

mrnovember

Postings: 109

Registriert seit 10.10.2019

22.02.2021 - 17:02 Uhr
Ich bin selbst noch nicht durch, bin aber gerade vom Stil absolut begeistert. Sprachlich ist das für mich bisher mit Abstand das höchste Niveau der hier gewählten Bücher.

Enrico Palazzo

Postings: 1622

Registriert seit 22.08.2019

22.02.2021 - 17:04 Uhr
@Deaf

Ja nun, aber ich fänds schon schön, wenn mich wenigstens die Hauptperson oder das, was dort passiert, interessieren würde. Auch zu Beginn. So als grundsätzliche Basis zum weiterlesen. Nur ein wenig. Tuts leider nicht :)

Telecaster

Postings: 1057

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22.02.2021 - 21:22 Uhr
Hab das Buch gegen Ende letzten Jahres gelesen (auf Englisch, logo), als ich in der Arbeit sehr, sehr viel Zeit hatte, und es verschlungen wie kaum ein anderes Buch in den letzten Jahren.
Schade, dass es ihr einziger Roman war.
Hab neulich mal mit Virginia Woolf angefangen, und da kam ich nicht über ein paar Seiten hinweg.

Old Nobody

User und News-Scout

Postings: 2258

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28.02.2021 - 00:00 Uhr
Puuh, das war schwere Kost. Ging ganz schön an die Nieren. Find ich gut wenn ein Buch sowas in mir auslöst. Bewegend und besonders in der zweiten Hälfte soghaft, ein dunkler düsterer Sog, der an eigene düstere Zeiten erinnert, die zwar einerseits lange her sind aber andererseits nie wirklich weg waren, wie die Landschaften, wie es im Buch steht.
Immer wieder bereit aufzublitzen, immer bereit die Wellen loszutreten, die einen überrollen. Oder wie es im Buch heißt: Wie die Glasglocke von der man nie weiß ob sie sich nicht doch irgendwann wieder über einen senkt und einschließt.
Ganz Ganz starke Bilder und Metaphern. Bin schwer beeindruckt.
Ich fühlte mich in der ersten Hälfte so stimmungsmäßig ein klein wenig an Mad Men erinnert, diese Zeit und das alles.


Dass da so viel autobiographisches drin steckt, macht das ganze noch einen ganzen Tacken erschütternder, grad auch die Schocktherapien. Gibt aber evtl auch Hinweise für das offene Ende, weil Plath ja ihr Studium noch abgeschlossen und doch noch geheiratet hat. Dass sie dann aber doch noch Selbstmord beging, macht natürlich nicht eben Mut. Ziemlich heftig und sehr traurig.
Habe aber nun großes Interesse an ihrer Gedichtsammlung


Was mich unterwegs ein bisschen getröstet hat, ist, dass es offenbar auch in den 50ern schon Menschen gab, die vergebens nach ihren Zielen suchten. Fand da das Bild mit dem Feigenbaum für all die Möglichkeiten, auf die man sich nicht festlegen kann, ganz fantastisch.Es wird ja oft, und auch hier beschrieben, dass die Rolle der Frau in dieser Zeit im Grunde ja festgelegt war, dass es das klare Ziel war einen Mann zu finden und sich dann um die Kinder zu kümmern.Während die ewige Suche nach dem einen Ziel ja eher als Krankheit unserer Zeit genannt wird, mein ich.
So lässt sich Esthers Geschichte weitgehend auf die heutige Zeit übertragen.


Muss ansonsten das ganze noch weiter sacken lassen. Sehr intensiv, fesselnd,mitreißend,berührend und emotional aufwühlend.
Ich kann mich für den Tipp nur bedanken.
Find es echt mutig, dass Sylvia Plath sich und ihre Depression in den Zeiten in denen sie lebte, quasi geoutet hat. Möglich ist, dass das Buch auch eine Art Hilferuf gewesen ist. Schade, dass sie es nicht geschafft hat.

Ist für mich wohl ne 10/10

mrnovember

Postings: 109

Registriert seit 10.10.2019

28.02.2021 - 00:05 Uhr
Ich kann mich dem vollständig anschließen. Auch für mich war es in jeder Hinsicht ein sehr beeindruckendes, intensives Leseerlebnis. Bei einigen Stellen, die sich mit den explizit geschilderten Suizidplanungen beschäftigen, musste ich mehrere Absätze überspringen, auf jeden Fall kein Buch für schwache Nerven.
Erträglicher wird das viele Leid durch einige im Buch verstreute Hinweise, die bezüglich Esthers Zukunft mindestens vorsichtig optimistisch stimmen.

Ich kann die Sprache gar nicht genug rühmen. Diese sachliche, direkte Schilderung auch schrecklichster Begebenheiten, dieser feine Humor, der trotzdem oft durchscheint. Alles in allem ist dieser Roman eines der ergreifendsten Werke, die sich mit psychischen Erkrankungen beschäftigen, die ich kenne.
Klare Höchstwertung von mir: 10/10

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

Postings: 16755

Registriert seit 10.09.2013

28.02.2021 - 00:20 Uhr
Ich stimme sofort mit ein. Vor allem die Phase zwischen der Rückkehr aus New York und dem Suizidversuch ist mit einer so trostlosen Wucht geschrieben, dass es mir im wörtlichsten Sinn "an die Nieren" ging, ich die Wirkung dieses Buchs wirklich körperlich gespürt hab. Danach wird der Griff etwas lockerer, bleibt aber emotional packend bis zum Ende.

Plaths Sprache finde ich überwältigend, motiv- und metaphernreich, aber frei von jedem Pathos. Ich wüsste nicht, was mich hier von der Höchstwertung abhalten sollte. Ich habe einiges von ihrer Lyrik im Studium gelesen und mochte sie, aber der Roman war nie ganz oben auf meiner Lektüreliste. Insofern ein großer Dank an meinen Tomatenfreund für diesen Vorschlag.

myx

Postings: 1881

Registriert seit 16.10.2016

28.02.2021 - 08:38 Uhr
Für mich gibt es zwei Punkte, die mich bei diesem hervorragenden Buch dann doch von der Höchstnote abhalten: Zum einen übertreibt sie es für meinen Geschmack ein bisschen mit den Metaphern, was mir erst jetzt beim zweiten Lesen so wirklich negativ aufgefallen ist. Zum anderen, und das ist der schwerwiegendere Kritikpunkt, schaut die Protagonistin für mein Empfinden mit einem zu bösartigen, bissigen, lieblosen Blick auf die Welt. Natürlich mag man dies auf ihre Existenzkrise zurückführen wollen, trotzdem bleibt da für mich ein Rest an Arroganz, der mir die Hauptperson in Teilen unsympathisch macht. Unter der "Glasglocke" mag es sich dumpf und leblos anfühlen, die "Säure" produziert sie mMn ohne Not auch selbst.

dieDorit

Postings: 1574

Registriert seit 30.11.2015

28.02.2021 - 08:55 Uhr
Ich hatte anfänglich ähnliche Schwierigkeiten wie Enrico mich in die Handlung reinzufinden. Die Partywelt irgendwelcher “Modetussis” hat mich doch recht wenig interessiert. Im Nachhinein betrachtet habe ich Esthers Erlebnisse wohl mit der gleichen Gleichgültigkeit gelesen wie sie auch von ihr wahrgenommen und beschrieben wurden. Der Schreibstil war für mich ebenfalls etwas verworren.
Der eigentliche Roman fängt für mich aber erst ab der zweiten Hälfte an, nachdem sie New York verlassen hat. Ab da an wird er mit jedem Kapitel interessanter und packender. Inzwischen hatte ich mich dann wohl auch an ihren Schreibstil gewöhnt bzw. passte er dann besser zur Handlung.

Die Analogie mit dem Feigenbaum hat mir ebenfalls sehr gefallen, da ich hier Esthers Lage sehr gut nachvollziehen konnte. Ich glaube darin können sich auch heute noch so einige, Frauen wie auch Männer, wiederfinden.

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

Postings: 16755

Registriert seit 10.09.2013

28.02.2021 - 11:27 Uhr
Interessant, dass es für manche Leute offenbar ein Kritikpunkt ist, wenn sie keine Sympathie für den Hauptcharakter einer Geschichte empfinden. Das kenne ich von mir ja gar nicht, nicht nur auf Literatur bezogen. Gutes Storytelling erfordert Empathie, nicht zwingend Sympathie, und erstere ist hier definitiv gegeben. Ohne, ihre Situation in Gänze selbst erlebt zu haben, kann ich zu 100% mit Esther mitfühlen und es verstehen, dass sie nach all ihren traumatischen Erlebnissen, Enttäuschungen und dem Druck der gesellschaftlichen Rollenerwartungen für die Welt nur einen "lieblosen" Blick übrig hat. Mal davon ab, dass ich es ein bisschen schwierig finde, einer Frau mit einer klinischen Depression die teilweise "Selbstproduktion" ihres Umstands zu unterstellen. Dieses Thema ist in Sachen Selbstverantwortung – inwieweit denkt die betroffene Person noch eigenständig bzw. hat die Krankheit ihr Denken "vergiftet" – unheimlich komplex. Da müssen wir als Laien (?) in der Diskussion sehr vorsichtig sein, um nicht ungewollt in Richtung einer Depressionsverharmlosung zu neigen.

Zum Thema des ersten Romandrittels: Das hat natürlich ganz bewusst noch nicht so eine emotionale Intensität wie der Rest entwickelt, ich war aber dennoch von Beginn an "hooked", weil ich die Sprache mit ihrem sachlichen Metaphernreichtum und dem nüchternen Humor einfach als unheimlich unterhaltsam zu lesen empfand (Bsp. die erste Begegnung mit "Cowboy" Lenny).

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