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100 Alben der 2010er für die Ewigkeit

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Given To The Rising

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18.01.2020 - 13:08 Uhr
"Da schwingt inzwischen schon so ein "kleines-Gothicmädchen-hört-ein-bisschen-bösen-Metal"-Unterton mit."
Für mich zielt die Aussage eindeutig darauf ab, diese Art von Metal als Mädchenmusik abzutun (es gibt hier ja auch nen Thread "Mädchen Pseudo BM", der aber ironisch gemeint ist). Alcest sind für mich authentisch, auch wenn sie sich in ihrem Outfit stark gewandelt haben und freundlichere Musik machen. Gleiches gilt für Ulver, die sich auch vom BM verabschiedet haben und genreübergreifende, avantgardistische Musik machen.

Klaus

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18.01.2020 - 13:14 Uhr
Ja und nein. Dieses "verträumte" Klischee bedienen Alcest durch ihre Artworks durchaus finde ich. Muss aber nichts schlimmes sein.

Über sind m.e. noch mal eine ganz Liga. Schon immer gewesen.

Klaus

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18.01.2020 - 13:15 Uhr
Über = ulver. :)

Nur zur Info

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18.01.2020 - 13:17 Uhr
Der Wanderjunge Fridolin = Helvete II

Der Wanderjunge Fridolin

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18.01.2020 - 13:19 Uhr
Es ging mir dabei einzig und alleine um Alcest und deren musikalischen Charakter. Neige drückt seit Jahren die gleichen Knöpfe und mir kommen Alcest dabei vor wie die Abba des Post BM. Mir ging es dabei keineswegs darum, den harten Kerl zu markieren. Wenn du das annimmst, dann hast du nur sehr wenige Beiträge von mir gelesen, denn genau dagegen habe ich mich immer positioniert. Aber wer seit über 10 Jahren immer wieder auf die gleiche Art und Weise emotionalisiert, darf sich auch mal eine kleine Spitze abholen. Und die zielte sicherlich nicht auf dich ab sondern auf Neige.

Given To The Rising

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18.01.2020 - 13:30 Uhr
Wusste nicht, dass Garm unter die Taxifahrer gegangen ist. ;)
Ja gut, Artwork ist so eine Sache. Wenn der Künstler das gern mag, spricht doch nichts dagegen und hat doch auch nichts mit der Musik zu tun. Da finde ich diese klassischen auf extra hart getrimmten Cover mit Kriegerpose-Zeichnungen von Manowar & Co viel schlimmer.

Given To The Rising

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18.01.2020 - 13:32 Uhr
"Aber wer seit über 10 Jahren immer wieder auf die gleiche Art und Weise emotionalisiert, darf sich auch mal eine kleine Spitze abholen."
Was meinst du damit? Ich habe das ganze Drumherum nicht verfolgt, aber in Interviews und auf Konzerten erscheint er mir sehr sympathisch.

Klaus

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18.01.2020 - 13:33 Uhr
Da hast du absolut recht - finde z.b. auch Esoteric-cover furchtbar. Es spricht nichts gegen die Cover an sich, hier passen sie jedoch ziemlich zu dem Bild was Alcest sowohl live und auch musikalisch präsentieren und übermittelt schon ein gewisses Gesamtbild. Ob man das jetzt mag oder nicht, Ist ein anderes Thema. Alcest sind in meinem Augen nicht schlimm, halt nur so ein 6/10 - Act.

Given To The Rising

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18.01.2020 - 13:42 Uhr
Kann man so sehen. Aber das ist doch jetzt auch nicht klassisch Manga-Style wie das hier:
https://www.metal-archives.com/images/2/2/7/0/227053.jpg
Das ist tatsächlich eine Power-Metal-Band,

Der Wanderjunge Fridolin

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18.01.2020 - 14:50 Uhr
Das war auch nix gegen Neige als Person. Musikalisch bedient er aber meiner Ansicht nach seit Jahren dasselbe schwelgerisch-veträumte Grundgefühl. Mir wurde das irgendwann zu viel, auch wenn er musikalisch zugegebenermaßen das eine oder andere versucht hat zu variieren, siehe Kodama. Ich will auch nicht verschweigen, dass Souvenirs... ein für mich nachwievor wichtiges Album ist, dem ich damals einiges zu verdanken hatte. Unter diesem Aspekt ist speziell dieses Album sogar 10 Punkte wert.

Meine Hörgewohnheiten haben sich mittlerweile aber sehr verschoben, auch wenn das aus meinen hiesigen Beiträgen nicht immer so herauszulesen ist. Ich hatte vor ein paar Tagen eine grobe Top 20 des Jahrzehnts erstellt, die zu meinem eigenen Erstaunen fast nur Progalben enthielt. Aus dem härteren Metal schafften es gerade mal 3 Alben in die Liste. Und gerade der Prog, der ja seit langer Zeit nur noch so tut als sei er progressiv, bietet selbstverständlich mehr als genug Angriffsfläche für Kritik aller Art, so ist er etwa ein perfektes Einfallstor für "Alte-Weiße-Männer"-Vorwürfe ;) Diese Art der Kritik sollte man aber besser nicht persönlich nehmen.

Given To The Rising

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18.01.2020 - 14:50 Uhr
Weil die Band hier auf so viel Liebe stößt, mache ich gleich weiter.

3. Alcest - Shelter
Ihr post-rockigstes Album. Es wird nahezu komplett auf Metal verzichtet und dafür auf sommerliche Melodien gesetzt. Laut Neige sollen Slowdive eine der wichtigsten Inspirationsquellen für das Album gewesen sein. Über "Opale" kann man sich noch streiten, weil es schon arg kitschig klingt, aber im weiteren Verlauf entwickelt sich das Album zu einem Meisterwerk. Der Titeltrack ist einer der Höhepunkte wegen seiner Meeresatmosphäre. "Away" besticht durch den englischen Gastgesang und ich würde es als Standardeintrag unter dem Begriff Post Rock vorschlagen. Den Abschluss bildet dann "Délivrance", ein 10-minütiges Epos, das sich erst langsam entwickelt, im Höhepunkt ausbricht und danach durch Repetitivität desselben Motivs eindringlich ausklingt. BM-Alcest-Fans mögen ein bisschen vor den Kopf gestoßen sein, aber für die weicheren Gemüter ein tolles Album.

Der Wanderjunge Fridolin

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18.01.2020 - 14:56 Uhr
Konsequent ;)

SadboyNo1

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Registriert seit 07.05.2014

18.01.2020 - 19:57 Uhr
So eine Einzelrezension dauert ja auch ihre Zeit, hier mal meine Plätze 45-31 :)

31. Grouper – Ruins
Mein besserplatziertes Grouper-Album in dieser Liste und das meiste was mir an „Grid of Points“ gefällt, müsste ich für dieses Album wiederholen. Außer halt, dass „Ruins“ als ganzes runder und weniger fragmentarisch wirkt und mit „Call Across Rooms“ und „Holding“ die besseren Einzelsongs aufweist.

32. Lakker – Tundra
Lakker sind zwei irische Produzenten, die eins der spannendsten elektronischen Musikprojekte des letzten Jahrzehnts bilden und Tundra ist ihr bisher bestes Album. Einfach weil es, obwohl ganz unterschiedliche Ideen eingeflossen sind, atmosphärisch unheimlich konsistent ist: kalt, düster, episch, verspielt. Ich war noch nie in Irland, aber das Album passt gut in mein Stereotyp-geprägtes Bild. Regen, weite Landschaften, Leute die an Geister glauben usw. Auf „Milch“ zum Beispiel bilden Gesänge, die ich für gälisch halten möchte den kühlen Referenzrahmen, während die tribaligen Beats den Track durch den Regen peitschen und „Mountain Divide“ macht seinem Namen alle Ehre, ein Track wie ein Gewitter, das ganze Berge spaltet.

33. Perfume Genius – Learning
Ich mag den roughen LoFi Perfume Genius schon deutlich lieber, als seine spätere ambitionierte Pop-Version. Klagelieder über die traurigen Geschichten, die diese Welt so erzählt, gesungen von einer wackligen, unsicheren Stimme, that aims right at your heart. Dazu ein paar eingängige Klavierakkorde und es entstehen wunderbar traurige kleine Lieder über Mordgeschichten („Lookout, Lookout“) oder ehemalige Lehrer mit weltschmerzenden Herzen (Mr. Peterson)

34. Seekae – +Dome
Das Album ist für mich die bessere, weil etwas experimentierfreudigere und gewagtere, Version von Mount Kimbies „Crooks & Lovers“, z.B. „Mingus“ vermittelt bei mir eine ähnliche Stimmung, wie mein Platz 58, ist aber ein bisschen weirder, ungewöhnlicher und damit letzten Endes interessanter. Klar dafür büßt es etwas an catchyness ein, aber auch dieses Album hat seine warmen, strukturierten Momente z.B. den wunderschönen Titeltrack.

35. Tame Impala – Lonerism
Das beste an dem Album ist die Atmosphäre: psychedelisch-melancholische Therapiestunden mit Kevin Parker. Ich bekomme den Eindruck, dass bei australischen Wetter (etwas zynisch atm, gebe ich zu) zwischenmenschliche Probleme nicht so schwer wiegen, da man ja immer noch bei strahlendser Sonne mit dem Auto an irgendeine gottverlassene, Pazifikküste fahren kann, um darüber zu sinnieren, dass bei allen Schwierigkeiten, das Leben objektiv nicht so schlecht sein kann. Dann schreibt man ein paar catchy Rock-hits a la „Why Won't They Talk To Me“ oder „Nothing That Has Happened So Far Has Been Anything We Could Control“ und fühlt sich besser.

36. Misantropen - Molltoner från Norrland 1 & 2
Das zweite mal Jonas Rönnberg in dieser Liste, diesmal mit einem Ambient/Drone Album. Einen großen Teil des Appeals dieses Albums machen für mich die Assoziationen aus, die der Titel und das Cover hervorrufen und tatsächlich funktioniert das Album am besten wenn ich mich auf einen verlassenen nordschwedischen See an einem wolkenverhangenen Herbsttag phantasiere. Die Stimmung ist extrem düster und traurig, aber auch mysteriös und verheißungsvoll. Es geht ja schließlich auch niemand in einem dunklen Wald spazieren, weil es da besonders lieblich wäre. Epizentren des Albums sind das besonders unheimlich-magische „Moll 6“ und die düstere technoide Nummer „Moll 10“. Shout Outs auch für den vollkommen unerwarteten schwedischen LoFi-Boombap-Bonustrack „Burkar i min ryggsäck“.

37. Grimes – Visions
Ich habe mal versucht mich mit Gothic anzufreunden, hatte aber mit der meisten Musik meine Probleme, weil mir die Ästhetik allein nicht so zusagt und in Sachen catchyness Abstriche gemacht wurden. Dieses Album ist nun ungefähr was ich mir unter catchy Gothic in seiner idealen Umsetzung vorstellen würde. Die stärksten Songs auf dem Album finde ich aber auch die eingängigsten, was neben den bekannten Hits z.B. „Vowels = Space and Time“ wäre. „Skin“ ist eine wunderbare ruhige Nummer, very haunting (gibt’s dafür eigentlich eine gute deutsche Übersetzung?) - gibt auch einen tollen Four Tet Remix des Tracks.

38. Fleet Foxes – Helplessness Blues
The percs of being in your mid-twenties. Habe eine große Schwäche für Coming of Age Themen, nicht nur weil ich persönlich relaten kann. Das Album verprüht genau die Mischung aus Unsicherheit, Melancholie, Euphorie und Schwachsinn nach der das Thema verlangt. Wie immer bei Fleet Foxes gehören die ambitioniertesten Stücke wie „The Shrine/An Argument“ zu den besten, aber mit „Blue Spotted Tail“ hat sich auch eine besonders verletztliche, wunderschöne Ballade aufs Album gemogelt.

39. Orphan Ann – The Practice Of Surrender
Eine meiner liebsten Entdeckungen dieses Jahr, gefunden in einem Set von Ambient-Master Isorinne. Gespenstische Musik mit Hang zum Pathos. Der Opener „Vi är överallt“ ist eine Mischung aus sakraler Chormusik und psychedelischem Ambient-Techno. Klingt grauenhaft, ist aber sehr gut, muss nur unbedingt nach Sonnenuntergang gehört werden. Dann versetzen einen EBM angehauchte Tracks wie „Я уезжаю“ in genau die Stimmung, nach der ein einsamer Wochenendabend verlangt.

40. DJ Koze – Amygdala
DJ Koze ist ein Meister des unpeinlichen Kitsch und der poplastigen Housemusik und dieses Album ist sein bestes. Obwohl unendlich melancatchy habe ich es bis heute nicht geschafft, mir das auf einem Kings of Convenience-Song basierende „Homesick“ totzuhören und „Ich schreib dir ein Buch“ mit Hildegard Knef Sample schlägt in die gleiche Kerbe und berührt mich jedes mal. Selbst das Dirk von Lotzow Feature ist nicht peinlich! Alles in allem eins der wunderbarsten Sommeralben, die ich kenne.

41. Croatian Amor – Isa
Nach vier absoluten Konsensalben auf den Plätzen 42-45 nun mal wieder was undergroundiges. Loke Rahbek aka Croatian Amor ist der Labelchef, des Kopenhagener Avant-Pop, Deconstructed-Club Labels „Posh Isolation“, das es geschafft hat einen sehr eigenständigen Sound zu entwickeln. Auf seiner letzten LP „Isa“ beschreitet er in Sachen Zugänglichkeit und Songstruktur neue Wege, in dem Sinne, dass ich mich an der klimatischen, perfekt durchdachten Entwicklung von „Point Reflex Blue“ nicht tothören kann und auf dem Album drei Gesangs-Featureparts vertreten sind, am besten von ihnen „Into Salt (ft. Alto Aria)“, die aus Rahbeks unnahbaren, dissonanten Weirdo-Beats schöne Popsongs machen.

42. Death Grips – The Money Store
Ich habe aufgehört Death Grips zu verfolgen, aber von allen Alben, die ich kenne ist dies das verrückteste. Das wirkt manchmal überladen, resultiert bei den meisten Tracks, aber in angenehm hektischen Überraschungspaketen, die ein garantiert kurzweiliges Hörerlebnis garantiert. Die Aggressionen, die jedes Death Grips-Album unnachahmlich vermittelt, sind hier häufig gar nicht so düster, sodass ich beim Hören häufig eine ziemlich jolly time habe. Etwa „I've Seen Footage“ wirkt angenehm komisch, aber auch die wenigen konventionelleren Tracks, z.B. „Hacker“, sind sehr gut.

43. Kids See Ghosts – Kids See Ghosts
Das Album ist ein 7-Track langes Energiebündel. Über die gesamte Spielzeit halten Kanye und Kudi die Energie so hoch, wie es Kanye auf MBDTF mMn nie gelungen ist. Klar das Album ist sehr kurz und das hilft sicher dabei keine Längen entstehen zu lassen, aber es gefällt mir das auch Kanyes Größenwahn Grenzen kennt. „Freeee (Ghost Town Pt. 2)“ ist das emotionale Centerpiece des Albums und wenn sie dem Hörer auf „Cudi Montage“ 'Stay Strong' zurufen geht mir ein bisschen das Herz auf.

44. Arcade Fire – Reflektor
Als das Album rauskam habe ich wochenlang nichts anderes gehört. Das war einer der vielen Höhepunkte meiner AF-Hardcorefan-Phase, auch live war das Album toll. Das kann ich heute zwar nicht mehr wirklich verstehen, gerade die zweite Hälfte hat ein paar verunglückte Tracks, z.B. „Afterlife“ was ich schon damals nicht gut fand und unangenehm in die Richtung wies, die AF auf dem nächsten Album beschreiten sollten. Vor allem toll auf dem Album sind die sehr gelungenen Poptracks a la „You Already Know“ (Mein Favorit) und „Supersymmetry“ ist ein tolles Outro.

45. James Blake – James Blake
James Blake hat eine wunderbare Stimme und versteht die Kunst diese perfekt in Szene zu setzen (auch wenn ich es noch lieber mag wenn er ein paar mehr Mittel nutzt – siehe Overgrown). Sein Debüt ist traumhaft, in the literal sense of the word. So sanft und Trost spenden wirken selbst traurige Lieder selten, siehe „Lindisfarne I & II“ oder „I Never Learnt To Share“.

Given To The Rising

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19.01.2020 - 11:02 Uhr
Und, schon aufgeregt?

2. Tool - Fear Inoculum
Auch wenn ich das Album nur noch wenig höre, ist die Klasse kaum abzustreiten. Der Titeltrack-Opener kommt noch relativ ruhig daher, ehe er in das Highlight "Pneuma" übergeht. Von vorn bis hinten sensationeller Track mit genialen Zwischenriffs, Percussion-Interludes und enormer Dramatik. "Invincible" hat wegen seiner Lyrics einen extrem starken Beginn, die zweite Hälfte orientiert sich aber zu sehr am Mainstream Metal. Auch "Descending" ist eines der Highlights, extrem traurig und melancholisch, wohingegen "Culling Voices" eher nach APC klingt und somit den Schwachpunkt des Albums darstellt neben dem nachfolgenden Interlude "Chocolate Chip Trip". Womit wir beim Closer wären. "7empest" ist ein Prog-Meilenstein, extrem vielschichtig, technisch ausgereift mit starken Riffs und einer tollen Basslinie, auch wenn die harten Passagen am Anfang eher straight wirken. Ein verdienter 2. Platz. Hoffentlich entfaltet das Album auch eine Langzeitwirkung.

VelvetCell

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Registriert seit 14.06.2013

19.01.2020 - 12:16 Uhr
Ich liege verkatert auf der Couch. Ein guter Anlass, sich die Kopfhörer aufzusetzen und meine Top 20 zu verschriftlichen!


20. Sigur Ros – Valtari (2012)

Das Album der Isländer, das nach Erscheinen zunächst auf wenig Gegenliebe stieß. Aber in diesem Forum gibt es ja doch einige Liebhaber. Für mich das Sigur-Ros-Album, das ich in den letzten Jahren am meisten gehört habe. Auch, weil es „arbeitsfreundlich“ ist. Sprich: Man kann es beim konzentrierten Arbeiten hören, weil es sphärisch und flächig ist und nicht viel Aufmerksamkeit braucht. Aber damit tut man Valtari natürlich unrecht. Das Album hat eine wunderschöne Atmosphäre: Friedlich, jenseitig, posttraumatisch. Insbesondere die letzten drei Songs gleiten so tröstlich in eine andere Welt, dass man gar nicht mehr auftauchen mag.


19. Deerhunter – Halcyon Digest (2010)

Das „Hit-Album“, der Band, sofern man davon sprechen kann. Die Sound-Ästhetik ist dafür eigentlich zu kaputt, zu düster, zu garagig. Aber was für ein Songmaterial die hier verarbeitet haben! Von vorne bis hinten auf höchstem Niveau fällt es schwer, Highlights herauszustellen. Aber es seien mal „Don´t Cry“, „Desire Lines“, „Helicopter“ und „Fountain Stairs“ genannt.


18. Wrekmeister Harmonies – Light Falls (2016)

In unserem hiesigen Plattenladen finden regelmäßig Konzerte statt. Meist aus den Bereichen Death Metal, Stoner und Doom. Wrekmeister Harmonies passen da nicht so recht ins Bild, weswegen das spärliche Publikum am Veranstaltungsabend teils überfordert war. Tatsächlich war es eines der besten Konzerte, die ich dort je gesehen habe. Gespielt wurden größtenteils Songs vom damals aktuellen „Light Falls“ gespielt, einer Platte, die man unbedingt am Stück hören sollte, spannen JR Robinson und Co. hier doch einen gewaltigen Spannungsbogen. Die Nähe zu Godspeed You Black Emperor ist durchaus zu hören: Drone und Post-Rock beziehungsweise -Metal bilden den Soundrahmen für dieses intensive, wortkarge Monument. Anspieltipp: The Gathering.


17. J. Mascis – Several Shades Of Why (2011)

Kategorie: Album für die Insel. Position 17 in meiner Liste kommt mir gerade etwas tief platziert vor. Denn nur wenige Alben habe ich in den letzten Jahren öfter gehört. Warum? Weil der Dinosaur Jr.-Frontmann sein Talent als Songwriter meisterlich unter Beweis stellt. Und ein Album, das sich vor allem auf die Akustikgitarre verlässt, braucht unbedingt gute Songs. Mascis haut auf „Several Shades Of Why“ gleich zehn herausragende Songs heraus. Wer hätte gedacht, dass der olle Nöler einen so berühren kann? Alleine der Song „ Several Shades Of Why“ mit seiner wunderschönen Violine am Ende. Und vor allem das unfassbare Abschluss-Doppel aus „Can I“ und „What Happened“ sind für die Ewigkeit. Mit „Tied To A Star“ und „Elastic Days“ ließ Mascis noch zwei ebenfalls unbedingt empfehlenswerte Alben im ähnlichen Stil folgen. „Several Shades Of Why“ steht da aber dank seiner Übersongs noch ein Stückchen drüber.


16. Papir – VI (2019)

Die Dänen von Papir sind ja schon länger ganz gut unterwegs. Mit „VI“ haben sie aber ihr Meisterwerk geschrieben. War auch „V“ schon ein ziemlich geiler, aber auch sehr langer, manchmal ermüdender Brocken, haben sie auf dem Nachfolger ihr Qualitäten auf den Punkt gebracht. Sofern man von „auf den Punkt“ sprechen kann, bei vier Instrumental-Epen, die alle um die zehn Minuten lang sind. Aber Teufel – die Jungs rocken! Unglaublich treibend ist dieser krautige Psychedelic-Rock. Was die Band aber vor allem auszeichnet, ist ihr Sinn für die Song-Architektur, den Spannungsbogen. Der Vergleich hinkt zwar, aber „VI“ ist für mich dieses Jahr das bessere Tool-Album.

Given To The Rising

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Registriert seit 27.09.2019

19.01.2020 - 12:23 Uhr
Sigur Rós und Wrekmeister Harmonies waren auf jeden Fall sehr gut. Papir eigentlich auch,

dreckskerl

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Registriert seit 09.12.2014

19.01.2020 - 12:54 Uhr
J.Mascis habe ich auch in meiner Liste.
Er hat ein Händchen für melancholisch, tröstende Songmelodien.
Ein wunderschön arrangiertes Album.
Immer wieder.

VelvetCell

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Registriert seit 14.06.2013

19.01.2020 - 13:56 Uhr
15. Sufjan Stevens – Age of Adz (2010)

Ja, bei mir steht „Age of Adz“ über „Carrie & Lowell“, na und? Klar, „Carrie & Lowell“ ist auch in meiner Liste – das ist ein großartiges Album. Aber es hat nicht den Furor, den Wahnsinn von „Age of Adz“, das nicht nur starke Songs zu bieten hat, sondern so dicht, so einfallsreich ist, dass man manchmal einfach nur breit grinsen muss. Überall flirrt und beept und bummert es, kommen (wie im göttlichen „Vesuvius“) himmlische Flöten geregnet und singen Chöre von … – ja wovon eigentlich? Egal aber auch. Ein im positiven Sinne verrücktes Album, das mich jetzt beim Hören noch mal richtig wegbläst. Irre!


14. Joep Beving – Prehension (2017)

Das hier ist Klaviermusik. Denkt an Philip Glass, Erik Satie und Yann Tiersen. Was der Niederländer Joep Beving auf Prehension schafft, ist große Kunst: 15 reduzierte Pianostücke, die alle das gewisse Etwas haben, das die Stücke zu Songs macht. Denn sonst ist Pianomusik ja schnell mal „Hintergrundgeklimper“. Auf „Prehension“ gibt es memorable Melodien zuhauf und eine packende emotionale Tiefe. Außergewöhnlich gut!


13. The National – I Am Easy To Find (2019)

The National zum Ersten. Man hat ja schon das Gefühl, dass man sich dafür schämen muss The National zu hören, weil es so eine Konsensband geworden ist. Aber die Indie-Polizei kann mich mal. Tatsächlich überrascht mich, wie die Band so populär werden konnte. Denn The-National-Alben erschließen sich mir immer erst nach vielmaligen Hören, bleiben dafür aber umso länger. Das war mit „ I Am Easy To Find“ nicht anders. Die National-Hasser haben möglicherweise einfach nicht genug Geduld …


12. Fiona Apple – The Idler Wheel … (2012)

Ach, Fiona … Ich schwärme für sie und bin ziemlich verliebt in sie. Und in ihre Musik. Nach dem großen Erfolg ihres Debüts wollte die Plattenfirma viel Geld mit ihr verdienen. Aber Fiona hat sich verweigert. Ihr drittes Album lag dann sogar eine ganze Zeit im Giftschrank. Dann haben sie es wohl aufgegeben und „The Idler Wheel ...“ ist hörbar genau das, was Fiona sich vorstellte. Und das ist wie sie: ganz schön spinnert. Wie sie auf „Daredevil“ den Gollum gibt zum Beispiel. Oder in „Regret“ ihren Ex-Freund anschreit: „I ran out of white dove feathers, to soak up the hot piss that comes through your mouth, every time you address me.“ Oder das vielstimmige, fast nur von Percussion begleitete „Hot Knife“. Auf „The Idler Wheel...“ lässt Apple ihren Dämonen freien Lauf. Das Ergebnis ist ein herausragendes Werk zwischen Pop und Avantgarde.


11. Nick Cave & The Bad Seeds – Skeleton Tree

Das Album, das alles änderte. Caves Sohn starb im LSD-Rausch und der Vater verarbeitet seine Trauer auf einem intensiven Album, dass einen emotional heftigst packt. Live ist das dann nochmal eine andere Nummer. Ein kollektiv erlebter, zelebrierter Exorzismus, eine Messe. Call me Fanboy! Wem bei „Girl in Amber“, „I Need You“ oder „Distant Sky“ nicht das Herz aufgeht, der hat wohl keins. „Let us go now, my one true love, call the gasman, cut the power off, we can set out, we can set out, for the distant skies, watch the sun, watch it rising, in your eyes ...“ Der abschließende Titelsong ist dann die melancholische Ruhe nach dem halbwegs verarbeitetem Trauma. Kleiner Wermutstropfen: Der synthetische Sound des Albums. An den man sich gewöhnt. Und doch: I want my Bad Seeds back!

Mayakhedive

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Registriert seit 16.08.2017

19.01.2020 - 14:02 Uhr
Da sind wir ja dann schon mindestens zu dritt in Randgruppe derer, die “The Age of Adz“ besser finden als den Nachfolger :D

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

19.01.2020 - 14:04 Uhr
Meine Plätze eins und zwei bei VelvetCells 11-15. Sehr schön :)

VelvetCell

Postings: 2205

Registriert seit 14.06.2013

19.01.2020 - 14:05 Uhr
Sauber – schlag ein! ;)

Der Wanderjunge Fridolin

Postings: 1551

Registriert seit 15.06.2013

19.01.2020 - 18:01 Uhr
@GttR;

Interessant, wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Mich hat die Tool ziemlich unterwältigt. Ich kann das leider nicht mal richtig begründen, würde ich aber gerne, denn das hier soll kein Gehate sein. Reicht schon, dass das bei Alcest so rüberkam :p Ein Hoch auf unterschiedliche Geschmäcker und danke fürs Teilen deiner Eindrücke. Ich komme irgendwie nicht dazu, meine Top 20 zu kommentieren.

Der Wanderjunge Fridolin

Postings: 1551

Registriert seit 15.06.2013

19.01.2020 - 18:04 Uhr
@VelvetCell:

"In unserem hiesigen Plattenladen finden regelmäßig Konzerte statt. Meist aus den Bereichen Death Metal, Stoner und Doom."

Wo ist dieser Plattenladen? Ich will sofort Anrainer werden. Bereite meine Familie gerade auf den Umzug vor :D

Watchful_Eye

User

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Registriert seit 13.06.2013

19.01.2020 - 18:07 Uhr
Die kompletten (unkommentierten) Einzellisten kommen noch, oder?

Given To The Rising

Postings: 3757

Registriert seit 27.09.2019

19.01.2020 - 18:17 Uhr
@Fridolin: Unter den nachfolgenden Plätzen (11-100) findet sich mehr Abwechlsung, aber aus meiner Sicht herausragende Bands hinterlassen einen bleibenderen Eindruck als weniger gute, Von daher jetzt wegschauen:

1. Alcest - Kodama
Erst war ich skeptisch, als man ein Album mit japanischen Einflüssen angekündigt hat. Aber es hat sich herausgestellt, dass bis auf die Thematik und einzelne Melodien keine zu starke Verfälschung zu spüren ist. Im Gegenteil, man kehrt nach der post-rockigen Shelter zurück zu den BM-Wurzeln. Das Album ist härter, aber zeitgleich auch voller melodiöser Einsprengsel mit mitreißendem Drumming. Der Closer "Oiseaux De Proie" ist der dramatische Schlusspunkt mit aller schwarzmetallischer Brachialität. Kodama würde wahrscheinlich nicht in die Top 5 kommen, wenn es ein 2000er Album gewesen wäre, aber diese Rangliste führt es verdient an.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 21513

Registriert seit 07.06.2013

19.01.2020 - 18:55 Uhr
Hab mir mal die 3 Alcest-Alben gespeichert und werd die zu passender Gelegenheit mir geben.

MopedTobias

Postings: 14725

Registriert seit 10.09.2013

19.01.2020 - 19:11 Uhr
@Watchful: Laut Mr. Orange im Song-Thread ja.

Watchful_Eye

User

Postings: 2015

Registriert seit 13.06.2013

19.01.2020 - 19:31 Uhr
Ok, danke :)

VelvetCell

Postings: 2205

Registriert seit 14.06.2013

20.01.2020 - 09:24 Uhr
@ Wanderjunge Fridolin

Im schönen Oldenburg!

Der Wanderjunge Fridolin

Postings: 1551

Registriert seit 15.06.2013

20.01.2020 - 10:41 Uhr
Oldenburg! Genial! Ich bin dort immer wieder beruflich und ich liebe die Stadt! Hätten es defintiv schlimmer treffen können mit unserem Umzug :D

@Rising: Hm. Auf der 1 hätte ich das Album jetzt echt nicht erwartet. Würde sehr gerne mal deine Plätze ab 11 abwärts sehen. Ich habe den Eindruck, dass wir zwar schon immer mal wieder ungefähr die gleichen Nischen abarbeiten, aber schlussendlich trotzdem meist konsequent aneinander vorbei hören ;)

Mann 50 Wampe

Postings: 484

Registriert seit 28.08.2019

20.01.2020 - 17:49 Uhr
@ VelevtCell

Scheibenkleister ?

Given To The Rising

Postings: 3757

Registriert seit 27.09.2019

20.01.2020 - 17:50 Uhr
@Fridolin: Plätze 11-20

11. Mogwai - Hardcore Will Never Die But You Will
12. Alcest - Spiritual Instinct
13. Cult Of Luna - A Dawn To Fear
14. Neurosis - Fires Within Fires
15. Saor - Guardians
16. Dödsrit - Spirit Crusher
17. Earth - Primitive And Deadly
18. Cult Of Luna - Vertikal
19. Sigur Rós - Valtari
20. Saor - Forgotten Paths

Auch hier viel Metal. Aber ich frag mich, wann die vollen Einzellisten veröffentlicht werden.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 21513

Registriert seit 07.06.2013

20.01.2020 - 20:54 Uhr
Wow, ich hatte Alcest viel härter eingeordnet. Eher so Liturgy oder sowas. Aber das ist ja sehrn post-rockisch. Gefällt.

Given To The Rising

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Registriert seit 27.09.2019

20.01.2020 - 20:57 Uhr
Hart ist eigentlich nur die Demo und bestimmte Songs wie Faiseurs De Mondes oder Oiseaux De Proie, aber da sind auch immer Melodien mit dabei.

VelvetCell

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Registriert seit 14.06.2013

21.01.2020 - 08:58 Uhr
@ Wampenmann

MTS!

VelvetCell

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Registriert seit 14.06.2013

21.01.2020 - 09:03 Uhr

VelvetCell

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21.01.2020 - 09:06 Uhr
Hö? Noch mal:

Veranstaltungen im MTS

Ilu

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21.01.2020 - 09:50 Uhr
Ich mache hier mal weiter. Ich bin inzwischen im 9/10er-Bereich unterwegs.

20 Agent Fresco – Destrier (2015)
Meinen ersten Kontakt mit der Musik der Isländer hatte ich 2012 bei einem Akustikkonzert in einem Göttinger Innenhof. Ich war begeistert von der Komplexität der Songs und der technischen Brillanz der Musiker, konnte die Songs aber in diesem Gewand nicht so recht greifen. Später am Abend hörte ich dann ihr Debüt „A Long Time Listening“ und mit E-Gitarren bekamen die Songs dann irgendwie mehr Struktur. 2015 haben sie dann mit „Destrier“ ihr Meisterwerk abgeliefert – Progressive-Alternative-Irgendwas mit Hang zur großen Melodie und vertrackten Rhythmen. Und mittendrin mit „Dark Water“ und „See Hell“ zwei Songs, denen eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit hätte zuteil werden müssen.
Bester Song: “See Hell”

19 Alt-J – An Awesome Wave (2012)
Alt-Js Debüt hat über die Jahre etwas an Faszination auf mich eingebüßt. Das ändert aber nichts daran, dass ich 2012 sehr begeistert von diesem Album war, auch wenn ich es heute nur noch selten höre.
Bester Song: “Tessellate”

18 The Tidal Sleep – Vorstellungskraft (2014)
(Post-)Hardcore ist definitive erst im Laufe des vergangenen Jahrzehnts in meinen Fokus gerückt. Ganz vorne dabei an der deutschen Post-Hardcore-Front sind The Tidal Sleep. „Vorstellungskraft“ (trotz des Titels englischsprachig) ist ein Werk voller brachialer Hardcorepassagen neben sphärischen Postrock-Parts. Und inmitten all des Geschreis schält sich irgendwo immer eine Melodie heraus, und wenn es auch nur im eigenen Kopf ist.
Bester Song: “Thrive & Wither”

17 Casper – XOXO (2011)
Deutschlandtag Bonn, Oktober 2011, 30 Grad Mittagshitze, Münsterplatz. Das war meine erste Berührung mit Casper. XOXO war bereits veröffentlicht, und so konnte ich es im Anschluss direkt hören und mich begeistern lassen. Rap, musikalisch verwurzelt im Indie- und Postrock – Benjamin Griffey hat hier ein einzigartiges Werk geschaffen, das ich auch nach neun Jahren noch gern höre. In der Folge konnte er an dieses Meisterwerk nur sehr bedingt anknüpfen.
Bester Song: “Kontrolle/Schlaf”

16 The National – Trouble Will Find Me (2013)
Für mich das beste The National-Album der 2010er, weil das kohärenteste. Es gibt hier nicht den einen herausstechenden Song, vieles fließt höchst angenehm ineinander und schafft so mein vermutlich zweitliebstes The National-Album nach Boxer.
Bester Song: “Sea Of Love”

15 Ben Howard – I Forget Where We Were (2014)
Ben Howards Zweitling war für mich in der Form damals eine Überraschung. Nach dem Erfolg der ersten Platte und mit Howards Surferboy-Look war ich davon ausgegangen, dass er einen kommerzielleren Weg einschlägt. Dem war dann überhaupt nicht so: Sein sehr besonderes und einzigartiges Gitarrenspiel wird hier weiter fokussiert, die Songs werden düsterer und ausladender.
Bester Song: “I Forget Where We Were”

14 Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase. (2015)
Der Vorgänger “Raven” gefiel mir auch, war mir aber stellenweise etwas zu frickelig und technisch. Das ist Hand. Cannot. Erase. kaum mehr, es bleiben aber die grandiosen Musiker (u. a. der unfassbare Guthrie Govan an der Gitarre) und ein sehr runder, ausgewogener Sound. Den Stilmix zwischen Verneigungen vor den Meistern des Artrock wie in „3 Years Older“ oder direkteren Songs wie dem Titelsong gelingt durchweg.
Bester Song: “3 Years Older”

13 Evening Hymns – Spectral Dusk (2012)
Ein kleines, melancholisches, ruhiges Meisterwerk gewidmet dem verstorbenen Vater von Jonas Bonnetta, seinerseits der Mann hinter Evening Hymns. Aufgenommen irgendwo im kanadischen Nirgendwo zieht einen dieses Album, angesiedelt zwischen Singer-Songwriter, Indie Folk Rock und Ambient, spätestens in dem Moment in seinen Bann, wenn nach ein paar Minuten in „Arrows“ die Stimme aufklart und die Gitarre einsetzt.
Bester Song: “Arrows”

12 Ásgeir Trausti – Dýrð í dauðaþögn (2012)
Etwas später erschien das gleiche Album noch einmal mit englischen Texten unter dem Namen “In The Silence” – inzwischen veröffentlicht Ásgeir nur noch auf Englisch. Vielleicht liegt es daran, dass ich die isländische Version zuerst gehört habe, ich finde sie aber so oder so um ein Vielfaches runder.
Bester Song: „Hærra“

11 Ghostpoet – Peanut Butter Blues & Melancholy Jam (2011)
Ghostpoet ist für mich eine Plattentests-Entdeckung: Diese Platte hier wurde hier dereinst als „Album der Woche“ abgefeiert. Ghostpoets Stimme (und Dialekt!) mit Wiedererkennungswert, sein Sprechgesang und der hier auf seinem Debüt ausgewogene Mix zwischen elektronischen Sounds und eher im Indie Rock anzusiedelnden Parts – auf Album zwei und drei sollte er hier beide Richtungen noch jeweils etwas mehr ausloten –begeistern mich in dieser Kombination. Nach vier Alben – darunter zwei gute und zwei herausragende – für mich so etwas wie der Künstler der 2010er.
Bester Song: “Liiines”

Autotomate

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21.01.2020 - 10:02 Uhr
The Tidal Sleep hatte ich auf der 20. Großartiges Album, schön von dir charakterisiert.

VelvetCell

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21.01.2020 - 10:28 Uhr
Ich werde dann mal in Evening Hyms reinhören!

Takenot.tk

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21.01.2020 - 10:50 Uhr
Hm, frage mich gerade warum ich die Ghostpoet nicht in der Liste hatte...glaube ich habe die gefühlt eher im letzten Jahrzehnt verortet. Sonst hätte die es bestimmt rein geschafft, wenn auch eher deutlich weiter hinten.

eric

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21.01.2020 - 17:07 Uhr
The Tidal Sleep hatte ich auch in der Liste.
Kam Frau Potz eigentlich in die Top 200?

Mayakhedive

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21.01.2020 - 17:11 Uhr
Nee, ich glaub, Frau Potz hab ich nur in einer Einzel-Liste gesehen.

Ilu

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21.01.2020 - 17:31 Uhr
Frau Potz war ja zumindest bei Eric und mir. Aber zwei Stimmen reichten ja nicht. The Tidal Sleep war glaube ich irgendwo zwischen 300 und 400.

Given To The Rising

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21.01.2020 - 17:35 Uhr
Wer zum Teufel ist Frau Potz?

Ilu

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21.01.2020 - 19:11 Uhr
Frau Potz war eine deutsche Hardcore-Punk-Band um Felix Schönfuss (vorher Escapado und heute Adam Angst). Und ihr einziges Album "Lehnt dankend ab" ist ein ziemliches Brett.

Ilu

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21.01.2020 - 19:12 Uhr
Ich führe meine Liste dann mal zu Ende.

10 The Ocean Collective – Phanerozoic I: Palaeozoic (2018)
Bei dem neuesten Album in meinen Top 50 - 2019 habe ich leider nicht allzu viel neue Musik gehört - hat bestimmt auch mein Interesse an der Erdgeschichte seinen Teil zu meiner Begeisterung beigetragen. The Ocean spannen hier einen Bogen über das Paläozoikum - mal brachial, mal sphärisch und ausladend. Der beste Einzelsong ist hier „Devonian: Nascent“ mit Katatonias Jonas Renkse am Mikrofon, repräsentativ sind aber eher Stücke wie der quasi-Opener „Cambrian: Eternal Recurrence“.
Bester Song: “Devonian: Nascent”

9 Bear’s Den – Red Earth & Pouring Rain (2016)
Nachdem das Bear’s Den-Debüt eher als „ganz nett“ an mir vorbeigezogen war, bewies der Zweitling größeres Durchhaltevermögen. Verantwortlich hierfür war der Wandel im Sound vom Indie-folkigen Verschnitt hin zu flächigeren 80er-Jahre-getränkten Sounds. Dazu kommt eine ganze Menge umwerfender Songs, die trotz der langen Spielzeit (für dieses Genre) keine Langeweile aufkommen lassen.
Bester Song: “Red Earth & Pouring Rain”

8 Jonathan Wilson – Fanfare (2013)
Ein buntes Album voller Zitate alter Helden. Bei jedem Durchgang gibt es hier wieder Neues zu entdecken, was einem während dieser fast 80 Minuten zwischen ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Herausragend „Cecil Taylor“, wo Graham Nash und David Crosby umwerfenden Harmoniegesang zelebrieren, während die Akustikgitarre klingt und im Hintergrund ein leiser Beat pluckert.
Bester Song: “Cecil Taylor”

7 Fjørt – Kontakt (2016)
Fjørt machen Post-Hardcore mit deutschen Texten. Und es ist unglaublich, was dieses Trio aus Aachen auch live auf die Bühne bringt. Noch mehr als ihre Wegbereiter The Tidal Sleep weiter unten in meiner Liste lieben sie die Melodien, für die hier vor allem Chris Hell mit seinem starken, effektgetränkten Gitarrenspiel verantwortlich zeichnet. Kontakt gewinnt den Preis des komischsten LP-Covers des Jahrzehnts und bietet gleich eine ganze Reihe fantastischer Songs, allen voran das knüppeldicke „Anthrazit“ und das fast schon poppige „Mantra“. Zweiteres wiederum steht inmitten einem der stärksten Albenfinals des Jahrzehnts, stärker als „Belvedere“ - „Mantra“ - „Lebewohl“ wurde es dort kaum.
Bester Song: „Anthrazit“

6 Fjørt – Couleur (2017)
Und nochmal Fjørt. Ein Jahr nach Couleur schlug die Band in die gleiche Kerbe und übertraf sich nochmal in Nuancen. Worin liegen also die Unterschiede? Couleur ist ausgewogener in der Verteilung des Gesangs an Gitarrist Chris und Bassist David, ist fetter in der Produktion und leistet sich nicht den klitzekleinen Hänger in der Mitte des Albums, den es noch auf Kontakt gab.
Bester Song: „Couleur“

5 Shearwater – Animal Joy (2012)
Animal Joy scheint erst einmal eigentlich ein solides Indie Rock/Indie Folk-Album zu sein. Song für Song wird dann aber klarer, mit was für einer Ansammlung grandioser Songs man es hier zu tun hat. Kohärent im Sound, getragen von Jonathan Meiburgs Stimme und Gitarrenspiel und (besonders auch live) mit wilden Feedbackeskapaden zum Abschluss der Songs. Shearwater haben mich immer mehr begeistert als Meiburgs vorherige Band Okkervil River.
Bester Song: “Animal Life”

4 13 & God – Own Your Ghost (2011)
Steile These: Das beste Album der letzten zehn Jahre mit The Notwist-Beteiligung ist nicht Close To The Glass und auch nicht die gloriose Live-LP Superheroes, Ghostvillains + Stuff, sondern dieses Album hier. War das Debüt der Kollaboration mit den etwas nerdigen US-Rappern Themselves noch geprägt vom stetigen Wechsel zwischen The Notwist- und Themselves-Songs, gelingt hier das Zusammenspiel weitaus besser. Markus Acher und Doseone wechseln sich auch während der Songs stetig ab, die Instrumentals sind unverkennbar im Notwist-Sound verankert und leisten sich die Leerstellen, die es auch auf „The Devil, You + Me“ gab. Viele elektronische Beats pluckern allenthalben und rasten auch mal aus wie im unfassbaren Finale von „Death Minor“. Wo diese Platte im Gesamtvoting geblieben ist, frage ich mich.
Bester Song: “Death Minor”

3 Ólafur Arnalds - …And They Have Escaped The Weight Of Darkness (2010)
Inmitten dieser Liste ist es im Grunde schwierig, ein Neoklassik-Album unterzubringen. Doch das Album hier ist so großartig vom ersten bis zum letzten Ton, so rund und so wohlklingend, dass es einfach ganz weit nach vorne musste. Noch dazu war Ólafur Arnalds selten so sehr Pop wie hier, Klavier, Streicher, Synthesizer und Schlagzeug orchestrieren Songs, die auch trotz fehlendem Gesang in einer besseren Welt große Hits wären.
Bester Song: “Þau hafa sloppið undan þunga myrkursins”

2 Ghostpoet – Shedding Skin (2015)
Und nochmal Ghostpoet. Lieferte Obaro Ejimiwe auf seinem Debüt (siehe Platz 11) eine Blaupause seiner Vielseitigkeit, wandte er sich auf Album Nummer 3 einem Bandsound zu und tourte auch mit einer solchen. Noch so eine steile These: Das stärkste Album der letzten zehn Jahre der Bauart „Sänger wird von verschiedenen Vokalistinnen unterstützt“ lieferten nicht The National ab, sondern eben Ghostpoet - hier unterstützen unter anderem Melanie Di Biasio, Nadine Shah und Lucy Rose den wie immer vor sich hin mumelnden Ejimiwe.
Bester Song: “Sorry My Love, It’s You Not Me”

1 There Will Be Fireworks – The Dark, Dark Bright (2013)
Eine der ganz wenigen Alben in meiner Sammlung, bei denen ich ohne zu zögern die 10/10 zücke. Vom Spoken Word-Intro bis zum Moment, wenn die letzten E-Bows in „The Good Days“ verklungen sind, ist dieses Album perfekt. Irgendwo zwischen Singer/Songwriter-Folk, Postrock und Emo haben die Schotten mit The Dark, Dark Bright ein unfassbares und zeitloses Meisterwerk geschaffen.
Bester Song: “River”

Autotomate

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21.01.2020 - 21:06 Uhr
Oh schön, "Animal Joy"! Und "Kontakt" hab ich auch auf der Liste. Frau Potz allerdings... nee, das Album find ich grausig.

Randwer

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21.01.2020 - 22:34 Uhr
Oh ja, Ghostpoet ist feine Mucke.

Randwer

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21.01.2020 - 23:02 Uhr
Meine #1 möchte ich auch nicht schuldig bleiben.

1. Scout Niblett – The Calcination Of Scout Niblett (2010)
Vor zehn Jahren, am 22.Januar 2010 wurde The Calcination of Scout Niblett veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt ahnte ich noch nichts von seiner Existenz, und schon gar nicht, dass es für mich zum besten Album aller Zeiten werden würde.
Auch der Künstlerin Scout Niblett wurde ich erst fast ein ganzes Jahr später gewahr.
Der Song „I Wanna Love“, ein Kath Bloom Cover, erschien in meiner Playlist auf Last.fm . Nachdem ich innerhalb von zweieinhalb Monaten zum vierten Mal denselben merkwürdigen Song gehört habe, war meine Neugierde entfacht, mehr über Scout Niblett zu erfahren.
Weil auf Last.fm zu jener Zeit, außer dem Coversong nichts von Scout zu hören war, suchte ich auf YouTube und stieß auf eine ganze Reihe von Live Bootlegs und Fan Vlogs wie La Blogothèque #78 mit einer rohen ungeschliffenen Performance, die ich mir etliche Male gebannt zu Gemüte führte.
Das 2007er-Album „This Fool Can Die Now“ holte ich mir zuerst, weil es auch die Songs enthielt, die ich aus dem Web zu schätzen gelernt hatte. Calcination besorgte ich mir einen Monat später.
An die kargere noch unmittelbarere Musik, diesen unverstellten, auf das notwendige reduzierte Songaufbau, musste ich mich zwar auch erst mal gewöhnen, aber den Weg in mein Herz fand die Musik sofort. Es dauerte nicht mehr lange und ich hatte auch die drei anderen bis dahin erschienen Alben und zwei EP meiner Musiksammlung hinzugefügt.
Anfang 2012 schaffte ich es sogar meine rund zwanzigjährige Konzertabstinenz zu beenden, weil der Drang Scout live zu erleben größer war, als die neurotische Panik, die mich ansonsten immer davon abhält unbekannte Orte aufzusuchen. Just Do It!
Das Album hat für mich auch eine - wie soll ich es sonst ausdrücken – mystisch, spirituelle und meditative Wirkung.

https://youtu.be/MxTtRgZ9UQw


Als Epilog noch ein paar Honorable Mentions von Alben, die es nicht auf meine Liste geschafft haben, und die ich auch in der Gesamtliste nicht entdecken konnte:
Goldfrapp – Tales Of Us, Spyra – Staub, Polly Scattergood – Arrows, Eliane Radigue – Occam Ocean, Nina Nastasia – Outlaster, Hackedepicciotto – Menetekel, Gut und Irmler – 500m, Nico Muhli - Drones

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