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boneless
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Registriert seit 13.05.2014
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15.03.2026 - 15:48 Uhr
Dito. Vor allem weil es kaum eine nervigere Aufforderung als jene zum Mitklatschen gibt. Da hab ich immer das Gefühl, die Band bettelt um Aufmerksamkeit. |
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ijb
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15.03.2026 - 16:10 Uhr
Tagesausflug nach Hamburg, anlässlich eines Solokonzerts von Brad Mehldau in der Elbphilharmonie, im Rahmen eines mehrtägigen „Reflektor“-Programms, vier oder fünf Tage lang Mehldau-Konzerte. Die Karte hatte ich schon vor fast einem Jahr gekauft. Oder zumindest im Frühjahr. Auf dem Programm stand heute eigentlich „Improvisationen“, und da ich Mehldau noch nie solo auf der Bühne erlebt habe, seine vielen improvisierten Solo-CDs, besonders auch die Konzertalben, aber stets ganz hervorragend sind, musste ich diese Gelegenheit einfach wahrnehmen.
Solche Tagestrips nach Hamburg sind immer ganz schön, ich verbinde das immer mit Besuchen in den Deichtorhallen oder im Kunstmuseum; mit dem Flix-Bus oder -Zug kostet das fast nichts, und die günstigen Elbphilharmonie-Karten sind auch auch im großen Saal eigentlich immer gut; da gibt's nichts zu bemängeln; Sicht und Klang sind auch vorne im A-Block für die Superreichen nicht wesentlich besser. Die Berliner Philharmonie, neben der ich wohne, sollte sich von der Hamburger Preispolitik mal eine Scheibe abschneiden.
Vor zwei Tagen dann eine Infomail: Bitte beachten Sie: Brad Mehldau hat das Programm seines Solo-Konzerts angepasst. Er spielt nun insgesamt vier Eigenkompositionen (ursprünglich waren für nach der Pause »Improvisationen« angekündigt).
PROGRAMM
Brad Mehldau
Fantasy for Piano
Fourteen Reveries
– Pause –
Brad Mehldau
L.A. Pastorale
April 2020
Mehldaus etwas zu nette, gleichwohl ein wenig angestrengte „Neo-Klassik“-Kompositionen zählen leider größtenteils nicht zu den Höhepunkten im seinem Schaffen, und so war das Programm dann erwartungsgemäß nicht ganz so toll, wie ich mir das beim Kartenkauf erhofft hatte.
Aber was soll man machen? Immerhin ist es Brad Mehldau. Ich dachte kurz dran, dass ich andere Klavier-Impro-Meister wie Jarrett nie live erlebt habe; da will man dann auch nicht meckern. Mehldaus große Stärke liegt vor allem im freien Neu- und Uminterpretieren von bekanntem Material aus allen möglichen Stilen und Genres, vieles davon natürlich auch hier im Plattentests-Forum wohlbekannt. Und so waren dann auch die Zugaben der Höhepunkt des Abend. Ich war garantiert nicht allein mit der Ansicht, dass ein ganzes Programm mit dieser Art Nummern natürlich toll gewesen wäre – auch wenn sich zwischen den vielen recht leisen und zurückhaltenden Stücken auch zwei, drei flottere versteckten.
Aber dieses entsetzliche Gehuste immer! Da spielt der Mann schon so leise, und dann wird das den ganzen Abend über von allen Seiten rücksichtslos zugehustet. Entsetzlich.
Die Zugaben stehen auch schon auf der Webseite:
Calling You (Bob Telson)
God only knows (Brian Wilson)
Things behind the sun (Nick Drake)
Blame it on my Youth (Oscar Levant)
Hat sich sehr gelohnt - und noch mehr in den Deichtorhallen die erste(?) – europaweit erste? – Einzelausstellung mit Fotografien von Philip Montgomery. Hervorragend, die so in diesem Umfang und dieser Größe und erstaunlichen Qualität der Abzüge, nebst umfangreichem Textmaterial zu sehen. Ein Glücksfall. |
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ijb
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15.03.2026 - 16:51 Uhr
PS, zu Philip Montgomery: So up to date wie selten im Museumskontext, diese Ausstellung, American Cycles"! Kann ich nur nachdrücklich empfehlen.
https://www.ndr.de/kultur/kunst/hamburg/american-cycles-philip-montgomerys-usa-in-schwarz-weiss,americancycles-100.html
Wer’s bis Mitte Mai nicht in die Ausstellung schafft, möge sich immerhin den Fotoband „American Mirror“ besorgen; auch da gibt’s wertvolle Textbeiträge.
https://www.philipmontgomery.com/americanmirror
»I’m very interested in getting at the truth and or a semblance of the truth. And I think right now, more than ever, the truth that exists within my photographs is really important given our current moment.« – Philip Montgomery |
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Felix H
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16.03.2026 - 23:21 Uhr
Gerade Geese im Docks in Hamburg. (Leider hochverlegt vom Mojo. Schade.)
Westside Cowboy haben als Vorband richtig Stimmung gemacht und waren natürlich als Mischung verschiedener Band-Sounds, die man immer wieder durchhört, aber die nie im Einzelnen alles ausmachen, Geschwister im Geiste von Geese. Das hat echt Bock gemacht, werd ich mir mehr von anhören. Der Sänger klingt wirklich sehr nach Britt Daniel von Spoon.
Ich denke nicht, dass Geese sich zu den Videos letztes Jahr groß verändert haben bzw. vielmehr: irgendwas anders machen. Vermutlich haben sie einfach an Profil und Ausstrahlung gewonnen. Speziell Cameron Winter ist einfach eine coole Socke und wie die Band um ihn die Songs dehnt und streckt, ist wirklich ein Erlebnis.
Heute gab es das neue "Apollo" als Opener und Winters stoisches "I'm going to the moon" als erste Worte waren wirklich super. Klasse Ding.
Überraschenderweise war mit "Here My Angels Come" noch ein fast neuer Song dabei: Den haben sie offenbar nur 2024 2-mal gespielt. Ehrlich gesagt, war der eine nette Ruhepause, aber nicht viel mehr.
Dass "Long Island" nicht immer dabei ist, wundert mich, der war als regulärer Set-Closer fantastisch. Dafür haben heute wohl "3D Country"-Fans etwas in die Röhre geguckt, nur "2122" auf der Setlist. (Wieder mit einem Einschub, der mir bekannt vorkam, aber den ich nicht final erkannt habe. Anyone?) War für mich in Ordnung.
Ich muss sagen, ich war selten vom Publikum so mitgerissen. Man muss nicht Hunderte Euros ausgeben, um Leute aus vollem Hals Songs mitsingen zu lassen. Hier war echt Stimmung. Allen voran natürlich groß, wenn die ganze Halle "THERE'S A BOMB IN MY CAR" in der Zugabe schreit. Super. |
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hetmann
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19.03.2026 - 08:26 Uhr
Belle & Sebastian in der Stadhalle Köln (Variante: If you are feeling sinister)
Das war schon eine pure Nostalgieveranstaltung zum 30. des Albums aber als solche für jemanden wie mich, der seit 20 Jahren kein B&S Album gehört hat, genau das Richtige.
Die komplette Sinister live zu hören war ein Erlebnis und die Liveversion von "Boy with the Arab Strap" ist der völlige Tanzwahnsinn. |
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boneless
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19.03.2026 - 12:16 Uhr
Crossposting aus dem Godspeed-Thread:
Gestern: Godspeed You! Black Emperor + Kristof Hahn in der Reithalle, Dresden.
Wahnsinn.
Mir fehlen immer noch ein wenig die Worte für das, was ich da gestern erleben durfte. Das war mal wieder ein Konzert, bei dem sämtliche Superlative angebracht sind. Phänomenal.
Kristof Hahn als Support war schon mal eine sehr passende Einstimmung. Ich wusste gar nicht, dass der Deutscher ist. Jedenfalls wunderbar stimmungsvolle Sounds mit abwechselnd englischen und deutschen Texten. Gute halbe Stunde Spielzeit, die Leute mochtens, der Applaus am Schluss war amtlich. Die Reithalle in Dresden im übrigen sehr gut gefüllt, würde schätzen so knapp vor ausverkauft. Insgesamt aber nicht zu voll, total angenehm.
In der Pause kurz Toilette aufgesucht, da ist mir erst mal aufgefallen, dass Godspeed ja mitnichten schnöde Videos vom Beamer auffahren, sondern stilecht 4 alte Projektoren mitgebracht haben und allerlei Bandsalat, welcher daneben aufgehängt war. Das hatte richtig Charme. Der Mann, der dies bediente, dürfte während des Konzerts ordentlich zu tun gehabt haben...
Pünktlich um 21 Uhr dann Start. Nach und nach kamen die Mitglieder auf die Bühne und stiegen in Hope Drone ein, der atmosphärisch schon mal die Marschrichtung vorgab. Was dann folgte, waren 2 Stunden Post-Rock Ekstase, wie man sie sich besser nicht vorstellen kann. Unglaublich erhaben, nahezu majestätisch. Der Klang umhüllte, deckte zu und rüttelte gleichermaßen wach. Im Zusammenspiel mit den Videos im Hintergrund hat das einen hypnotischen Sog entwickelt, dem sich kaum einer entziehen konnte. Sehr angenehm in dieser Hinsicht: kein Gequatsche, niemand hat genervt, nur ganz vereinzelt mal jemand, der ein Foto oder kurzes Video gemacht hat. So stellt man sich das vor.
Godspeed spielen weiter, eine schöne Melodie folgt der nächsten, jedes Crescendo umwerfender als das zuvor. Und dann kommt der Moment, den ich mir insgeheim gewünscht hatte, aber nicht wirklich dran glaubte: die Geige setzt ein gespenstisches Flirren an. Ich bin noch kurz misstraurisch, aber dann erlösen mich der Bass und die Gitarren und es wird offensichtlich... sie spielen Bosses Hang. Ich kann es nicht fassen. Meinen Godspeed-Lieblingstrack. Da Godspeed abseits der Songs des letzten Albums die Setlist ja bunt durchmischen, ist es schlicht unglaublich, dass Dresden der Ort ist, an dem dieses Stück wieder kommt (zuletzt in Prag am 12.03.). Ich sterbe vor Glücksgefühlen und bin während der gesamten göttlichen 15 Minuten im Himmel, stets den Tränen nahe. Besser geht nicht. Die strahlende Kirsche auf der bis dahin schon perfekten Post-Rock Torte. Nach den letzten Tönen falle ich kurz innerlich zusammen, raffe mich aber wieder auf, denn als Abschluss wird The Sad Mafioso angestimmt und ich frage mich, wie gut das hier eigentlich noch werden soll? Wie schrieb doept so schön: die Gänsehaut hatte Gänsehaut. :D Als zum Schluss alles im Lärm versinkt, einer nach dem anderen die Bühne verlässt und letztendlich nur noch der Schlagzeuger und Bassist an den Sounds herumbasteln, bevor ein dumpfes Dröhnen alles verschlingt, fehlen einem sämtliche Worte und man steht da und muss verarbeiten, was erlebt wurde.
8 Menschen. 3 Gitarren. 2 Bässe. 2 Schlagzeuger. 1 Geige. Ergeben zusammen: den Peak von Livemusik.
Der Sound war zusätzlich überragend. Detailliert, wuchtig und von der Lautstärke her genau richtig. Auch in diesem Bereich gehts nicht besser.
Meine Begleiter kamen zum gleichen Fazit wie ich. Ein Freund hat Godspeed bereits 4x gesehen und meinte direkt, dass dies tatsächlich das beste Konzert bisher war.
Lange Rede, kurzer Sinn (und doepts Empfehlung dick unterstrichen): wer auch nur einen Hauch Begeisterung für Post-Rock aufbringen kann, unbedingt hingehen. Selten lohnt sich das so wie hier. |
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hetmann
Postings: 532
Registriert seit 23.04.2014
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19.03.2026 - 13:10 Uhr
Danke, jetzt ärgert es mich umsomehr, dass ich morgen keine Zeit habe für Köln |
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xsuffx
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Registriert seit 12.03.2024
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19.03.2026 - 17:16 Uhr
@ boneless:
fand ich ähnlich, die letzten 2 stücke waren schon unglaublich mit einem furiosen finale.
fun fact: "bosses hang" spielten die 2018 im festspielhaus hellerau ebenfalls ;-)
kristof hahn fand ich gerade als (charmanten? ) kontrast zu gy!be toll (v. a. auch die deutschsprachigen stücke). der macht abseits von swans solo echt viel her (macht ja auch solotouren mit mr. gira) , hatte was von tom waits trifft nick cave...zu einem nicht ganz so erfreulichen anlass?
und ich tippe die halle mal eher auf 2/3 gefüllt, das habe ich dort schon viel voller erlebt und passte gestern eigentlich perfekt...publikum war größtenteils ok und irgendwie ziemlich interessant "durchmischt"? |
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boneless
Postings: 7132
Registriert seit 13.05.2014
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19.03.2026 - 18:10 Uhr
fun fact: "bosses hang" spielten die 2018 im festspielhaus hellerau ebenfalls ;-)
Diesem Konzert trauere ich heute noch nach. Ich war an dem Abend bei Bell Witch auf dem Doom over Leipzig. Es war die falsche Entscheidung. Wenn du beide Konzerte vergleichst, wie ist dein Urteil?
und ich tippe die halle mal eher auf 2/3 gefüllt, das habe ich dort schon viel voller erlebt und passte gestern eigentlich perfekt...publikum war größtenteils ok und irgendwie ziemlich interessant "durchmischt"?
Damit könntest du Recht haben, ich stand im vorderen Drittel, aber ja, hintenraus zur Bar war noch gut Luft, wenn ich so an die Pausen denke.
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xsuffx
Postings: 55
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20.03.2026 - 09:52 Uhr
@ boneless:
das kann ich gar nicht so genau sagen, ich fande es bislang jedes mal (bei nun drei besuchen) großartig - beim ersten mal (2018) völlige überforderung und mit dem festspielhaus hellerau natürlich auch eine interessante location, beim zweiten mal im berliner huxleys (2024) war es ausverkauft und dadurch etwas anstrengender, aber nicht minder beeindruckend und jetzt in der reithalle passte es soundtechnisch und mit der setlist eben auch sehr gut, wobei es m.e. in der ersten hälfte schon ein paar "längen" zu viel gab (was denke ich normal ist). allerdings war ich auch etwas kränklich und da kann man natürlich auch etwas angespannter sein. die zweite hälfte war dann eben epochal und ich habe glaube ich mal irgendwo gelesen, dass diese 4 projektoren mitsamt den filmrollen quasi als "bandmitglied" zählen? der mensch hat(te) auf jeden fall immer ordentlich zu tun ;-) |
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xsuffx
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Registriert seit 12.03.2024
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20.03.2026 - 09:55 Uhr
und wie ich eben herausfand, gab es in berlin 2024 die für mich fulminanten "cliffs gaze", "Fire at Static Valley" sowie "World Police and Friendly Fire"... |
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OMalley
Postings: 1175
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20.03.2026 - 10:04 Uhr
Auweia, ich versuche erst gar nicht, mich in einzelne Tracks einzuhören. Ich geh gleich einfach hin und schau danach bei setlist. fm was ich gehört habe. 😁
Tomcat, ich gehe dann auch mal auf die linke Seite und schau mal, wie weit ich komme. Bin erst 19:45 da ungefähr, muss ein Bier holen und dann schaue ich mich nach Dir um. Ich bin der im Boratbadeanzug 🤣 |
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xsuffx
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20.03.2026 - 10:33 Uhr
nee, manchmal funktioniert das auch gar nicht bei denen, aber manche stücke "erkenne" ich dann doch wieder. das funktioniert aber auf keinen fall beim ganzen konzert und die variieren ihre setlist ja meines wissens sowieso auch von ort zu ort... |
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Glufke
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21.03.2026 - 21:15 Uhr
Gestern Fjørt im FZW in Dortmund. Voller Laden, top Sound und eine Band auf ihrem Zenit, die einfach nur Bock hat und macht.
Vorband waren Ashes of Pompeii, die nach fast 10 Jahren aktuell wieder live auftraten. Die Band spielt Post-Hardcore a la Thrice und ließ sich gut anhören. Zudem absolut sympathische Typen.
Um 21 Uhr gingen dann die Lichter aus und Fjørt betraten in schlichtes Schwarz gekleidet die Bühne. Und man merkt, dass die Band ein neues Level an Professionalität erreicht hat. U.a. gab es Nachrichten oder kurze Videos, die auf die Leinwand hinter der Band projiziert wurden. Als Opener gab es "Aer" (ich finde, einer der spannendsten und experimentellsten Songs des aktuellen Albums) und das hat wahnsinnig gut funktioniert. Danach dann tatsächlich erstmal einige ältere Songs wie "Anthrazit" oder "Südwärts" und wenige neue Lieder: die Tour heißt anscheinend absichtlich nicht "Belle Epoque", sondern eben "Be Fjørt".
Insgesamt gab es erstmal ein 90-min-Set und danach noch drei Zugaben (u.a. "Feivel", worüber ich mich sehr gefreut habe). Generell habe ich eigentlich nichts vermisst außer vielleicht "Lebewohl" und "Paroli", aber Fjørt haben mittlerweile einfach genug Top-Songs, um mehr als zwei Stunden Spielzeit zu füllen.
Fazit: Das war das mit Abstand beste Fjørt-Konzert, das ich bisher gesehen habe. Ich hatte mich ein paar Tage zuvor kurz geärgert, dass ich nicht Karten für Köln nächste Woche geholt hatte, denn ich hatte vergessen, dass ich eventuell auch zu GY!BE (ebenfalls gestern) nach Köln wollte. Aber nicht nur die Band, sondern auch das Publikum war super drauf, sodass Dortmund die absolut richtige Entscheidung war. Und manche neue Songs ("Yin", "Nacht") haben mir live nochmal wesentlich besser gefallen, sodass das ganze Album bei mir nochmal dazu gewonnen hat. Ich hab jetzt auf jeden Fall Bock drauf, dieses Jahr nochmal hinzugehen.
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ThomZH
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22.03.2026 - 22:51 Uhr
Gerade auf dem Heimweg von Rosalias LUX - was war dass denn??? Nach der grössten live Enttäuschung (Motomani-Tour) jetzt eines der emotionalsten Live Erfahrungen!!! 12/10!! |
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fuzzmyass
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Registriert seit 21.08.2019
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23.03.2026 - 13:15 Uhr
Gorillaz, BP Pulse Live, Birmingham
Gestern vor Albarn's Geburtstag Konzert in Birmingham im BP Pulse Live...
Einzige kleine Enttäuschung - On Melancholy Hill... irgendwie viel zu laut und Bass-lastig gespielt, dazu Damon etwas zu theatralisch gesungen irgendwie... vermutlich bin das nur ich, da das aber einer meiner Lieblingssongs ist und ich den schon mal ergreifender live gehört habe, hat das gestern nicht ganz so gepasst..
Aber der ganze Rest: famos, ein Highlight nach dem anderen mit viel Gefühl, großartigen Gästen, wie immer unglaublich spielfreudiger Band inkl. Top Background Sänger, top Animationen auf großen Screens.. 11 The Mountain Songs wurden mit unglaublich viel Liebe und Gefühl performed, man merkt, dass die Albarn emotional sehr wichtig sind und die Stories um das Album nicht nur Show-Palaver... das untermauert bei mir den Meisterwerk Status des Albums, ich kann keinen der gespielten Songs irgendwie groß hervorheben da alle 11 ausnahmslos Highlights waren... Joe Talbot bei God Of Lying im launigen Duett mit Albarn, Yasiin Bey aka Mos Def und Omar Souleyman bringen bei dem etwas chaotischen aber sehr packenden Damascus die Menge zum Kochen, Kara Jackson bei Orange Country, Damon muss bei Shadowy Light kurz mit den Emotionen kämpfen, Delirium famos, die Songs mit Black Thought (auch wenn dieser nicht da war und nur von Band/Video kam) super ergreifend, einfach toll... und Happy Dictator ist auch live ein Megahit!
Sonstige Highlights:
Tomorrow Comes Today und Rhinestone Eyes im Doppelpack - mega druckvoll, top Stimmung
Andromeda - Damon im Publikum und kurz vor meiner Nase, hätte nicht erwartet, dass der Song so mitreißen kann
Stylo mit Yasiin Bey - grandios!
Don't get lost in heaven und Demon Days als Abschluss des Abends..
Damon dann am Ende etwas kurz angebunden von der Bühne gegangen, hatte wohl davor sehr viel Emotion, Liebe und Energie reingeworfen und es war der dritte Abend in Folge - sei ihm gegönnt...
Als Opener hat Omar Souleyman doch für recht gute Stimmung gesorgt mit orientalischen Beats/Instrumentals, die von einem "DJ" vom Laptop gespielt wurden, und sehr launigem/kauzigem Gesang - war super!
Omar 45 min., Gorillaz ca. 1 Std. 55 min...
9/10 |
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Gordon Fraser
Postings: 2987
Registriert seit 14.06.2013
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23.03.2026 - 14:07 Uhr
Ich war gestern Abend im unangenehm übervollen Hole44. War spät dran, und habe daher vom Opener Roast Apple nur noch den Schlussteil mitgenommen. War ziemlicher egaler Loungerock, wobei der Closer angenehme Two-Door-Cinema-Club-Vibes hatte. Mit dem dämlichen Bandnamen wird das aber nix mit größeren Erfolgen.
A propos Bandnamen: Brigitte Calls Me Baby segeln da auch nur knapp am cringe vorbei, aber seit ich die Story dahinter kenne bin ich damit auch versöhnt. Habe mich schon lange nicht mehr so auf ein Konzert gefreut. Bin ja erst spät vom Debüt bekehrt worden, aber bin jetzt umso größerer Fan. Und die Band löst die Erwartungen voll ein. Kein Konzert, sondern eine Show. Der Sänger ist ein begnadeter Performer, der natürlich viel von Morrissey abgeschaut hat, aber seinen eigenen Spin einbringt. Sexier, queerer, unnahbarer. Und was für eine unfassbare Stimme. Und die Frisuren! Also ob Boykillboy anno 2006 auferstanden sind (das ist ein Kompliment). Kein Ausfall weit und breit, Hits Hits Hits. Und das bei der noch dünnen Diskographie. Ist das alles originell? Natürlich nicht. War es trotzdem das bislang beste Konzert des Jahres? Und “Slumber Party” der erwartete Abriss? Aber sowas von. Einziges kleines Manko: das Berliner Publikum war ziemlich träge. Dabei hätte man hier eine gute Stunde durchtanzen können. |
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Talibunny2
Postings: 499
Registriert seit 28.07.2025
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23.03.2026 - 16:41 Uhr
In Köln war es auch top.
Und ja, der Sänger ist für die (große) Bühne geboren. |
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lego
Postings: 1303
Registriert seit 13.06.2013
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23.03.2026 - 18:32 Uhr
@Gordon:
das Hole ist ja immer so eng und voll. das macht aber auch einen Teil der Stimmung aus. Ich hab da schon etliche Konzerte erlebt und ich bevorzuge das Gedränge unten trotzdem immer noch vor dem Balkon oben. ich find's gut.
Das Alter des Publikums hat mich (schon beim letzten Mal) krass erstaunt. Gibt es keine jungen Leute mehr, die sich Konzerte anschauen / leisten (wollen)?
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Palm Of Your Hand
Postings: 1
Registriert seit 22.08.2025
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23.03.2026 - 20:20 Uhr
@Gordon Fraser
Ich war ebenfalls in Berlin gestern und die Tatsache, dass es so überfüllt war, hat mir ein wenig den Spaß genommen. Das Verhalten mancher Leute war unerträglich Am Anfang hatte zwei Bros drei cm vor meiner Nase. Irgendwann waren sie zwar weg, dann stand aber ein Typ mit Kapuze trotz mehrerer Hinweise meinerseits so nah vor mir, dass ich nach hinten fast keinen Platz mehr hatte (Ich stand direkt vor der Stufe neben dem Mischpult). Als ich im Verlauf des Konzerts zweimal etwas zu meiner Konzertbegleitung sagte, beschwerte sich eine Frau hinter mir, dass wir dauernd reden würde und sie das nervt. Als ich an die Bar wollte, haben mir zwei Macker trotz meiner freundlichen Bitte keinen Platz gelassen, ich quetschte mich dann vorbei, woraufhin einer der beiden mir einne Stoß mit seinem Arsch gab. An Tanzen war leider gar nicht zu denken.
Verzeih mir den Rant. Beim Rest stimme ich dir zu. Die Stimme ist live noch beeindruckender. |
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Talibunny2
Postings: 499
Registriert seit 28.07.2025
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23.03.2026 - 22:15 Uhr
Das Alter des Publikums hat mich (schon beim letzten Mal) krass erstaunt. Gibt es keine jungen Leute mehr, die sich Konzerte anschauen / leisten (wollen)?
In Köln waren ca. ein Dutzend sehr junge Mädchen.
Keine Ahnung, woher die wussten, dass ich anwesend bin. |
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Gordon Fraser
Postings: 2987
Registriert seit 14.06.2013
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23.03.2026 - 23:07 Uhr
Ja, ich war auch erschrocken ob des Alters des Publikum. Viele ältere Herrschaften, was auch die gewisse Trägheit erklärt. Um mich herum auch viel Leute, die offensichtlich nur BegleiterInnen waren, so teilnahmslos standen die herum. Da hätte die Band energetischeres Publikum verdient gehabt.
Die drangvolle Enge war m.E. echt grenzwertig. Da ging schon kurz nach der Einlasstür nichts mehr. War mir bisschen unheimlich. |
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Wave Maus
Postings: 1
Registriert seit 25.03.2026
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25.03.2026 - 21:39 Uhr
@Gordon
Ich war auch im Hole und ich habe eine Stunde durchgetanzt. Nachdem mich einer dieser trägen Begleiter entnervt vorgelassen hat, hatte ich ausreichend Platz. Neben mir wurde auch getanzt.
Ansonsten kann ich dir nur zustimmen.
Bestes Konzert bisher.
Roast Apple haben mir als Vorband auch gefallen. |
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xsuffx
Postings: 55
Registriert seit 12.03.2024
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26.03.2026 - 10:06 Uhr
das hole(44) ist aber irgendwie auch ein merkwürdiger laden: unten meistens rammelvoll und oben sieht man als etwas kleinere person eigentlich nichts, wenn man nicht in den ersten 2 reihen steht...eher kein meinerseitiger favorit @ berlin (außer es ist halt nur halbvoll oder so). |
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boneless
Postings: 7132
Registriert seit 13.05.2014
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26.03.2026 - 21:34 Uhr
Das ist einer der Gründe, warum ich gerade stark zweifle, ob ich mir Karten für Texas Is The Reason in Berlin hole. Auf so einen Zirkus hab ich eigentlich gar keinen Bock, Lieblingsband hin oder her. |
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Unangemeldeter
Postings: 2484
Registriert seit 15.06.2014
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27.03.2026 - 00:17 Uhr
Crosspost: Eben CMAT im Tempodrom. Lustiges Publikum, auch ohne Musik schonmal beste Stimmung, Geschlechterverhältnis wie erwartet 80% weiblich und 20% schwul und mindestens 30% irisch. Mehr Animal Prints als bei T Rex in den 70ern.
Anfang des Support Acts Katy J Pearson leider verpasst, was ich noch gesehen hab war aber leider eh etwas fad, das hat mir beim Reinhören besser gefallen. Sie war aber auch solo da - wäre mit Bandsound vermutlich was anderes.
CMAT dann das erwartete Brett - die ganze Band ist eine Rampensau. Man kriegt eine richtige Show zu sehen und eine sehr gut eingespielte Band, die offensichtlich schon lang zusammenspielt und gut befreundet ist. Die Stimmung überträgt sich sofort von Band auf Publikum und wieder zurück, ein perfektes Beispiel warum Livemusik so magisch ist. Dreh-, Angel- und Mittelpunkt natürlich die Sängerin, die den Spaß dirigiert und auch live eine fantastische Stimme hat. Zwischendurch, als sie mal ohne Schabernack ein paar ältere Songs am Stück spielen, fällt die Spannung für mich mal leicht ab, zum Schluss mit Euro Country, Massen-2-Step und Bad in der Menge aber nochmal ein großes Finale. Morgen ja in München, da kann man wirklich bedenkenlos hingehen und ne gute Zeit haben.
8 von 10 Kleeblättern. |
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lego
Postings: 1303
Registriert seit 13.06.2013
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27.03.2026 - 19:07 Uhr
ich verstehe eure kritik am hole durchaus. ja, klein, eng, stickig. auf der anderen seite:
aber es ist DER Laden, wo fast jeden tag ein konzert stattfindet. die bandbreite an künstlern ist riesig, es werden sehr viele genres bedient. ich muss ein bisschen ans molotow in hamburg denken. ich find's ganz gut, dass man auf der website sofort die genres sieht und man sich raussuchen kann, worauf man bock hat.
sam fender spielte das erste jahr im hole, ein dreiviertel jahr später in der max schmeling halle. ist also schon auch n laden, wo man richtig gut newcomer entdecken kann. ich kenne dafür in berlin keinen vergleichbaren.
und um meinen letzten satz hinsichtlich geheimtipps ein wenig zu konterkarieren: ich freue mich sehr auf das konzert von Déyyess im privatclub nächste woche :) |
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pounzer
Postings: 605
Registriert seit 24.08.2019
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28.03.2026 - 00:38 Uhr
Heute Abend Shaking Hand im Blue Basement gesehen. Die Venue ist tatsächlich nur das Untergeschoss von Third Man Records, also die Londoner Niederlassung von Jack White's Indie-Label. Dementsprechend eng geht es da unten auch zu. Angeblich passen 60 Zuschauer rein, aber der Raum ist so klein und die Decke/Bühne so niedrig, dass man ab der vierten Reihe eigentlich nichts mehr sieht.
Was auch einigermaßen seltsam war, war die Kürze des Abends. 19 Uhr Einlass, 19:30 Uhr Shaking Hands, 20:30 Uhr Schluss.
Aber rein musikalisch war die Show komplett überzeugend. Die Band ist tight! Jeder Ton klingt überlegt und bewusst gesetzt. Manchmal könnte man sich vielleicht wünschen, dass die Jungs mal etwas mehr Gas geben, aber gleichzeitig macht dieses sorgfältige Spiel mit Harmonie und Dynamik auch den Reiz der Band aus. Ich bin gespannt, wie weit die es noch bringen! |
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Deaf
Postings: 3790
Registriert seit 14.06.2013
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29.03.2026 - 17:40 Uhr
1. Quartal 2026 bereits rum für mich, darf gerne so weitergehen.
Januar:
1) Back Doors Men, Mahogany Hall/Bern
2) Winged Wheel/Martina Berther, Bad Bonn/Düdingen
3) Wojtek Mazolewski Quintet, Turnhalle PROGR/Bern
4) Earth/Natasa Grujovic & Steve Moore, Dachstock/Bern
5) Wengers Floating Island/Composer Jazz Orchestra, BeJazz - Vidmarhalle/Bern
Februar:
6) Isaiah Collier Quartet, Turnhalle PROGR/Bern
7) Cyrus Chestnut Trio, Marians Jazzroom/Bern
8) Ghostwoman/Calvin Love, Bad Bonn/Düdingen
9) Anna von Hausswolff/Hinako Omori, Alhambra/Genf
10) Alabaster DePlume, Turnhalle PROGR/Bern
11) Vincent Peirani Quintet, Turnhalle PRGOGR/Bern
12) David Byrne, The Hall/Dübendorf
März:
13) Sullivan Fortner Trio, La Spirale/Fribourg
14) Bar Italia/Wet Kiss (Duo), Dampfzentrale/Bern
15) Alfa Mist/Nnavi, Bierhübeli/Bern
16) Morrissey, The Hall/Dübendorf
17) Geese/Westside Cowboy, X-Tra/Zürich
18) Jakob Bro Trio (Bro-Baron-Morgan), Turnhalle PROGR/Bern
19) Kid Congo & The Pink Monkey Birds, Bogen F/Zürich
20) Magnetfisch/Coldstar, Ono/Bern
21) Tom Skinner, Sous Soul/Bern
22) Suede/Swim School, Les Docks/Lausanne |
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ijb
Postings: 8207
Registriert seit 30.12.2018
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29.03.2026 - 18:35 Uhr
Ah, das ist nicht schlecht, um Buch zu führen und sich zu erinnern (auch wenn ich deinen Kriegsfuß mit Leerzeichen ein bisschen unglücklich für die Lesbarkeit finde), da mache ich grad mal mit :-) … hab der Vollständigkeit halber Musikveranstaltungen mit aufgeführt, die keine Konzerte im eigentlichen Sinne waren, zu denen ich aber wegen der Musiker hingegangen bin:
Januar:
1) Carolin Widmann & Alexander Lonquich (Pierre Boulez Saal, Berlin)
2) Oùat (Zig Zag, Berlin)
3) Beethoven-Gymnasium Berlin (Großer Saal der Philharmonie)
-) Heiner Goebbels (Akademie der Künste)
4) Tortoise (Großer Sendesaal, RIAS Berlin)
-) Oliver Coates (Radialsystem, Berlin)
5) Andy Sheppard Trio (Zig Zag)
Februar:
6) Bill Frisell Trio (Zig Zag)
7) Maria Iskariot (Neue Zukunft, B)
8) Die Nerven (SO36)
-) Daniel Blumberg (Radialsystem)
9) David Virelles (Boulez-Saal)
März:
--) RJ Miller, Thomas Morgan, Patrick Corrigan & Kalia Vandever (Session, Reservoir Studios, NY)
10) David Virelles (Close-Up, NY)
--) Caroline David, Qasim Naqvi & Grey Mcmurray (Mix, Bunker Studios, NY)
11) Aruan Ortiz, Pheeroan akLaff, Don Byron (The Stone, NY)
12) Brad Mehldau (Elbphilharmonie, HH)
13) James Blake (Lido, B)
--) Meredith Monk (Akademie der Künste)
14) "11.000 Saiten" (George Friedrich Haas) (Mahalla, B)
15) Meredith Monk (Haus der Berliner Festspiele)
16) Martin Gretschmann, Karl Ivar Refseth & Rodney Barreto (Boulez-Saal)
17) Steve Coleman & Five Elements (Zig Zag) |
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OMalley
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29.03.2026 - 23:01 Uhr
Letzten Mittwoch: Deadletter mit Support Bleech 9:3 im Kölner Arttheater
Mein 5. x Deadletter und es war sehr gut wie immer. Schöne Location und die Band war vor und nach dem Konzert im Eingangsbereich, wurde aber respektvoll in Ruhe gelassen.
Bleech 9:3 waren hervorragend und haben alle ihre drei bisher veröffentlichten Stücke gespielt plus noch nicht veröffentlichtes Material. Davon hat mit besonders tourniquet gefallen. Ich bin gespannt auf das was noch kommt. Vielleicht schaue ich sie mir am 20.04. nochmal im MTC an, wo sie für Keo eröffnen werden.
Deadletter haben gewohnt geliefert und neuerdings scheint sich der Sänger oben rum nicht mehr frei zu machen. Ansonsten wie immer: Eng am Publikum, oft auch mittendrin und oben auf am Ende. Die neuen Titel funktionieren live überwiegend gut, ich hätte mir vielleicht 1 - 2 Titel weniger gewünscht, dafür noch einen oder zwei Klassiker rein.
Leider war die Laune der Band etwas getrübt, da es wohl durchgehend Monitorprobleme gab und sie sich daher stärker konzentrieren mussten und sichtlich angepieselt waren.
Nach rund 85 Minuten war auch Schluss und das sehr gut gefüllte Arttheaterpublikum zufrieden.
Wenn die Tour im Herbst wieder kommt, dann bin ich sicher nochmal dabei. |
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fuzzmyass
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01.04.2026 - 12:34 Uhr
So, nach Quartalsende nun das bisherige Jahresfazit...
Januar
- Das Bo
- Earth
Februar
- Deftones
- Anna von Hausswolff
- Gluecifer
- Die Spitz
- The James Hunter Six
- Yasmine Hamdan
- A.A. Williams und Spotlights
- Buzzcocks
- Die Nerven
März
- Kula Shaker
- Wu-Tang Clan
- Geese
- Spidergawd
- Gorillaz
- Franz Ferdinand
Top Highlights geranked:
1. Earth, Manufaktur Schorndorf (10/10)
2. Gorillaz, BP Pulse Live Birmingham
3. Geese, Backstage Werk München / Die Nerven, Strom München
4. Deftones, Zenith München / Wu-Tang Clan, Lanxess Arena Köln
Honorable Mention:
- Spotlights als Opener für A.A. Willimans: TOP
Gutes Konzertjahr bisher!
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boneless
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12.04.2026 - 13:15 Uhr
Gestern: Matt Elliott in der Jazzclub Tonne, Dresden
Ich kenne von Matt Elliott recht wenig und ehrlich gesagt ist das auch kein Künstler, den ich mir jetzt häufig zu Hause anhören würde, aber da ich von seinen Liveauftritten nur Gutes gelesen habe, dachte ich mir: kann man schon mal mitnehmen. Zumal mir der VVK-Preis von 25 Euro sehr moderat erschien. Fun Fact: Ich hätte sogar umsonst reinkommen können, denn direkt vor der Location sprach mich ein älterer Herr an und fragte, ob ich schon eine Karte hätte. Seine Begleitung wäre ausgefallen und er würde die zweite Karte gern verschenken. Tja, wenn man sowas vorher wüsste... :D
Ich war ewig nicht mehr in der Tonne (ich glaube zuletzt bei Colin Stetson, aber das ist auch schon wieder um die 8-9 Jahre her) und hatte ganz vergessen, was das für ein schicker Laden ist. Sehr geschmackvoll eingerichtet, ich würde zudem generell sagen, dass das gut zum Publikum passt, denn auch gestern Abend waren bestimmt 80% der Anwesenden jenseits der 50 und entsprechend gekleidet. Jazzclub halt. Da kam ich mir fast ein wenig underdressed vor. Ansonsten hielt sich das Interesse in Grenzen, ich schätze die Zahl der Zuschauer auf so ca. 50. Das hatte mich ein wenig überrascht, dachte schon, dass Matt Elliott mehr Leute zieht. Aber gut.
Stilecht mit Ankündigung durch einen Mitarbeiter der Tonne kam Elliott gegen 20:15 Uhr auf die Bühne, sympathisch und leicht nervös (der Grund dafür war wohl die Location selbst: "Ich glaube, ich bin so aufgeregt und gestresst, weil das hier ein Jazzclub ist und ich nicht wirklich gut spielen kann"). Leichte Untertreibung, denn was Elliott da in 100 Minuten geboten hat, war schon sehr beeindruckend. Ich habe noch keinen Singer/Songwriter gesehen, der sich selbst so oft loopt und dabei trotzdem die Übersicht behält. Es gab Songs, da hatte er um die 10 Spuren gleichzeitig laufen, da fiel einem schon mal die Kinnlade runter. Ich habe trotzdem eine gute Zeit gebraucht, um ins Konzert zu finden, aber nach 2 Songs und guten 20 Minuten hat es Klick gemacht und Elliott nahm mich gefangen. Die Atmosphäre seines Auftritts lässt sich schwer beschreiben, irgendwas zwischen surrealer Euphorie und tonnenschwerer Melancholie. Die Stücke waren lang, Schicht für Schicht wurde aufgetragen bis der Sound alles überlagerte und Elliott wieder zur kleinen, feinen Ausgangsmelodie zurückkehrte. Sein Gesang erinnerte mich hin und wieder an Josh Homme, fand ich großartig. Insgesamt also lohnend, auch wenn das weiterhin Musik ist, die für mich live viel besser funktioniert als auf Platte, man braucht einfach die direkten Emotionen des Künstlers, um ganz im Sound aufgehen zu können.
Kleiner Wermutstropfen am Schluss: die außerplanmäßige Zugabe. Sicher, Elliott wollte denen eine Freude machen, die von weit her angereist waren, aber das folgende zehnminütige Jazz meets Drum'n'Bass Gedudel hätte er sich sparen können, denn nach 3-4 Minuten hat das nur noch genervt. Da wäre mir ein weiterer, regulärer Song viel lieber gewesen.
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carpi
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12.04.2026 - 16:25 Uhr
@boneless: Schöner Bericht, das kann ich nur unterstreichen mit dem Besuch des Konzerts am Freitag in Karlsruhe, ein wahrlich intensives Erlebnis mit dem Fokus auf Drinking Songs (wahrscheinlich war das in Dresden auch so). Die beschriebene Nervosität war auch vorhanden, da er meinte, er hoffe, dass keine Saxophonspieler im Publikum seien oder beim Stimmen der Gitarre, wofür er sich mehrfach entschuldigte. Wie von dir erwähnt, kommt er sehr sympathisch rüber. Auf jeden Fall wechselte Elliott regelmäßig zwischen Saxophon und Gitarre, was der Hauptunterschied zum Konzert sechs Jahre zuvor war. Der letzte Track wurde als etwas "fröhlicher" angekündigt "more a Friday night"- Song, was wohl auf den Drum'n'Bass Sound bezog, tatsächlich war dann doch etwas mehr Bewegung im Raum, was dem Ganzen nochmal eine andere Note gab, hat mich nicht gestört und ist wohl der letzte Track vom besagten Album, der dort sogar 20 Minuten dauert ("The Maid we messed").
Hervorzuheben ist für mich noch der Track "Kursk", auf dem thematisiert wird, mit welchen Gefühlen die Besatzung wohl auf den nahenden Tod beim Untergang des U-Bootes im Jahr 2000 reagiert haben musste.
Deine Beschreibung "zwischen surrealer Euphorie und tonnenschwerer Melancholie" passt insgesamt gut.
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nörtz
User und News-Scout
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Registriert seit 13.06.2013
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14.04.2026 - 11:57 Uhr
Gestern "The Aristocrats" in der Fabrik zu Hamburg.
Ich kam erst 20 Minuten vor Beginn und sah, dass es vor der Bühne schon ziemlich voll war. Schnell ein Bierchen geholt und vorne noch irgendwo dazwischengequetscht, denn ich will ja sehen, wie die ihre Instrumente bedienen. 95 % der Anwesenden waren Männer, deren Haare mittlerweile ergraut schimmerten.
Vor mir war leider ein 1,95 Meter großer Mensch mit langen Haaren, der nach Metaller aussah und sich daran machte, mir die Sicht zu blockieren. Insgesamt müssten es maximal 150 Zuschauer gewesen sein.
Die Band begann mit vier Songs ihres aktuellen Albums "Duck". Der Name sagt es bereits: Es handelt sich um ein instrumentales Konzeptalbum über eine Ente, die es von einer Insel nach New York verschlägt und ihren Abenteuern. Da die Band das Songwriting so aufteilt, dass jeder Musik eine Anzahl an Songs selbst schreibt, durfte dann auch jeder jeweils erklären, worum es in dem Song geht und woher die Inspiration kam.
In einem Song geht es zum Beispiel über einen Pinguinpolizisten, der die Ente verfolgt, da sie andere Pinguine geschlagen hat. Passend dazu hatte Guthrie Govan auch zwei Pinguin-Plüschies auf der Bühne dabei, leider waren sie von minderer Qualität, weil das Budget, wie er ironisch anmerkte, "is limited as we are playing instrumental fusion".
Die Inspiration für einen anderen Song kam Marco Minneman, als "Guthrie and me were looking for five beer and then we ended up at the harbour and i saw a duck.".
Allein wegen solcher Storys und dem trockenen Humor lohnt es sich schon, zu einem der Auftritte zu gehen.
Nach den vier Enten-Songs kamen dann noch einige alte Tracks und das waren zufälligerweise auch meine Lieblingssongs der Band. Zum instrumentalen Können der Band muss ich nicht viel sagen. Alles drei Virtuosen und bei Govans Soli musste ich einfach immer nur grinsen und eine innerliche Freude erfasste mich.
Insbesondere beim Song "Flatlands" gibt es einen Teil in der Mitte, bei dem Govan immer ein Solo spielt, das aber nie gleich klingt, da er nun mal "rock's greatest improvisator" ist, wie eine bekannter YouTuber meinte.
Hier könnt ihr den Part mal sehen:
Zwischendurch gab es noch ein zehnminütiges Schlagzeugsolo mit Quietschtiergeräuschen von Minnemann, danach sagte er ein Gedicht von Heinz Erhardt auf und nach einer Zugabe war dann nach zwei Stunden und 15 Minuten Schluss.
Mich hat gewundert, dass es im Publikum praktisch keine Bewegung gab. Selbst ein Kopfnicken war bei fast niemandem zu sehen. Ein Song hat einen galoppartigen Schlagzeugrhythmus und auch da kam rein gar nichts. Vielleicht lag es am Alter des Publikums.
Jedenfalls war ich mal wieder rundum begeistert und werde auch das nächste Mal wieder hingehen.
Einen Nerv-Faktor gab es dann aber doch. Hinter mir stand ein Pärchen, so Mitte/Ende 50 und der Mann hat immer so penetrant gelacht: Erst zweimal Ha Ha und dann ein langgezogenes, übertriebenes Haaaaaaaaaaa. Wie von einem Comic-Charakter abgeschaut. Außerdem haben die alles, was auf der Bühne gesagt worden ist, kommentiert. "Ja, das kennen wir doch auch, Marianne, oder nicht?" Leider verstanden sie Englisch. |
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OMalley
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18.04.2026 - 11:46 Uhr
Vorletzte Woche:
Long Distance Calling - Essen, Lichtburg 9/10
20 Jahre LDC und als Preview das komplette neue Album "the phantom Void".
Das neue Album hat mir gut gefallen, wenn auch nur drei Titel vorab veröffentlicht waren. Die restlichen unbekannten Stücke waren etwas schwierig einzuordnen, oder zu genießen, wenn sie total unbekannt sind.
Teil 2 war ein guter Querschnitt über die letzten Album mit den zu erwartenden Klassikern (metulsky curse revisited, out there, black paper planes) und auch der einen oder anderen größeren Überraschung (skydivers, old love, ductus).
Schwierig es allen recht zu machen bei insgesamt ordentlichen etwas über 2 1/2 Stunden inkl. 20 Minuten Pause.
Insgesamt mein 14. LDC-Konzert seit 2008 und wiedermal nicht enttäuscht worden. Gerne würde ich auch mal wieder meine Favoriten aus der 2. Reihe hören dürfen (waves, into the voyd, the figrin d`an boogie, invisible giants, jungfernflug, blood honey, voices, flux, immunity, i know you stanley milgram), aber das dürfte immer schwieriger werden bei dem vielen gutem neuen Material. |
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Mr Oh so
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Registriert seit 13.06.2013
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18.04.2026 - 13:45 Uhr
Insgesamt mein 14. LDC-Konzert
Wow, ein echter Fan. Finde das neue Album noch etwas, mmh, flach, aber kann ja noch kommen. |
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OMalley
Postings: 1175
Registriert seit 16.01.2022
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18.04.2026 - 22:54 Uhr
Ich habe auch gebraucht und mit einem Stück komme ich auch immer noch nicht weiter. Aber nach öfterem hören kam es dann sehr gut. Von den letzten drei Alben mag ich „how do we want to live“ noch am liebsten. Weniger Riffs, mehr von….keine Ahnung, aber irgendwas mag ich lieber. |