Clare Maguire

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NOK

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08.10.2020 - 16:37 Uhr
https://www.bbc.com/news/entertainment-arts-36248396

Clare Maguire scheint bei vielen Menschen, die sie potenziell mögen könnten, unter dem Radar zu fliegen, daher stell ich sie hier kurz vor. Startschuss ihrer Karriere war nach einigen Songs auf MySpace ein Top-5-Platz in dieser oft genug sehr prophetischen BBC-Liste mit aufstrebenden Talenten. Man versuchte sie daraufhin als Teil dieses britischen Fräuleinwunderpopbooms (Adele, Duffy, Pixie Lott, Little Boots, Ellie Goulding, später noch Emeli Sandé, Jessie Ware...) groß zu machen, und 2011 erschien "Light After Dark", hier wohl zurecht mit einer 4/10 verrissen. KritikerInnen - Maguire gab ihnen später recht - fragten sich, warum man einer hörbar großartigen Sängerin derartig altbackenes Pomp-Pop-Futter verpasst, und auch ein Support-Slot auf der Europatour der damals noch sehr beliebten Hurts ließ kein wirklich großes Publikum aufspringen.

Die Folge war, dass Maguire anfing zu trinken, bis zu zwei Flaschen Wodka nach dem Aufstehen, bis sie von ihrem Manager zur Ärztin geschickt wurde, und von dieser - offenbar kurz bevor es zu spät gewesen wäre - in den Entzug. Danach versuchte sie so gut es ging ihr Leben neu zu ordnen, scharte einige Vertraute um sich und brachte 2016 schließlich "Stranger Things Have Happened" heraus.

Und das ist absolut fantastisch.

Es ist erstaunlich genug, dass man sie diese Platte überhaupt auf einem Majorlabel machen ließ, und sie war auch kein Erfolg. Was zutiefst ungerecht ist, da sich das als packender Seelenschau-Soul-Pop fernab jeder Larmoyanz herausstellte, und das mit einer ungemein wandlungsfähigen Sängerin. Misstraut bitte der etwas irreführenden Leadsingle "Elizabeth Taylor" mit ihrem dramatischen Refrain, zumal "Stranger Things Have Happened" ansonsten deutlich introspektiver daherkommt. Neben dem sehnsüchtigen Beziehungssong "Whenever You Want It"...

https://www.youtube.com/watch?v=S6Fk4HTzWfY

gefallen mir besonders die Sachen mit Berührungspunkten zum Jazz, so etwa der rhythmisch ausgefeilte Opener "Faded"...

https://www.youtube.com/watch?v=YyZNwv5lEso

...und das durch die Netflix-Serie "When They See Us" zu Bekanntheit gelangte "Falling Leaves", das - ohne den Vergleich zu weit treiben zu wollen - vom atmospherischen Grundtenor her ein wenig Billie Holidays "Strange Fruit" zunickt.

https://www.youtube.com/watch?v=3pRxl84dJvQ

Im tl;dr-Fall: immens unterbewertete Künstlerin, und ich hoffe, dass die allgemein ignorierte Digital-only-EP "Isolation" noch nicht das letzte Wort war. Bitte anhören und im Idealfall mögen!

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