Plattentests.de-Jahrespoll 2018: Diskussion über Ergebnisse

User Beitrag
Sören Lerby
05.01.2019 - 13:18 Uhr
Und was heißt eigentlich "hauptsächlich"? Du hast also tatsächlich Frauen in deiner Liste, nur weil sie Frauen sind und nicht wegen ihrer Musik?
Sören Lerby
05.01.2019 - 13:20 Uhr
Für meine Listen stellt sich nur eine Frage: habe ich genug gute Musik berücksichtigt? Fertig.
Sören Lerby
05.01.2019 - 13:21 Uhr
Geschlechterverteilungen ergeben sich dann ganz von selbst, ohne jede Aufgesetztheit.
Le tartare
05.01.2019 - 13:33 Uhr
Warum ich Namikas Song am schlimmsten fand, ist einfach erklärt: ich bin Franzose. Hab schon viele Klischees mit charmeur und savoir vivre erlebt, aber das übersteigt alles.
Uli
05.01.2019 - 13:37 Uhr
Hast Du nicht mal Bayern trainiert? Eine Mannschaft nur mit Männern? Skandal!

NOK

Postings: 26

Registriert seit 04.10.2018

05.01.2019 - 13:37 Uhr
"In dem Moment, wo du dir die Frage stellst, ob du nun genug Frauen in deiner Liste hast, genau in dem Moment spielt das Geschlecht eine riesige Rolle und plötzlich kennt dein Geschmack ganz viel Geschlecht."

Ich geb gern zu, dass mein Schreibstil mühsam ist, aber genau die Frage hab ich mir ja NICHT gestellt, und ich finde auch nicht, dass man es sollte. Ich hab das Glück, dass sich trotzdem einige Frauen in meiner Liste eingefunden haben, was mich in einer Diskussion über Berücksichtungung von Frauen ein bisschen weniger "angreifbar" macht. :D

"Und was heißt eigentlich "hauptsächlich"? Du hast also tatsächlich Frauen in deiner Liste, nur weil sie Frauen sind und nicht wegen ihrer Musik?"

Ich hab ja da oben schon geschrieben, dass es ein Ideal ist, absolut unvoreingenommen zu sein, und da kann ich mich selber schwer ausnehmen. Es gibt bei KünstlerInnen außerdem noch andere Merkmale als das Geschlecht, so fand ich z.B. bei Carola Baer die Entstehungsgeschichte sehr charmant - das ist ein Album, das 1990 entstand, nie veröffentlicht wurde, und es gab nur eine einzige Kassette, die 2017 in einem Thrift-Shop vor dem Mülleimer bewahrt wurde. Das ist auch ein außermusikalischer Faktor, der nichts mit dem Geschlecht zu tun hat, und der mich trotzdem möglicherweise beeinflusst hat. Nur so als Beispiel. :)
Le tartare
05.01.2019 - 13:39 Uhr
In meiner Alben top five waren die erste 3 Plätze weiblich. Habe ich eine Sekunde darüber nachgedacht? Natürlich nicht, es geht doch um Musik. Was für überflüssige Fässer teilweise aufgemacht werden...

NOK

Postings: 26

Registriert seit 04.10.2018

05.01.2019 - 13:48 Uhr
Also, mit "ein Ideal" meine ich in diesem Fall "ziemlich unerreichbar", falls das missverständlich ist. :P
Arbeiter
05.01.2019 - 17:14 Uhr
Der Matilda-Effekt ist halt auch in der Musik immer noch wirksam.

MopedTobias

Postings: 13165

Registriert seit 10.09.2013

05.01.2019 - 17:32 Uhr
Mir ging es ja in erster Linie darum, dass der User die Listen von NPR und NYT wegen ihrer ~Agenda~ nicht ernstnehmen konnte, gleichzeitig aber das PT-User-Voting lobte. Woher will man wissen, wie "unvoreingenommen" hier votiert wurde, wie viel bewusste oder unbewusste ~Ideologie~ hier drin steckt? Kann man nicht, liegt ja auch ganz in der Natur einer anonymen Umfrage.

fieseline

Postings: 7

Registriert seit 16.06.2013

05.01.2019 - 17:48 Uhr
Na, das freut mich ja, dass hier jetzt doch noch eine angeregte Diskussion über das Thema in Gang kommt....
Natürlich geht es in erster Linie um "gute" Musik, was immer das für jede*n heißen mag. Aber mir war einfach wichtig, nochmal auf die (natürlich nicht nur bei PT beobachtbare) geringe Repräsentanz von Frauen hinzuweisen. Und manchmal braucht es eben auch einen Anschub in irgendeiner Form, weil ja die Strukturen (auch) im Musikbusiness immer noch kröftig männerdominiert sind.
Audiophilosoph
05.01.2019 - 17:50 Uhr
Wie sagte schon Schopenhauer: "Der Mensch kann zwar tun was er will. Er kann aber nicht wollen was er will."

captain kidd

Postings: 1773

Registriert seit 13.06.2013

05.01.2019 - 18:02 Uhr
Was ist schlimmer: Schlechter Geschmack oder Geschlechter-Geschmack?

hubschrauberpilot

Postings: 5569

Registriert seit 13.06.2013

05.01.2019 - 19:40 Uhr
Was für ein Quatsch von fieseline (5 Posts in 5 Jahren, Respekt), niemand unterscheidet bei guter Musik geschlechterspezifisch.

MopedTobias

Postings: 13165

Registriert seit 10.09.2013

05.01.2019 - 19:49 Uhr
Wenn "gute" Musik der eigenen Wahrnehmung nach aber zu 90% von einem Geschlecht gemacht wird, kann man sich schon mal Gedanken drum machen, warum das so ist.
Waimog
05.01.2019 - 20:53 Uhr
"Wenn "gute" Musik der eigenen Wahrnehmung nach aber zu 90% von einem Geschlecht gemacht wird, kann man sich schon mal Gedanken drum machen, warum das so ist."

1. Man mag Männerstimmen lieber als Frauenstimmen (vice versa)
2. Man mag Genres, in dem ein Geschlecht deutlich häufiger vorkommt. Wenn z.b. jemand hauptsächlich Post Rock, Metal oder Punk hört
und jemand anderes hört Pop, RnB oder Songwriter Folk.
3. Zufall
etc.

Das bei einem Leserpoll mit ca. 2000 Teilnehmern z.b. Nischengenre weniger vertreten sind und die Ergebnisse anders aussehen als bei einer amerikanischen Redaktionsliste sollte nicht verwundern. Ich weiß jetzt nicht wie die NYT z.b. genau ihre Liste erstellt (Durch Auswertung von Einzellisten oder zusammen besprochen), aber ich denke schon, dass da im Jahr 2018 drauf geachtet wird, dass die divers ist. Wenn da, angenommen, bei der Auswertung von Einzellisten eine Top 10 mit 8 weißen Männer, einer weißen und einer schwarzen Frau rauskommt, wird man da nicht sagen: Super, lass mal veröffentlichen.

Die Leute vom Primavera Sound Festival haben wohl dieses Jahr auch nicht das Line-Up komplett gebucht und ihnen ist dann aufgefallen "Huch wir haben ja über 50% weibliche Acts, das könnten wir doch schön als Kampagne vermarkten". Das war vermutlich eher anders herum.
Ähnlich wird es bei einigen Redaktionslisten auch sein.

Auch wenn hier bei PT mittlerweile auch viele POP,RNB, Hip Hop, etc besprochen wird, kommt ein Großteil der Leserschaft aus der Indie(rock), Alternative-Ecke? Das schlägt sich dann natürlich bei einer Umfrage mit 2000 Leuten nieder.

https://www.albumoftheyear.org/list/summary/2018/
@ fieseline: Wenn man sich die aggregierte Jahresliste anschaut (8 weibliche Acts in den Top 10; 13 in den Top 20) kann man sicherlich nicht von einer geringen Repräsentanz von Frauen sprechen. Es gibt halt auch immer Ausreißer (aus versch. Gründen) unter Listen (wie z.b. PT).




Ich weiß nicht mehr weiter
05.01.2019 - 23:37 Uhr
90 % meiner Lieblingsmusiker sind männlich. Ich weiß das schon länger und habe versucht etwas daran zu ändern, aber ich kann nicht raus aus meiner Haut. Weil jedoch in den letzten Jahren immer mehr darin überein gekommen ist, dass das nicht normal ist, fühle ich mich mehr und mehr diskriminiert. Warum darf ich nicht so sein wie ich bin?

Felix H

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 26.02.2016

05.01.2019 - 23:39 Uhr
Ich hab sie nicht gehört, aber wie kommt es, dass die neue Mumford & Sons für so viele so enttäuschend war? Da kam doch schon die letzte nicht gut an.
Fanfort
05.01.2019 - 23:45 Uhr
Schon wieder enttäuschend halt.
TuchoCapote
05.01.2019 - 23:57 Uhr
Es geht doch bei diesem Thema vorallem darum, auch mal zu hinterfragen, wieso gibt es - im Verhältnis ! - immer noch mehr reine Jungsbands bzw maximal Bands mit Sängerin oder der obligatorischen Indie-Bassistin und so wenige Bands, die mehrheitlich aus Frauen bestehen.
Klar kann man leicht sagen, die Besetzung ist mir schnuppe, solange die Musik mich umhaut. Aber deshalb kann man doch trotzdem mal überlegen, wieso mag man eigentlich bestimmte Sachen und andere nicht ?
Wieso haben es Frauen in einem überwiegend von Männern dominierten Musikbiz schwerer und was kann man daran ändern.Fertig.

(Wie man übrigens auch fragen darf, weshalb der gähnend langweilige, zehntausendste Britrock-Teeaufguß namens Shame Newcomer des Jahres sein soll... ;) )
TuchoCapote - nur echt mit der Denkerfalte
my true intent
06.01.2019 - 00:26 Uhr
'Es geht doch bei diesem Thema vorallem darum, auch mal zu hinterfragen, wieso gibt es - im Verhältnis ! - immer noch mehr reine Jungsbands bzw maximal Bands mit Sängerin oder der obligatorischen Indie-Bassistin und so wenige Bands, die mehrheitlich aus Frauen bestehen.'

Das ist ganz einfach. Männer spielen in Bands um Frauen ins Bett zu kriegen. Frauen haben das nicht nötig;-)

'Wieso haben es Frauen in einem überwiegend von Männern dominierten Musikbiz schwerer'
Haben sie es denn wirklich schwerer? Einzelfälle gibt es bestimmt, klar.

fieseline

Postings: 7

Registriert seit 16.06.2013

06.01.2019 - 11:32 Uhr
@Waimog
Danke für den Link zu AOTY....das bestätigt zumindest meine Vermutung, dass die von mir angeführten US-Listen nicht "Ideologie" sind.

Fühlt euch bloß nicht angemacht (schon gar nicht von jemandem, der 5 Posts in 5 Jahren schafft, als ob das ein Kriterium für die Relevanz einer Meinung ist ...), aber ich will einfach nur auf ein Problem hinweisen. Nebenbei darauf, dass allen eine Menge Neues, Spannendes und Kreatives entgeht, wenn sie nicht über den Genderrand schauen.
lüstling
06.01.2019 - 12:03 Uhr
aber ich will einfach nur auf ein Problem hinweisen

Welches Problem soll das genau sein?

Voll die Seuche
06.01.2019 - 12:06 Uhr
Was für ne peinliche SJW-Diskussion hier. Löscht euch.
Feststellungsmän
06.01.2019 - 12:15 Uhr
Südkoreanischer Free Jazz ist übrigens auch völlig unterrepräsentiert hier. DAS ist ein Problem.

fieseline

Postings: 7

Registriert seit 16.06.2013

06.01.2019 - 13:14 Uhr
Alles klar, jetzt wirds dann doch - wie erwartet - peinlich.
Ich sag dann mal bye.

listenfreund

Postings: 7

Registriert seit 03.01.2019

06.01.2019 - 13:59 Uhr
@Stephan: Ah, danke. Das ergibt wenigstens etwas Sinn...
Oktay
06.01.2019 - 14:07 Uhr
Nicht nur die User-, auch die Redaktionsergebnisse fördern dies zutage. Viele Mitarbeiter scheinen nicht nur von Patriarchat und White Privilege zu profitieren, sie sondern sie auch noch aktiv zu befeuern, indem sie weiße Cis-Männer hochjubeln.
Anne
07.01.2019 - 16:39 Uhr
Ich würde mich als Feministin bezeichnen, aber finde Oktays Aussage völlig überzogen. Oder ist es Ironie, die ich nicht verstehe?
Falls keine Ironie dahintersteckt: Falls du jemanden von deiner Sichtweise überzeugen willst, würde ich nicht so destruktiv/persönlich argumentieren.
ZB stimmt es ganz sicher, dass die Musikindustrie es Frauen schwerer macht als Männern. Hörgewohnheiten sind auch nicht von heute auf morgen zu ändern, sondern wohl eher Schritt für Schritt. In der SZ war am Wochenende ein Artikel zu weiblichen Pop- und Rockstars: Sehr langsam tut sich was.
Darauf kann man hinweisen ohne einen Rundumschlag zu machen, der PT und Leser nur in die Defensive bringen soll...
nada
07.01.2019 - 16:51 Uhr
"ZB stimmt es ganz sicher, dass die Musikindustrie es Frauen schwerer macht als Männern."

Nein, da stimmt "ganz sicher" nicht.


nada
07.01.2019 - 16:56 Uhr
Von einer selbsternannten "Feministin" habe ich jetzt aber auch nur die üblichen Phrasen und keine Argumente erwartet.

MopedTobias

Postings: 13165

Registriert seit 10.09.2013

07.01.2019 - 20:23 Uhr
"Nein, da stimmt "ganz sicher" nicht."

Und was macht dich da so "ganz sicher"?

Der Wanderjunge Fridolin

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10.01.2019 - 10:18 Uhr
Finde den Namika-Song deutlich weniger schrecklich als all dieser andere, meist maskuline deutsche Kalenderspruchpop. Okay, das Vermaß ist etwas holprig und sie steht mitten in Marseille, während sie über Paris singt. Insgesamt betrachtet ist das aber doch ein Fliegenschiss gegenüber der Omnipräsenz des Typens mit Brille/Mütze. Dieser Grinsebacke kann man ja kaum irgendwo entweichen. Nee, dann lieber Namika in Dauerrotation.
Testopa
10.01.2019 - 10:38 Uhr
...gegenüber der Omnipräsenz des Typens mit Brille/Mütze. Dieser Grinsebacke kann man ja kaum irgendwo entweichen.

http://onabbeyroad.com/jlslider/9a.jpg

eric

Mitglied der Plattentests.de-Chefredaktion

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Registriert seit 14.06.2013

10.01.2019 - 10:41 Uhr
Wenn man bedenkt, dass Namika mal dieses "Lieblingsmensch" rausbrachte - ein unfassbar peinlicher Song, aber wohl den Geschmack vieler "Schatzi"-Pärchen treffend. Da ist der neue Song tatsächlich beinahe in Ordnung.

Der Wanderjunge Fridolin

Postings: 894

Registriert seit 15.06.2013

10.01.2019 - 10:45 Uhr
https://youtu.be/Cz1rJtlGHVs

Das ist auf gar keinen Fall schlimmer als Forster-Unterniveau!

Der Wanderjunge Fridolin

Postings: 894

Registriert seit 15.06.2013

10.01.2019 - 10:50 Uhr
Ich muss natürlich auch ne Lanze fürs Frankforter Mädche breche.

Obrac

Postings: 1102

Registriert seit 13.06.2013

10.01.2019 - 11:30 Uhr
Belangloser, aber doch sehr unpeinlicher Song. Wenn man bedenkt, dass hier mal so ne Kotznummer wie "Red flag" von Billy Talent ziemlich weit oben beim Song des Jahres war ...

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