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Paul McCartney - McCartney III

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Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

21.10.2020 - 20:33 Uhr - Newsbeitrag
PRESSEINFO:





Paul McCartney kündigt den dritten Teil seiner Solo-Trilogie an:



McCartney III erscheint am 11. Dezember bei Capitol Records auf CD, LP und digital ++ Geschrieben, eingespielt und produziert von Paul McCartney



1970 erschien McCartney. McCartney II im Jahr 1980. 2020 kommt nun McCartney III…



In diesem Jahr jährt sich die Veröffentlichung von Paul McCartneys gleichnamigem Solodebüt zum 50. Mal: Komplett im Alleingang geschrieben und eingespielt, hat das McCartney-Album in den vergangenen fünf Jahrzehnten kein bisschen an Charme verloren – im Gegenteil. Für Paul markierte die Veröffentlichung nicht nur den nächsten #1-Charterfolg, nunmehr als Solokünstler, sondern vor allem eine kreative Wiedergeburt: Es war der Beginn einer neuen Ära. Und ein Album, dessen warmer, lässig-handgemachter Sound – man denke an Songs wie „Maybe I’m Amazed“, „Every Night“ oder auch „The Lovely Linda“ – Generationen von Indie- und LoFi-Künstlern inspirieren sollte.



Im weiteren Verlauf der Siebziger gründete Paul dann seine zweite Band: Wings. Wieder dominierte er die Charts, wieder stand er auf den größten Bühnen und konnte sich über viel Airplay und Millionenverkäufe freuen – dank der vielen Hits auf Alben wie Band on the Run, Venus and Mars, Wings at the Speed of Sound oder auch London Town. 1980 dann, exakt 10 Jahre nach dem Release seines Solodebüts, beendete Paul das Wings-Jahrzehnt, indem er überraschend sein zweites Soloalbum vorlegte: Das mit elektronischen Sounds durchzogene McCartney II. Es war wieder ein Soloalbum im wahrsten Sinne des Wortes: Paul McCartney im Alleingang. Auch McCartney II avancierte schnell zu einem Leftfield-Klassiker – nicht zuletzt dank Highlights wie „Coming Up“, „Temporary Secretary“ und „Waterfalls“.



In den Achtzigern begann für Paul McCartney die nächste kreative Hochphase – und zwar als Solokünstler: In den letzten vier Jahrzehnten nahm der heute 78-Jährige aus Liverpool mit Tug of War, Flowers in the Dirt, Pipes of Peace, Flaming Pie, Memory Almost Full oder auch New eine ganze Serie von Klassikern auf, was den Briten endgültig zur Ikone der Musikwelt werden ließ. Auch seine Live-Shows in aller Welt waren dermaßen groß angelegt, dass der Weltrekord fürs größte Stadionpublikum ab 1990 auf seine Kappe ging. Erst im Jahr 2018, 54 Jahre nach seiner ersten US-#1 mit den Beatles, konnte Paul mit Egypt Station erneut die Spitze der US-Charts erobern. In Deutschland landete das 18. Soloalbum von McCartney ebenfalls direkt auf Platz 1.



Kaum zu glauben, dass dieser letzte #1-Erfolg von Egypt Station erst zwei Jahre zurückliegt – so viel ist seither passiert: Seine „Freshen Up“-Tournee ging erst letztes Jahr zu Ende, kurz bevor das Pandemiegeschehen jeglichen Live-Aktivitäten den Stecker ziehen sollte. Sein Auftritt im Dodger Stadium von L.A. war dabei ganz klar ein Live-Höhepunkt dieser Ausnahmekarriere, in deren Rahmen der Brite schon so viele Bühnen betreten konnte.



Eigentlich hatte Paul auch gar nicht geplant, ein Album im Jahr 2020 zu veröffentlichen. Doch die Isolation des „Rockdown“ führte dazu, dass McCartney schließlich an existierenden Songskizzen weiterarbeitete – und dazu auch viele, viele neue Ideen entwickelte. So entstand nach und nach – und eher spontan – eine eklektische Kollektion von Songs: McCartney III. Minimalistische Stücke, natürlich von ihm selbst produziert, und wiederum SOLO-Aufnahmen im Wortsinn. Wieder ist es ein Solo-Statement, das den Beginn eines neuen Jahrzehnts markiert – so wie schon McCartney und McCartney II vor 50 bzw. 40 Jahren.



In diesem Jahr in Sussex aufgenommen, basieren die Songs von McCartney III vor allem auf Live-Takes: mal Gesang und Gitarre, mal Gesang und Klavier, später kombiniert mit ebenfalls von Paul eingespielten Bass- und Schlagzeugparts – und mehr. Inspiriert war die Rückkehr in den DIY-Modus von einem Stück aus den frühen Neunzigern – „When Winter Comes“ (das genau genommen mit Co-Produzent George Martin entstand). Paul ergänzte den Song um eine weitere Passage, woraus der Eröffnungstitel „Long Tailed Winter Bird“ hervorgehen sollte. „When Winter Comes“ selbst, nunmehr erweitert um das neue Intro „Winter Bird“, sollte schließlich als Schlusspunkt und großes Finale des neuen Albums fungieren.



„Ich lebte mit meiner Familie gerade im Lockdown-Modus auf meiner Farm, und ich ging jeden Tag ins Studio“, berichtet Paul über die Entstehung von Teil III. „Ich hatte ein paar Aufträge, Musik für einen Film, und daraus entstand dann der Eröffnungstitel. Als der jedoch im Kasten war, fragte ich mich, was mache ich nun? Ich hatte ein paar Ansätze, an denen ich im Laufe der Jahre immer mal wieder gearbeitet hatte, nur manchmal fehlt einem einfach die Zeit, um die Dinge zu beenden. Also dachte ich weiter über diese existierenden Ansätze nach. Jeden Tag begann ich die Arbeit mit dem Instrument, auf dem ich das jeweilige Stück geschrieben hatte; danach ergänzte ich dann die weiteren Spuren, was richtig Spaß gemacht hat. Es ging eher darum, für mich selbst Musik zu machen – also nicht so sehr um Songs, die sonst irgendeine Bestimmung hatten oder irgendeinen Dienst erfüllen sollten. Ich machte einfach nur das, worauf ich gerade Lust hatte. Und so war mir auch gar nicht klar, dass daraus mal ein Album werden würde.“



Die Stücke „Long Tailed Winter Bird“ und „Winter Bird/When Winter Comes“ bilden den Rahmen für McCartney III: Dazwischen eröffnet der Brite ein gewaltiges Panorama, wenn er ganz unterschiedliche Stimmungen und Sounds zusammenbringt. Von wehmütig und introspektiv bis hin zu verspielt und richtig druckvoll reicht die Palette der Stücke, aufgenommen übrigens auch mit ein paar Vintage-Geräten, die schon 1971 im Rude Studio für die ersten Wings-Sessions zum Einsatz gekommen waren. Die Geschichten der Vintage-Instrumente, die auf dem neuen Album zu hören sind, können zum Teil selbst mit Pauls Biografie mithalten: Der Kontrabass vom Elvis-Bassisten Bill Black ist da genauso dabei wie Pauls ikonischer Höfner-Bass im Geigenlook; auch ein Mellotron aus den Abbey Road Studios, das man von Beatles-Alben kennt, kam bei den Aufnahmen zum Einsatz.



Da schon die Fotos von McCartney und McCartney II eine Familienangelegenheit waren (seine damalige Frau Linda hatte sie geschossen), durfte dieses Mal die jüngere Generation ran: Pauls Tochter Mary McCartney machte den Großteil der Aufnahmen, wobei auch Pauls Neffe Sonny McCartney zusätzliche Bilder beisteuerte. Abgerundet wird die fotografische Family Affair von Schnappschüssen, die der 78-Jährige selbst mit dem Telefon gemacht hat. Für Cover-Artwork und Typografie zeichnet bei Teil III der gefeierte US-Künstler Ed Ruscha verantwortlich.



Schon die Vorgängeralben McCartney und McCartney II standen für den Beginn einer neuen Phase, eines neuen Jahrzehnts: Der Brite erfand sich jedes Mal neu – sowohl persönlich, als auch künstlerisch. Und so wie McCartney die Rückkehr zur Essenz nach der größten Bandauflösung in der Geschichte des Pop markierte – und 10 Jahre danach das Avantgarde-Meisterwerk McCartney II aus der Asche der Band Wings aufstieg –, steht Paul auch zum Release von Teil III an einem neuen Punkt: Er ist wieder einmal auf sich alleine gestellt, nutzt die Gunst der Stunde (und eine komplett unerwartet eingetretene Situation), um ein ganz persönliches Bild zu entwerfen: Es ist das Porträt eines großen Musikers, eines zeitlosen Künstlers; aufgenommen an einem ganz besonderen Punkt der Geschichte, wieder auf der Schwelle zu etwas Neuem.



McCartney III erscheint am 11. Dezember 2020 bei Capitol Records. Neben dem digitalen Release und der CD-Variante wird der neue Longplayer auch als LP in verschiedenen Konfigurationen erhältlich sein. Zusätzlich zum Standard-Vinyl (180g) in schwarz erscheint McCartney III auch als rotes, pinkes, weißes und blaues Vinyl.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21236

Registriert seit 08.01.2012

20.11.2020 - 18:01 Uhr - Newsbeitrag
Paul McCartney verkündete heute am Vormittag in den sozialen Medien die Verschiebung der Veröffentlichung seines neuen Albums „McCartney III“ um eine Woche auf den 18. Dezember 2020.

VelvetCell

Postings: 3948

Registriert seit 14.06.2013

18.12.2020 - 14:16 Uhr
Jetzt erschienen.

Erster Eindruck ist recht positiv. Schade nur, dass seine Stimme so angegriffen ist. Bei Johnny Cash fand ich das damals sehr berührend, wie seine Stimme von American- zu American-Album immer brüchiger wurde. Bei Paul ist das eher schade, weil die Stimme so dünn geworden ist.

Ist aber nicht kriegsentscheidend. III knüpft tatsächlich am ehesten bei Pauls Solodebüt von 1970 an und schließt so nach 50 Jahren einen Kreis.

captain kidd

Postings: 2728

Registriert seit 13.06.2013

18.12.2020 - 18:16 Uhr
Das ist richtig richtig schlecht, sorry. Ich liebe die Beatles, aber da hört man in jedem Ton, dass das so dagingeklimpert ist. Ich höre da keine memorablen Melodien, vielmehr unterirdisch billig klingende Arrangements und ein wackliges Stimmchen. Manchmal klingt es, als hätte Johnny Cash mit einem Stimmmodulator Libertines-C-Seiten eingesungen. Schlimm. Gleich mal Rubber Soul hören...

Annie

Postings: 144

Registriert seit 02.12.2019

21.12.2020 - 10:47 Uhr
Hattest du nicht schon bei Abbey Road einen Hörschaden, ddika?....alleine das macca noch lebt, ergibt irgendwas grundsätzlich bittersüßes...

Takenot.tk

Postings: 1737

Registriert seit 13.06.2013

21.12.2020 - 11:42 Uhr
Alter, Annie, irgendwann ist auch mal gut mit dem Getrolle...die ein oder andere Grenze sollte man sich schon setzen vor dem Posten...

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 21236

Registriert seit 08.01.2012

21.12.2020 - 21:22 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Guzica

Postings: 36

Registriert seit 18.06.2013

22.12.2020 - 18:53 Uhr
Och ja. Was ich bisher gehört habe, ist nicht schlecht oder so, aber die Kompositionen hauen mich bis auf wenige Ausnahmen nicht vom Hocker. Aber immerhin hat sich McCartney endgültig von jeglichem Kitsch verabschiedet. Der Sound ist schlank und ungekünstelt. Deep Deep Feeling ist ja eigentlich irgendwie kein Song im eigentlichen Sinne, und eigentlich packt Macca schon auch einiges rein soundtechnisch, aber es ist mehr Experimentieren und nicht zuklatschen mit Sahne und Zucker.
Die 7/10 geht okay.

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 2601

Registriert seit 12.12.2013

22.12.2020 - 22:51 Uhr
"Deep deep feeling" war letzten Endes ausschlaggebend für die 7/10. Mag den sehr.

dreckskerl

Postings: 6384

Registriert seit 09.12.2014

22.12.2020 - 23:04 Uhr
Mein Favorit ist ziemlich eindeutig Women and Wives.

Mic

Postings: 394

Registriert seit 24.08.2019

22.12.2020 - 23:48 Uhr
Also ganz klar Long Tailed Winter Bird. Sowas lässiges hätte ich ihm niemals mehr zugetraut.

Takenot.tk

Postings: 1737

Registriert seit 13.06.2013

23.12.2020 - 09:47 Uhr
Women and Wives und Deep Deep Feeling für mich auch nach dem ersten Durchgang die Highlights. Aber ich mag das Feeling der Platte auch sehr, selbst wenn nicht jeder Song der Knaller ist.

Pivo

Postings: 881

Registriert seit 29.05.2017

23.12.2020 - 14:47 Uhr
Respekt kann man ihm wohl zollen dem ollen Paul. Andere in seinem Alter sind schon längst in lebenserhaltender Routine eingepfercht oder finden "den Flori ja so nett".

Er bringt im hohen Alter noch ein großes Maß an Kreativität in die musikalische Welt.

Sehr schön, dass es so etwas noch gibt.

Mein ehrliches Dankeschön für einen Großen.

VelvetCell

Postings: 3948

Registriert seit 14.06.2013

23.12.2020 - 19:14 Uhr
Ja, Paul ist natürlich ein ganz Großer. Und auch wenn mancher vielleicht darauf wartet, dass er noch mal was raushaut, was an seine Beatles-Glanztaten heranreicht, so ist sein Alterswerk doch vor allem davon geprägt, nicht stehen zu bleiben.

Ein Freund von mir hat sich bei III darüber beklagt, dass es nicht das retrospektive Alterswerk sei. Dass es keine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und dem (vergleichsweise) nahen Tod ist. Ich hingegen finde das prima. Wenn man Paul heute sieht, dann wirkt er immer noch vital und vor allem positiv. III schließt zwar die Klammer zu I, es schließt aber nicht die Klammer um das gesamte Werk – da kommt noch was!

Guzica

Postings: 36

Registriert seit 18.06.2013

24.12.2020 - 22:31 Uhr
Hab noch mehrfach reingehört und muss den abgedroschenen Spruch ablassen "das Album wächst". Dabei muss man bedenken, dass McCartney-Alben meistens (z-B. Ausnahme "Chaos and Creation in the Backyard") allgemein nicht zu wachsen pflegten. Da waren nicht so viele versteckte Dinge zu finden, sondern wenn da was war, ist es einem ins Ohr gesprungen, meistens catchy Melodien. Bei deisem Album gefällt mir immer mehr, wie wenig es einen auf Hit oder Ohrwurm macht. Es ist so im besten Sinne ein Rock-Album, dem man die Liebe zum Detail anmekrt. Dank der Liebe auf den zweiten Blick zu Sliding und Kiss of Venus gebe ich jetzt locker 8 Punkte. Das Ding wird gekauft.

Saschek

Postings: 113

Registriert seit 23.07.2018

26.12.2020 - 18:02 Uhr
Ja - ein Grower. Auch in der Hinsicht, dass sich vor allem unter Kopfhörern immer wieder neue Überraschungen offenbaren. Richtig gut. Gefällt mir auch besser als Egypt Station.

Mic

Postings: 394

Registriert seit 24.08.2019

26.12.2020 - 23:08 Uhr
Chaos and Creation in the Backyard war aber nach den Beatles sein Meilenstein. Das wird er so nicht mehr hinbekommen. Was ein Album.

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