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Die Ärzte - Hell

User Beitrag

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

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12.11.2020 - 16:26 Uhr
Bei "Woodburger" ist ja die Idee, die AfD quasi durch Homosexualität zu korrumpieren. Schon ne lustige Vorstellung. Aber schon ziemlich biederer Humor mittlerweile.

Mich stört das null, mich stört aber auch der Unfug aus ihrer Frühphase nicht, wo sie einfach stumpf alle Tabus abgeklappert haben. ("Claudia", "Geschwisterliebe" usw.)

Autotomate

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Registriert seit 25.10.2014

12.11.2020 - 16:34 Uhr
Möchte nochmal klarstellen, das nicht ICH die Ärzte der Homophobie verdächtige, sondern gewisse Leute im Internet und vielleicht einer meiner Freunde, der die Band aber eigentlich gar nicht kennt.

Enrico Palazzo

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12.11.2020 - 16:35 Uhr
Jaja.

;D

Autotomate

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Registriert seit 25.10.2014

12.11.2020 - 16:40 Uhr
Der mittlerweile nur noch kniehochgeschätzte Ex-PT-Redakteur Daniel Gerhardt ist auch nicht hundertprozentig amused (falsch schon gepostet, sorry dafür):

https://www.zeit.de/kultur/musik/2020-10/die-aerzte-album-hell-songs-themen-stil/komplettansicht

Obrac

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Registriert seit 13.06.2013

12.11.2020 - 18:11 Uhr
Also, Gerhardts Kritik an Woodburger finde ich schon ziemlich übertrieben. Dass die Ärzte den Terminus schwul "werden" verwenden, soll also homophob sein. Ich sehe den Song, wie schon geschrieben, inhaltlich komplett auf den Empfänger zugeschnitten. Es sind doch AfD-Typen und irgendwelche Erzkonservative, die denken, man könne Homosexualität heilen oder Homosexuelle würden sich dafür entscheiden, schwul zu sein. Mit diesen Klischees und dem Ekel von Homophoben spielt der Song doch gerade.
Bei "Meine Freunde" ist es doch ähnlich. Hier benutzen die Ärzte "homosexuell" in einem Atemzug mit "kriminell", eben genau weil die Leute, die sie mit solchen Texten aufs Korn nehmen, das genau so sehen.

VelvetCell

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12.11.2020 - 18:14 Uhr
Ich wollte gerade sehr ähnliches schreiben. Danke, Obrac.

The MACHINA of God

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12.11.2020 - 18:17 Uhr
Super Beitrag von Obrac. Ich versteh auch nicht, warum man das Lied (speziell das Wort "werden") so wortwörtlich nimmt. Als würden die Ärzte daran glauben, dass man schwul oder hetero "werden" kann. Meine Güte.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

12.11.2020 - 18:21 Uhr
Also im Sinne von "bewusst so werden" oder eben "sich dafür entscheiden".

VelvetCell

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Registriert seit 14.06.2013

12.11.2020 - 18:24 Uhr
Ja, es ist doch völlig offensichtlich, dass Die Ärzte hier mit dem queeren Bevökerungsanteil sympathisieren. Alles andere ist Wortklauberei.

Obrac

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Registriert seit 13.06.2013

12.11.2020 - 18:34 Uhr
Ich verstehe die Kritiker so, dass sie den Ärzten keine Homophobie per se unterstellen, sondern Homophobie aus Versehen. Aber selbst das sehe ich nicht.

Enrico Palazzo

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12.11.2020 - 18:35 Uhr
Ich finde, es ist einfach kein gelungener Gag. Nicht mehr, nicht weniger. *schulterzuck*

hubschrauberpilot

Postings: 6308

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12.11.2020 - 18:40 Uhr
Bei mir auch. Unglücklich ausgedrückt.

Robert G. Blume

Postings: 606

Registriert seit 07.06.2015

12.11.2020 - 18:42 Uhr
Gerhardt untermauert seiner spitzfindigen Textauslegung seine These selbst: Ärzte-Humor, der ja oft in der totalen Übertreibung liegt, passt anscheinend nicht mehr so recht in die Zeit. Bin eigentlich sonst immer auf Seiten der political correctness, aber bei die Ärzte weiß man eigentlich, dass das, was sie sagen, nicht immer das ist, was sie meinen.

The MACHINA of God

User und Moderator

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12.11.2020 - 19:05 Uhr
Ärzte-Humor, der ja oft in der totalen Übertreibung liegt, passt anscheinend nicht mehr so recht in die Zeit

Vielleicht ist hier dann aber eben die Zeit etwas drüber. Die Ärzte haben sich schon gegen Homophobie ausgesprochen, da steckten die Leute noch in Kinderschuhen, die sich jetzt darüber aufregen. Für mich ein klarer Fall von "overcorrection", die leider auch jeden Humor im Keim erstickt. Ich kann verstehen, wenn man den Gag nicht gelungen findet, von Homophobie zu reden ist absoluter Schwachsinn. Das sind leider die 2% Irrungen eines gesellschaftlichen Wandels, den ich sonst zu 98% notwendig und richtig finde.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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12.11.2020 - 19:06 Uhr
Es sind doch AfD-Typen und irgendwelche Erzkonservative, die denken, man könne Homosexualität heilen oder Homosexuelle würden sich dafür entscheiden, schwul zu sein. Mit diesen Klischees und dem Ekel von Homophoben spielt der Song doch gerade.

Exakt das.
Deshalb kann ich der Gerhardt-Analyse auch schlicht nicht zustimmen.

jo

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12.11.2020 - 21:19 Uhr
@Christopher:

Ist halt typisch Ärzte, der Haken ist eigentlich nur, dass wir 2020 und nicht 1998 haben.

Das gilt aber doch auch für ziemlich viele Songs der Band (dass sie nicht in die jeweilige Zeit passen) - und das ist ja auch genau das Problem des Zeit-Artikels. Man könnte das der Band bei jedem Album vorwerfen. Wo ist also die Neuigkeit darin? (vor allem auf den Titel bezogen)

jo

Postings: 2180

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12.11.2020 - 21:21 Uhr
@Autotomate:

Ja, den Text von Gerhardt hatte ich bereits vor einigen Seiten kritisiert (war davor gepostet worden). Da hatte ich auch schon gefragt: War Dän eigentlich jemals der Band zugeneigt? Nicht, dass es viel ändern würde, aber es war mir früher zumindest nie aufgefallen.

Pole

Postings: 2

Registriert seit 03.11.2018

13.11.2020 - 09:00 Uhr
So, nach bestimmt 30 Durchläufen:

01. E.V.J.M.F. (9/10) Sehr geile Opener; erinnert mich irgendwie an Le Frisur, meinem Lieblingsalbum der Die Ärzte, da ähnlich irre.
02. Plan B (5/10) Halt ein FU-Opener. Sollte meiner Meinung nach zu Recht erst B-Seite werden.
03. Achtung: Bielefeld (8/10) Bela ist auf dem Album in Form, so auch hier.
04. Warum spricht niemand über Gitarristen? (6/10) Finde den Beonzeee-Gag irgendwie so na ja. Aber instrumental nicht übel im ALbumfluss.
05. Morgens pauken (9/10) Also der ist geil. Schade, dass nicht etwas mehr "härtere" Sachen drauf sind.
06. Das letzte Lied des Sommers (5/10) Tut mir leid, aber der ist nichts gegen andere FU-Sommersongs.
07. Clown aus dem Hospiz (8/10) Siehe "Bielefeld"
08. Ich, am Strand (8/10) Hat mich gekriegt, zumal FU hier zum ersten Mal auf dem Album aus seiner Komfortzone kommt, wenn ihr versteht, was ich meine. Dachte wie so einige auch zuerst, es sei von seiner Biografie beeinflusst.
09. True romance (7/10) Hm... Irgendwie jetzt schon veraltet? Die Technik- und Neuzeit-Kritik von FU hat für mich schon etwas Zwanghaftigkeit.
10. Einmal ein Bier (10/10) Also das ist ja wohl ein Highlight für sich. Spätestens bei "ergoss" hatte Bela mich schon beim ersten Durchlauf.
11. Wer verliert (-/10) Ihr Oasis-Song. Irgendwie geil, aber textlich vielleicht auch nicht. Kann mich hier noch nicht entscheiden.
12. Polyester (8/10) Mag Rod-Songs eh, und den auch. Thema ist super, passt perfekt zum Shoegaze-Sound.
13. Fexxo cigol (8/10) Le-Frisur-artiger Bela-Irrsinn. Cool.
14. Liebe gegen Rechts (8/10) Hier ist FU textlich in Hochform, musste ernsthaft lachen als er sang, "jetzt beklaut sie nur noch mich ab und zu".
15. Alle auf Brille (10/10) Wie Rod zu Recht im Interview erwähnt, hätte er den gerne als Single gehabt. Ich auch. Das ist der Stoff, der die Karriere von Die Ärzte legendär macht.
16. Thor (5/10) B-Seite für mich. Leider ist FU auf dem Album insgesamt zu sehr auf Autopilot, wie mir scheint. Aber dann kommt ja:
17. Leben vor dem Tod (9/10) FU`s Highlight auf dem Album. Und wie ich glaube, ausnahmsweise von seiner eigenen Realität inspiriert.
18. Woodburger (5/10) Na ja, hätte es das gebraucht? Man kann der AFD viel vorwerfen, aber Angst vor Homosexuellen? Hm...

Insgesamt ohne gerechnet zu haben, eine klare 8/10 für mich.

Enrico Palazzo

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13.11.2020 - 09:30 Uhr
Seltsam. Ein Drittel der Songs zum aussortieren und trotzdem 8/10? Mr. President, I am not convinced...

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 2102

Registriert seit 12.12.2013

13.11.2020 - 15:09 Uhr
Ich finde auch, dass Bela hier deutlich besser in Form als Farin ist. Farins Songs wirken teils wie "Malen nach Zahlen". Bela probiert mehr aus, auch wenn es nicht immer klappt.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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13.11.2020 - 18:16 Uhr
Die Technik- und Neuzeit-Kritik von FU hat für mich schon etwas Zwanghaftigkeit.

Für mich geht's in "True Romance" ehrlich gesagt null um Technik-Kritik. Das ist einfach nur (herrlicher) Schwachsinn.

VelvetCell

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Registriert seit 14.06.2013

13.11.2020 - 19:40 Uhr
So – es ist passiert: Ich habe mir die Platte gekauft. 32 Euro im unabhängigen Plattenladen meiner Wahl. So geht das.

Und wirklich: Auch in 3D macht das Album einfach von vorne bis hinten Spaß. Und draum geht es auch. Klasse Songwriting, super produziert, detailreich – und rockt.

jo

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13.11.2020 - 19:56 Uhr
Find' die Platte leider vom Sound nicht so dolle - nicht großartig schlimm, aber da wird normalerweise aus den digitalen Masterbändern weitaus mehr rausgeholt. Dennoch: Alleine für das Buch lohnt es sich ;).

VelvetCell

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13.11.2020 - 20:18 Uhr
Mit super produziert meine ich auch vor allem, wie viele Feinheiten, musikalische Details und kleine Gags da wieder drinstecken.

Den Sound an sich finde ich dufte. Bin da aber auch kein Fetischist.

Obrac

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Registriert seit 13.06.2013

15.11.2020 - 17:20 Uhr
Hat es eigentlich einen Hintergrund, warum Farin "Frank Zappa" immer deutsch ausspricht?

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

Postings: 5941

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15.11.2020 - 17:27 Uhr
Gute Frage. Vermutlich, weil Zappa wiederum "Farin Urlaub" immer englisch ausgesprochen hat.

The MACHINA of God

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15.11.2020 - 20:30 Uhr
Hehe.
Ich spreche Zappe übrigens auch deutsch aus.

Mr. Orange

User und News-Scout

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15.11.2020 - 22:05 Uhr
Studien haben ergeben, dass Menschen, die Zappa deutsch aussprechen, die cooleren Menschen sind.

Obrac

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16.11.2020 - 07:31 Uhr
Beim Nachnamen kann ich es ja noch verstehen. So wie bei "Rambo" ;) Aber beim Vornamen doch nicht...

Hollowman

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21.11.2020 - 10:00 Uhr
Ich höre mich grade für die "Songs für die Ewigkeit" Aktion durch die Diskografie und unter den bislang gehörten und bewerteten Alben fällt Hell ein wenig ab.
Für mich sind hier nach 5-6 Durchgängen neben viel Durchschnitt mit dem Opener und Alle auf Brille zwei Totalausfälle drauf, die ich mir nicht anhören kann. Echte Highlights sind rar gesät, für mich vor allem Das letzte Lied des Sommers und Clown aus dem Hospiz. Unterm Strich maximal eine knappe 7, eher knapp drunter irgendwo.

BVBe

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21.11.2020 - 11:46 Uhr
Interessant - ALLE AUF BRILLE finde ich genial in seiner Stumpfheit und seinem Oi!-Flair. Für mich vielleicht sogar der beste Bela-Song ever!

Enrico Palazzo

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21.11.2020 - 12:35 Uhr
Alle Auf Brille ist der beste Song des Albums!

Autotomate

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21.11.2020 - 12:53 Uhr
Schon lustig beim ersten Hören, seitdem denke ich aber immer, "ach die Verarsche", und skippe das weg, wie einen Gangsta-Rap von Fanta4.

Obrac

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21.11.2020 - 14:30 Uhr
Hätte ich auch vor zwei Wochen nicht gedacht: Mir sind "True Romanace" und "Woodburger" mittlerweile extrem ans Herz gewachsen, einfach musikalisch. Textlich mag ich Farins Formulierungen halt auch einfach.

The MACHINA of God

User und Moderator

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21.11.2020 - 18:11 Uhr
Jepp, "True Romance" haben für mich auch die tollsten Instrumental-Stellen, die Refrains. Wunderbar. Gerade "True romance" macht mir immer extrem gute Laune.

jo

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Registriert seit 13.06.2013

22.11.2020 - 09:17 Uhr
Geht mir auch so. Alleine, wenn es schon mit "Ein lauschiger Abend..." beginnt, muss ich grinsen. Finde die gewählten Worte klasse.

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