100 Alben der 2010er für die Ewigkeit

User Beitrag

Mister X

Postings: 3176

Registriert seit 30.10.2013

15.06.2020 - 02:35 Uhr
Mit Musik dachte ich eher an die musikinustrie xD

Orph

Postings: 427

Registriert seit 13.06.2013

15.06.2020 - 09:17 Uhr
Warum sollten visuell erzählte Geschichten und Spiele verschwinden?

Deren Form wird sich eben entsprechend der sozialen und technischen Gegebenheiten und Entwicklungen verändern. Aber verschwinden? Auch späteren Inkarnationen wird man ihre Verwandtschaft zu heute zeitgenössischen Filmen und 'Games' ansehen können.

Der Mensch ist das Tier, das Geschichten erzählt, wie es so schön heißt. Und gespielt wurde doch auch schon "immer", genauso wie schon "immer" musiziert wurde.

Given To The Rising

Postings: 4548

Registriert seit 27.09.2019

15.06.2020 - 10:57 Uhr
Es geht um die technischen Mittel. Wenn wieder ein dunkles Zeitalter einbricht und das Wissen verschwindet, dann sind nicht vorhandene Games auch das geringste Problem. Wenn man Theater auch zu Filmen und Brettspiele zu Games zählen will, wird das bestimmt auch lange Bestand haben.

boneless

Postings: 3030

Registriert seit 13.05.2014

15.06.2020 - 22:35 Uhr
boneless soll den Rest posten, wann er will. Das Ergebnis ist sowieso verfälscht. Ich hatte Age of Adz nicht auf dem Schirm, und Janelle Monáe kannte bisher ich gar nicht. Beides wäre jetzt weit vorn. So geht es anderen mit anderen bestimmt auch.

Wenn das ein Vorwurf sein soll, so kann ich zumindest reinen Gewissen behaupten, dass ich meiner Top 100 nach Fertigstellung Mitte März weder etwas hinzugefügt, noch etwas daraus entfernt habe. Lediglich die Postitionen innerhalb der Liste haben sich geringfügig geändert, nachdem ich beim erneuten Hören feststellen musste, dass diese und jene Platte doch höher bzw. etwas niedriger gelistet werden muss.

Seis drum, ich habs fast geschafft.


03. Deathspell Omega - Paracletus

Alles, was mich am Black Metal fasziniert - das Mystische, das Dunkle und Böse, der abgrundtiefe Wahnsinn, die besinnungslose Raserei, weltabgewandte Depression, aber auch Melodien, wo man keine vermutet und noch so einiges mehr - floss ab ca. 2007 in einer Gruppe zusammen, die mit ihrem damals vierten Album Fas – ite, maledicti, in ignem aeternum eine bis dato nicht gehörte schwarze Welle über mir zusammenbrechen ließ. Ich konnte nicht fassen, was ich da vernahm. Intensivere Musik war kaum vorstellbar. 3 Jahre später dann Paracletus und in diesem Stück durchkalkulierter Monstrosität gipfelte nun alles, was Deathspell Omega bis dahin heraufbeschworen hatten. Sie entfachten einen höllischen Sog, aus dem es kein Entrinnen gab, einen alles verschlingenden Moloch. Und obwohl die Franzosen sich natürlich kein Stück einem etwaigen Szene-Mainstream anbiedern, so ist Paracletus bei aller vernichtend verschwurbelten Härte in einem Maße eingängig, ja gar offensichtlich melodiös, dass einem auch beim 1000. Hören die Kinnlade entgleiten darf. Selten zwang ein Band aus diesem Sektor die genannten Punkte so überzeugend an einen Tisch, ohne auch nur einen Finger breit in pathetische Gefilde abzurutschen. Spätestens jetzt ließ man alle anderen Schwarzbrenner hinter sich und beanspruchte ein Gebiet, von welchem seitdem ungezählte Bands zumindest ein kleines Stück abhaben wollen. Bisher scheiterte jeder Versuch kläglich... und obwohl sich Deathspell Omega nach Paracletus nicht mehr steigern konnten, sind sie (zumindest für mich) bis heute die mit Abstand spannendste Gruppe unter der dunklen Sonne und weiterhin absolut konkurrenzlos.

Peacetrail

Postings: 1003

Registriert seit 21.07.2019

15.06.2020 - 22:38 Uhr
„Wenn das ein Vorwurf sein soll,...“

Nein, das sollte nur heißen, dass Du Dir Zeit lassen kannst!

Given To The Rising

Postings: 4548

Registriert seit 27.09.2019

15.06.2020 - 22:44 Uhr
Wegen der Verflechtungen mit Mikko Aspa und der NSBM-Szene sind DO für mich auch kein Thema, mal abgesehen davon, dass mir die Musik auch nicht richtig zusagt. Dann lieber die Cascadian Bands.

boneless

Postings: 3030

Registriert seit 13.05.2014

21.06.2020 - 13:38 Uhr
02. Max Richter - Sleep

Zugegeben: Die Idee ist nicht neu. So hatte schon Robert Rich mit Somnium Musik für den Schlaf geschaffen und sogenannte Sleep-Concerts veranstaltet. Doch Richter's bombastisch introvertiertes acht Stunden Ungetüm setzt in dieser Hinsicht nochmal ganz neue Maßstäbe, weil er sich nicht nur auf beruhigendes Rauschen konzentrierte, sondern Musik komponierte, die Hand und Fuß hatte und der eine bisher nie dagewesene Ruhe innewohnt, die mich komplett überwältigte. Ich war und bin selten so in Musik versunken und hier ist der Ausdruck "die Zeit vergessen" nicht nur bloßes Klischee, sondern Wirklichkeitszustand. Klänge schweben durch Sphären, die nur Mittels Unterbewusstsein erfahrbar werden. Wer dieses "Album" zum schlafen hört, wird (und das behaupte ich mit vollster Überzeugung) eine außergewöhnliche Erfahrung machen. Aber nicht nur zur Nachtruhe eignet sich Sleep, auch im Alltag hilft Richters Vision von Entschleunigung, dem rastlosen Treiben Einhalt zu gebieten und die eigene Lebensfrequenz auf ein gesundes Maß herunterzutakten. Auf ganz wundervolle Weise schaffen es diese Stunden gepflegter musikalischer Meditation, Soundtrack des eigenen Innehaltens zu werden, um Dinge zu tun, für die man sonst keine Zeit hat oder sich keine nimmt. I wrote SLEEP as an invitation to pause our busy lives for a moment. sagt Richter über den Höhepunkt seines Schaffens. Wer diese Einladung annimmt, wird selbst Teil etwas unfassbar Großem, gehüllt in unscheinbare Laken stiller Zufriedenheit. Ein moderner Klassiker.

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