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Phoebe Bridgers - Punisher

User Beitrag

VelvetCell

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09.01.2021 - 13:20 Uhr
Stimme Phoebe in Sachen Clapton zu.

nörtz

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09.01.2021 - 13:58 Uhr
Also glaubst du Clapton nicht?

Klaus

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09.01.2021 - 14:01 Uhr
Der hat sich doch eh als Coronaleugner gerade disqualifizert.

nörtz

User und News-Scout

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09.01.2021 - 14:03 Uhr
Ja, aber das hat ja nichts mit seinen Aussagen von damals zu tun, von denen er sich distanziert hat.

VelvetCell

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09.01.2021 - 14:34 Uhr
Das mit dem Distanzieren ist ja immer so eine Sache, wenn man sich von seinen eigenen Worten distanziert. Am Ende wurde es gesagt. Und da bleibt mehr als ein Geschmäckle übrig.

Das er nun mit Van Morrison in den Corona-Leugner-Chor einstimmt, unterstreicht, dass er ein Spinner ist.

Musikalisch ist er leider seit vielen Jahren völlig irrelevant bzw. schlecht. Immerhin: Das Album Riding with the King, die Kooperation mit B.B. King, habe ich zuhause. Tolle Blues-Platte.

ijb

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09.01.2021 - 14:46 Uhr
Das mit dem Distanzieren ist ja immer so eine Sache, wenn man sich von seinen eigenen Worten distanziert. Am Ende wurde es gesagt. Und da bleibt mehr als ein Geschmäckle übrig.

Ich weiß nichts über diesen Clapton-Fall, aber diesen Beitrag finde ich sehr gut – gerade in diesen Zeiten, wo es schon fast sowas wie "hip" geworden ist, dass man sich von früher gemachten Aussagen "distanziert". Ich meine, jede/r distanziert sich ja schon ganz automatisch von Worten, die er/sie in zeitlicher (oder auch räumlicher) Distanz gemacht wurden; daher ist dieses nachträgliche "Heute bin ich ein anderer" doch auch immer etwas dünn.

Klaus

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09.01.2021 - 14:49 Uhr
"daher ist dieses nachträgliche "Heute bin ich ein anderer" doch auch immer etwas dünn."

Wenn es ehrlich ist und man gemerkt hat, dass das Blödsinn war, sollte man dennoch Leuten die Chance zur "Resozialisation geben. Kenne den Fall nur grob, Clapton war mir immer mindestens egal, sondern als generelle Betrachtung. Möchte mich an dieser Stelle auch ganz arg von meinem Musikgeschmack mit 18 distanzieren.

ijb

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09.01.2021 - 14:59 Uhr
Naja, okay, klat. Ich glaube, was ich meine, ist das "ich distanziere mich" / "er distanziert sich". Das hat so etwas Kalkuliertes, vorrangig Diplomatisches, weniger von einer echten Auseinandersetzung, und so scheint es mir gerade in den letzten Jahren häufig der Fall zu sein, wenn bekannte Leute sich öffentlich von ihren eigenen Aussagen distanzieren. Michael Wendler distanziert sich bestimmt auch längst von Quatsch, den er gesagt hat - weil er wieder beliebter sein und im TV-Mittelpunkt stehen will, oder? Würde er nicht kritisiert werden, hätte er keinen Grund, sich von seinem früheren Ich zu distanzieren.

Ehrlich gesagt, ich distanziere mich nicht von meinem Musikgeschmack mit 18. Damals kaufte ich ich gerade die MaxiCD "Firestarter", "Original Soundtracks 1" von Passengers/Brian Eno, die Warp-Records-Alben von LFO sowie Fiona Apples erstes Album. Alles heute noch großartige Sachen, und nur deshalb hat sich mein Musikgeschmack seit damals auch weiterentwickeln und weiter öffnen können, auch wenn ich damals noch keine Ahnung von Hip Hop oder Swans hatte.

nörtz

User und News-Scout

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09.01.2021 - 15:03 Uhr
https://www.theguardian.com/music/2008/apr/20/popandrock.race

This summer, in the last weekend of June, Eric Clapton will headline two shows in London and Leeds, the locations for the first and last Rock against Racism carnivals. While David Bowie had distanced himself from his pro-Nazi remarks, Clapton has not only never apologised for his outburst, but has continued to praise Powell; only last December on The South Bank Show he reiterated his support for the man and four years ago he told Uncut magazine that Powell had been 'outrageously brave'. In fact the truly 'outrageously brave' ones were those who spoke up against the hate mongers and stood up for a vision of a liberal and tolerant Britain; apathy and cynicism is easy, but Rock Against Racism was gloriously uncynical.

Clapto hat also auch noch in den 00ern diesen rechten Politiker gelobt. Vielleicht hat er ja in den letzten 12 Jahren seine Meinung geändert. :D

Klaus

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09.01.2021 - 17:05 Uhr
"Michael Wendler distanziert sich bestimmt auch längst von Quatsch, den er gesagt hat - weil er wieder beliebter sein und im TV-Mittelpunkt stehen will, oder? Würde er nicht kritisiert werden, hätte er keinen Grund, sich von seinem früheren Ich zu distanzieren. "

Das Gegenteil ist der Fall.

ijb

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09.01.2021 - 17:10 Uhr
@Klaus :-)

Mag sein, ich verfolge sein Treiben nicht. Aber du verstehst wahrscheinlich trotzdem, was ich meine. Früher oder später wird er "sich distanzieren", wie das ja meistens passiert.

Klaus

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09.01.2021 - 17:16 Uhr
Glaube, das wird nix, er ist mittlerweile auf dem Hildmann-Level. Das sowas dauerhaft bleiben kann, zeigen ja Kid Rock und Ted Nugent. Ich verfolg das auch nicht, aber hab ein gmx-Konto :D

Autotomate

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09.01.2021 - 17:18 Uhr
Das Distanzieren vom eigenen dummen Gesabbel finde ich nicht abwegig, wenn glaubwürdig erklärt wird, dass man dessen Dummheit erst später begriffen hat. Fortschritte in der eigenen Menschwerdung sollte man schon jedem zugestehen...

Autotomate

Postings: 2724

Registriert seit 25.10.2014

09.01.2021 - 17:28 Uhr
War jetzt eher auf "normale" Leute wie Clapton bezogen. Der Versuch Wendlers, sich unterhalb seines geistigen Kohlekellers ein zweites Tiefgeschoss auszubauen, ist natürlich ebenfalls aller Ehren wert.

Grizzly Adams

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14.01.2021 - 18:49 Uhr
@Hungry Ghost vom post vom 7.1.: teile deine Ansicht, dass Phoebe Bridgers überbewertet wurde. Ich würde das Album auch nicht in meine Toplist vom letzten Jahr aufnehmen.
Teile deine Ansicht zu Alice Boman allerdings nicht. Schönes Album. Aber auch hier empfinde ich kein besseres Hörvergnügen. Hat mich im ersten Song stark an Anna Ternheim erinnert. Aber nicht stärker als ihre „besseren“ Alben (die ersten beiden). Über Geschmack lässt sich halt nicht streiten, sondern nur dazu tanzen. ;)

Mann 50 Wampe

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15.01.2021 - 06:57 Uhr
Zurück zum Album: ich habe mir das zweimal von vorne bis hinten angehört, was nicht einfach war, aber was daran jetzt so aufregend sein soll erschließt sich mir nicht. Ich höre da langweiligen, Inpiepop, nach zweimal hören, sofort wieder vergessen.

Rote Arme Fraktion

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15.01.2021 - 07:57 Uhr
Ich hab es auch probiert, da ich dachte es ist mir was Großes durch die Lappen gegangen aufgrund des Jahrespolls.

Zündet aber so gar nicht bisher. Ich würde es als nett bezeichnen. Aber nett ist ja die kleine Schwester.....

edegeiler

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15.01.2021 - 09:37 Uhr
Habs jetzt auch ein paar Mal gehört. Ich finds schön. Die sad boys & girls freuen sich.

ijb

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Registriert seit 30.12.2018

15.01.2021 - 10:12 Uhr
@ Mann 50 Wampe, Rote Arme Fraktion:

Bei mir war das Album nach einiger Zeit des Kennenlernens (anfangs fand ichs auch eher nur so okay) sehr weit oben in meiner Bestenliste, so in den Top 5 (aber dann hat die Faszination auch wieder etwas nachgelassen). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eines dieser schwer greifbaren Alben, die irgendwie in der richtigen Stimmung/Situation total begeistern können – und in anderen Momenten so eine "So what"-Reaktion hervorrufen, weil es doch irgendwie auch unscheinbar ist und als "langweiliger Indiepop" an einem vorbeirauscht. Wenn ich aber immer die Credits durchlese, bin ich schon sehr fasziniert dun beeindruckt, was da alles drinsteckt, aber zum Nebenbeihören auf Normallautstärke ist echt echt nix (vom Popsong "Kyoto" abgesehen wohl). Das Album ist auf jeden Fall besser als durchschnittlicher Indiepop; dazu ist es auch viel zu ambitioniert und vielschichtig komponiert, arrangiert und produziert (und auch die Texte bieten deutlich mehr als das durchschnittliche Indiepop-Album). Es hat schon eher eine gewisse orchestrale Qualität, hier und da. Es ist keineswegs mein "Album of the Year", aber es ist durchaus zurecht in so vielen Jahresbestenlisten ganz oben.

The MACHINA of God

User und Moderator

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15.01.2021 - 11:06 Uhr
Titeltrack und "Chinese satellites" haben mich gestern sehr bekommen. Glaub nicht, dass das ein Lieblingsalbum von mir wird, aber das ist schon alles sehr gut gemacht und schick.

@Mann Wampe:
Was ist für dich spannender Indiepop? Nur mal zur Info.

Mann 50 Wampe

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15.01.2021 - 17:21 Uhr
@ Machina

Naja schwer zu sagen Indiepop ist eigentlich nicht meine bevorzugte Musikrichtung, aber am ehesten noch sowas wie Twillight Sad, Emma Ruth Rundle, Sophia oder Arbouretum falls sowas als Indiepop durchgeht.

MopedTobias (Marvin)

Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion

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15.01.2021 - 17:35 Uhr
Also ERR und Twilight Sad würde ich unter keinen Umständen als "Indie-Pop" einordnen... Über Sophia kann man streiten, die kenn ich aber zu wenig und die letztgenannten gar nicht.

ijb

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15.01.2021 - 18:45 Uhr
Ich finde den Begriff "Indie-Pop" auch sehr problematisch - weil da viel zu viele verschiedene Leute noch mehr verschiedene Dinge drunter verstehen.
Nach meinem Verständnis schließen sich die Begriffe "Indie/Independent" und "Pop" (im Sinne von populäre Musik) immer auch ein wenig aus, und vieles, was viele Leute da von unter "Indie" einsortieren, hat mit dem Begriff "alternative"/"independent" (im Sinne von unabhängig von großen(?) Labels und Massengeschmack) nur sehr wenig gemein. Ich erinnere mich gut, dass viele Jahre Coldplay als typische "Indie-"/"Alternative-"Band genannt wurden (wie viel weniger alternativ kann man denn sein?) - man dagegen Velvet Underground, Lou Reed und etliches, was viel weniger populär ist, unter "Pop" einsortiert wurde.

Beim Stichwort "Indie-Pop" denke ich auch immer, es wäre besser, konkretere Stilbezeichnungen zu wählen.

The MACHINA of God

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18.01.2021 - 13:12 Uhr
Ich finde den Begriff "Indie-Pop" auch sehr problematisch - weil da viel zu viele verschiedene Leute noch mehr verschiedene Dinge drunter verstehen.

Genau das war der Grund meiner Nachfrage. Wir hatten das gleiche schon mal mit "Indie-Rock". Im Prinzip kann man sich "Indie" als Vorsilbe eignetlich sowieso sparen, es sei denn es geht um unabhängige Labels. Als stilistische Beschreibung ist es quasi nicht definierbar.

The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

18.01.2021 - 13:14 Uhr
"Indie-Pop" finde ich sogar noch schwerer zu bezeichnen als "Indie-Rock". Ich glaub, dass man sowas wie die Strokes als "Indie-Rock" bezeichnen kann, da würden einige mitgehen. Bei "Indie-Pop" gäbe es wohl bei jeder Band viele Leute, die sagen würden "Nee, das ist kein Indie-Pop", siehe auch das Beispiel ein paar Beiträge über diesem

ijb

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18.01.2021 - 13:41 Uhr
Im Prinzip kann man sich "Indie" als Vorsilbe eigentlich sowieso sparen, es sei denn es geht um unabhängige Labels.

Das bin ich 100% deiner Meinung.
Bei "Indie-Rock" kann ich es noch ein wenig eher nachvollziehen, dass man "Indie-" oder "Alternative" sagt – etwa im Kontrast zum "Classic Rock" der "alten Schule" der Sechziger und Siebziger, also Stones, Led Zeppelin und andere Mainstream-Megaseller, aber eigentlich definieren sich die Moden im Rock ja auch immer wieder durch Abgrenzung und (siehe Punk, Industrial, Grunge, Noise-Rock...), und schnell werden diese dann Teil des Mainstreams und von Major Labels (Sonic Youth waren ja einst ziemlich "anders" als der Rest...), und heute könnte man schon fast mehr die Swans nicht mehr als "Indie-Rock" bezeichnen.

Da "Pop" ja eigentlich immer mehr oder weniger eindeutig "populäre Musik" meint, finde ich das "Indie-" da noch schwieriger – und habe mich in den letzten Tagen seit dem obigen Kommentar letzte Woche auch mal wieder gefragt, was da eigentlich in der Schublade drinsteckt. Gefunden habe ich dabei so Pop-Acts wie Billie Eilish, Tove Lo, The xx, Kate Nash, MGMT, Banks, Bon Iver, Chvrches, Lana del Rey, Feist, Charli XCX, St Vincent, Saint Etienne... also Leute, die eindeutig mehr "Pop" als Rock sind, aber die Frage, wie derart erfolgreiche und berühmte Leute noch als "unabhängig" durchgehen, finde ich dann schon fraglich. "Unabhängig" wovon? Sicher nicht vom Massen- und Kritiker-Erfolg. Vielleicht könnte man unter "Indie-Pop" die Sachen zusammenfassen, die gerne Pop wären (und die stilistischen Elemente nutzen, und dabei zumeist keine markigen Rock- oder Folk-Gitarren, würde ich mal salopp sagen), aber eben nicht erfolgreich, bekannt, weithin renommiert... also populär sind, vielleicht eher im lokalen Umfeld bekannt sind?

ijb

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18.01.2021 - 13:53 Uhr
Ausgerechnet die Strokes als "Indie-Rock" zu bezeichnen, finde ich wiederum SEHR streitbar. Ich meine, die beziehen (wie z.B. auch Oasis) den entscheidenden Faktor ihres Erfolgs ja daraus, dass sie sich nicht von Konventionen absetzen, sondern eben an die Erfolgsmodelle und -melodien zu jenem Zeitpunkt bereits etablierter Sachen anknüpfen. Also eher Zitieren und Bezüge herstellen zu "alter Rockmusik" aus lange vergangenen Jahrzehnten - und das dann auch mit riesigem Erfolg bei Publikum und Kritik. Etwas zugespitzt könnte man sagen, die benutzen in etwa das gleiche Erfolgsmodell wie die neuen "Star Wars"-Filme oder die zahlreichen Serien, die die Achtziger-Jahre-Nostalgie geschickt nutzen (wie ja derzeit auch The Weeknd) – also im richtigen Moment aufs richtige Revival-Pferd setzen. Dass 1995/96 bzw. 2001/02 die Musik von Oasis bzw. den Strokes etwas Neues gewesen wäre, würde ja niemand behaupten.

The MACHINA of God

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18.01.2021 - 15:29 Uhr
Ausgerechnet die Strokes als "Indie-Rock" zu bezeichnen,

Bei mir kommt das daher, dass damals alle von einer Indierock-Welle schlagen. Im Prinzip kam das Wort ja Anfang der 00er wieder auf. Und da wurden dann halt Strokes, Bloc Party und Co alle unter "Indie" abgespeichert. So auch die Indie-Disko. Also war zumindest hier so. Dass das weder mit Labelstrukturen noch dem ideologischen Überbau, den du beschreibst, zu tun hat, ist klar.

Deine erste Beschreibung finde ich sehr interessant und einleuchtend, hätte sie aber nie so angewendet. Für mich kam der Begriff rein aus der Unabhängigkeit der Labels. Aber klar, die hatten eben eher "andersartige" Musik als die Majors. VOn daher macht das echt Sinn.

The MACHINA of God

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18.01.2021 - 15:30 Uhr
"sprachen" statt "schlagen" (keine Ahnung, ey).

The MACHINA of God

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18.01.2021 - 15:33 Uhr
Vielleicht könnte man unter "Indie-Pop" die Sachen zusammenfassen, die gerne Pop wären (und die stilistischen Elemente nutzen, und dabei zumeist keine markigen Rock- oder Folk-Gitarren, würde ich mal salopp sagen), aber eben nicht erfolgreich, bekannt, weithin renommiert

Könnte man machen. Aber ich finde, deine Beschreibung zeigt genau das Problem auf: Das die Bezeichnung halt irgendwo zwischen einer Stilbeschreibung und einer Beschreibung der Reichweite/Kommerzialität festhängt.

ijb

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18.01.2021 - 15:49 Uhr
Für mich kam der Begriff rein aus der Unabhängigkeit der Labels.

Ich denke, im engeren Sinne ist das ja wirklich auch so gemeint bzw. das "Indie"/Independent aus dem anglophonen Raum auch seinen Ursprung, allerdings, soweit ich weiß, erst in den Achtzigern, also so um die frühen Jahre von R.E.M., Swans, Sonic Youth herum (die dann ja alle auch "andersartige" Musik boten als der Mainstream). Wie das davor (Velvet Underground, Lou Reed, Residents, Monks usw.) genau bezeichnet wurde, müsste ich auch mal recherchieren. Avantgarde vielleicht?

Ich meine, dass wenn heute bzw. in den letzten, sagen wir 20-30 Jahren, von Indie-Rock die Rede ist - und nicht mehr so klar der Fokus auf die unabhängigen (kleinen) Labels gelegt wird, also seit eben Geffen u.ä. kein kleines Label mehr war, Sonic Youth zum Mainstream zählten (auch Nirvana und Leute wie die Pixies und vielleicht auch die Smiths dabei mithalfen), spätestens dann löste sich die Lesart, dass "Indie" sich auf die Labels bezieht; daher nehme ich die Auslegung, dass "Indie-Rock" meist mehr oder weniger synonym mit "Alternative Rock" genutzt wurde. (Schubladen eben, in die, wie ich meine, Leute wie Oasis und die Strokes nur noch mit einiger – nicht persönlich nehmen, bitte! – Ignoranz reinpassen.) Bloc Party mochte ich damals auch wahnsinnig gerne; das erste Album finde ich noch immer in etwa so stark wie The Clash und "London Calling". Ich glaube, ich mochte Bloc Party auch immer mehr als die Strokes, weil die nicht ganz so elitär und arrogant auftraten, also nicht die Rich Kids aus Brooklyn, die geschickt die richtigen Hebel zu ziehen wussten (mehr oder weniger machen sie das ja bis heute so), sondern bei Bloc Party gab es immer auch noch ein Gefühl von "Outsidern", die nicht ganz so angepasst sein wollten (oder konnten, siehe Kele - schwarzer und schwuler Frontmann einer "Classic"-Rock-Band), und diese Energie fand ich, hatte daher mehr Rockmusik-Feeling, war sozusagen etwas authentischer, wenn man so will. Ich tat mich bei beiden schwer, sie als "Alternative" oder "Indie" zu bezeichnen, da sie ja erstens sehr erfolgreich waren - und zweitens ich parallel auch immer innovativere / mutigere / eigenwilligere (Rock-)Musik gehört habe, so dass es mir arg unpassend schien, ausgerechnet die beliebtesten Bands als Alternative/Indie zu bezeichnen.

Gordon Fraser

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18.01.2021 - 15:55 Uhr
Seufz... bei dieser Diskussion wird echt mal wieder alles durcheinander gehauen. The Twilight Sad machen Indie-Pop? :D Zumindest im englischsprachigen Raum ist "Indie Pop" ein relativ klar abgegrenzter Bereich. Das hier beschreibt es ganz gut:

Indie pop started out a little more “punk rock” than we’re used to today. It was originally created as a specific type of genre that allowed bands to create their own albums, rather than signing onto a studio deal. And popularizing indie pop made it so that self-published bands had a genre that allowed them to shine.

Beginning in the late 70s, indie music did not originally have multiple different genres. However, indie pop appeared as a way to create mainstream-style music but produce it alone. It was used to steer away from indie rock or gritty, untraditional music, but also not use the glamor or attitude of regular pop music.

Other subtypes of indie pop arose as well — think chamber pop (orchestral tracks in indie pop), or twee pop (simplistic, harmonized pop melodies) — but indie pop stayed as a way to steer clear of record deals and produce your own music.
Indie pop isn’t just defined by its stray from traditional publishing methods. It also has a unique sound, which is often reminiscent of modernized folk music, uses obscure beats and instruments, and has an “uncut” feel.</I>

https://medium.com/@sophiabeams/how-the-indie-pop-genre-became-popular-3a6d68dd440e



The MACHINA of God

User und Moderator

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Registriert seit 07.06.2013

18.01.2021 - 15:56 Uhr
Schöner Ausführungen.

Wobei ich bei "Alternative" Rock" schon eher an härtere US-Bands der 90er wie Smashing Pumpkins denke, bei "Indie-Rock" eher an die "weicheren", tanzbareren Bands wie die von dir genannten. Aber gut, am Ende sind die Grenzen eh fließend, siehe Sonic Youth, die irgendwie beides sind.

ijb

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Registriert seit 30.12.2018

18.01.2021 - 15:57 Uhr
Kich finde, deine Beschreibung zeigt genau das Problem auf: Das die Bezeichnung halt irgendwo zwischen einer Stilbeschreibung und einer Beschreibung der Reichweite/Kommerzialität festhängt.

Genau. Dem hatte ich ja schon zugestimmt. Ich habe mit meinem Versuch einer Definition daher auch nur versucht, nachzuvollziehen, was man(che) mit dem Label "Indie-Pop" meinen könnte(n). Ich wüsste ehrlich gesagt keine nachvollziehbare Definition, nach der (s.o.) Pop-Acts wie Billie Eilish, Tove Lo, The xx, Kate Nash, MGMT, Banks, Bon Iver, Chvrches, Lana del Rey, Feist, Charli XCX, St Vincent, Saint Etienne usw. als "Indie" durchgingen, weder stilistisch noch was den Erfolg meint.

Meint man mit "Indie-Pop" aber die Schublade "unabhängig" (im Sinne von alternativ), dann könnte es ja eigentlich nur unabhängig vom "Massengeschmack" sein – daher komme ich auf den Versuch, dass man damit ja eigentlich nur "kleine" Bands und Musiker/innen meinen könnte, die den großen Erfolg nicht haben oder eben "unter dem Radar" agieren und vielleicht wenigen Interessierten bekannt sind. Ich müsste jetzt nochmal genauer überlegen, wer das z.B. sein könnte. Aber sicher nicht die Musikerinnen, die in mehr oder weniger allen Bestenlisten prominent vertreten sind.

The MACHINA of God

User und Moderator

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18.01.2021 - 16:04 Uhr
Vor allen Dingen könnten Künstler dann auch auf einmal kein "Indie" mehr sein, wenn sie ihren Durchbruch haben, obwohl sich stilistisch nichts verändert hat. Es ist kompliziert. :)

ijb

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Registriert seit 30.12.2018

18.01.2021 - 16:05 Uhr
However, indie pop appeared as a way to create mainstream-style music but produce it alone. It was used to steer away from indie rock or gritty, untraditional music, but also not use the glamor or attitude of regular pop music.

Okay, das ist interessant. Also sowas wie die ersten zwei offiziellen Alben von Julia Holter oder Grimes – bleibt erstens die Frage, ab wann es dann nicht mehr "Indie" ist – und zweitens, ob große Bands, die frei sind, ihre Alben so zu machen, wie sie wollen, dann auch / wieder "Indie" sind...? Prince wurde so gesehen ja auch "Indie", nach Ende seines Warner-Vertrags. Aber, ehrliche Frage, wurde er denn ab dann auch wieder als "Indie-(Pop)-"Musiker gerechnet?


<I>Other subtypes of indie pop arose as well — think chamber pop (orchestral tracks in indie pop)
Gabs aber auch schon in den 1960ern.

but indie pop stayed as a way to steer clear of record deals and produce your own music.
s.o.

Mann 50 Wampe

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Registriert seit 28.08.2019

18.01.2021 - 17:03 Uhr
Tatsächlich war der Begriff Independent Musik schon in den 80ern, wo er entstanden ist, problematisch. Zunächst wurde damit Musik bezeichnet, die nicht auf großen Majorlabels veröffentlicht wurde, sondern auf neuen unabhängigen kleinen Labels. Schnell wurde daraus aber ein Markeinzeichen für Musik die irgendwie anders war, als der damalige Mainstream, (Punk, Postpunk, Electro, Noise, Avantgarde und anderes) egal ob Major oder nicht. Ich habe das in den 80ern durchaus als Qualitätsmerkmal gesehen, wenn von Independent Musik die Rede war, wenn ich auch nicht mit allen Ausprägungen etwas anfangen konnte. Zumindest damals war vieles tatsächlich anders und tat bestenfalls auch mal weh oder eckte an. Heute ist der "Indierock" oder noch mehr "Indiepop" beliebiger und wenig unterscheidbar. Jedenfalls nehme ich das so wahr.

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