Sam Vance-Law - Homotopia

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Armin

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17.01.2018 - 21:23 Uhr
SAM VANCE-LAW -„HOMOTOPIA“

VÖ: 02.03.2018

Mit seinem Debütalbum „HOMOTOPIA“ gelingt dem kanadischen Songschreiber und Wahlberliner Sam Vance-Law ein schwules Manifest und ein musikalisches Wunderwerk. Hinter dieser Bravourleistung stecken großes musikalisches Talent, eine beeindruckende Hartnäckigkeit – und ein bisschen Hilfe von Get Well Soon.




"Sieht braver aus, als er ist" -ZEITmagazin

Wie klingt Popmusik von jemandem, der ohne Popmusik groß geworden ist? Eine interessante Versuchsanordnung – und eine Frage, auf die es nun eine Antwort gibt: HOMOTOPIA, das erste Album des kanadischen Songschreibers Sam Vance-Law, ist von einer literarischen Qualität, einer orchestralen Grandezza und einer präzisen Beobachtungsgabe, wie man sie in dieser Kombination nur selten erlebt. Der Chamber-Pop des Sam Vance-Law spricht vielmehr klar und deutlich zu uns und er tut dies mit fein ausziseliertem Humor. Wir sollten Vance-Law zuhören, denn was er zu sagen hat, könnte eine Menge verändern.

Aufgewachsen im kanadischen Edmonton, mit mehrjähriger Zwischenstation in England, wo Sam Teil des renommierten Oxforder New College Knabenchors ist und durch Europa tourt, lebt er mit 16 Jahren wieder in seinem Geburtsort, geprägt von den musikalischen Erfahrungen im United Kingdom.



"Sam Vance Law könnte Everybody's Darling werden" - MUSIKEXPRESS



„Mein Vater mochte die Talking Heads und meine Mutter hörte Annie Lennox. Aber für mich war das die Musik meiner Eltern, während Klassik die meine war.“ Er musiziert weiter, spielt viel Geige und schreibt sich nach dem Abitur in Edmonton zunächst für englische Literatur ein. Hier knallt es dann.



„Bereits ab der Mittelstufe hatte ich immer häufiger Leute kennen gelernt, die mit ähnlichem Ernst von ihren Lieblingsbands und -Alben sprachen wie ich über die Werke der Klassik. Meine Kommilitonen in Edmonton spielten teilweise in Bands, mein Interesse wurde geweckt.“



"Spectacular, theatrical pop music" -CLASH MAGAZINE



Von nun an ging alles ziemlich schnell: Über seine neuen Freunde, einer von ihnen der Songschreiber und Musiker Mac Demarco, spielt er mit deren Bands zusammen und fängt endgültig Feuer. Sam entdeckt den Pop also vor allem als Bühnenmusiker. „Es gab eine Party und ich wollte dahin. Auf diesen Partys spielten die Bands meiner Freunde und irgendwann hab ich da einfach mitgemacht.“



HOMOTOPIA ist eines jener seltenen Debütalben, bei denen man nicht ohne Weiteres konkrete Inspirationsquellen benennen kann. Sein Chamber-Pop, wie man diese Musik am ehesten nennen würde, ist zu gleichen Teilen im klassischen Folk wie in der Klassik beheimatet. John Grant, The Magnetic Fields und Father John Misty haben auf HOMOTOPIA Spuren hinterlassen, aber durch seinen kulturellen Hintergrund und die Liebe etwa auch zum Theater und zur Oper kommt Sam Vance-Law zu anderen Ergebnissen als die Genannten. Es ist eine erzählende Musik, aber sie ist auch: orchestral, gewaltig, mitreißend. Es ist eine Musik, die keine Grenzen und Schranken kennt und nur ihrer Erzählung, ihren Themen verpflichtet ist.



"Ein absolutes Multitalent" - DIFFUS



Entstanden ist HOMOTOPIA in Sam Vance-Laws heutiger Heimat Berlin. Eigentlich hatte er dort nur einen Freund besuchen wollen, dann blieb er gleich ganz. Auf HOMOTOPIA setzt Vance-Law nun alle Aspekte schwulen und queeren Lebens und Fühlens reflexiv in ein Verhältnis zum Hier und Jetzt.



„Der grundsätzliche Gedanke war, dass sich selbst in der kurzen Zeit seit meinem Outing wahnsinnig viel geändert hat. Nehmen wir die sogenannte Ehe für alle: Natürlich finde ich das grundsätzlich erst mal toll. Aber wenn man anfängt, es sich in solchen heteronormativen Moralvorstellungen bequem zu machen, verliert man zwangsläufig ein Stück der Kultur, die in der queeren Szene etabliert worden ist. Eine andere Art, Familie und Gemeinschaft zu denken, von der auch Heteros profitieren könnten.“



„Sam Vance-Law bringt kanadische Klänge nach Berlin“ – INTERVIEW MAGAZIN



Natürlich ist sich Sam der Tatsache bewusst, dass sich seine Erfahrungen aus der Position eines etablierten weißen Schwulen in einer vergleichsweise toleranten europäischen Metropole speisen. Aber darum geht es ihm auch gar nicht:



„Es geht mir um die Polarität, die in der Betrachtung schwulen Lebens liegt. Mir scheint es zu wenig Platz für Zwischenwelten zu geben. Und das gilt nicht nur für die Außen-, sondern auch für die Innenbetrachtung. Die schwulen und queeren Filme, Bücher und Musik, die ich mag, kennen immer nur drei Formate: Es sind entweder Coming-of-Age-, Stolz-, oder Opfergeschichten. Wenn es mir gelingt, da ein paar Aspekte zu ergänzen, habe ich schon viel geschafft.“



Gegensätze aufzuzeigen und Ressentiments zu entlarven – darin liegt die große Meisterschaft des Sam Vance-Law. Und in seinem spitzfindigen Humor: Wenn er in NARCISSUS 2.0 singt: „Yes, I would sleep with myself, if I were just a bit younger/Yes, I would sleep with myself, if I were just a bit hotter“, dann ist das weit über subkulturelle Phänomene herausragende Gesellschaftskritik und zum Schreien komisch. Und so vereint HOMOTOPIA alle Aspekte des Lebens: Die Wut und die Traurigkeit, den Stolz und die Freude, die Abgründe und die lichten Höhen.



„Ein neuer Stern am Singer/Songwriter-Himmel?“ – LAUT.DE



Bei einer Gelegenheit vertritt Sam Vance-Law als gebuchter Livemusiker Verena Gropper an der Geige bei Get Well Soon und lernt Konstantin Gropper kennen. Der meisterhafte Arrangeur und Produzent hört begeistert die frühen HOMOTOPIA-Entwürfe und sagt folgenden Satz: „Das ist eine großartige Platte, aber sie ist nicht gut genug. Lass sie uns besser machen.“




Und das haben sie dann getan. Mit Gropper als Koproduzent hat sich die Vision des Sam Vance-Law erfüllt. Es ist ein Segen für uns alle.




Mich hat er auf Anhieb.
Stand By Me
18.01.2018 - 11:00 Uhr
Neulich im Morgenmagazin gesehen, sympathischer Typ. Hat was von Magnetic Fields.

Armin

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18.01.2018 - 18:13 Uhr
Stimmt. Und Rufus Wainwright, irgendwie auch Father John Misty und Alex Cameron.

Äh ... Morgenmagazin?

Armin

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18.01.2018 - 18:13 Uhr
Tatsächlich:

Armin

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22.01.2018 - 20:29 Uhr
Gerade zwei Singles sind erschienen und eine Handvoll Shows gespielt, da wird bereits jubiliert über diesen jungen Mann - Kanadier, Wahlberliner, klassisch ausgebildeter Musiker - der im März mit seinem Debüt "Homotopia" ein queeres Manifest von geistreichem Witz und betörender musikalischer Finesse vorlegt, das seinesgleichen sucht. "Sam Vance-Law könnte Everybody's Darling werden" mutmaßt schon früh der Musikexpress, der ihn anschließend auch gleich in seine Hotlist 2018 aufnimmt. "Sieht braver aus, als er ist" erkennt das ZeitMagazin angesichts der teils recht expliziten Lyrics auf "Homotopia" sehr richtig, und die kanadischen Klänge die er laut Interview Magazin nach Berlin bringt, beschreibt das Clash Magazine als "Spectacular, theatrical pop music". Macht euch selbst ein Bild - und gern auch einen Termin zum Gespräch mit dem "absoluten Multitalent" (Diffus Mag).
Windowlicker
23.01.2018 - 15:51 Uhr
Nais!

Armin

Plattentests.de-Chef

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02.02.2018 - 18:15 Uhr - Newsbeitrag


SAM VANCE-LAW - "GAYBY"-VIDEO

"Die schönste und schlauste Musik 2018" schreibt der Rolling Stone in seiner neuesten Ausgabe über Sam Vance-Law und bringt heute auch gleich die Premiere zur dritten Single "Gayby". Am 02.03. erscheint dann endlich sein von Konstantin Gropper co-produziertes Debütalbum "Homotopia", ein queeres Manifest, das der kanadische Wahl-Berliner demnächst auch live auf die Bühnen bringt. Erste Gelegenheit zum Verlieben gibt es am 03.03. im Berliner Prachtwerk.



Windowlicker
17.02.2018 - 10:43 Uhr
der mann hat einen hang zum fernsehen...

https://www.zdf.de/kultur/aspekte/videos/sam-vance-law-isle-of-man-100.html

kingsuede

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17.02.2018 - 12:58 Uhr
Könnte tatsächlich die Entdeckung des Jahres werden. Ich habe erst zwei Alben für mehr als hörenswert befunden in 2018. Wird Zeit, dass was Großes kommt.
Donkey
17.02.2018 - 13:23 Uhr
@kingsuede

Welche beiden Alben meinst du?

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