100 Songs der 2010er für die Ewigkeit

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MartinS

Plattentests.de-Mitarbeiter

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26.03.2020 - 19:43 Uhr
An "Music for a forgotten future" gibt es doch nichts auszusetzen, Mister X?

Affengitarre

User und News-Scout

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26.03.2020 - 19:45 Uhr
Ja, sehr tolles Stück.

dreckskerl

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26.03.2020 - 21:03 Uhr
3 großartige Titel.

Sun kil moon, absolut deiner Meinung, sein größter Song von seinem besten Album im letzten Jahrzehnt.
Finde es schon merkwürdig, dass Plattentests erst mit Benji beginnt seine Alben hier zu rezensieren, es war davor so viel Schönes.

Der Pfarmers Song ist ein geiler Trip und im Beat ganz klar eine Verbeugung vor den Krautrock Veteranen Neu und Can und von daher schon genau mein Ding.

Und deine Nummer 3 ist dann mal das ganz große Besteck.Wow!
Highlight der Band und ich besitze das Album hab aber diese Monument nie gehört...offenbar auf einer extended Version zu finden

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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26.03.2020 - 22:48 Uhr
Finde es schon merkwürdig, dass Plattentests erst mit Benji beginnt seine Alben hier zu rezensieren, es war davor so viel Schönes.

Davor gab es Rezis zu "April" und "Admiral Fell Promises", wenn ich mich richtig erinnere. Die "Among The Leaves" wurde nur ausgelassen.

Und deine Nummer 3 ist dann mal das ganz große Besteck.Wow!
Highlight der Band und ich besitze das Album hab aber diese Monument nie gehört...offenbar auf einer extended Version zu finden


Freut mich, wenn es dir gefällt! War auf einer Bonus-CD des "Hardcore..."-Albums. Ich bin der Meinung, die aktuellen digitalen Versionen haben den aber auch am Ende.

dreckskerl

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26.03.2020 - 23:01 Uhr
Stimmt, was hab ich denn da im Kopf gehabt...peinlich, vorher einfach nochmal checken, wäre hilfreich.

Gordon Fraser

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26.03.2020 - 23:45 Uhr
"Among The Leaves" ist wirklich wunderschön.

MopedTobias

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27.03.2020 - 00:00 Uhr
Bester Kozelek-Song des Jahrzehnts ist ganz klar "Ben's my friend" für mich, gerade auch musikalisch fantastisch.

dreckskerl

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27.03.2020 - 00:04 Uhr
okay das stimmt der ist ebenso herausragend gut, das Saxophon haut mich jedesmal weg.

NOK

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27.03.2020 - 00:11 Uhr
"Ben's My Friend" war für mich ein Kulturschock, weil er so gar nicht in Kozeleks bisherigen Katalog passte, irgendwie zu sehr glattes Easy Listening, und dann noch mit diesen gediegenen Sophisti-Pop-Saxophonsoli. Ich meine, ich mag Saxophone, und ich mag diese Popmusik für Erwachsene aus den Achtzigern, aber das war für mich viel zu viel des Guten, und ich mag ihn ehrlich gesagt immer noch nicht wirklich.

Kozeleks letztes wirklich herausragendes Album, das ich gehört habe, war "Perils From the Sea", und sein bester Song der Dekade dürfte für mich darauf zu suchen sein, wobei ich zugeben muss: Ich war von "Common As Light and Love Are Red Valleys of Blood" derart entsetzt, dass ich ihn danach drei Jahre lang ignoriert habe. :D

Berni

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27.03.2020 - 06:40 Uhr
@Felix & Co.

Vielen Dank für die Präsentation der Listen und die Kommentare dazu. Kenne zwar nicht so viele Songs, aber es macht immer wieder Spaß, eigene Impressionen bzw. Gründe für die Nennung in einer Best-Of-Liste zu lesen.

Ich präsentiere dann auch meine Liste, es sind wie gesagt diesmal nur 30 Songs. Eigentlich mag ich es nicht so sehr, diese vor der Auswertung schon offenzulegen, aber da ich eh' nur 2, maximal 3 Übeeinstimmungen mit der Gesamtliste haben werde, sei's drum...


Plätze 30-21:

30 Sulk - Black Infinity (Upside Down)
(2016, GB)

Ich bin und war nie richtiger Oasis-Fan, doch dieser treibende Brit-Pop-Track ist das wohl mit Abstand Beste, was die Gallaghers weder zusammen noch vereinzelt je kreiert haben... Das Riff habe ich seit 2016 stetig im Ohr.


29 Euzen - The Great Escape
(2011, DK)

Jusin - so spricht man den Namen der dänischen Band aus - habe ich 2012 auf dem WGT entdeckt und sofort für gut befunden. Herausragend ist "The Great Escape" mit jeder Menge Pianoläufe wie Muse zu ihren besten Zeiten. Einige Electronic meets Nordic-Folk-Elemente und die markante, etwas an Björk erinnernde Stimme von Maria Franz machen diesen flotten Track zu einem der mitreißendsten akustischen Momente dieses Jahrzehnts.


28 Marten Kuningas - Sees Ja Väljas
(2012, EE)

Auf meiner einwöchigen Estland/Lettland-Tour 2014 zufällig bei einem Live-Auftritt in Tallinn entdeckt, hat sich dieser Song mit seinem relaxten Flair zu einem Dauergast in meiner Playlist entwickelt. Bester Moment: der Tonartwechsel im Mittelteil.


27 Within Temptation - In The Middle Of The Night
(2011, NL)

Von Within Temptation liebe ich vor allem die romantisch-schwelgerischen cineastisch wirkenden Momente von "The silent force" besonders. Doch "In the middle..." beweist, dass sie auch in entgegengesetzter Richtung enorm zupacken können. Das ist ausgesprochen feuriger bis voll auf die 12 gehender Highspeed-Symphonic-Rock.


26 JoCo - Pilot
(2015, DE)

Die Schwestern Josepha und Cosima Carl kreieren herrlich lockeren, dennoch clever arrangierten Piano-Folkpop mit zweistimmigem, häufig unisono klingendem Gesang. Der flotte, ausgesprochen leichtfüßige Track "Pilot" weckt Fernwehgefühle nach dem Meer, dem Horizont, den Gezeiten, dem Losgelöstsein, der Sorglosigkeit, dem Am-Strand-Spazierengehen-und-Austernfischer-Beobachten... Einer meiner Lieblings-Sommer-Soundtracks.


25 Jim Kroft - Dreaming To Some Purpose
(2013, UK)

Der aus Schottland stammende Wahl-Berliner hatte auch auf „Lunatic Lullabies“ einige richtig heiße Eisen zu bieten. Vor allem der Schlusstrack ragt heraus: die einfache Melodie (Akkorde: C, F, Am, G - das war's) und die Instrumentierung fand ich anfangs reichlich unspektakulär, ja geradezu plump, aber das Lied wuchs und wuchs und wuchs und machte schließlich süchtig. Für mich nicht weniger als der zweitbeste Grower des Jahrzehnts!


24 Anna Ternheim - Dreams Of Blue
(2017, SE)

Anna und die Liebe: so richtig sprang der Funke meinerseits noch nicht über - bis 2017. Dann kam "All the way to Rio" samt der wohlwollenden Plattentests-Kritik und insbesondere diesem großartigen Album-Closer. Obwohl ich die Instrumentierung - Kirchenorgel und Synthie-Trompeten (wegen derer ich z.B. Alphavilles „Forever young“ immer noch furchtbar finde) - eigentlich sonst unter „Don’ts“ ablege: das ist so ergreifend, traurig geradezu, schlicht zum Heulen schön.


23 Angel Olsen - Impasse
(2019, US)

Ruhe und Sturm, Zurücklehnen und Aufbrausen, Akustik und Wall-Of-Sound, dazu diese Stimme zwischen Hauchen und Ausrufen. Spät entdeckt, ausgesprochen aufwühlend.


22 Patricia Kelly - Oh komm Emanuel
(2012, DE/IE)

Ein Weihnachtslied! Ein traditionelles Weihnachtslied sogar, in einer vom Lateinischen ins Deutsche übersetzten Version! Gesungen von einer aus dem Kelly-Family-Clan!! Das liest sich wie einer der berühmten Poll-Running-Gags, ist aber keiner. Dass die Kelly Family auch „ihre Momente“ hat, musste sogar Plattentests.de zumindest ein wenig eingestehen. Aber hier geht es um Patricia Kelly und ihre Version des traditionellen „Adventi enek“, und die ist schlicht und ergreifend wundervoll – mit dezenten Pianoklängen, einzelnen Percussions und einem himmlischen Refrain: „Bald kommt dein Heil, Emanuel, sing laut und jauchze IsraeI“. Für mich seitdem ein Dauergast im alljährlichen Weihnachtsprogramm.

(Die Hörprobe ist ein Livemitschnitt im Duett, die Albumversion klingt leicht dezenter und hat eine ebenso majestätische Aura.)


21 Grimes - Flesh Without Blood
(2015, CA)

Oha, das ist Britney Spears' "Toxic" hoch zehn. Aber diese Referenz ist bei Weitem unzureichend. Das ist viel mehr. Ich fühle mich in die 90er zurückkatapultiert, irgendwo zwischen Trance-Rave und Big Beat, so herrlich treibend, aber dann irgendwie doch organischer klingend. Das meine ich hier im positivsten Sinne. Das i-Tüpfelchen sind die einzelnen hohen absichtlich piepsig klingenden Gesangspassagen von Claire Boucher. Ein atemberaubender Trip.

maxlivno

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27.03.2020 - 12:15 Uhr
55. Sufjan Stevens - Fourth of July
Carrie & Lowell (2015)

Sufjan’s Abschied von seiner Mutter. Sufjan präsentiert einen Dialog zwischen ihm und ihr, der an der Substanz kratzt.

54. Mount Eerie - Toothbrush/Trash
[I]A Crow Looked At Me (2017)

Ich habe wirklich überlegt, ob ich überhaupt einen ACLAM Song auf die Liste packen soll, aber am Ende hat mich „Toothbrush/Trash“ nicht losgelassen. Phil Elverum beschreibt hier eindrücklich, wie der erste Schock nach Genevieve’s Tod vergeht und nach und nach Normalität einkehrt. Und doch ist sie Immer im Hinterkopf und das schlechter Gewissen, dass das Leben weitergeht noch viel größer.

„I can feel these memories escaping
Colonized by photos narrowed down and told
My mind erasing
The echo of you in the house dies down“

53. Michael Kiwanuka - Tell Me A Tale
Home Again (2012)

„Tell Me A Tale“ klingt wirklich wie eine verlorene Aufnahme eines Soulmusikers der 60er Jahre. Kiwanuka gelingt hier eine Hommage an die goldene Zeit der Soulmusik, ohne nach einer Kopie eines Musikers zu klingen. Hier werden die verschiedensten Blasinstrumente toll in Szene gesetzt.

52. The National - The Pull Of You
I Am Easy To Find (2019)

Ich liebe Matt’s Stream-of-Conciousness Spoken Word und noch viel mehr liebe ich den Ausbruch unmittelbar danach. Die Gitarre darf ein bisschen aus der Reihe tanzen während Matt diese Zeilen rauspresst:

„Maybe we’ll talk it out inside a car
With rain falling around us
We all know this rain is hard to take
I know I can get attached
And then unattached
To my own versions of others
My view of you drops away“

Und dann kommt Sharon Van Etten mit dem weiblichen Spoken Word Counterpart, der so viel nüchterner und herzzerreißender ist als Matt’s.

51. Car Seat Headrest - Famous Prophets (Stars)
Twin Fantasy (2018)

Ein 16 Minuten Indie-Rock Epos.

50. Death Grips - Hacker
The Money Store (2012)

Wo wird „Hacker“ gespielt? Auf einem Dancefloor voll mit zugedröhnten Psychos. Gott ist dieses Instrumental abgefuckt und geil. Und dazu MC Ride wie er in der Hook brüllt „I’m in your area!/I know the first three numbers.“. „Hacker“ treibt den Adrenalinspiegel durch die Decke und man fühlt sich nach zu vielen Wiedergaben wie ein Wildgewordener auf Speed, der die nächsten 3 Banken überfallen geht. Eine Line muss ich aber noch zitieren:

„The table’s flipped
Now we got all the coconuts, bitch!“

49. Carly Rae Jepsen - Run Away With Me
EMOTION (2015)

Das Saxophon läutet den Song ein und besiegelt damit eines der besten Intros des Jahrzehnts und eines der besten Saxophon-Intros aller Zeiten. Und dann pack Carly das Saxophon im Refrain wieder aus. Der Refrain ist generell die reinste Endorphinspritze. Es ist eine Unverschämtheit, dass „Run Away With Me“ nicht Carly Rae Jepsen’s größter Hit ist, denn es ist einer der besten Popsongs des Jahrzehnts und des Jahrtausends.

48. Loyle Carner - The Seamstress (Tooting Masala)
Yesterday’s Gone (2017)

Loyle Carner ist sehr selten so pessimistisch und kraftlos wie auf „The Seamstress“. Im Grunde ist es ein kurzes Lied über Einsamkeit. Er bricht es sehr gut runter.

47. Danny Brown - Party All The Time
XXX (2012)

Danny Brown ist für seine wilden und exzentrischen Songs und seine verrückte Stimme bekannt, aber für mich ist Danny’s bester Song ein sehr untypischer für ihn. In normaler Tonlage gerappt, der Beat nocturnal und laid-back, erzählt Danny Brown die Geschichte von der Frau, die immer tiefer in eine Abwärtsspirale ;) aus Drogen, Alkohol, Parties und Sex gerät. Das Storytelling ist herausragend und der Beat entwickelt einen ganz eigen Sog.

46. Mitski - Two Slow Dancers
Be The Cowboy (2018)

Ein Song über ein älteres Paar, welches zurückblickt auf die Vergangenheit während sie in der Turnhalle ihrer alten Schule tanzen. Es kann so einfach sein. Mitski trägt dieses Lied komplett alleine mit ihrer Stimme. Am Ende baut sich alles nochmal auf während Mitski den ersten Satz mehrmals singt, und zerfällt wieder zu Staub, wenn der zweite Satz folgt.

„To think that we could stay the same
But we’re two slow dancers last ones out“

Mister X

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27.03.2020 - 12:40 Uhr
"denn es ist einer der besten Popsongs des Jahrzehnts und des Jahrtausends"

Falsch. Es ist der (Radio?)Pop-Song des Jahrtausends. Mehr geht in dem Genre wohl nicht mehr. Freut mich dass er dir auch so gefällt. Für mich aber ganz klar in der Top 10.

I Really Like You vom selben Album, ist auch großartig.

MopedTobias

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27.03.2020 - 13:02 Uhr
"Tell me a tale" ist so grandios. Die Flöten! "Run away with me" natürlich auch, hab ich in der Top 15.

Rainer

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27.03.2020 - 15:13 Uhr
Und mal wieder kein Meddl. Dafür Carly Rae Jepsen... Loide!

NOK

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27.03.2020 - 15:30 Uhr
Ich kann es prinzipiell bestens verstehen, wenn man mit Jepsen nichts anfangen kann, aber nicht, wenn es um "Run Away With Me" geht. Denn der ist tatsächlich übermächtig.

Mister X

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27.03.2020 - 15:47 Uhr
Man denkt wohl direkt an Call me maybe und gibt keine Chance. Genau wie bei Lemonade von Beyonce

Given To The Rising

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27.03.2020 - 16:03 Uhr
10. Mogwai - Guns Down
Von: Kin (2018)
Kopfkino dank emotionalen Refrains.

9. Neurosis - At The Well
Von: Honor Found In Decay (2012)
Sehr vielfältiges, klassisches Post-Metal-Stück.

8. Sigur Rós - Hrafntinna
Von: Kveikur (2013)
Bester Song trotz oder wegen dicken Blastbeat-Sounds.

7. Tool - 7empest
Von: Fear Inoculum (2019)
Prog-Meisterwerk.

6. Alcest - Ècailles De Lune Part 2
Von: Ècailles De Lune (2010)
Ätherischer Post-Black-Metal aus dem Buche.

Unangemeldeter

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27.03.2020 - 16:04 Uhr
Puh, ne. Ich hab's mit Emotion immer mal wieder versucht und jetzt auch "Run away with me" ganz angehört - aber nee. Der Beyonce-Vergleich ist ja schon fast ne Frechheit. Ich hab gar nix gegen Popmusik (und mag sogar Call me maybe), aber das hört sich genau nach der kalkulierten Reißbrett-Kacke an, die 99% aller Radiostationen unhörbar machen. Eben nicht mutig und spannend wie Beyonce, sondern inhaltsleer, kalkuliert und grässlich.
Alles natürlich nur meine Meinung, ich gönne es euch, dass es euch so viel gibt. Mir wird diese Indie-Liebe für Carly Rae Jepsen aber ein Rätsel bleiben.

Given To The Rising

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27.03.2020 - 16:09 Uhr
Ich hab mir "Run Away With Me" auch mal angehört. Klingt wie ein klassischer Now, Now-Song (vgl. Yours), nur in schlecht. Da sind "Call Me Maybe" und "I Really Like You" eine ganz andere Nummer.

Unangemeldeter

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27.03.2020 - 16:10 Uhr
...um auch was positives zu einer ähnlichen Baustelle zu sagen: den Grimes-Song von Berni oben (Flesh without blood) find ich aufs erste Ohr fantastisch (habe Art Angels bislang aus mir selbst unbekannten Gründen ausgelassen). Der vermittelt mir auch Euphorie, hat aber wenigstens ein bisschen Tongue-in-Cheek Humor und nette campy Elemente wie den schlechten Drumcomputer.

Unangemeldeter

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27.03.2020 - 16:17 Uhr
Ah, gerade "REALiTi" gehört, weiß wieder warum ich Art Angels ausgelassen habe.

Mister X

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27.03.2020 - 16:20 Uhr
Hab Jepsen zu keiner Zeit mit Beyonce verglichen.

NOK

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27.03.2020 - 16:20 Uhr
Mister X hat Carly Rae Jepsen nicht mit Beyoncé verglichen, sondern nur die Art und Weise herausstreichen wollen, wie Menschen von einem belanglosen Song auf den ganzen Katalog schließen.

Beyoncés Selbstbetitelte, den Nachfolger hab ich dann nicht mehr angerührt, war in meinen Augen übrigens v.a. unnahbare R&B-Pop-Soßen-Dutzendware mit relativ unausstehlichem Schaut-wie-freizügig-ich-über-Sex-singe-huch-bin-ich-nicht-feministisch-Gestus. Aber let's agree to disagree and both go our merry ways. :)

Ähnlichkeiten zu Now, Now sind nicht gänzlich von der Hand zu weisen, aber wo Jepsen euphorisch klingt, ist "Yours" eher müde und abgestanden.

Gordon Fraser

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27.03.2020 - 16:28 Uhr
Auch ich habe mir gerade zum ersten Mal "Run Away With Me" angehört und kann mich nur dem hier anschließen: aber das hört sich genau nach der kalkulierten Reißbrett-Kacke an, die 99% aller Radiostationen unhörbar machen.

Hört sich ganz nett weg (und das ist im Horrorkabinett des Formatradios schon ein Kompliment!), aber was soll denn daran besonders sein?

Unangemeldeter

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27.03.2020 - 16:29 Uhr
Na aber der Vergleich hinkt ja eben auch ganz schrecklich! Während Beyoncé (arguably) heute ja wesentlich anspruchsvollere und spannendere Musik macht, als die, für die sie bekannt geworden ist, ist Carly Rae Jepsen für belanglose Popmusik bekannt, und "Emotion" beinhaltet genau das. Es ist eben nicht so, dass Leute, die nur Call me maybe kennen, beim Hören von den oben erwähnten zwei Emotion-Songs mit irgendwas unerwartetem konfrontiert werden würden.

Unangemeldeter

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Registriert seit 15.06.2014

27.03.2020 - 16:30 Uhr
@NOK, natürlich.

Mister X

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27.03.2020 - 16:48 Uhr
Hab hier in noch keiner Liste einer der drei 2010er Songs gesehen, die noch in 40 Jahren gespielt werden : Get Lucky, Happy und Someome Like You

NOK

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27.03.2020 - 16:50 Uhr
Ich geh so weit mit, dass Jepsen im Großen und Ganzen ein Produkt ist und meist nichts großartig Gehaltvolles macht, und "Run Away With Me" ist der einzige Song, den ich bisher von ihr gehört habe, von dem ich sagen würde, dass er mir gefällt, weil das einfach so ein fantastisch geschriebener, euphorisierender Popsong ist, der mich v.a. mit diesem sehnsuchtsvoll-eskapistischen Grundtenor immer wieder abholt. Insofern gehe ich schon mit, wenn hier gemeint wird, dass das völlig überspielte, zum Meme verkommene Adult-Contemporary-Liedchen "Call Me Maybe", Zitat, "eine ganz andere Nummer" ist.

Den Einwand des Unangemeldeten verstehe ich trotzdem nicht ganz, denn a) siehe Ende meines ersten Absatzes, und ich war von "Run Away With Me" SEHR überrascht, und b) müsste man mir bitte erklären, warum man Beyoncé - zumindest die Selbstbetitelte, die ich gehört habe - groß in eine andere Kategorie stecken sollte. Denn "anspruchsvoller und spannender" als Destiny's Child zu sein ist jetzt nicht gerade eine große Kunst. :D

Given To The Rising

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27.03.2020 - 16:55 Uhr
"Happy und Someome Like You"
Ja, man hört ja heute auch noch Modern Talking oder Boney M. Aber Happy ist ein klassischer Just-at-the-time-Song. Von der Qualität hat er es auf jeden Fall nicht verdient.

NOK

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Registriert seit 04.10.2018

27.03.2020 - 16:59 Uhr
Übrigens, um mir mal ein bisschen in die Karten schauen zu lassen: Wenn ich mich für drei Popsongs der letzten Dekade entscheiden müsste, würde ich mich spontan in beliebiger Reihenfolge beschränken auf: "Wildest Moments" von Jessie Ware, "White Foxes" von Susanne Sundfør und "Strawberry Skies" von Games.

Given To The Rising

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Registriert seit 27.09.2019

27.03.2020 - 17:09 Uhr
CHVRCHES - Leave A Trace
Lorde - Green Light
Grimes - Violence (das Video ist ja 2019 rausgekommen)
Von den Mainstream-Songs Carly Rae Jespen - I Really Like You.

MopedTobias

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27.03.2020 - 17:11 Uhr
Wenige Songs auf der Welt machen mich glücklicher als "Run away with me". Das ist so eine aufrichtige, ungefilterte, absolut unironische Euphoriebombe. Gerade, dass dieser Song keine Doppelbödigkeit, keine Camp-Elemente oder sonst was hat, macht ihn so grandios. Natürlich ist das kunstlose Musik in dem Sinne, dass es ein einfacher Radio-Pop-Song ist, aber ich hab kein Bock darauf, dass Musik immer Kunst sein muss. In seinem emotionalen Ausdruck entdecke ich hier sehr wohl Belang und Inhalt. Hab auch keine Ahnung, wo ein so ehrlicher, offener Song kalkuliert sein soll. Und sowas wie das Saxophon hör ich sicher nicht zu 99% im Formatradio, produktionstechnisch hat Jepsen generell oft eine eigene Note (man höre z.B. auch "Want you in my room" vom letzten Album) und kommt geschmackvoller als der Charts-Querschnitt daher.

Aber auf Albumlänge ist sie aufgrund der Einfachheit natürlich etwas ermüdender als "spannenderer" Pop wie Grimes oder die letzten zwei Beyoncé-Alben, das stimmt schon. Wie man die s/t von letzterer als "R&B-Pop-Soßen-Dutzendware" bezeichnen kann, erschließt sich mir übrigens auch nicht, das ist Lichtjahre von meiner eigenen Wahrnehmung entfernt. "Haunted"? "Mine"? "Rocket"? Das sind doch ambitionierte, durchaus gewagte Longtracks (für Pop-Verhältnisse).

Felix H

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27.03.2020 - 18:07 Uhr
2. Fiona Apple - Werewolf
Erschienen auf: The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw, And Whipping Cords Will Serve You More Than Ropes Will Ever Do, 2012

"I could liken you to a lot of things", und diese Zeile haut Fiona Apple nur mal eben so am Anfang einer Strophe raus.
In diesem Stück steckt einfach dermaßen viel trotz der ja eigentlich sehr, sehr simplen Instrumentierung. Die äußerst direkte Art des Albums hat natürlich auch "Werewolf" intus, dennoch greift dieser Song noch eine Etage tiefer in die Brustregion. Vielleicht auch gerade weil Apple hier sehr ökonomisch vorgeht.
Oder aber auch weil "Nothing wrong when a song ends in a minor key" einfach eine der besten Textzeilen des Jahrzehnts ist.

Rainer

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27.03.2020 - 18:11 Uhr
Und Tokio Hotel war ja auch in ner Liste drin. Meddl!

Mister X

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27.03.2020 - 18:15 Uhr
Maaaan was für eine Super 2. Hat meine Top 10 knapp verpasst. Ein Meisterstück.

Mister X

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27.03.2020 - 18:16 Uhr
Ist die 1 männlich oder weiblich Felix ?

MopedTobias

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27.03.2020 - 18:22 Uhr
Ein Song des besten Albums des Jahrzehnts auf der zwei freut mich natürlich, auch wenn "Werewolf" für mich kein Highlight ist. Aber was heißt das schon bei ner 10/10?

Mister X

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27.03.2020 - 18:29 Uhr
Ernsthaft Moped ? Ich bin vielleicht nicht intellektuell genug um perfekt zu beschreiben was ich da höre/fühle (überlasse ich anderen hier), aber eins kann eine einfache Seele wie ich auch sagen : Der Song zieht einen in seinen Sog. So stark dass ich die Kinder im Hintergrund eine lange Zeit gar nicht mitbekommen habe.

MopedTobias

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27.03.2020 - 18:37 Uhr
Ich widerspreche dir doch gar nicht. Finde den Song auch fantastisch und soghaft, es gibt einfach nur andere Tracks auf dem Album, die mein Inneres noch intensiver aufwühlen und durcheinanderwirbeln, allen voran "Anything we want". Wie gesagt, das ist mein Lieblingsalbum des Jahrzehnts, eine meiner Lieblingsplatten überhaupt. Auf so einem Album kein Highlight zu sein, ist immer noch ein Riesen-Kompliment.

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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27.03.2020 - 18:40 Uhr
1. Elbow - The Birds
Erschienen auf: Build A Rocket Boys!, 2011

Ich glaube, wir haben bei "Lippy Kids" (Platz 75) drüber geredet, wo wer noch Elbow-Songs platziert hat. Und ja, MopedTobias, den hier hab ich wohl noch höher als du. ;-)
Ich erinnere mich noch an die Auswahl der Kandidaten, die so in etwa die Top 10 gebildet haben. Das Rumgeschiebe, was wo steht. Aber "The Birds" habe ich intuitiv recht schnell nach ganz oben gesetzt. Und da blieb er.
Weil das einfach ein absoluter Wahnsinnsong ist, der mich jedes Mal unfassbar fertig macht, genau dann wenn er nach fünf Minuten an Volumen gewinnt und die ohnehin tolle Melodie richtig in den Vordergrund tritt. Dieses tolle Bild der Vögel als Geheimnisbewahrer. Die "What are we gonna do with you?"-Stelle, die den Song über alle Maßen pusht. Und natürlich ist das die Ironie, dass dieser Song das schwächste Elbow-Album eröffnet. Aber eben nicht nur der beste Elbow-Song ist. Sondern der beste Song, der zwischen 2010 und 2019 veröffentlicht wurde.

Mister X

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27.03.2020 - 18:41 Uhr
Hast dich verschrieben Felix. Da sollte doch Grimes - Realiti stehen.

MopedTobias

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Registriert seit 10.09.2013

27.03.2020 - 18:49 Uhr
"Und ja, MopedTobias, den hier hab ich wohl noch höher als du. ;-)"

Tatsache, ist aber knapp ;)

Fantastische Nummer eins! So ein Epos der Song und eines der (zahlreichen) Beispiele dafür, dass das nicht nur eine gefühlsselige "Tapeten"-Band (O-Ton Captain kidd) ist. Das ist fast schon Prog.

Danke für die Liste und die Ausführungen, Felix, hat viel Spaß gemacht zu lesen. Nicht nur (aber auch) wegen der vielen Übereinstimmungen:)

maxlivno

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27.03.2020 - 20:38 Uhr
Hab hier in noch keiner Liste einer der drei 2010er Songs gesehen, die noch in 40 Jahren gespielt werden : Get Lucky, Happy und Someome Like You


Dann hast du aber nicht aufgepasst, denn ich hätte zumindest „Get Lucky“ drinnen. Unkaputtbar.

maxlivno

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Registriert seit 25.05.2017

27.03.2020 - 20:41 Uhr
Wenige Songs auf der Welt machen mich glücklicher als "Run away with me". Das ist so eine aufrichtige, ungefilterte, absolut unironische Euphoriebombe. Gerade, dass dieser Song keine Doppelbödigkeit, keine Camp-Elemente oder sonst was hat, macht ihn so grandios. Natürlich ist das kunstlose Musik in dem Sinne, dass es ein einfacher Radio-Pop-Song ist, aber ich hab kein Bock darauf, dass Musik immer Kunst sein muss. In seinem emotionalen Ausdruck entdecke ich hier sehr wohl Belang und Inhalt. Hab auch keine Ahnung, wo ein so ehrlicher, offener Song kalkuliert sein soll. Und sowas wie das Saxophon hör ich sicher nicht zu 99% im Formatradio, produktionstechnisch hat Jepsen generell oft eine eigene Note (man höre z.B. auch "Want you in my room" vom letzten Album) und kommt geschmackvoller als der Charts-Querschnitt daher

This. Besser kann man „Run Away With Me“ nicht beschreiben!

Given To The Rising

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27.03.2020 - 20:45 Uhr
Heute spielen die Gebildeten Beethoven und die Kinder singen "Am Brunnen vor dem Tore".
In 30 Jahren hört die High Society Lateralus von Tool und die Kinder singen Mark Forster.

Given To The Rising

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27.03.2020 - 20:47 Uhr
Ach ja, und die Retro-Fans hören wie immer den größten Mist wie "Schnappi, das kleine Krokodil".

Glühfranz

Postings: 411

Registriert seit 30.11.2014

27.03.2020 - 20:48 Uhr
In 30 Jahren wird sich keine Sau mehr an Mark Forster erinnern.

Given To The Rising

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27.03.2020 - 20:51 Uhr
Die Geschichte zeigt, dass es immer jemanden geben wird, der den größten Scheiß von früher hypen wird. Ich selbst merke, dass ich die ganzen Eurodance-Klassiker aus den 90ern gar nicht mehr so schlecht finde, obwohl ich sie damals gehasst habe.

Berni

Postings: 221

Registriert seit 13.06.2013

27.03.2020 - 22:20 Uhr
Hast dich verschrieben Felix. Da sollte doch Grimes - Realiti stehen.

"Realiti" ist mein zweites Highlight auf "Art Angels" und hätte eine Platzierung irgendwo zwischen 31 und 50 geschafft.

Jetzt höre ich gerade Felix' Nr. 1 von Elbow. Nun ja, die ersten 5 min ziehen noch nicht so recht bei mir, aber der opulente Schlussteil ist schon sehr schön. Für mich kein Top-Kandidat, aber ich kann nachvollziehen, dass es für einige Hörer nichts Schöneres gibt.

Garmadon

Postings: 43

Registriert seit 29.08.2019

27.03.2020 - 22:27 Uhr
Meine Güte, ist diese Listenerstellung ein Kampf... :-D Ich glaube, ich schicke sie jetzt weg, bevor ich noch mal drei Tage dran rum bastle.

Jetzt werde ich aber erstmal Felix' Top 5 hören, da kenne ich vermutlich keinen einzigen Song.
Genau so wenig wie "Run away with me" übrigens.

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